
{"id":10465,"date":"2024-04-27T08:57:52","date_gmt":"2024-04-27T06:57:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=10465"},"modified":"2024-04-27T08:58:19","modified_gmt":"2024-04-27T06:58:19","slug":"noro-der-dauerplatz-auf-der-toilette-voe-27042024","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/04\/27\/noro-der-dauerplatz-auf-der-toilette-voe-27042024\/","title":{"rendered":"Noro \u2013 Der Dauerplatz auf der Toilette"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit dem Fr\u00fchling beginnt allerorts wieder die Volksfestzeit! Egal ob gross \u2013 wie der Augsburger Pl\u00e4rrer, das M\u00fcnchner Fr\u00fchlingsfest auf der Theresienwiese oder das Maifest im Wiener Prater \u2013 oder klein \u2013 wie das Radieschenfest in Hall i.T. oder das Wasserburger Fr\u00fchlingsfest \u2013 Millionen Menschen, ob klein oder gross, str\u00f6men in die Festzelte, um den Beginn der warmen Jahreszeit mit grosser Gaudi zu feiern. Und am Montag geht\u2019s dann wieder in die normale Welt zur\u00fcck! In diesem Jahr allerdings nicht unbedingt bei allen. Beim Stuttgarter Fr\u00fchlingsfest auf dem Cannstatter Wasen geschah der \u201eWorst Case\u201c eines jeden Fest-organisators und Gastronomen: Noro! Bis Freitag waren rund 730 F\u00e4lle beim Stuttgarter Gesundheitsamt gemeldet \u2013 eines der wohl gr\u00f6ssten Ausbruchsgeschehen der baden-w\u00fcrttembergischen Landeshauptstadt. Viele davon besuchten ein bestimmtes Festzelt auf dem Wasen und infizierten dann Angeh\u00f6rige, Freunde und Arbeitskollegen. Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass sich die Zahl der Erkrankten noch weiter erh\u00f6hen wird. Bei der Stadt schrillten die Alarmglocken, ein Heer von Experten wurde ausgeschickt, die Sache zu \u00fcberpr\u00fcfen. Das Ergebnis: Den Festzeltbetreiber trifft keine Schuld \u2013 die hygienischen Vorgaben wurden allesamt eingehalten. Ergo: Der Virus musste von einem oder mehreren G\u00e4sten eingebracht worden sein. Es war also keine Infizierung durch Essen oder Getr\u00e4nke, sondern eine sog. \u201eSchmierinfektion\u201c! \u00dcbrigens: Im vergangenen Jahr besuchten nicht weniger als 1,4 Mio Menschen dieses Fr\u00fchlingsfest.<\/p>\n\n\n\n<p>Noro \u2013 eine wirklich eklige und nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr. In der internationalen Auflistung der Erkrankungen, der ICD, wird diese akute Magen-Darm-Infektion unter der Klassifizierung A08.1 gef\u00fchrt (eine spezielle Art der Gastro-Enteritis). Die Infektion geschieht durch Speisen und Getr\u00e4nken, aber auch durch Ansteckung, wenn beispielsweise ein Infizierter einen Gegenstand wie den Haltegriff in der Strassenbahn oder ein Glas ber\u00fcht (f\u00e4kal-orale Infektion). Es kann aber auch auf der Toilette geschehen. Bereits wenige Stunden nach der Ansteckung (sechs bis manchmal 50 Stunden) erscheinen die ersten Symptome. Der Krank-heitsverlauf ist zumeist kurz (ein bis drei, manches Mal auch bis zu f\u00fcnf Tage), daf\u00fcr umso heftiger: Bauchschmerzen, Durchfall, \u00dcbelkeit, Erbrechen. Nicht selten gesellen sich auch Kopf- und Gelenkschmerzen sowie leichtes Fieber hinzu. Aufgrund des Fl\u00fcssigkeitsverlustes besteht gerade f\u00fcr \u00e4ltere bzw. vorerkrankte Menschen, aber auch f\u00fcr Kinder die grosse Gefahr der Dehydration und einhergehend das Kippen des Elektrolydhaushaltes (Salzhaushalt), das schlimmsten Falles zu einer Bewusstseinsst\u00f6rung, Krampfanf\u00e4llen oder gar Nierenversagen und einem Kreislaufkollaps f\u00fchren kann. Betroffene sollten deshalb viel Mineral-wasser, Kr\u00e4utertees trinken sowie d\u00fcnne Br\u00fchen, wie zum Beispiel Oma&#8217;s H\u00fchnerbr\u00fche, schl\u00fcrfen bzw. Fr\u00fcchte essen. Bei Schwangeren besteht f\u00fcr das ungeborene Kind direkt keine Gefahr! Allerdings kann der hohe Druck durch Erbrechen und Durchfall ein vorzeitiges Eintreten der Wehen verursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist der Noro-Virus gar nicht mal so selten. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes ist er f\u00fcr rund 50 % der Magen-Darm-Erkrankungen bei Erwachsenen verantwortlich, bei Kindern f\u00fcr 30 %. Er ist hochinfekti\u00f6s, es reichen bereits zwischen 10 bis 100 Viruspartikel! So geschehen die meisten Infektionen von Mensch zu Mensch, also durch direkte oder indirekte Ber\u00fchrung (wie T\u00fcrklinken oder Treppengel\u00e4nder). An Oberfl\u00e4chen (ausser bei Kupfer \u2013 das t\u00f6tet viele Krankheitserreger ab) bleibt der Virus mehr als 12 Stunden lang infekti\u00f6s. In Speisen oder Getr\u00e4nken \u00fcbersteht er auch mehrere Minuten lang Temperaturen von 60 Grad und kommt zudem in gek\u00fchlten Speisen vor (Achtung vor Eis-w\u00fcrfeln und Leitungswasser in s\u00fcdlicheren L\u00e4ndern). Schlechte Nach-richten f\u00fcr alle Austern-Fans: Im Gewebe der Muscheln k\u00f6nnen sich die Viren besonders lange halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorbeugen kann man einer Infektion durch gute Hygiene, wie etwa dem richtigen (!) H\u00e4ndewaschen. Das sollten wir jedoch bereits in der Grippe- und Coronazeit kennengelernt haben. Erh\u00f6hte Vorsicht allerdings besteht bei H\u00e4ndetrocknern. Sie verteilen die Viren im ganzen Raum, wenn die H\u00e4nde nicht ordentlich gewaschen wurden (\u201eTr\u00f6pfcheninfektion\u201c). Zudem sollten im Bad Toilette, Wasserh\u00e4hne und Waschbecken bei Verdacht gut desinfiziert werden. Besteck, Gl\u00e4ser und Teller d\u00fcrfen nicht gemeinsam genutzt werden. Speisen sollten gekocht oder l\u00e4ngere Zeit hinweg bei \u00fcber 60 Grad Celsius erw\u00e4rmt werden. Aber auch nat\u00fcrlich kann man sich vor einer Infektion sch\u00fctzen: Durch Zitronen, Orangen oder Granat\u00e4pfeln! Das Citrat der Zitronens\u00e4ure koppelt sich an die Viren an und verhindert dadurch wiederum das Anheften derselben an die K\u00f6rperzellen, in welchen die Vermehrung erfolgt. Allerdings ist dies kein umfassender Schutz \u2013 den gibt es nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland besteht bereits bei Verdacht auf eine Noroerkrankung aufgrund des Infektionsschutzgesetzes ISG Meldepflicht! Mit Medika-menten k\u00f6nnen lediglich die Symptome behandelt werden \u2013 in schweren F\u00e4llen auch durch eine Elektrolyd-Infusion. Erkrankte sollten sich unmittelbar nach Hause zur\u00fcckziehen, Kinder d\u00fcrfen nicht mehr Gemein-schaftseinrichtungen wie Kinderg\u00e4rten oder Schulen besuchen. Eine Immunisierung gegen die Noro-Viren gibt es nicht, auch eine \u00fcber-standene Erkrankung sch\u00fctzt nicht vor einer weiteren. Es bilden sich n\u00e4mlich stets ver\u00e4ndernde Subtypen des Virus.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Passen Sie gut auf sich auf!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/rki.de\/\">rki.de<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/ikms.de\/\">ikms.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.lmu.de\/de\/index.html\">www.lmu.de\/de\/index.html<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.krankenhaushygiene.de\/\">www.krankenhaushygiene.de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.sozialministerium.at\/\">www.sozialministerium.at<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.lgl.bayern.de\/\">www.lgl.bayern.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/bag\/de\">www.bag.admin.ch\/bag\/de<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Fr\u00fchling beginnt allerorts wieder die Volksfestzeit! 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