
{"id":11069,"date":"2024-10-12T07:53:02","date_gmt":"2024-10-12T05:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=11069"},"modified":"2024-10-12T07:55:23","modified_gmt":"2024-10-12T05:55:23","slug":"hurricanes-fingerzeig-des-todes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/10\/12\/hurricanes-fingerzeig-des-todes\/","title":{"rendered":"Hurricanes \u2013 Fingerzeig des Todes"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Nacht auf Donnerstag (KW 41) hat Europa den Hurrikan \u201eKirk\u201c kennenlernen d\u00fcrfen bzw. das, was von ihm \u00fcbrig geblieben ist. Orkan-b\u00f6en auf den Bergen, teils starke Windb\u00f6en im Tal und viel Regen! Europa ist eigentlich so gar nicht das Zielpublikum der Monster-Unwetter, doch schafft es immer mal wieder eines dieser Naturereignisse auf den alten Kontinent, wenn auch nicht mehr als Hurrikan, so doch als Sturmfront.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen aber tobte jenseits des Atlantiks \u201eMilton\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Hurricane Milton leaves death and destruction in its wake in Florida\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AsNvdujMmTI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Erste Berechnungen gingen davon aus, dass er mit einer Geschwindigkeit von 270 km\/h auf Land treffen w\u00fcrde. Das w\u00e4re tats\u00e4chlich fatal gewesen! Doch hat er sich im Golf von Mexiko \u201eabgeschw\u00e4cht\u201c und traf Florida mit 200 Stundenkilometern. Das reichte um eine Spur der Verw\u00fcstung zu hinterlassen. Floridas Gouverneur Ron DeSantis meinte:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWas wir sagen k\u00f6nnen: Der Sturm war betr\u00e4chtlich, aber dankens-werterweise nicht das Worst-Case-Szenario.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur 14 Tage zuvor w\u00fctete dort \u201eHelen\u201c mit einer Sturmflut von sechs Metern H\u00f6he (bei Milton waren es vier Meter). Allerdings waren die Regenmengen gigantisch: \u201eMilton\u201c brachte teilweise 410 l Wasser auf den Quadratmeter. Drei Millionen Menschen hatten keinen Strom, in der Stadt St. Petersburg auch kein Trinkwasser. Tr\u00fcmmer soweit das Auge reicht. \u201eMilton\u201c machte aber eines noch gef\u00e4hrlicher: Im Gep\u00e4ck hatte er 37 Tornados, die niemand vorhergesehen hatte. Diese Windhosen trafen etwa St. Lucie County an der Atlantikk\u00fcste heftig \u2013 ein Seniorenwohnheim kam in den Sog \u2013 vier Menschen starben, viele wurden vermisst. Milton forderte mindestens sechzehn Menschenleben (bei \u201eHelen\u201c waren es mehr als 230) und richtete Milliardenschaden an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber entstehen solche Monster-Unwetter und was macht sie so gef\u00e4hrlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Hurrikane sind tropische Wirbelst\u00fcrme, die vornehmlich in der Karibik und dem Golf von Mexiko aber auch dem Nord- und S\u00fcdpazifik entstehen. Hurrikan-Zeit ist zwischen Mai bis Dezember \u2013 die meisten aber w\u00fcten zwischen Juli und September. Um als Hurrikan anerkannt zu werden, muss zumindest Orkanst\u00e4rke (Windst\u00e4rke 12 auf der Beau-fortskala) erreicht werden, das etwa 118 Stundenkilometern entspricht. Die Bezeichnung selbst geht wohl auf die indianischen Einwohner der Grossen Antillen (\u201eTaino\u201c) zur\u00fcck, die Griechen bezeichneten dies als \u201eTyph\u1e53n\u201c (Taifun). Das betrifft aber heute nurmehr die Wirbelst\u00fcrme in S\u00fcd- und S\u00fcdost-Asien. Im Indischen und s\u00fcdlichen Pazifischen Ozean werden diese als \u201eZyklon\u201c benannt. Die Enstehung der St\u00fcrme ist recht kompliziert. \u00dcbersteigt ein gleichm\u00e4\u00dfiges Temperaturgef\u00e4lle ein bestimmtes Ma\u00df im Vergleich zu grossen H\u00f6hen, so kann dies die Geburtstsunde eines Hurrikans sein. Dies geschieht zumeist in einer Passatwindzone \u00fcber dem Atlantik oder \u00f6stlichen Pazifik bei einer Wassertemperatur von zumindest 26,5 Grad Celsius. Dadurch verdunstet das Wasser und steigt auf. Daraus bilden sich durch die Kondensation riesige Wolken. Unglaubliche Energie wird freigesetzt. \u00dcber dem Meeresspiegel bildet sich Unterdruck, der grosse Mengen an verdunstetem Wasser aus der Umgebung ansaugt. \u00dcber den Wolken herrscht \u00dcberdruck, das verursacht einen Wirbel in entgegengesetzter Richtung. Das sind die sog. \u201eAntizyklone\u201c. Typisch f\u00fcr tropische Zyklone hingegen sind die spiralf\u00f6rmigen Regenb\u00e4nder, in welchen thermische Aufwinde herrschen. Die feuchten Luftmassen steigen auf und schiessen immer mehr Wasser und Energie nach. In den dazwischen liegenden Zonen str\u00f6mt k\u00fchlere und trockene Luft nach, die absinkt. Am Meeresspiegel fliesst weiter feuchte Luft nach, die durch die Corioliskraft einen Wirbel verursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trifft nun einer dieser grossfl\u00e4chigen Wirbel auf Land, wird das System gest\u00f6rt, es fliesst anstatt der feuchten Meeresluft trockene Landluft nach. Dadurch erh\u00e4lt der Wirbelsturm kein Wasser und keine Energie mehr \u2013 er wird schw\u00e4cher und endet schliesslich als tropisches Tief. \u00dcbrigens \u2013 die Energie oberhalb der Wolken wird zu grossen Teilen ins Weltall abge-strahlt. Die Intensit\u00e4t eines solchen Hurrikans h\u00e4ngt von der Ober-fl\u00e4chentemperatur des Wassers ab: Je h\u00f6her, desto gef\u00e4hrlicher wird der Hurrikan. Die Wassertemperatur steigt aufgrund des Klimawechsels stark an, somit muss vermehrt mit heftigen und wasserreichen Hurrikans\/Taifunen gerechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201cA matter of life and death\u201d - millions flee Florida hurricane | BBC News\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1KxVwFftlzQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Klima- und Hurrikan-Forscher beobachteten in der Vergangenheit ein weiteres sehr interessantes Detail: So wechselt die sog. \u201eAtlantic Multi-decadal Oscillation\u201c (AMO) in einem Abstand von 40 bis 80 Jahren zwischen \u201ewarm\u201c und \u201ekalt\u201c. Seit 1995 l\u00e4uft im Nordatlantik die Warm-Phase \u2013 voraussichtlich noch bis rund 2035. Das erh\u00f6ht die Hurrikan-Wahrscheinlichkeit. Zu sehen ist dies auch bei den Ereignissen der Vergangenheit: Der bisher t\u00f6dlichste Hurrikan (Hurricane San Calixto II) w\u00fctete 1780 in der Karibik. Mehr als 22.000 Menschen kamen um&#8217;s Leben! Viele davon auf See, da zu diesem Zeitpunkt gerade der amerikanische Unabh\u00e4ngigkeitskrieg tobte. So fielen viele britische und franz\u00f6sische Soldaten dem Hurrikan auf hoher See zum Opfer. \u201eMitch\u201c zog seine t\u00f6dliche Spur zwischen dem 22. Oktober und 8. November 1998 in Mittelamerika \u2013 bis zu 18.000 Menschen starben. Wir alle kennen noch \u201eKatrina\u201c aus dem Jahr 2005 mit Windgeschwindigkeiten von 250-300 km\/h und 1.836 Toten. Der durch sie verursachte Sachschaden belief sich auf 125 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu \u201eHelen\u201c: 88 Tote \u2013 Sachschaden 110 Milliarden $. Der schnellste jemals gemessene war \u201ePatricia\u201c mit 345 km\/h, in B\u00f6en gar 400 Sachen \u2013 er traf im Oktober 2015 vom Pazifik kommend bei Mexiko auf Land. Der \u201eSpanien-Hurrikan\u201c von 1842 war der erste erfasste Hurrikan, der Europa erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zerst\u00f6rungskraft eines dieser Ungeheuer steigt \u00fcbrigens mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Unglaublich aber wirklich wahr ist die Tatsache zum Schluss, dass das Azorenhoch mit seinen Luftdruck- und Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnissen f\u00fcr die Laufbahn der Karibik-Hurrikane verantwortlich zeichnet: Golf von Mexiko oder amerikanische Atlantik-k\u00fcste! Die Azoren liegen rund 5.000 km Luftlinie von Miami entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Filmtipp:<\/strong>\u0086<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Tropenwelt Karibik \u2013 Sturm im Paradies; NDR-Doku 2007<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) The Five-Hundred-Year History of America\u2019s Hurricanes; Eric Jay Dolin; Liveright 2020<\/p>\n\n\n\n<p>.) Sea of Storms: A History of Hurricanes in the Greater Caribbean from Columbus to Katrina; Stuart B. Schwartz; Princeton University Press 2015<\/p>\n\n\n\n<p>\u0086<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.nhc.noaa.gov\/\">www.nhc.noaa.gov\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.nesdis.noaa.gov\/imagery\/hurricanes\/live-hurricane-tracker\">www.nesdis.noaa.gov\/imagery\/hurricanes\/live-hurricane-tracker<\/a><\/li><li>zoom.earth\/<\/li><li>severeweather.wmo.int\/<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht auf Donnerstag (KW 41) hat Europa den Hurrikan \u201eKirk\u201c kennenlernen d\u00fcrfen bzw. das, was von ihm \u00fcbrig geblieben ist. Orkan-b\u00f6en auf den Bergen, teils starke Windb\u00f6en im Tal und viel Regen! 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