
{"id":10854,"date":"2024-08-10T09:45:43","date_gmt":"2024-08-10T07:45:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=10854"},"modified":"2024-08-10T09:45:43","modified_gmt":"2024-08-10T07:45:43","slug":"schweinepest-droht-die-naechste-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/08\/10\/schweinepest-droht-die-naechste-pandemie\/","title":{"rendered":"Schweinepest \u2013 droht die n\u00e4chste Pandemie?"},"content":{"rendered":"\n<p>Es sind wahrhaft keine guten Nachrichten, die uns dieser Tage aus Hessen erreichen! Mitte Juni wurde bei R\u00fcsselsheim-K\u00f6nigsst\u00e4dten im Kreis Gro\u00df-Gerau bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen. Seither werden immer wieder Kadaver gefunden \u2013 bislang 345, 79 wurden positiv getestet (Stand: 2. August). Bei der Suche werden sowohl Drohnen als auch Kadaver-Suchhunde ein-gesetzt. Erste Funde werden nun auch aus Pfungstadt-Eschollbr\u00fccken und Ober-Ramstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg gemeldet. ASP breitet sich rasend schnell aus. Inzwischen auch in den dortigen Mast-betrieben. Vor kurzem mussten alle 1.800 Schweine eines Hofes in Trebur get\u00f6tet werden, da sich einige mit der Seuche infiziert hatten. Bislang sind es insgesamt mehr als 3.300, da weitere sieben Schweine-haltungs-Betriebe ebenfalls davon betroffen sind. Rund um solche Aus-bruchs-H\u00f6fe werden Sperrzonen (Sperrzone III) mit strengen Dekonta-minationsmassnahmen eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Afrikanische Schweinepest soll nach Auskunft des Deutschen Bundes-agrarministeriums f\u00fcr andere Tierarten und den Menschen nicht gef\u00e4hr-lich sein, auch wenn kontaminiertes Fleisch verzehrt wird. Dennoch sollten mehrere Hinweise befolgt werden: Einhalten der K\u00fchlkette, Trennung von anderen Lebensmitteln und Zubereitung mit \u00fcber 70 Grad f\u00fcr mehrere Minuten. Trotzdem sollte davon abgesehen werden, da Produkte von infizierten Schweinen, wie Fleisch, Wurst etc. f\u00fcr eine weitere Verbreitung verantwortlich sein k\u00f6nnen. F\u00fcr Schweine verl\u00e4uft die hochansteckende Virus-Erkrankung zumeist t\u00f6dlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erreger z\u00e4hlt zur Familie der Asfarviridae, Genus Asfivirus, also nur Schweine treffende Viren. Zwischenwirte und damit \u00dcbertr\u00e4ger k\u00f6nnen aber auch Zecken sein, wie die Lederzecke. Die Krankheit kann perakut (schnell mit hohem Fieber, Apartheid, Hustanf\u00e4llen, Blutungen aus Nase und After \u2013 das Tier stirbt innerhalb von 48 Stunden), akut (mit viert\u00e4gigem hohen Fieber, die restlichen Symptome aber treten erst rund eine Woche sp\u00e4ter auf), subakut bzw. chronisch (geringe Sterblichkeits-rate, daf\u00fcr Gelenksentz\u00fcndungen, Aborten oder sehr geschw\u00e4chte Ferkel) verlaufen. Der Virus ist sehr widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber Umweltein-fl\u00fcssen, auch basische Reinigungs- oder Desinfektionsmittel wirken nicht (stabil im ph-Bereich zwischen 3,0 bis 13,4). Bislang wurden noch keine Erfolge durch Impfungen erzielt. Die Seuche tritt immer wieder unver-mittelt auf \u2013 so etwa auch im September 2020 im Landkreis Spree-Neisse an der deutsch-polnischen Grenze oder im Landkreis M\u00e4rkisch-Oderland.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Schweinepest einzud\u00e4mmen, werden Sperr- und Pufferzonen errichtet \u2013 in diesem aktuelle Fall auch mit einer 115 km-langen Elektro-Einz\u00e4unung als Wildschweinbarriere. Und hier kommt wieder die Dummheit des Menschen ins Spiel: Der Zaun wurde durchgeschnitten oder Teile davon sowie die Akkus geklaut! In den Sperrzonen II und III etwa ist das Pilzesuchen, Jagen oder Geocaching verboten, Hunde m\u00fcssen angeleint und nur gekennzeichnete Wege verwendet werden. Die Sperrzone II beispielsweise erstreckt sich \u00fcber 100.000 ha und somit den Landkreis Gro\u00df-Gerau, sowie Teile von Offenbach-Land, Bergstrasse, Darmstadt-Dieburg, den Main-Taunus-Kreis mit Frankfurt am Main sowie im benachbarten Rheinland-Pfalz auch den Rhein-Pfalz-Kreis inklusive der Stadt Ludwigsburg und reicht inzwischen bis zur hessisch\/saar-l\u00e4ndischen, auf der anderen Seite bis zur hessisch-bayerischen Landes-grenze. Die Pufferzone (Sperrzone I) als 10 km-breiter Streifen rund um die Sperrzone II, ist gar 150.000 ha gross. Im Gegensatz zur Sperrzone II muss in diesem Streifen sogar vermehrt gejagt werden. Sie umfasst zus\u00e4tzlich auch den Hochtaunus- sowie den Rheingau-Taunus- und Rhein-Neckar-Kreis \u2013 eine Fl\u00e4che, so gross wie das komplette Saarland.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Verbreitung des Virus erfolgt allerdings nicht nur durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Auch Lebensmittel k\u00f6nnen die Krankheit \u00fcber-tragen. Deshalb sollen gerade jetzt zur Urlaubszeit Speisereste unbedingt in verschliessbare M\u00fcllbeh\u00e4lter gegeben werden. Das gilt vor allem f\u00fcr die Autobahnen in ganz Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Vonseiten des Friedrich-L\u00f6ffler-Institutes wird betont, dass die Schweinepest komplett atypisch verl\u00e4uft. So meint dessen Pr\u00e4sidentin Christa K\u00fchn, dass einerseits noch nicht die Quelle des Ausbruchs festgestellt werden konnte. Andererseits sei gr\u00f6sste Vorsicht geboten, da wie selten zuvor innerhalb derart kurzer Zeit so viele Hausschwein-best\u00e4nde infiziert wurden. Hieraus k\u00f6nnte sich rasch eine Endemie, wenn nicht gar Epidemie entwickeln. Hausschweine infizieren sich entweder beim Kontakt mit Wildschweinen, \u00fcber kontaminierte Stiefel oder \u00fcber das Futter. Aus dem Baltikum werden auch Fliegen als \u00dcbertr\u00e4ger vermutet, sodass inzwischen vereinzelt alsdann Moskito-Netze an den Stallfenstern angebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Da inzwischen die meisten Ziell\u00e4nder f\u00fcr deutsches Schweinefleisch Zertifikate bei der Einfuhr verlangen, hat dieser erneute Ausbruch auch eine positive Nebenerscheinung: Es werden nurmehr wenige Schweine-Lebend-Transporte durchgef\u00fchrt!<\/p>\n\n\n\n<p>Sollten Sie tote Wildschweine entdecken, so melden sie den Fundort bitte an die 112! Ansonsten gelten die Bekanntmachungen bzw. Allgemein-verf\u00fcgungen der betroffenen Landkreise, wie etwa <a href=\"https:\/\/www.kreisgg.de\/ordnung\/verbraucherschutz\/afrikanische-schweinepest-im-kreis-gross-gerau\">https:\/\/www.kreisgg.de\/ordnung\/verbraucherschutz\/afrikanische-schweinepest-im-kreis-gross-gerau<\/a> ! Halten sich alle an diese Massnahmen, so kann die Viruserkrankung rasch einged\u00e4mmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Links:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.bmel.de\/\">www.bmel.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/de\">www.efsa.europa.eu\/de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.tsis.fli.de\/\">www.tsis.fli.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fli.de\/\">www.fli.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.ages.at\/\">www.ages.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.verbrauchergesundheit.gv.at\/\">www.verbrauchergesundheit.gv.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.lko.at\/\">www.lko.at<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind wahrhaft keine guten Nachrichten, die uns dieser Tage aus Hessen erreichen! Mitte Juni wurde bei R\u00fcsselsheim-K\u00f6nigsst\u00e4dten im Kreis Gro\u00df-Gerau bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen. 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