
{"id":10300,"date":"2024-02-10T09:51:55","date_gmt":"2024-02-10T07:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=10300"},"modified":"2024-02-10T09:51:55","modified_gmt":"2024-02-10T07:51:55","slug":"muesli-ein-gesundheitsschwindel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/02\/10\/muesli-ein-gesundheitsschwindel\/","title":{"rendered":"M\u00fcsli \u2013 ein Gesundheitsschwindel???"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt wahrhaft viele Lebensmittel! Manche sind gesund, andere ungesund. Dann gibt es solche, die irgendwo dazwischen liegen und andere, die gerne als gesund verkauft werden, es aber tats\u00e4chlich gar nicht sind! Oder nur zum Teil! Gerade beim Fr\u00fchst\u00fcck sollte deshalb sehr genau darauf geachtet werden, wie der Tag begonnen wird. Schliesslich gilt es, die Kraft f\u00fcr den ganzen Tag bzw. zumindest den Vormittag zu tanken, gleichzeitig aber auch eine gute Laune zu schaffen \u2013 mit Haferschleim gelingt das etwa nur ganz wenigen (Pfui deibel!!!), obgleich er durchaus gesund w\u00e4re. Haferflocken aber sind auch ein Haupt-bestandteil eines durchaus beliebten Tagesbeginns: Dem M\u00fcsli!<\/p>\n\n\n\n<p>Rund um diesen Fr\u00fchst\u00fccksbestandteil ranken sich seit Jahrzehnten die abstrusesten Ger\u00fcchte. Auch ich habe meist nach Weihnachten meine M\u00fcsli-Phase! Hat aber weniger mit Kur oder dergleichen zu tun, als vielmehr mit der Tatsache: Wohin mit den Utensilien, die nach der Weihnachtsback-Orgie \u00fcbrig geblieben sind! Das wird gemischt, mit Kokosflocken und frischem Obst aufbereitet und gen\u00fcsslich verzehrt! Mmmh \u2013 lecker! Allerdings kann ich das Zeugs schon Mitte Januar nicht mehr sehen! Unm\u00f6glich ein ganzes Jahr damit durchzuhalten. Dabei w\u00e4re es nicht mal so falsch, denn: Wenn man sich sein eigenes M\u00fcsli mischt, kann einerseits der richtige Geschmack und andererseits auch die Gesundheit durchaus miteinbezogen werden. Ergo: Sehr zu empfehlen! Obwohl: Das Vollkornbrot kann es in Sachen Gesundheit nicht schlagen \u2013 den Geschmack allerdings sehr rasch. Doch \u2013 was hat es mit diesem vermeintlichen Gesundheits-Fr\u00fchst\u00fcck wirklich auf sich?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hat&#8217;s erfunden? Tats\u00e4chlich ein Schweizer! Maximlian Oskar Bircher-Benner, ein Arzt und Ern\u00e4hrungsreformer, mischte es irgendwann im 19. Jahrhundert erstmals. 1897 hatte er es w\u00e4hrend eines Studien-aufenthaltes nach Dresden mitgebracht und dem Arzt Heinrich Lahmann vorgestellt. Der wiederum nahm es als fixen Bestandteil in die K\u00fcche seines gleichnamigen Sanatoriums mit auf: Das \u201eBircher-M\u00fcesli\u201c (eidgen\u00f6ssische Schreibweise) war geboren! Das Original-Rezept f\u00fcr eine Portion:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>1 gestrichener Essl\u00f6ffel Haferflocken<\/li><li>3 Essl\u00f6ffel Wasser<\/li><li>12 Stunden einweichen<\/li><li>1 Essl\u00f6ffel Zitronensaft<\/li><li>1 Essl\u00f6ffel gezuckerte Kondensmilch beif\u00fcgen und zu einer Sauce vermischen<\/li><li>etwa 2 \u00c4pfel (400 g) einer m\u00f6glich s\u00e4uerlichen Sorte; unmittelbar vor dem Servieren mit der Schale auf der Bircherraffel direkt in die Sauce hineinreiben und gelegentlich umr\u00fchren, damit sich das Apfelfleisch nicht br\u00e4unt<\/li><li>1 Essl\u00f6ffel Haseln\u00fcsse oder Mandeln gerieben dar\u00fcber streuen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>W\u00fcrg \u2013 das ist eher aufgepeppter Haferschleim. Leicht ver\u00e4ndert fand das Rezept auch in vielen Di\u00e4tk\u00fcchen oder Therapien grossen Anklang. Popul\u00e4r wurde es aber erst mit dem Aufkommen der Birkenstocks und der \u00d6ko-Kultur (\u201eK\u00f6rner-Fresser\u201c). Heute gibt es hunderte verschiedene fertige Mischungen auf dem Markt \u2013 vom einfachen puritanischen bis hin zu den Expoten wie etwa das \u201eQuinoa-Gojibeeren-M\u00fcsli\u201c. Jeden Tag verzehren rund 5,12 Mio Deutsche ab 14 Lebensjahren derartige Fertig-M\u00fcslis (Angaben statista.de f\u00fcr 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ich nahm \u00fcber lange Zeit Abstand davon, bis ich auf die Idee der Reste-Verwertung kam. Und dabei machte ich alsdann jenen Fehler, der die Fans und Kritiker des M\u00fcslis voneinander trennt: Zucker! So w\u00e4re eine Weihnachtsb\u00e4ckerei ohne Staubzucker keine richtige Weihnachtsb\u00e4ckerei! Deshalb: Dicke rein in mein Restefr\u00fchst\u00fcck, feste umger\u00fchrt und geht schon!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist der weisse Zucker eines von mehreren Kriterien, die das M\u00fcsli, vor allem das Kinder-M\u00fcsli, ungesund machen. Leider nach wie vor zu viel davon in den im Handel erh\u00e4ltlichen, fertigen Mischungen dabei. Auch mit Pestiziden, Schimmel, Kunstd\u00fcnger und Fett bekommt es der Konsument dabei zu tun. Letzteres beispielsweise in Form von \u00d6l (m\u00f6glicherweise gar Palm\u00f6l, gewonnen aus Plantagen, f\u00fcr die Urwald gerodet wurde) bei Knusperm\u00fcslis (\u201eCrunchys\u201c) enthalten, da diese im Anschluss herausgebacken werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die WHO (World Health Organization) empfiehlt, weniger als 10 % des t\u00e4glichen Energiebedarfs in Form von zugesetztem Zucker einzunehmen \u2013 besser w\u00e4ren gar nur 5 %! Ein Beispiel? Ein siebenj\u00e4hriges Kind mit einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von 1.500 kcal pro Tag sollte maximal 37,5 g Zucker pro Tag aufnehmen (abh\u00e4ngig vom Aktivit\u00e4ts-level) \u2013 das entspricht etwa neun St\u00fcck W\u00fcrfelzucker! In so manchen fertigen Fr\u00fchst\u00fcckscerealien sind in einer Portion jedoch bereits 8 (!) St\u00fcck W\u00fcrfelzucker enthalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pestizide kommen durch die Haferflocken, dem Obst oder Trockenobst (wie etwa auch Rosinen) in die Mischungen. In einer T\u00fcte etwa fand Stiftung Warentest einen Cocktail aus 31 unterschiedlichen Pestiziden (etwa: Famoxadon, Chlorpyrifos, Propargit, Fenvalerate, \u2026). Auch auf Mineral\u00f6l und Glyphosat stiessen die Lebensmittelchemiker.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie also sollte ein gesundes M\u00fcsli tats\u00e4chlich gemischt werden? Nicht zu s\u00fcss, nicht zu salzig, viele N\u00fcsse, frische Molkereiprodukte und frisches Obst (manche m\u00f6gen auch Gem\u00fcse). Und vor allem: Nicht immer dasselbe! Letzteres l\u00e4sst sich recht einfach durch das Obst einrichten. \u00c4pfel, Bananen sowie anderes saisonales Obst sorgen jeden Morgen f\u00fcr etwas Abwechslung. Daneben r\u00e4t auch die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung zu t\u00e4glichen 250 g Obst und 400 g Gem\u00fcse. Auch bei den N\u00fcssen kann t\u00e4glich variiert werden: Haseln\u00fcsse, Waln\u00fcsse, Cashew, \u2026! Die Molkereiprodukte sollten sich auf Naturjoghurt bzw. Vollmilch beschr\u00e4nken \u2013 niemals Fr\u00fcchtejoghurts! Diese sind zumeist mit erneut Zucker und Geschmacksverst\u00e4rker produziert worden. Anstelle des Zuckers kann durchaus auch ein L\u00f6ffel Honig verwendet werden. Und schliesslich: Vollkorn-Flocken! Auf den Punkt gebracht: Dinkel-, Hirse- oder Hafer-Vollkornflocken, Naturjoghurt, nach Belieben etwas Milch und\/oderWasser, N\u00fcsse und frisches oder getrocknetes Obst. F\u00fcr den Geschmack gerne auch etwas Zimt oder Vanille und je nach Belieben K\u00fcrbiskerne, Sesamsamen, Leinsamen, Kokosraspeln, Kakao, \u2026 So kann man davon ausgehen, dass nicht nur eine ordentliche Portion Energie (Proteine und Kohlehydrate), sondern auch Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Kalium, Spurenelemente wie Kupfer, Chrom, Mangan und Selen sowie Vitamin-B aufgenommen wird. Durch die N\u00fcsse kommen wichtige unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren hinzu! Und f\u00fcr die Verdauung werden wertvolle Ballaststoffe geliefert \u2013 die Darmflora wird gest\u00e4rkt, der Darm wird nicht tr\u00e4ge! Alles in allem also eine Wohltat f\u00fcr den K\u00f6rper! Und es s\u00e4ttigt f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit! Verwendet man hierf\u00fcr die fertigen Mischungen, so stellt sich nach der Verarbeitung des Zuckers rasch wieder ein Hungergef\u00fchl ein. Und: Jener Zucker, der nicht gebraucht wird, speichert der K\u00f6rper in Form von Fett f\u00fcr schlechtere Tage an. Kontraproduktiv!<\/p>\n\n\n\n<p>Guten Appetit!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.bzfe.de\/\">www.bzfe.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.dge.de\/\">www.dge.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.test.de\/\">www.test.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.who.int\/\">www.who.int<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt wahrhaft viele Lebensmittel! Manche sind gesund, andere ungesund. Dann gibt es solche, die irgendwo dazwischen liegen und andere, die gerne als gesund verkauft werden, es aber tats\u00e4chlich gar nicht sind! Oder nur zum Teil! Gerade beim Fr\u00fchst\u00fcck sollte deshalb sehr genau darauf geachtet werden, wie der Tag begonnen wird. 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