
{"id":11809,"date":"2025-06-07T09:57:22","date_gmt":"2025-06-07T07:57:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=11809"},"modified":"2025-06-07T10:03:00","modified_gmt":"2025-06-07T08:03:00","slug":"na-denn-guten-appetit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2025\/06\/07\/na-denn-guten-appetit\/","title":{"rendered":"Na denn: Guten Appetit!"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Lachs ist einer der begehrtesten Fische \u2013 nicht nur in der mittel-europ\u00e4ischen K\u00fcche. Er ist reich an Omega-3-Fetts\u00e4uren und ben\u00f6tigt nur wenig Zeit in der Zubereitung, v\u00f6llig gleichg\u00fcltig ob roh, gebraten, gekocht, gegrillt oder auch ger\u00e4uchert. Wichtig ist nur, dass er stets mit der Hautseite nach unten in die Pfanne gegeben wird. Seine charak-teristische Fleischf\u00e4rbung von dunkelrosa bis orange ist deshalb sowohl in der Sommer- als auch der Low Carb-K\u00fcche gern gesehen. Ausge-zeichnet passt der Lachs zu Nudeln, Salat oder auch Gem\u00fcse, wie etwa dem Spargel. Frischer Lachs hat eine feste Konsistenz und riecht nach Boden und Gras.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Bedarf nur zu rund 30 % aus gefangenem Wildlachs abgedeckt werden kann, werden seit den 1970er Jahren die meisten Fische kommerziell in \u201eLachsfarmen\u201c gez\u00fcchtet. Viele davon wurden in den norwegischen Fjorden errichtet, da hier das Wasser relativ ruhig ist. 92 % der Zuchtlachse werden von nur sechs Staaten \u201eproduziert\u201c: Norwegen, Grossbritannien, Kanada, Chile, Australien und Neuseeland.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Funktionsweise der Lachsfarmen ist nahezu ident mit jener der Forellenzucht. Das Leben der Fische beginnt in einem grossen Warm-wasserbecken, in dem die Eier reifen. Dort bleiben die geschl\u00fcpften Fische noch rund 40 Tage lang, bevor sie in grosse Tanks umquartiert werden. Dort erfolgt auch der erste Kontakt mit Impfstoffen. Ab einem Gewicht von zirka 100 Gramm werden sie in die Netzgehegeanlagen im Meerwasser ausgesetzt. Die Gr\u00f6ssenmessung erfolgt mittels Ansaugung durch einen Schlach in die Messstation.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese riesigen Aquakultur-Netze befinden sich zumeist an Stellen mit grosser Tiefe und einer Str\u00f6mung, damit die Abfallstoffe der Fische weitertransportiert werden. Das ist Problem Nummer eins der Lachs-farmen. Zu viele Fische (in grossen Farmen k\u00f6nnen dies schon mal bis zu 1 Mio sein) f\u00fchren zu einer starken lokalen Verunreinigung des Wassers. Mit Problem Nummer 2 bleiben wir auch noch etwas beim Wasser: Eine weitere Belastung erfolgt durch das Futter der Tiere. Es besteht zumeist aus Pellets von gepresstem Fischmehl, Soja, Fisch\u00f6l und Soja\u00f6l. Daneben werden noch Farbstoffe (f\u00fcr die sp\u00e4tere F\u00e4rbung des Fleisches) und bis 2017 zudem Ethoxyquin beigegeben. Dieses wird f\u00fcr die Haltbarmachung des Fischmehls verwendet. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittel-sicherheit EFSA zog das Mittel allerdings ab 2020 (Ende der \u00dcber-gangsfrist) g\u00e4nzlich aus dem Verkehr, da es sich in den Fischen anreicherte und somit in die Nahrungskette gelangte. Die Grenzwerte von 50 \u00b5g\/kg Fleisch wurden zuhauf \u00fcberschritten. Soll das Mittel angeblich f\u00fcr Fische und Landtiere unproblematisch sein, so kann eine Gefahr f\u00fcr den Menschen durch die zumeist im Ethoxyquin enthaltenen Verun-reinigung <em>p<\/em>-Phenetidin nicht ausgeschlossen werden. Diese sorgt im Genmaterial von Mensch und Tier zu m\u00f6glichen Mutationen! 2016 hatte Chile aufgrund all dieser Verunreinigungen und toter Fische mit einer \u201eRoten Flut\u201c an den K\u00fcsten zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit zu Problem Nummer drei: Der Einsatz von Antibiotika! Damit sollten einerseits bakterielle Infektionen der Fische ausgeschlossen und andererseits der Lachslaus (Lepeophtheirus salmonis) an den Kragen gegangen werden. Die Lachslaus ist ein kleiner Krebs, der sich vom Schleim, der Haut und dem Blut der Fische ern\u00e4hrt. Durch die Nahrungskette gelangt das Antibiotikum in den menschlichen K\u00f6rper. Nicht selten werden in der \u201eTierproduktion\u201c Antibiotika eingesetzt, die in der Humanmedizin oftmals als letztes Mittel gegen die sog. \u201eSuperkeime\u201c eingesetzt werden, bei welchen normale Arzneimittel nicht mehr funktionieren, da die Keime resistent dagegen geworden sind. Das ist nun auch die grosse Gefahr beim Menschen: Durch die Anreicherung des Antibiotikums im K\u00f6rper bekommen diese Keime nun die M\u00f6glichkeit, Mutationen zu bilden, die auch gegen diese Arzneimittel resistent werden. Ein grosses allgemeines Problem der Massentierhaltung \u2013 v\u00f6llig gleichg\u00fcltig ob Gefl\u00fcgel, Rinder oder eben Fische. Gottlob ging der Antibiotika-Einsatz durch vornehmlich die Einzelimpfung der Fische zur\u00fcck. Allerdings lag bei einer Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace noch 2018 der Antibiotika-Wert bei Lachsen aus Chile beim 700-fachen der Werte aus Norwegen. Gegen die Lachslaus werden \u00fcbrigens Lumpfische und B\u00e4der in mit Wasserstoffperoxid ange-reichertem Wasser eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden erhielt der Lachs auch die Bezeichnung als \u201eSchwein der Meere\u201c!<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist dies noch lange nicht alles!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem besteht ganz allgemein bei der Massentierhaltung in der sog. \u201eFaunenverf\u00e4lschung\u201c! Aus der Farm entkommene Fische (in Norwegen etwa 200.000 pro Jahr) vermehren sich mit wild wachsenden Fischen, was nach und nach zu einem Aussterben der nat\u00fcrlichen Art f\u00fchren kann. Norwegen hat aus diesem Grunde etwa die Angelzeit f\u00fcr entb\u00fcckste Farmfische ausgeweitet. In Chile kommt der Fisch nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht vor. Dort verliert er den Orientierungssinn und findet den Weg ins S\u00fcsswasser nicht mehr, wo er normalerweise den Laich absetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermehrt kommt es in den Lachfarmen vornehmlich Norwegens, Kanadas und Grossbritanniens zu Massensterbeereignissen durch Seuchen und Infektionskrankheiten, aber auch dem durch die Klima\u00e4nderung immer w\u00e4rmer werdenden Wasser, das weniger Sauerstoff enth\u00e4lt. So starben beispielsweise im Jahr 2023 in Norwegen nach Angaben der Organisation Foodwatch nicht weniger als rund 100 Mio Tiere. In einer Untersuchung von Gerald Singh et.al. von der kanadischen University of Victoria wird sogar die Zahl 865 Millionen zwischen 2021 und 22 angegeben. So kann etwa das Piscine Orthoreovirus in den Fischen zu Herz- und Muskelentz\u00fcndungen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und schliesslich kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei der F\u00fctterung der Fische genmanipuliertes Soja zum Einsatz kommt (wie etwa das Roundup-Ready-Soja), der eigentlich in Europa eigens auf der Packung ausgewiesen werden muss und eine gewisse Konzentration nicht \u00fcberschreiten darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja \u2013 und da sind immer mal wieder die F\u00e4lle von Nematodenw\u00fcrmer (Fadenw\u00fcrmer), von welchen vor allem der Anisakis genera im mensch-lichen Darm zu geschwulst\u00e4hnlichen Erscheinungen und Bauchschmerzen bis hin zum Darmverschluss (selten!) f\u00fchren kann. Dagegen hilft nur ein ordentliches Durchgaren des Fischen bei 60-70 Grad oder das Gefrieren des Fleisches f\u00fcr zumindest einen Tag bei -20 Grad. Solche Fadenw\u00fcrmer k\u00f6nnen \u00fcbrigens auch in anderen Fischarten wie dem Kabeljau, Rot-barsch, Seeteufel, Steinbeisser und Blauleng vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch in der Lachszucht eine Biovariante, die vornehmlich in Schottland und Irland nach den Bestimmungen der britischen Soil Association gef\u00fchrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Sie nun auch weiterhin Lachs essen \u2013 diese Entscheidung bleibt Ihnen \u00fcberlassen. Ich f\u00fcr meinen Anteil habe schon seit Jahren keinen Lachs mehr anger\u00fchrt und beabsichtige dies auch f\u00fcr die Zukunft nicht. Foodwatch schliesslich fordert ein Verbot von norwegischem Lachs in Deutschland. Nur zwei von zehn befragten Lieferanten legten die Herkunft ihres ASC-zertifizierten Lachses offen \u2013 acht schwiegen sich aus.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/mitmachen\/keine-faulen-fische-lachsleid-stoppen\">https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/mitmachen\/keine-faulen-fische-lachsleid-stoppen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vollst\u00e4ndigkeitshalber sei hier noch angebracht, dass viele der Vorw\u00fcrfe, die ich in diesem Blog verarbeitet habe und durch Foodwatch kritisiert wurden, in einer Stellungnahme des NSC (Norwegian Seafood Council) zur\u00fcckgewiesen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipp:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> .) Lachsfische (Salmoniformes): Biologie und Aquakultur; Martin Hoch-leithner; Aqua Tech Publications 2014<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Strassen der Tiere; Hrsg.: Heini Hediger; Springer Wissenschafts-verlag 1967<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/\">www.efsa.europa.eu<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bund.net\/\">www.bund.net<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.foodwatch.org\/\">www.foodwatch.org<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.aktiontier.org\/\">www.aktiontier.org<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.test.de\/\">www.test.de<\/a><\/li><li>norwegenstube.de<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.norwegianseafoodcouncil.com\/\">www.norwegianseafoodcouncil.com\/<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lachs ist einer der begehrtesten Fische \u2013 nicht nur in der mittel-europ\u00e4ischen K\u00fcche. Er ist reich an Omega-3-Fetts\u00e4uren und ben\u00f6tigt nur wenig Zeit in der Zubereitung, v\u00f6llig gleichg\u00fcltig ob roh, gebraten, gekocht, gegrillt oder auch ger\u00e4uchert. 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