
{"id":12057,"date":"2025-08-23T07:06:21","date_gmt":"2025-08-23T05:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12057"},"modified":"2025-08-23T07:06:21","modified_gmt":"2025-08-23T05:06:21","slug":"gen-z-unterschaetzt-oder-tatsaechlich-faul","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2025\/08\/23\/gen-z-unterschaetzt-oder-tatsaechlich-faul\/","title":{"rendered":"<strong>Gen Z \u2013 untersch\u00e4tzt oder tats\u00e4chlich faul?<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesem heutigen Blog m\u00f6chte ich gemeinsam mit Ihnen etwas Sozial-forschung betreiben und dabei der Frage nachgehen: Wie sieht die Zukunft aus, was kommt nach uns?<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle habe ich bereits ausf\u00fchrlich \u00fcber die unterschiedlichen Generationen und deren Unterscheidungskriterien berichtet. Zur Erinnerung:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Generation Silent (Weltkriegsgeneration) &#8211; *1928-1945<\/li><li>Generation Baby-Boomer &#8211; *1945-1964<\/li><li>Generation X (Gen X) &#8211; *1965-1980<\/li><li>Generation Y (Gen Y oder Millennials) &#8211; *1981-1996<\/li><li>Generation Z (Gen Z) &#8211; *1997-2009<\/li><li>Generation Alpha (Gen \u03b1) &#8211; *2011-2024<\/li><li>Generation Beta (Gen \u03b2) \u2013 *ab 2025<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Jede dieser unterschiedlichen Generationen hat ihre ganz spezifischen Merkmale \u2013 zumeist der Zeit geschuldet. Doch ist keine derart umstritten wie die Gen Z! So titelte einst die Frankfurter Rundschau \u201eLaut Studie: Faul und respektlos? H\u00e4lfte der Gen Z stimmt sogar zu\u201c! Eine andere Studie, ver\u00f6ffentlicht im Februar 2025, spricht hingegen von \u201e&#8230; fleissig, wie lange nicht mehr\u201c! Was denn nun? Bevor ich dem Ganzen auf den Grund gehe \u2013 die Schreckensmeldung: Beh\u00e4lt der Gr\u00fcnder des Instituts f\u00fcr Generationenforschung, R\u00fcdiger Maas, recht, so sind die n\u00e4chst folgenden Generationen Alpha und Beta lebensunf\u00e4hig! Dazu mehr am Ende des Blogs.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zur Gen Z!<\/p>\n\n\n\n<p>Merkmal der Gen Z ist das Internet und die Mobilit\u00e4t! Aufgewachsen mit Tablets und Smartphones verbringen die Mitglieder dieser \u201eKohorte\u201c viel Zeit im Datenhighway. Das verleiht ihnen auch den Namen der \u201eDigital Natives\u201c: Bei Fragen wird gegoogelt, zum Zeitvertreib Videos auf TikTok angesehen, anstelle des pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chs wird auf WhatsApp gechattet. Alles nicht-linear! Viele \u00fcbertreiben es dabei und lassen ihr Smartphone nicht mehr aus dem Blick. Das sind die sog. \u201eSmombies\u201c (eine Wortkombination aus Smartphone und Zombie). Sie verbringen deutlich \u00fcber f\u00fcnf Stunden am Tag mit ihrem Smartphone und entgleiten alsdann in eine digitale Parallelwelt. Eine Studie der ZHAW &#8211; Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften aus Winterthur zeigte schon 2019 auf, dass 25 % der Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren zu diesem Zeitpunkt bereits ein Smartphone besassen \u2013 von den 10-12-j\u00e4hrigen gar 92 %. Im Vergleich dazu: Der Schreiber dieser Zeilen wehrte sich gegen diese st\u00e4ndige Ablenkung und schaffte sich erst 2023 ein Smartphone an, da ich es beruflich brauchte. Das ist die Gen X! Inzwischen m\u00f6chte ich es aber auch nicht mehr missen!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gen Z definiert Arbeit und Leben neu. Viele m\u00f6chten sich mit ihrer Arbeit identifizieren um dadurch eine neue Lebensqualit\u00e4t zu bekommen. Charakterlich beschrieben wird die Gen Z als Einzelk\u00e4mpfer und Indivi-dualisten, Maximierung von Erlebnissen und Ablehnung festgelegter Strukturen und Abl\u00e4ufe. W\u00e4hrend vorhergehende Generationen in der Work-Life-Balance durchaus zu Work tendierten, ist der Gen Z die Freizeit immens wichtig. Das f\u00fchrt zu Vorurteilen wie \u201efaul\u201c, \u201enicht motiviert\u201c, \u201eKeine Arbeitsmoral\u201c etc. Dem widerspricht eine Studie des Deutschen Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom Februar 2025. So stieg bis zu diesem Zeitpunkt die Erwerbst\u00e4tigkeit der Altersgruppe der 20- bis 24-j\u00e4hrigen auf 76 % &#8211; ein durchaus \u00fcberdurchschnittlicher Wert!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Dass die Generation Z viel fordert, aber wenig arbeitet, ist ein verbreitetes Vorurteil. Doch es ist falsch. Die jungen Leute sind flei\u00dfig wie lange nicht mehr!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber)<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcckzuf\u00fchren ist dies vornehmlich auf die Nebenjobs der Studierenden. Aber auch bei den Nicht-Studierenden lag der Wert der Erwerbst\u00e4tigkeit bei sehr guten 85,9 %. Bei der weiteren Analyse der Daten wurden daneben keine Unterschiede mehr bei den Jobwechseln oder gew\u00fcnschten Arbeitszeiten zu fr\u00fcher auff\u00e4llig. Eine Studie aus \u00d6sterreich (\u00d63-Jugendstudie) besagt, dass es f\u00fcr 80 % der Befragten selbstver-st\u00e4ndlich ist, Vollzeit zu arbeiten. Jene Videos selbsternannter Influencer, die dem Zusammenbruch nahe die 40 h-Woche ablehnen, sind somit Einzelf\u00e4lle, die es in jeder anderen Generation auch gegeben hat, auf-grund des fehlenden Internets jedoch damals wesentlich weniger Medien-wirksamkeit erlangten. Allerdings sind die Angeh\u00f6rigen der Gen Z der \u00dcberzeugung, dass die Arbeit auch in 30 Wochenstunden erledigt werden kann. Damit prallen sie nat\u00fcrlich frontal gegen die Interessen der Arbeit-geber, welche die Wochenarbeitsstunden gerne ausgeweitet w\u00fcssten. Und noch etwas: Viele der Studierenden beenden das Studium auch weitaus fr\u00fcher, da sie nach dem Bachelor-Abschluss direkt in die Arbeitswelt eintauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Merkaml der Gen Z ist eine sehr starke Werteorientierung vornehmlich in Richtung soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und unter-nehmerische Verantwortung. So sollen sich Unternehmen und Organisationen sichtbar sozial engagieren. Nicht nur bei jedem Einzelnen, sondern v.a. bei Unternehmen und Organisationen soll ein sinnhaftes Handeln \u00fcberwiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitgehend also durchaus positive Erkenntnisse! Doch gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Angstzust\u00e4nde, Depressionen, Kopfschmerzen und Schlafprobleme! 70 % der 13-17-j\u00e4hrigen gaben im Rahmen einer Studie an, unter Angstzust\u00e4nden und Despressionen zu leiden. Soweit das Ergebnis eine US-Studie, die im \u201eJournal of Abnormal Psychology\u201c 2019 ver\u00f6ffentlicht wurde \u2013 also noch vor der Corona-Pandemie. Einher damit geht auch der starke Anstieg der Suizid-Rate in diesem Alter! Den Grund hierf\u00fcr sehen die Wissenschafter in den vielen Katastrophen, Terroranschl\u00e4gen und bewaffneten Konflikten. Die Lockdowns und Einschr\u00e4nkungen der Corona-Pandemie haben dies noch zus\u00e4tzlich verschlimmert. Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen gelangt auch die \u00d63-Jugend-studie aus dem Jahr 2025 (28.000 Befragungen): Jeder Vierte gab an in einer schlechten psychischen Verfassung zu sein. Die gr\u00f6ssten Bef\u00fcrchtungen f\u00fcr die Zukunft sehen die Z&#8217;ler im Terrorismus, den Kriegen und dem Klimawandel, die Gegenwarts\u00e4ngste resultieren aus der CoVID-Krise und dem Ukraine-Krieg. Viele f\u00fcrchten sich vor dem Verlust der Kontrolle \u00fcber das eigene Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wichtig allerdings die Gen Z f\u00fcr unsere Gesellschaft ist, zeigen die Bev\u00f6lkerungsstatistiken auf. So leben in Deutschland nicht weniger als 12,4 Mio, in \u00d6sterreich 1,5 Mio Menschen, die zwischen 1997 und 2009 geboren wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt noch \u2013 wie versprochen \u2013 zum Generationenforscher R\u00fcdiger Maas! In seinen 2021 ver\u00f6ffentlichten Studien spricht er davon, dass die Abnabelung der Gen \u03b1 nicht funktioniert. Diese s\u00e4ssen sp\u00e4ter gar im H\u00f6rsaal der Uni oder bei Bewerbungsgespr\u00e4chen neben ihren Spr\u00f6ss-lingen. Eine Kindheit, voll mit Geschenken und Optimierungen und nicht selten acht (!) Stunden Internet pro Tag! P\u00e4dagogen betonen, dass viele der Gen \u03b1 nur in Zwei-Wort-S\u00e4tzen spr\u00e4chen oder gar sich selbst nicht anziehen k\u00f6nnen. Die Gen \u03b1 ist lebensunf\u00e4hig!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/de\/hochschule\">www.zhaw.ch\/de\/hochschule<\/a><\/li><li>iab.de\/<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.shell.de\/ueber-uns\/initiativen\/shell-jugendstudie-2024.html\">www.shell.de\/ueber-uns\/initiativen\/shell-jugendstudie-2024.html<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.oe3jugendstudie.at\/\">www.oe3jugendstudie.at\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.boja.at\/\">www.boja.at\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.gesunde-jugendarbeit.at\/\">www.gesunde-jugendarbeit.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.servicestelle-jugendbeteiligung.de\/\">www.servicestelle-jugendbeteiligung.de<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Generation Z \u2013 Zwischen Selbstverwirklichung, Insta-Einsamkeit und der Hoffnung auf eine bessere Welt; Valentina Vapaux; Gr\u00e4fe und Unzer 2021<\/p>\n\n\n\n<p>.) Generation Greta; Klaus Hurrelmann\/Erik Albrecht; Beltz 2020<\/p>\n\n\n\n<p>.) Generation Z: Wie sie tickt, was sie ver\u00e4ndert und warum sie uns alle ansteckt; Christian Scholz; Wiley-VCH 2014<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Generation Z erfolgreich gewinnen, f\u00fchren und binden; Wolfgang Kring\/Klaus Hurrelmann; NWB Verlag 2019<\/p>\n\n\n\n<p>.) Generation Z oder von der Zumutung, \u00e4lter zu werden;Reinhard Mohr; Fischer-Taschenbuch-Verlag 2004<\/p>\n\n\n\n<p>.) Schluss mit dem Jugend-Bashing \u2013 Warum unsere Gesellschaft optimistisch in die Zukunft blicken kann; Pia Meier; Verlag Orgshop 2024<\/p>\n\n\n\n<p>.) Motivationsmodell GenZ \u2013 Motivation der Generation Z in der Arbeitswelt, Nikolas Wunderlin; WME know and learn 2021<\/p>\n\n\n\n<p>.) Generation lebensunf\u00e4hig; R\u00fcdiger Maas; M\u00fcnchner Verlagsgruppe 2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem heutigen Blog m\u00f6chte ich gemeinsam mit Ihnen etwas Sozial-forschung betreiben und dabei der Frage nachgehen: Wie sieht die Zukunft aus, was kommt nach uns? An dieser Stelle habe ich bereits ausf\u00fchrlich \u00fcber die unterschiedlichen Generationen und deren Unterscheidungskriterien berichtet. 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