
{"id":12315,"date":"2025-11-15T08:47:26","date_gmt":"2025-11-15T06:47:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12315"},"modified":"2025-11-15T08:47:26","modified_gmt":"2025-11-15T06:47:26","slug":"weltklimakonferenz-alle-zwei-jahre-gruesst-das-murmeltier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2025\/11\/15\/weltklimakonferenz-alle-zwei-jahre-gruesst-das-murmeltier\/","title":{"rendered":"Weltklimakonferenz \u2013 Alle zwei Jahre gr\u00fcsst das Murmeltier!!!"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Schelm, der erwartet, dass bei der Weltklimakonferenz COP 30 im brasilianischen Bel\u00e8m ein durchschlagender Erfolg f\u00fcr das Klima, f\u00fcr unsere Umwelt erzielt werden k\u00f6nnte! Anstatt dessen werden sich die Vertreter von 196 eingeladenen Staaten dieser Erde erneut auf einen faulen Kompromiss einigen \u2013 daf\u00fcr werden schon Russland, China und Saudi Arabien verantwortlich sein. Erstere werden sich gegen alles stellen, was aus dem Westen kommt, China hat Angst vor einem weiteren Einbruch seiner Wirtschaftszahlen und die Saudis wollen ohnedies stets den Reibach machen. So haben die Saudis und Russland vor der letzten COP die Roh\u00f6l-F\u00f6rderquoten gedrosselt, was ein Steigen des \u00d6lpreises nach sich zog. Andere OPEC-Staaten folgten ihnen allerdings nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hat sich Brasiliens Staatschef Luiz In\u00e1cio Lula da Silva im Vergleich zu seinen Vorg\u00e4ngern die Latte gar nicht mal so hoch gelegt: Er rief zum \u201eMutir\u00e3o\u201c auf! Ein brasilianisches Konzept zum Erreichen eines gemeinsamen Zieles \u2013 durch gemeinschaftliche und kollektive Anstren-gung! Ja richtig \u2013 keine neuen Ziele, sondern ein gemeinsames Erreichen der bislang ohnedies bereits beschlossenen Ziele! An diese hat sich n\u00e4mlich nahezu kein einziges Teilnehmerland gehalten.<\/p>\n\n\n\n<h4>\u201e<em>Wir m\u00fcssen anerkennen, dass das Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten nach wie vor die unverhandel-bare Grundlage jedes Klimapakts ist!\u201c<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>(Lula da Silva in einem Gastkommantar der FAZ)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie die Zusammenk\u00fcnfte zuvor ist auch in Bel\u00e8m keinerlei Einigung zu erwarten \u2013 auch hier droht eine Verl\u00e4ngerung des Gipfels. Kommt es alsdann dieses Mal zu einem seit Jahren ohnedies gewohnten Eilverfahren durch den Pr\u00e4sidenten von COP-30, Lula da Silva, um zumindest die Gipfeldokumente abzeichnen zu k\u00f6nnen? Oder sind sich alle (na ja \u2013 die meisten) einig, da die Ziele ja schon beschlossen wurden?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u2013 dies ist ja sowieso vollkommen gleichg\u00fcltig. Schliesslich sind die Zusagen auf dieser Veranstaltung nicht verbindlich. Soll heissen, dass die Versprechen etwa zu Kyoto oder Paris von den meisten L\u00e4ndern nicht eingehalten wurden. Ob es Lula in diesem Jahr schaffen wird? Vorbildlich etwa Japan und Kanada: Beide L\u00e4nder sind vor einigen Jahren aus dem Vertrag ausgetreten, um auf freiwilliger Basis unter die vereinbarten Werte zu kommen. Japan etwa hat in den Jahren 2005-2020 bei 5 % Wirtschaftswachstum ein Minus beim CO2-Ausstoss von 22 % erzielt, Kanada im selben Zeitraum bei +10 % Wirtschaftswachstum 31 % Redu-zierung des CO2-Ausstosses!<\/p>\n\n\n\n<p>Erstmals kam es vor diesem Treffen zu einer Gipfelkonferenz (normaler-weise erst in der 2. Woche). Einer freilich fehlte: Donald Trump! Ansons-ten waren viele Staatschefs, wie der deutsche Bundeskanzler Merz, der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Macron und der britische Primeminister Starmer sowie die Spitzen der EU und UNO vorort pr\u00e4sent. Die Abwesen-heit eines Vertreters des zweitgr\u00f6ssten CO2-Verursachers, den USA, zeigt wohl am besten auf, welche Bedeutung diese dem Klimaschutz unter der Regierung Trump zukommen lassen: Nur warme Luft! Ganz anders China: Wie kein anderer Staat bauten die Chinesen innerhalb kurzer Zeit mehr PV-Anlagen als die gesamte restliche Welt auf. China bewegt sich immer weiter weg von der Spitzenposition des weltweit gr\u00f6ssten CO2-Verur-sachers.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir stehen in diesen Tagen an einer Weggabelun<strong>g!\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Friedrich Merz, dt. Bundeskanzler bei der Gipfelkonferenz)<\/p>\n\n\n\n<p>Merz forderte den vermehrten Einsatz von Technologie und Innovation um dem Klimawechsel Einhalt zu gebieten. Doch das, sehr geehrter Herr Kanzler, gibt es schon! Es wartet auf seinen fl\u00e4chendeckenden Einsatz. Mehr ist wohl von diesem Bundeskanzler nicht zu erwarten, kommt er doch aus der Finanzwirtschaft und fordert mehr wirtschaftliches Wachs-tum! Ob dieses nachhaltig ist oder nicht&#8230;? Sein Vorg\u00e4nger, Olaf Scholz, hatte zumindest damals zum raschest m\u00f6glichen Ausstieg aus den fossilen Energien aufgerufen!<\/p>\n\n\n\n<p>Was gibt es nun von dieser Weltklimakonferenz zu berichten? Einiges!<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Vorbereitung der st\u00e4dtischen Infrastruktur auf dieses Event umfasste 650 Mio Euro \u2013 das ist nahezu so viel wie das st\u00e4dtische Jahresbudget<\/p>\n\n\n\n<p>.) Schon im Juni streikte ein Grossteil der Bauarbeiter f\u00fcr gerechtere und p\u00fcnktliche L\u00f6hne! Es kam auch zu Ausschreitungen<\/p>\n\n\n\n<p>.) Obdachlose wurden gewaltsam aus der Stadt entfernt, damit kein schlechtes Bild auf die Veranstaltung f\u00e4llt<\/p>\n\n\n\n<p>.) Viele Delegationen (auch Lula da Silva) sind auf Kreuzfahrtschiffen untergebracht. Nicht wenige davon fahren noch mit Schwer\u00f6l!<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die \u00dcbernachtungskosten sind explodiert! 61 der \u00e4rmeren L\u00e4nder wollten deshalb ihre Teilnahme absagen \u2013 sie sind nun kostenlos auf den Kreuzfahrtschiffen untergebracht. Die Stadt verf\u00fcgt normalerweise \u00fcber 18.000 Hotelbetten! 60.000 G\u00e4ste werden jedoch erwartet. Viele Privat-personen haben ihre Wohnungen renoviert und bieten sie nun zu horrenden Preisen an (mit Klimaanlage wesentlich mehr!). H\u00e4ngematte f\u00fcr 300 US-Dollar&#8230;!<\/p>\n\n\n\n<p>.) Bel\u00e8m ist die Stadt mit den meisten Slums und dem wenigsten Gr\u00fcnland Brasiliens; dies obgleich der einstige Reichtum der Stadt vom Kautschuk stammte \u2013 und damit vom Wald! Die Abw\u00e4sser v.a. der Slums fliessen ungekl\u00e4rt in die Fl\u00fcsse und Kan\u00e4le. In den Innenstadt- und Nobelvierteln wurden die Kan\u00e4le ausgebaggert und der Schlamm in den Armenvierteln abgeladen.<\/p>\n\n\n\n<p>.) Trinkwasser musste in vielen Stadtteilen gekauft werden, da sie entweder keinen Wasseranschluss hatten oder das Wasser nicht brauch-bar war; Brauchwasser zum Duschen oder f\u00fcr die Toiletten wurde eimer-weise jenen Nachbarn abgekauft, die sich dieses aus dem Fluss hoch-gepumpt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>.) Der Parque Linear das Docas ist kein normaler Park. Seine B\u00e4ume bestehen aus recycelten PET-Flaschen!<\/p>\n\n\n\n<p>.) Bagger rissen f\u00fcr etwa die vierspurige Avenida Liberdade riesige Schneisen in ein Regenwald-Naturschutzgebiet und drei Siedlungen \u2013 68 Hektar Wald wurden planiert und asphaltiert<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4sident Lula wollte das COP 30-Treffen im Herzen des Klimawandels vonstatten gehen lassen \u2013 im Amazonas-Delta. Von der Grund\u00fcberlegung eigentlich eine gute Sache, da sich jeder der Teilnehmer selbst ein Bild von den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels machen kann! Doch tats\u00e4chlich hat er noch weitaus mehr Wunden in die Region gerissen, da die vielen Delegierten ja nicht auf ihren gewohnten Standard verzichten wollen. Viele der Veranstaltungen finden in Bierzelten statt \u2013 so manch Einer wird sich gefragt haben: \u201eWas denn \u2013 ernsthaft?\u201c Und zudem: Ausgerechnet in dieser extremst sensiblen Region hatte Lula zuvor Probebohrungen f\u00fcr den halbstaatlichen Konzern Petrobras genehmigt! Wird hier k\u00fcnftig die Natur zugunsten der Erd\u00f6lf\u00f6rderung den K\u00fcrzeren ziehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei alledem muss die Frage gestellt werden: Muss diese Konferenz wirklich stattfinden? Rund 56.000 Delegierte sind vorort \u2013 das ist zwar viel weniger als in den Jahren zuvor, doch werden sich viele unserer Nachkommen verzweifelt an den Kopf greifen, wenn sie den CO2-Fussabdruck dieser Veranstaltung vor Augen haben: myclimate.org berechnet diesen auf 2,7 to CO2 pro Passagier! Nicht zu vergessen: Nach einer Studie der University of Edinburgh stossen die Webseiten der Klimakonferenzen mehr als zehnmal so viel CO2 aus als andere Webseiten!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Jahr 2024 ist nach den Beobachtungen des EU-Erdbeobachtungs-programms Copernicus das heisseste Jahr seit Beginn der Aufzeich-nungen. Der Datensatz st\u00fctzt sich auf Milliarden Daten von Satelliten, Flugzeugen und Wetterstationen. Anstieg der Erderw\u00e4rmung 1,6 Grad \u00fcber dem vorindustriellen Niveau! Ob die angestrebte Grenze von 1,5 Grad Temperatur-Erh\u00f6hung im Jahr 2100 eingehalten werden kann, ist mehr als fraglich. H\u00e4tten die Verschmutzer ihre Zusagen eingehalten, st\u00fcnden wir heute in einer anderen Ausgangsposition. Doch wurde viel zu lange dahingewartet \u2013 jetzt die Ziele erreichen zu wollen, bedeutet wohl umgreifende \u00c4nderungen im t\u00e4glichen Leben eines jeden Einzelnen. Um nicht zu sagen: Das ist unm\u00f6glich! \u201eHallo?\u201c werden nun einige lauthals schreien: \u201eIch fahre mit dem Bus!\u201c Ja, sehr l\u00f6blich \u2013 wirklich. Doch wie viele Produkte haben Sie aus China in Ihrem Haushalt stehen oder liegen? Bevorzugen Sie auch im Winter T-Shirt-Raumtemperaturen? Apropos \u2013 wie sieht\u2019s mit den D\u00e4mmwerten Ihres Hauses aus? Wohin fliegen Sie in Ihrem Urlaub?<\/p>\n\n\n\n<p>Was n\u00fctzt all das Geld dem kleinen Bauern, der Jahre gebraucht hat, um eine Ernte zu erhalten, von welcher er gerade mal so leben kann, wenn diese und seine Wohnh\u00fctte innerhalb von Minuten von Wasser oder Muren zerst\u00f6rt wird \u2013 anstatt weltweit die Emissionen von Treibhaus-gasen stark einzuschr\u00e4nken, wodurch die Ursache bek\u00e4mpft worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zwar sehr sch\u00f6n, wenn Deutschland bzw. \u00d6sterreich die Kyotoziele m\u00f6glicherweise doch einhalten, andere Staaten aber nach wie vor aus vollen Schornsteinen ballern!<\/p>\n\n\n\n<p>Kohlen- und Schwefeldioxid oder auch Methan kennen keine Grenzen. Die Insel der Seeligen wird es zumindest klimatologisch nicht geben. Im Gegenteil: Die Erdatmosph\u00e4re wird sich bis ins Jahr 2100 um gesch\u00e4tzte vier Grad erw\u00e4rmen! Viele Paradiese, die auf Atollen entstanden, werden aufgrund der Schmelze der Polkappen und der Gletscher auf Gr\u00f6nland untergehen. \u00dcberflutungen und riesige Murenabg\u00e4nge in ehemaligen Urwaldgebieten werden tausende Opfer fordern. Der Regenwald als Wasserspeicher ist ja nicht mehr da! D\u00fcrrekatastrophen werden f\u00fcr grosse Hungersnot sorgen. Auch Europa hat bereits mit Naturer-scheinungen wie Hurricanes oder Windhosen Bekanntschaft gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gilt somit auch heuer wieder:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausser Spesen nichts gewesen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>PS:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich halte dennoch sehr viel vom brasilianischen Pr\u00e4sidenten Lula da Silva! So haben sich die Brandrodungen im Amazonas-Regenwald von Januar bis Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahr halbiert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Schelm, der erwartet, dass bei der Weltklimakonferenz COP 30 im brasilianischen Bel\u00e8m ein durchschlagender Erfolg f\u00fcr das Klima, f\u00fcr unsere Umwelt erzielt werden k\u00f6nnte! Anstatt dessen werden sich die Vertreter von 196 eingeladenen Staaten dieser Erde erneut auf einen faulen Kompromiss einigen \u2013 daf\u00fcr werden schon Russland, China und Saudi Arabien verantwortlich sein. 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