
{"id":11298,"date":"2024-12-21T10:08:01","date_gmt":"2024-12-21T08:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=11298"},"modified":"2024-12-21T10:08:01","modified_gmt":"2024-12-21T08:08:01","slug":"die-gekaufte-weihnacht-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2024\/12\/21\/die-gekaufte-weihnacht-2\/","title":{"rendered":"Die gekaufte Weihnacht&#8216;"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem ich in den letzten Jahren immer wieder zu Weihnachten alte Br\u00e4uche habe hochleben lassen, m\u00f6chte ich heuer das Fest der Feste von einer anderen Seite betrachten \u2013 als Fest des rollenden Rubels, des schn\u00f6den Mammons, das weit an den Vorstellungen des Christentums vorbeigeht (soweit zu den christlichen Werten!!!)! Auf die Idee brachte mich ein Beitrag \u00fcber den \u201eFrankfurt Christmas Market in Birmingham\u201c. Die Briten sind ganz hin und weg von diesem Weihnachtszauber \u2013 nach Dienstschluss wandern sie in Massen auf den German Market. Einige Preise, die aber dann doch einschlagen wie ein Meteorit: Eine Hofbr\u00e4u-Hoibe (Pint) \u00a37,00, eine Tasse Gl\u00fchwein \u00a36,50, ein Frankfurter W\u00fcrstchen (ein Hot Dog) \u00a35,50 \u2013 das ist happig! Den Markt gibt es \u00fcbrigens seit 1997 \u2013 im letzten Jahr pilgerten rund 5 Mio Menschen zu dem Markt (7.100 Jobs). Birmingham hat 1,15 Mio Einwohner!<\/p>\n\n\n\n<p>Doch geht es auch anders \u2013 beispielsweise beim Weihnachtszauber am Karer See in S\u00fcdtirol. Ein kleiner Christkindles-Markt, vollst\u00e4ndig natur-belassen inmitten einer herrlichen Landschaft mit durchwegs regionalen Anbietern und Produkten. Ein richtiggehendes: \u201eZur\u00fcck zum Ursprung\u201c! Ohne Dauerbedr\u00f6hnung mit Mariah Carey\u2019s \u201eAll I want for Christmas is you\u201c oder Elvis Presleys \u201eBlue Christmas\u201c, ohne Waren Made in Fernost und ohne t\u00e4glichem Gl\u00fchweinbes\u00e4ufnis. Heuer findet er zum Bedauern vieler leider nicht statt! Oder auch beim \u201eWeihnachtshimmel\u201c in der Ravennaschlucht im Hochschwarzwald.<\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten ist sinngem\u00e4ss ein Fest der Freude, schliesslich wurde in Bethlehem das kleine Christuskind geboren. In einem Stall unter mehr als \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen. Die Geschenke brachten erst sp\u00e4ter die drei K\u00f6nige aus dem Morgenland: Gold, Myrrhe und Weihrauch! Wie es auch heute noch beispielsweise in Spanien der Brauch ist. So steht es seit nahezu zwei Jahrtausenden geschrieben. Die neueste Playstation, das I-Phone 22.427 oder der 2342k-Diamantring finden im Heiligen Buch von heute keine Erw\u00e4hnung. Klar \u2013 kleine Geschenke erhalten die Freund-schaft. Doch: Muss ich mich tats\u00e4chlich jedes Jahr finanziell dermassen verausgaben um diese Freundschaften zu pflegen? Umfragen besagen, dass heuer jede(r) \u00d6sterreicher\/-in 386,- \u20ac f\u00fcr Weihnachtsgeschenke ausgibt (HV-Consumer-Checks), die Eidgenossen 373,- CHF (GFK), die Deutschen 533,20 \u20ac (Weihnachtsstudie der FOM-Hochschule) pro Kopf. Allerdings sollte nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass nach dem Sankt Martins-Report 2024 des IHaM 180.000 Haushalte in \u201c\u00d6ster-Reich\u201c keinen finanziellen Spielraum f\u00fcr Weihnachtsgeschenke haben: Hohe Energie-kosten, Preistreiberei bei G\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs, Inflation, \u2026 An der Spitze derartiger Listen waren bislang auch die Briten zu finden, die nach wie vor an den Folgen des Brexits zu leiden haben. Die 2022 verstorbene Queen Elizabeth II. verschenkte 2020 noch Geschenke f\u00fcr 33.000,- \u20ac \u2013 an allerdings 620 Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Herr Gesangsverein \u2013 da muss ein Kartoffelbauer aber viele Erd-fr\u00fcchtchen f\u00fcr ernten, um diese Summe zu erhalten. Hinzu kommen die zus\u00e4tzlichen Annehmlichkeiten, die man sich nun mal zu dieser Zeit des Jahres g\u00f6nnt: Die Fahrt in\u2019s Elternhaus, das gute Essen und Trinken und der eine oder andere Besuch des Christkindles-Marktes.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos \u2013 der wohl bekannteste Christkindlesmarkt in N\u00fcrnberg lockt pro Tag rund 150 Reisebusse und insgesamt 2,5 Millionen Menschen aus allen Teilen der Welt an. Neben den vielen Besonderheiten und Wundersamkeiten wurden auch in diesem Jahr spezielle Erlebniswege pr\u00e4sentiert: \u201eN\u00fcrnberger\u201c, \u201eKreative\u201c, \u201eDie Region\u201c, \u201eGuter Zweck\u201c, \u201eVeganes\u201c und \u201eDie Lizenzprodukte\u201c. Daneben gibt es nat\u00fcrlich auch heuer wieder das historische Weihnachtspostamt und nicht zuletzt die Rundfahrten mit der historischen Postkutsche (um den Markt!). Die N\u00fcrnberg-Info beschreibt das Aussergew\u00f6hnliche mit folgenden Worten:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs ist seine einzigartige Atmosph\u00e4re, die sich in Worten nur schwer beschreiben l\u00e4sst. Das \u201aSt\u00e4dtlein aus Holz und Tuch\u2018 auf dem Hauptmarkt, direkt im Herzen der Altstadt, muss man erlebt haben. Eingebettet zwischen Sch\u00f6nem Brunnen und Frauenkirche bietet die Budenstadt ein Flair, dass individuell betrachtet, wirklich seines-gleichen sucht.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aaaah ja! Da f\u00e4hrt der Besucher \u00fcber hunderte von Kilometer, um sich alsdann vor der ersten Bude stehend von den Massen durch den Markt schieben zu lassen. Mit viel Gl\u00fcck steht dann auch das Christkindle oben am Balkon und es konnte im Vorbeifluss noch eine Tasse Gl\u00fchwein oder Punsch ergattert werden. Ein Foto \u2013 nein das geht bei diesem Gedr\u00e4nge und Geschubse nicht. Und die leere Tasse zur\u00fcckgeben, unm\u00f6glich, schliesslich wartet der Bus! Nach jeder Runde erk\u00e4mpft sich der Besucher einen Platz in einer Reihe weiter aussen, sodass er sich nach sieben bis achten Runden dem Sog entziehen kann und endlich wieder freikommt aus dem Get\u00fcmmel. Deshalb ein heisser Tipp f\u00fcr diese grossen M\u00e4rkte: Planen Sie Ihren Abstecher f\u00fcr die Abendstunden ein, wenn die Busse bereits wieder auf der Fahrt zur\u00fcck sind. Der N\u00fcrnberger Christkindles-Markt er\u00f6ffnet jedes Jahr am Freitag vor dem 1. Advent. Weltbekannt ist der Prolog des Christkindles:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIhr Herrn und Fraun, die ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: H\u00f6rt alle zu, was Euch das Christkind sagt!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Markt findet erstmals im Jahre 1628 auf einer Spanschachtel aus Nadel-Holz Erw\u00e4hnung. 165 Buden lassen so manchen in\u2019s Schw\u00e4rmen geraten. Dabei stimmt nat\u00fcrlich auch die Kasse! Reden wir kurz Tacheles? Jeder Tagesbesucher gibt im Schnitt 33,-, der \u00dcbernachtungsgast 200,- \u20ac aus, der Umsatz- und Kaufkraftzufluss bel\u00e4uft sich auf rund 180 Mio Euro, der sog. Einkommenseffekt liegt bei zirka 58 Mio Euro (Zahlen: Presse- und Informationsamt der Stadt N\u00fcrnberg). Somit also ein durchaus gewichtiger Imagefaktor f\u00fcr das Standort-Marketing!!! Ach ja \u2013 hinzu kommen zudem noch die unz\u00e4hligen Kn\u00f6llchen der Polizei: Falsch-parken, Trunkenheit am Steuer,\u2026 2019 bestand das Produkt-Angebot zu 26 % aus Weihnachtsartikeln, 22 % weihnachtlichen Back- und S\u00fc\u00dfwaren, 6 % Spielzeug, 24 % handwerklichen Erzeugnisse, B\u00fccher etc. und zu 21 % aus Speisen und Getr\u00e4nken. Angeblich alles aus der Region \u2013 heuer gar mit besonderem Vermerk auf Nachhaltigkeit und Bio \u2013 Einweggeschirr ist seit Jahren nicht mehr zugelassen, die Gl\u00fchweintassen weisen keine Jahreszahlen mehr auf, sodass sie auch kommendes Jahr wieder verwendet werden k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn es schneit oder kalt ist, dann wird auch viel Gl\u00fchwein getrunken \u2013 und das ist wahrhaft ein Millionengesch\u00e4ft: 64 % der Weih-nachtsmarkt-Besucher Deutschlands geben an, das eine oder andere T\u00e4sschen geschl\u00fcrft zu haben. 50 Millionen Liter gehen jedes Jahr im Advent \u00fcber den Tresen \u2013 alleine 10 Mio vom Marktf\u00fchrer Gerstacker aus N\u00fcrnberg. Heuer kostet die Tasse des begehrten Heissgetr\u00e4nkes in N\u00fcrnberg 4,50 \u20ac (auf dem gr\u00f6ssten Weihnachtsmarkt Deutschlands, am K\u00f6lner Heumarkt 5,- \u20ac, in M\u00fcnchen gar bis zu 6,50)!<\/p>\n\n\n\n<p>Im wohl sch\u00f6nsten Christkindlmarkt \u00d6sterreichs, in Salzburg Stadt\/St. Peter, zahlte man bereits 2008 3,40 \u20ac f\u00fcr die 0,2 Liter, heuer sind es 4,50. J\u00e4hrlich str\u00f6men bis zu 1 Mio Menschen vor-nehmlich auf den Salzburger Dom- und Residenzplatz, um sich diesen Weihnachtstraum nicht entgehen zu lassen. 97 Christkindl-H\u00fctten und rund 400 Besch\u00e4ftigte sorgen dabei f\u00fcr eine Wertsch\u00f6pfung von nicht weniger als 60 Mio \u20ac (inklusive der auch rund 230.000 \u00dcbernachtungen zu dieser Zeit). Ob die Verantwortlichen dermassen an den Umsatz gedacht haben, als der Markt angeblich 1491 seine Tore erstmals \u00f6ffnete??? Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen wie etwa Chorkonzerte, Turmbl\u00e4ser oder Krampus- und Perchtenl\u00e4ufe sorgen zudem f\u00fcr die Pflege des Brauch-tums \u2013 oder ist dies nur f\u00fcr die ausw\u00e4rtigen Besucher gedacht??? Auch in der Mozartstadt wird die regionale Handwerksqualit\u00e4t als wichtigstes Qualit\u00e4tszeichen gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDer Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz ist f\u00fcr die Stadt Salzburg ein weltweiter Sympathietr\u00e4ger. Vor allem die hochwertige Handwerkskunst ist bei den heimischen und inter-nationalen G\u00e4sten sehr begehrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(DI Harald Preuner, Ex-B\u00fcrgermeister der Stadt Salzburg)<\/p>\n\n\n\n<p>Der US-amerikanische TV-Sender CNN nennt Salzburg in einer Reihe mit New York, Barcelona, Rovaniemi, Honululu und Reykjavik bei den vor-weihnachtlichen Destinationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gl\u00fchwein ist erstmals \u00fcbrigens beschrieben in einem 2000 Jahre alten Rezeptbuch der R\u00f6mer. Offenbar sehr beliebt, wurde er neben den bekannten Gew\u00fcrzen mit Honig ges\u00fcsst. Daneben waren auch Lorbeer-bl\u00e4tter, Koriander und Thymian enthalten (Rezept nach einem Kochbuch von Marcus Gaviius Apicius \u2013 1. Jhdt. n. Chr.). Dieser Gew\u00fcrzwein wurde allerdings zumeist kalt getrunken. Vorsicht \u00fcbrigens ist mit sehr s\u00fcssen seiner Sorte geboten \u2013 mit dem Zucker wird h\u00e4ufig \u00fcber die schlechte Qualit\u00e4t des Weines hinwegkaschiert. Das sorgt f\u00fcr den schweren Kopf am n\u00e4chsten Morgen und das eine oder andere Pfund mehr auf den weihnachtlichen H\u00fcften.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim gr\u00f6ssten schweizerischen Weihnachts- und Christchindli-M\u00e4rt in Bremgarten sorgen jedes Jahr mehr als 320 Marktst\u00e4nde daf\u00fcr, dass jeder Wunsch erf\u00fcllt wird. Wenn auch \u2013 wie in der Schweiz ohnehin \u00fcblich \u2013 wesentlich exklusiver als an anderen Orten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201e\u00d6ffnen Sie sich dem Charme Bremgartens und seines Weihnachts-marktes, sehen Sie sich um, entdecken Sie Neues und freuen Sie sich ab dem Altbew\u00e4hrten. Vergessen Sie den Gl\u00fchwein nicht, denn dieser rundet die Palette an Feinem und Feinstem \u2013 herrlich w\u00e4rmend \u2013 ab.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Stadtammann Raymond Tellenbach)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier wird mit der regionalen Handwerkskunst geworben \u2013 doch begleiten zudem viele Kulturveranstaltungen das weihnachtliche Markt-treiben (interessant ist, dass hier von Kultur und nicht unmittelbar vom Brauchtum die Rede ist!). Jedoch unterscheidet sich dieser Markt auch ansonsten von seinen Kolleginnen und Kollegen auf dieser Welt: Er findet nur in den ersten vier Tagen des Dezembers statt. W\u00e4hrend die vielen anderen inzwischen meist sogar bis nach dem heiligen Fest andauern. \u00dcber 100.000 Menschen besuchten auch heuer wieder den M\u00e4rt \u2013 \u00fcber 5.000 Liter Gl\u00fchwein verkauft \u2013 zum Preis schweigt sich der Schweizer aus. Schliesslich kommen die Einnahmen den Vereinen zugute. Im Vergleich dazu: In Z\u00fcrich werden pro Tag 2.500 Liter verkauft \u2013 die Tasse bis zu 7,- CHF (umgerechnet 7,51 \u20ac) \u2013 viele Marktbesucher haben sich auch heuer \u00fcber die horrenden Preise beschwert. Fakt aber ist, dass das Handwerk schon sehr bald vom Markt in Bremgarten verschwunden sein wird, da die Standpreise zuletzt eklatant erh\u00f6ht wurden. Na ja \u2013 wird der deutsche Familienvater eben in der Schweiz tief in die Geldtasche greifen, wenn er dort Produkte kauft, die er zuhause g\u00fcnstiger bekommen h\u00e4tte, da: Made in Germany!<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht, dass Sie mich nun falsch verstehen \u2013 es ist etwas tolles, nach der Arbeit mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen auf eine Tasse Gl\u00fchwein zu gehen oder mit der Familie den Turmbl\u00e4sern zu lauschen. Doch tendieren immer mehr M\u00e4rkte zum Umsatz-Gr\u00f6ssenwahn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der sch\u00f6nste europ\u00e4ische Weihnachtsmarkt \u00fcbrigens ist der Weihnachts-markt im Park Zrinjevac in Zagreb, gefolgt vom Christkindlmarkt in Strassburg (urlaubsguru.de). Reisereporter.de w\u00e4hlten den Budapester Weihnachtsmarkt zur Nummer 1, gefolgt vom rum\u00e4nischen Craiova. Unter den ersten Zehn kein deutscher oder \u00f6sterreichischer Markt! Zu den am meisten besuchten M\u00e4rkten z\u00e4hlt auch<strong> <\/strong>das \u201eWinter Wonderland\u201c im Londoner Hyde-Park. Glaubt man den Rechenk\u00fcnsten des Portals posterXXL, so sorgen 2,5 Mio Besucher pro Jahr f\u00fcr 15,8 Mio Eintr\u00e4ge auf Instagram seit seiner Premiere 2005. Deutschlands Spitzenreiter, der \u201eStriezelmarkt\u201c in Dresden findet sich in dieser Auflistung nur auf Platz sieben (trotz 3 Mio Besucher pro Jahr).<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt besuchen zwischen Flensburg und Berchtesgaden rund 160 Millionen Menschen die Weihnachts- und Christkindles-M\u00e4rkte und sorgen f\u00fcr Gesamteinnahmen von nicht weniger als 2,9 Milliarden Euro (Angaben: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH). Im Vergleich dazu sind es im Alpenstaat jeweils rund 10 % der deutschen Zahlen. Dennoch \u2013 eine millionenschwere Geselligkeit! Und es kommt noch viel schlimmer: Nach einer repr\u00e4sentativen Umfrage der Marktforscher von GfK in N\u00fcrnberg feiern 17,6 % der Befragten Weihnachten nurmehr zuliebe der Kinder und Enkel. 71,6 % sind der Meinung, das Weihnachtsfest habe seine religi\u00f6se Bedeutung verloren. Stellt sich mir die Frage: Weshalb tun so wenige etwas dagegen? Lasst alte Br\u00e4uche auch zuhause wieder aufleben, lest mit den Kindern aus der Bibel, singt Adventslieder, \u2026 In dieser Studie im Auftrag der \u201eApotheken Umschau\u201c wurden 1015 Personen (\u00e4lter als 14) befragt<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb hier noch etwas Geschichte. Ebenso wie der Adventskranz und der Christbaum ist auch das Christkind eine evangelische Erfindung. 1545 liess erstmals der Reformator Martin Luther seine Kinder vom Christkind beschenken. Zuvor war es der Heilige Nikolaus. Freuten sich die Kinder damaliger Zeiten noch \u00fcber Brat\u00e4pfel, N\u00fcsse und Mandeln, \u00fcber Pl\u00e4tzchen (Kekse) und Weihnachtsstollen oder Fr\u00fcchtebrot, so m\u00fcssen es heute grosse und immer teurere Geschenke sein. Bescheidenheit und Demut? Wohl fehl am Platz. Stand fr\u00fcher der feierlich geschm\u00fcckte Christbaum und das Essen mit der ganzen Familie im Mittelpunkt, so ist es heute die Bescherung und das Auspacken, das Ausprobieren und Vergleichen der Geschenke. F\u00fcr viele bleibt gar nicht mal mehr die Zeit, sich auf das anschliessende Essen im Kreise der ganzen Familie zu konzentrieren. Weihnacht\u2018, wie es fr\u00fcher mal war \u2013 nun ja, das wird offenbar nurmehr dort gefeiert, wo man dem Christentum nicht viel Wert zollt: In den Staaten der Dritten Welt! Gibt es dort etwa die besseren Christen als in unseren Breiten, wo die weihnachtliche Andacht und der Advent, der fr\u00fcher zudem Fastenzeit war, der Geschenke- und Gesch\u00e4ftemacherei gewichen ist??? Lebkuchen oder sonstige Weihnachts-b\u00e4ckerei interessiert zu Weihnachten niemanden mehr, gibt\u2019s das doch bereits ab September im Supermarkt zu kaufen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als die ersten selbstgebackenen Kekse am Heiligen Abend ausgegeben wurden. Ein besonderer H\u00f6hepunkt neben dem Klingeln des Gl\u00f6ckleins durch das Christkind. Aus der and\u00e4chtigsten, der stillsten Zeit des Jahres ist die hektischste Zeit des Jahres geworden. Und die meiste Last wird dabei auf den M\u00fcttern abgeladen: Hausputz, Backen, Geschenke besorgen und schliesslich stundenlang in der K\u00fcche stehen und kochen. Die V\u00e4ter hingegen haben sich einmal mehr hemmungslos dem Lux-Wettkampf mit dem Nachbarn ergeben. Fr\u00fcher war es die Kerze im K\u00fcchenfenster \u2013 heute kilometerlange LED-Ketten. Und das mit dem Christbaum \u2013 dermassen beladen, dass vom Baum selbst nichts mehr zu sehen ist. Daf\u00fcr wurde er abgehackt! Alsdann war da noch ein Song, der als Ohrwurm \u00fcber knapp einen Monat allerorts zu h\u00f6ren ist: \u201eLast Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away\u201c \u2013 von George Michael und Andrew Ridgeley eigentlich f\u00fcr Ostern geschrieben. Wie w\u00e4r\u2019s denn mit etwas Ehrlichem, wie \u201eEs wird scho glei dumper, es wird scho glei Nacht\u201c oder anderem aus unserer immer wieder dermassen hochgehaltenen Wertegesellschaft???<\/p>\n\n\n\n<p>Ich dachte immer, hinter dem Geist der Weihnacht\u2018 steckt etwas anderes: Liebe, Besinnlickeit und die Gemeinschaft der Familie! W\u00e4re es da nicht sinnvoller, diese Feierlichkeiten um des Feierns willen wieder auf den Jahreswechsel oder gar auf Dreik\u00f6nig zu verschieben \u2013 so wie es in fr\u00fcheren Zeiten war, damit f\u00fcr den urspr\u00fcnglichen Sinn von Weihnachten etwas mehr Platz bleibt???!!!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PS:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u0086Klar \u2013 auch ich war mal Kind und freute mich zu Weihnachten vor allem auf die Geschenke. Doch war mir nicht bewusst, dass sich daf\u00fcr meine Eltern abschuften mussten! Bringt ja eh das Christkind! Hier liegt meines Erachtens das \u00dcbel heutiger Zeit \u2013 in der Erziehung! Nicht in der uner-sch\u00f6pflichen Umsatzgier der Konzerne, die diesen Umstand nur aus-nutzen. Zeit f\u00fcreinander zu haben ist doch viel wertvoller als jedes noch so teure Geschenk. Viele Kinder w\u00fcnschen sich dies auch: Mama und Papa sollten mehr Zeit f\u00fcr sie haben!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>www.thebfcm.co.uk<\/p>\n\n\n\n<p>eggental.com\/weihnachtszauber<\/p>\n\n\n\n<p>www.hochschwarzwald.de\/veranstaltungen-hochschwarzwald\/weihnachtsmarkt-ravennaschlucht#weihnachtshimmel<\/p>\n\n\n\n<p>www.christkindlesmarkt.de<\/p>\n\n\n\n<p>christkindlmarkt.co.at<\/p>\n\n\n\n<p>www.weihnachtsmarkt.ch\/<\/p>\n\n\n\n<p>hydeparkwinterwonderland.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich in den letzten Jahren immer wieder zu Weihnachten alte Br\u00e4uche habe hochleben lassen, m\u00f6chte ich heuer das Fest der Feste von einer anderen Seite betrachten \u2013 als Fest des rollenden Rubels, des schn\u00f6den Mammons, das weit an den Vorstellungen des Christentums vorbeigeht (soweit zu den christlichen Werten!!!)! 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