
{"id":10947,"date":"2024-09-13T17:27:37","date_gmt":"2024-09-13T15:27:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=10947"},"modified":"2024-09-13T17:27:37","modified_gmt":"2024-09-13T15:27:37","slug":"zu-sauber-zu-ungesund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/09\/13\/zu-sauber-zu-ungesund\/","title":{"rendered":"Zu sauber \u2013 zu ungesund!"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein Gott \u2013 was w\u00fcrde denn der gute alte \u201eMeister Propper\u201c dazu sagen, dass er pl\u00f6tzlich arbeitslos wurde und m\u00f6glicherweise als Strassenkehrer in der Gosse landet?! Mehrere Studien haben \u2013 unabh\u00e4ngig voneinander \u2013 aufgezeigt, dass aggressive, chemische Reiniger nichts im Haushalt zu suchen haben sollten. Dies hat unterschiedliche Gr\u00fcnde, auf die ich im Folgenden etwas genauer eingehen werde. Fakt aber ist:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eZu sauber ist ungesund!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir verwenden sie nahezu t\u00e4glich in unseren eigenen vier W\u00e4nden: Reinigungs- und Waschmittel! Es sind unglaubliche Zahlen: Alleine in Deutschland pro Jahr rund 319.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel (Allzweck- oder Sanit\u00e4rreiniger beispielsweise), 173.000 Tonnen Geschirrsp\u00fclmittel f\u00fcr die Maschine und etwa 139.000 Tonnen Geschirr-sp\u00fclmittel f\u00fcr die Hand! Material im Wert von 4,8 Milliarden Euro! Haben Sie sich vielleicht schon mal Gedanken dar\u00fcber gemacht, dass viele dieser Produkte nicht nur starker Tobak f\u00fcr die Kl\u00e4ranlagen sind, sondern auch direkt unsere Gesundheit angreifen? Experten empfehlen deshalb das \u201eNachhaltige Reinigen\u201c! Das bedeutet, dass beim Kauf der Produkte Wert auf Reiniger gesetzt werden sollte, die zwar eine hygienische Reinigung erm\u00f6glichen, aber die Gesundheit und Umwelt nicht angreifen und zudem sparsam verwendet werden k\u00f6nnen. Besonders empfehlenswert sind Produkte mit dem deutschen Level \u201eBlauer Engel\u201c, dem \u201e\u00d6ster-reichischen Umweltzeichen\u201c oder der europ\u00e4ischen \u201eEuroblume\u201c! Aber auch hier gilt: Die Dosierung richtet sich nach dem Grad der Verschmutzung!<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Einzelheiten:<\/p>\n\n\n\n<p>.) Gesetzlich geregelt ist, dass die Tenside, die in jedem Putz- und Waschmittel enthalten sind, biologisch abbaubar sein m\u00fcssen, da sie etwa in der Kl\u00e4ranlage ansonsten grossen Schaden anrichten k\u00f6nnen. Unter einem Tensid versteht man eine Substanz, die die Oberfl\u00e4chen-spannung bzw. Grenzfl\u00e4chenspannung zwischen zwei Phasen in einer Fl\u00fcssigkeit herabsetzt und dadurch eine Vermengung zweier ansonsten nicht mischbarer Fl\u00fcssigkeiten erm\u00f6glicht (Wasser und \u00d6l etwa). In fr\u00fcheren Zeiten erledigte dies die Seife \u2013 inzwischen werden die unterschiedlichsten Stoffe daf\u00fcr eingesetzt. Tenside, um genauer zu sein \u201eDetergentien\u201c sind synthetisch-organische Verbindungen als wasch-aktive Substanzen, die beispielsweise in Wasch- und Sp\u00fclmitteln, aber auch in Haarwaschmitteln enthalten sind. Die \u201eharten Detergentien\u201c sind in Deutschland seit dem 01. Dezember 1962 verboten (in \u00d6sterreich ebenfalls mit dem aktuellen \u00a771 ChemG 1996) sowie in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 648\/2004 \u00fcber Detergenzien vom 8. Oktober 2005 strafbar, da sie durch Pilze oder Bakterien nicht abgebaut werden k\u00f6nnen. Die \u201eweichen\u201c allerdings k\u00f6nnen zu rund 80 % abgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesen Tensiden sind allerdings auch Stickstoff- und Phosphor-Verbindungen sowie Duftstoffe in Reinigungsmittel enthalten, deren Konzentration nur durch die Grenze zum Industriereiniger gesetzlich limitiert sind (und somit nur mit entsprechender Ausbildung verwendet werden d\u00fcrfen).<\/p>\n\n\n\n<p>.) Phosphor- und Stickstoffverbindungen<\/p>\n\n\n\n<p>Diese f\u00fchren zu einer \u00dcberd\u00fcngung (Eutrophierung) der Gew\u00e4sser. Der n\u00e4chste Schritt sind grosse Algenteppiche in den als Auffangbecken dienenden Seen oder dem Meer. Bestes Beispiel: Der Bodensee! Durch den fl\u00e4chendeckenden Einsatz von Kl\u00e4ranlagen entlang der Zuleitungs-fl\u00fcsse wie Rhein oder Bregenzerach konnte das Wasser so von Phosphor bzw. Stickstoff ges\u00e4ubert werden, sodass nicht mal mehr die Fische genug Algen als Nahrung finden.<\/p>\n\n\n\n<p>.) Duftstoffe<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Duftstoffen k\u00f6nnen Allergene enthalten sein, die direkt zu gesundheitlichen Prolemen f\u00fchren k\u00f6nnen. Bis zu 200 unterschiedliche Stoffe geh\u00f6ren zur Mixtur. Chemikerin Dr. Silvia Pleschka vom Deutschen Allergie- und Asthmabund warnt davor, dass einige davon zu Atemnot, Schwindel, Hautjucken und tr\u00e4nenden Augen f\u00fchren k\u00f6nnen. Und Reinigungseffekt \u2013 ist nischt! Auch andere \u201eRaumbedufter\u201c wie Raum-spray sind nicht sinnvoll. Besser gegen Ger\u00fcche ist mehrmaliges Stoss-l\u00fcften am Tag!<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEinen Haushalt bekommt man nie keimfrei &#8211; und das ist auch gar nicht n\u00f6tig. Man kann viel Chemie einsparen, wenn man das richtige Putzmittel f\u00fcr seinen bestimmten Zweck einsetzt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Bernd Glassl vom dt. Industrieverband K\u00f6rperpflege- und Waschmittel)<\/p>\n\n\n\n<p>Was nun kann im normalen Haushalt verwendet werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Allzweckreiniger oder spezielle Reinigungsmittel wie Bad- oder K\u00fcchen-reiniger bzw. Sp\u00fclmittel sind durchaus ausreichend. Scheuermilch oder ein saures Reinigungsmittel auf Zitronens\u00e4urebasis z\u00e4hlen ebenfalls dazu. Nur in wirklich seltensten F\u00e4llen sollten Desinfektionsmittel oder Reiniger mit einem hohen S\u00e4ure- oder Laugenanteil unter unbedingter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen verwendet werden (Spr\u00fchnebel etwa eines Chlormittels gelangt durch Tr\u00f6pfchen auch in die Lunge!). Vor allem professionelle Reinigungskr\u00e4fte leiden deshalb vermehrt unter gesundheitlichen Problemen. Alle drei (S\u00e4ure, Lauge, Desinfektion) sind nur schwer abbaubar und belasten die Kl\u00e4ranlagen sehr stark. So t\u00f6ten sie etwa auch die \u201eguten\u201c Bakterien ab, die in der biologischen Reinigung des Abwassers eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwamm hat ausgedient \u2013 Experten raten zur Mikrofaser, da diese \u00fcber eine zus\u00e4tzliche B\u00fcrstenfunktion verf\u00fcgt, die auch mechanisch dem Schmutz an den Kragen geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie belasten nun die Reiniger die Gesundheit? Studien haben nach-gewiesen, dass in Haushalten, die peinlichst rein gehalten werden, vielfach Allergien auftreten. Dies liegt einerseits in den in den Putzmitteln und Duftstoffen enthaltenen Enymen. Andererseits bekommt das Immunsystem nichts mehr zu tun und schaltet auf Reservebetrieb. Kommt nun ein Schwall von Allergenen wie bei Pollen oder Hausstaub auf den Menschen nieder, reagiert das Immunsystem zu stark! Es kann zu entz\u00fcndlicher Erkrankungen wie Allergien, Autoimmunit\u00e4ts- und entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen kommen. Vor allem das kindliche Immunsystem ben\u00f6tigt den Kontakt zu Krankheitserregern wie auch Mikroben, um sich auf derartige st\u00f6renden Umwelteinfl\u00fcssen einzu-stellen. So schreiben Graham Rook vom University College London und Sally Bloomfield von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, dass eine zu intensive Bodenreinigung nicht f\u00f6rderlich ist (Bodenfl\u00e4chen gelten als weniger mit Mikroben kontaminiert). Hier gelte es, zwischen sinnvoller Sauberkeit und \u00fcbertriebener Massnahmen abzuw\u00e4gen. Die beiden Wissenschaftler zogen einen sehr interessanten Vergleich: So unterschieden sich in fr\u00fcheren Zeiten (H\u00f6hlenmenschen, H\u00e4usern aus Tierdung, Stroh, Holz, Erde, Lehm oder Stein) die darin lebenden Mikroben (wenn \u00fcberhaupt) dann nur unwesentlich von den Mikro-organismen der nat\u00fcrlichen Umgebung. Das aber hat sich mit dem modernen Hausbau (vornehmlich in der Stadt) ge\u00e4ndert. Deshalb sollte man den Kontakt zu den nat\u00fcrlichen Mikroorganismen ausserhalb des Hauses suchen! Ergo: Die penible Reinlichkeit im Haus sch\u00fctzt keines-wegs vor Allergien!<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePanik vor Staub und Keimen ist genauso falsch wie Gleichg\u00fcltigkeit!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Hanne T\u00fcgel, Journalistin und Buchautorin)<\/p>\n\n\n\n<p>Hanne T\u00fcgel warnt ebenfalls davor: Staub auf M\u00f6beln ist zwar unsch\u00f6n, doch weitaus harmloser als das ungen\u00fcgend abgesp\u00fclte Schneidbrett in der K\u00fcche. Das kommt mit rohem Fleisch, Fisch oder auch ungeputztem Gem\u00fcse in Kontakt! Eine Brutst\u00e4tte f\u00fcr Krankheitserregern wie etwa den Salmonellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiters:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Reinigungsmittel mit quart\u00e4ren Ammoniumverbindungen k\u00f6nnen Ursache f\u00fcr asthmatische Erkrankungen sein<\/li><li>Viele Reinigungsmittel enthalten Enzyme, die vom K\u00f6rper als Allergene wahrgenommen werden<\/li><li>Das Waschen von Obst und Gem\u00fcse vor dem Verzehr ist ebenso wichtig, wie das H\u00e4ndewaschen mit Seife nach dem Toilettengang (um entz\u00fcndlichen Darminfektionen vorzubeugen)<\/li><li>Bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln k\u00f6nnen sich Resistenzen bilden, die noch weitaus gef\u00e4hrlicher sein k\u00f6nnen, als ihre Vorg\u00e4nger<\/li><li>Bei zu hohem S\u00e4ure- oder Laugengehalt kann es zu Ver\u00e4tzungen der H\u00e4nde, aber auch der Schleimh\u00e4ute durch das Einatmen der D\u00e4mpfe kommen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Bitte beachten Sie dabei auch die Herstellerangaben: Essig-Essenzen beispielsweise greifen Bade- oder Sp\u00fcltisch-Armaturen an!<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt m\u00f6chte ich noch eine sehr interessante Theorie vorstellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kind wusste ich, dass der Samstag der grosse Putztag war. Da mussten auch wir Kinder richtig anpacken. Auch eine meiner Lebensgef\u00e4hrtinnen hielt es so \u2013 zwar nicht unbedingt am Samstag, aber dennoch alles an einem Tag! Das ist ein grosser psychischer Klotz, der das Saubermachen irgendwann zum Halse raush\u00e4ngen l\u00e4sst. Das Putzkonzept \u201eSimply Clean\u201c (Erfinderin: Becky Rapinchuk) entspricht auch meiner Einstellung, wenn ich vor grossen Projekten stehe: Jeden Tag nur soweit ich will, ansonsten lerne ich mir eine Abscheu vor der Arbeit an. In diesem heutigen Content heisst dies: T\u00e4glich 10-15 min Putzen \u2013 das schafft auch einen freien Samstag f\u00fcr die Familie! Jeden Tag \u2013 vor oder nach der Arbeit &#8211; etwas Putzen nach einen genauen Plan und das Haus ist super sauber ohne grosse, zumeist gehasste Putztage! Hat man sich erstmal dran gew\u00f6hnt, so greift man sogar gerne zum Wischtuch. Im Plan sollte vermerkt werden, was jeden Tag (Betten machen,&#8230;), w\u00f6chentlich (Staubsaugen,&#8230;) oder monatlich (Backofenreinigung,&#8230;) gemacht werden sollte. Jeden Tag etwas, gibt am Ende auch ein Ganzes \u2013 und um genau das geht es ja!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens: Zum Putzen verwende ich meine Lieblingsmusik \u2013 ein kleines bisschen lauter als Zimmerlautst\u00e4rke, damit ich mitsingen kann (wenn nicht ausgerechnet in den fr\u00fchen Morgenstunden!)!<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Etwaige in diesem Blog enthaltenen Markennamen wurden nicht finanziell abgegolten und als Product-Placement in den Text eingef\u00fcgt! Der Autor der Zeilen erhielt keinen m\u00fcden Cent daf\u00fcr!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Sind wir noch ganz sauber?; Hanne T\u00fcgel; Edel Books 2019<\/p>\n\n\n\n<p>.) Simply Clean; Becky Rapinchuk; Unimedia 2019<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\">www.umweltbundesamt.de<\/a><\/li><li>www.umweltzeichen.at<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.jacionline.org\/article\/S0091-6749(21)00811-3\/pdf\">www.jacionline.org\/article\/S0091-6749(21)00811-3\/pdf<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Gott \u2013 was w\u00fcrde denn der gute alte \u201eMeister Propper\u201c dazu sagen, dass er pl\u00f6tzlich arbeitslos wurde und m\u00f6glicherweise als Strassenkehrer in der Gosse landet?! Mehrere Studien haben \u2013 unabh\u00e4ngig voneinander \u2013 aufgezeigt, dass aggressive, chemische Reiniger nichts im Haushalt zu suchen haben sollten. 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