
{"id":12632,"date":"2026-03-07T08:35:43","date_gmt":"2026-03-07T06:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12632"},"modified":"2026-03-07T08:35:43","modified_gmt":"2026-03-07T06:35:43","slug":"droht-schon-bald-ein-aerztekollaps","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/03\/07\/droht-schon-bald-ein-aerztekollaps\/","title":{"rendered":"Droht schon bald ein \u00c4rztekollaps???"},"content":{"rendered":"\n<p>Die H\u00f6rs\u00e4le sind bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt (zumindest in jenen Zeiten, in welchen die Universit\u00e4ten Lehrbetrieb haben), die Pr\u00fcfer k\u00f6nnen es sich offenbar nach wie vor erlauben, bei den Teilpr\u00fcfungen gross reine zu machen &#8211; oder doch nicht? Nach Angaben des Statis-tischen Bundesamtes Deutschland lag im Wintersemester 1990\/91 die Zahl der Medizinstudenten bei \u00fcber 95.000, 2015\/16 waren es 90.000, 2024 bereits 117.916! In \u00d6sterreich bewarben sich im vergangenen Jahr nicht weniger als 15.668 f\u00fcr einen Platz bei der Aufnahmepr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Offenbar sind jedoch im Gegenzug dazu die Zeiten vorbei, als lange auf einen Turnusplatz gewartet werden musste und Herr Doktor Taxi fuhr &#8211; allerdings nicht als Fahrgast! Wir blicken somit in eine mehr als frag-w\u00fcrdige Zukunft, denn fehlt in den Krankenh\u00e4usern der medizinische Nachwuchs, wird sich dies auch in absehbarer Zeit auf den nieder-gelassenen Bereich auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt erschwerend, dass 100.619 der derzeit praktizierenden Mediziner inzwischen \u00e4lter als 60 Jahre sind (23 %) \u2013 jeder dritte Arzt erreicht in diesen Jahren das Rentenalter. In Rheinland-Pfalz etwa hat jeder 7. Praxisarzt das 65. Lebensjahr erreicht bzw. \u00fcberschritten \u2013 bundesweit sind rund 16 % sog. \u201eSilverworker\u201c (in Bremen und Th\u00fcringen gar 23 %). Im Jahr 2040 werden bis zu 50.000 \u00c4rzte fehlen!<\/p>\n\n\n\n<p>Dasselbe Problem stellt sich auch in \u00d6sterreich: Hier k\u00f6nnen w\u00e4hrend einem Jahrzehnt mehr als 18.000 der derzeitigen 52.000 Mediziner in die Pension gehen. Vor allem am Land droht somit in beiden L\u00e4ndern ein massiver \u00c4rztemangel! Und dies obwohl zuletzt zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen die Quote angestiegen ist: 1990 kamen auf 100.000 Einwohner 312,7 Mediziner, 2018 431,1 und 2023 671,7 \u00c4rzte pro 100.000 (eingerechnet sind neben den niedergelassenen auch die Krankenhaus- und Fach\u00e4rzte). Die Zahl der Praxen erh\u00f6hte sich von 92.000, 2018 auf 148.600 und verringerte sich bis Ende 2024 auf 123.750!<\/p>\n\n\n\n<p>Reicht dies f\u00fcr den demographischen Wandel? Damit klettert n\u00e4mlich auch der Behandlungsbedarf nach oben. So stieg nach Angaben des Ehren-Pr\u00e4sidenten der Bundes\u00e4rztekammer, Prof. Dr. Med. Frank Ulrich Montgomery, zwischen 2009 und 2017 die Zahl der Behandlungsf\u00e4llen in den Krankenh\u00e4usern von 17,8 auf 19,5 Millionen, fiel jedoch nach Corona wieder auf 17,2 Mio 2023 &#8211; parallel dazu kommt es j\u00e4hrlich zu rund einer Milliarde Arztkontaken in den Praxen der niedergelassenen \u00c4rzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht man in\u2019s Detail, so offenbaren sich die Probleme: In der Region Altmark (Sachsen-Anhalt kommen auf 100.000 Einwohner gerade mal 280 \u00c4rzte, w\u00e4hrend es in Berlin 715 sind. Selbes Prozedere in \u00d6sterreich: Ab 7 Mediziner auf 1.000 Einwohner in Wien, ab 4,5 hingegen nur in Ober\u00f6sterreich und Vorarlberg. Auch im Vergleich von St\u00e4dten und deren Landkreisen zeigt sich ein \u00e4hnliches Bild. Dies liegt vornehmlich in der Ursache begr\u00fcndet, dass freiwerdende Praxen auch in \u00fcberversorgten Gebieten stets nachbesetzt werden d\u00fcrfen, w\u00e4hrend sie am Land verwaisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gibt es alle H\u00e4nde voll zu tun. Wartezeiten von einer teils gar zwei Stunden, die Magazine im Wartezimmer sind schon in- und auswendig bekannt &#8211; ganz normal, sucht man den Hausarzt seines Vertrauens auf. Durch die Verl\u00e4ngerung der Lebensdauer wird die Arbeit der \u00c4rzte auch weiterhin zunehmen. Kontr\u00e4r dazu sinkt die Zahl der Allgemeinmediziner drastisch, w\u00e4hrend sie bei den Vertrags\u00e4rzten (angestellte Mediziner) steigt. Mit diesem Problem muss sich auch die Politik besch\u00e4ftigen, obwohl gerade hier viel versprochen und nur wenig eingehalten wird. Die Folge: Weite Anfahrtswege und noch l\u00e4ngere Wartezeiten! Dies zu einer Zeit, in welcher vermehrt die Krankenh\u00e4user wieder Kompetenzen (Nachuntersuchungen beispielsweise) an die niedergelassenen \u00c4rzte abgeben, damit die Anzahl der Betten m\u00f6glichst gering gehalten werden kann (Lenkung der Patientenstr\u00f6me). Doch beisst sich hierbei die Katze in den eigenen Schwanz: Der Ehrenpr\u00e4sident der deutschen Bundes-\u00e4rztekammer, Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery forderte deshalb schon vor Jahren mehr Medizinstudienpl\u00e4tze &#8211; die Politik d\u00fcrfe bei der Umsetzung des \u201eMasterplans Medizinstudium 2020\u201c nicht auch weiterhin tr\u00f6deln. Inzwischen gottlob geschehen, obgleich dies von so manchem bezweifelt wurde &#8211; beispielsweise hielt der damalige Dekan der Medi-zinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Jena, Orlando Guntimas-Lichius, eine Erh\u00f6hung der Studienpl\u00e4tze mit dem Wintersemester 2021\/22 f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201c! Bayern hingegen hat im selben Jahr offenbar mit der \u201eLand-arztquote\u201c eine L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit gefunden: 8 % der Studienpl\u00e4tze werden f\u00fcr Bewerber freigehalten, die \u201eein besonderes Interesse an der haus\u00e4rztlichen T\u00e4tigkeit im l\u00e4ndlichen Raum bekunden\u201c. Viele davon kommen aus dem Bereich der Pflege oder sind Notfallsanit\u00e4ter. Sie kamen bislang nicht in Betracht, da sie beim Abi keine 1 vorweisen konnten. Daf\u00fcr haben sie sich verpflichtet, nach der Ausbildung als Landarzt eine Praxis zu \u00fcbernehmen. Viele Bundesl\u00e4nder haben das Modell inzwischen \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereitschaftsdienste und Not\u00e4rzte sind immer \u00f6fter unterbesetzt, sodass sich vermehrt ambulante Patienten direkt an die Kliniken wenden. Ambulanzen jedoch binden viel medizinisches Fachpersonal. Deshalb gehen manche Krankenh\u00e4user bereits dazu \u00fcber, ambulante Erstver-sorgungseinheiten einzurichten. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass rund 40 % der Patienten an die Haus\u00e4rzte verwiesen werden k\u00f6nnen. Um die Situation bei den Notdiensten zu entsch\u00e4rfen, werden auch fach-fremde \u00c4rzte zu Bereitschaftsdiensten verpflichtet. In Bayern etwa d\u00fcrfen \u00c4rzte, die das 60. Lebensjahr \u00fcberschritten haben, nicht mehr f\u00fcr Bereitschaftsdienste herangezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00dcbel liegt wohl darin, dass der Beruf eines Allgemeinmediziners immer unattraktiver wird. Geregelte Arbeitszeiten, Karriereleiter, Reichtum &#8211; all das bleibt f\u00fcr den Landarzt meist nur ein Wunschtraum. An Forschung ist gar nicht zu denken. Deshalb konzentrieren sich die Kommilitonen bereits w\u00e4hrend der Ausbildung auf eine Fachrichtung. Hier bleiben alle T\u00fcren offen, jene der eigenen Praxis ist vielleicht die letzte! In der Bayerischen Landes\u00e4rztekammer wird durchaus das Thema \u201ePharmaunternehmen\u201c diskutiert. Diese ben\u00f6tigen Experten &#8211; das bedeutet dann zumeist grosse Karriere f\u00fcr bereits junge Studienab-g\u00e4nger. Zudem erfordert die Allgemeinmedizin eine lebenslange Weiter-bildung, mehrere Umz\u00fcge und verschiedene Stellenwechsel. Bei der \u00c4rztekammer spricht man von im Schnitt 15 Jahren, bis sich der Allge-meinmediziner niederl\u00e4sst und endlich seine eigene Praxis er\u00f6ffnet. Apropos eigene Praxis: Viele scheuen sich vor den horrenden Kosten. So m\u00fcssen f\u00fcr eine Praxis-Neugr\u00fcndung durchaus 200-300.000 \u20ac fl\u00fcssig gemacht werden. Deshalb werden immer mehr \u00c4rzteh\u00e4user oder Gemeinschaftspraxen aus dem Boden gestampft, damit etwa die Verwaltung f\u00fcr den Einzelnen so gering als m\u00f6glich gehalten werden kann. Und gerade dieser Aufwand ist nicht unerheblich. Dies h\u00e4lt sich beim angestellten Arzt in Grenzen, erfordert aber gerade bei den niedergelassenen \u00c4rzten einen Grossteil ihrer Arbeitszeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei zeigen durchaus positive Beispiele andere m\u00f6gliche Wege auf: In den Niederlanden schreiben sich alle Patienten im Einzugsgebiet eines Landarztes ein &#8211; dadurch erh\u00e4lt dieser eine Grundfinanzierung. Das Modell w\u00fcrde der Bund der Deutschen Haus\u00e4rzte gerne \u00fcbernehmen, doch verweigern sich hier die Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen. Hinzu kommt ferner der Freizeitfaktor. Gerade bei jungen \u00c4rzten sehr entscheidend f\u00fcr die Wahl der Fachrichtung. Und die M\u00f6glichkeit der Privatpatienten im st\u00e4dtischen Bereich &#8211; nicht zu verachten! So verlangt beispielsweise ein Facharzt f\u00fcr eine Behandlung wesentlich mehr als der Allgemeinmediziner.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Bereich der Krankenh\u00e4user ist Feuer am Dach. Es fehlt der Nachwuchs. Nach Insider-Angaben sind es beispielsweise in Wien und Umgebung zumindest 472 Mediziner, die sofort eingestellt werden k\u00f6nnten. Im Alpenstaat bedarf es j\u00e4hrlich rund 1.900 \u00c4rzten, um den derzeitigen Versorgungsstand halten zu k\u00f6nnen. J\u00e4hrlich stehen 1.756 Studienpl\u00e4tze f\u00fcr Humanmedizin zur Verf\u00fcgung (plus 144 f\u00fcr Zahn-medizin). Doch nehmen nicht mal die H\u00e4lfte nach ihrer Ausbildung eine T\u00e4tigkeit im Lande auf. Mehr als ein Drittel etwa gehen (zur\u00fcck) ins Ausland (500 von 1.300 Absolventen)!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben von Destatis\u202f2024 bleiben bis 2049 zehntausende Arztstellen in Deutschland unbesetzt, rund 690\u202f000 Pflegekr\u00e4fte werden bis dahin fehlen. Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts hatten 77 % der Krankenh\u00e4user 2023 Probleme bei der Besetzung offener Arzt-Stellen \u2013 pro Krankenhaus blieben statistisch gesehen vier Vollzeit-stellen unbesetzt. Wartete fr\u00fcher ein junger Arzt sehr lange auf einen Turnusplatz, so bleiben inzwischen viele dieser Pl\u00e4tze leer. Von Medizinerschwemme also keine Spur mehr. W\u00e4hrend vereinzelt in deutschen Landen bereits Weiterbildungsverb\u00fcnde geschaffen werden, zu welchen sich Kliniken und Fach\u00e4rzte zusammenschliessen, versucht man es in \u00d6sterreich mit einem Wohlf\u00fchlfaktor bei den Klinik\u00e4rzten: Verbesserung der Arbeitsbedingungen, klare Ausbildungsrichtlinien und schliesslich eine Gehaltsreform. Dies jedoch behagt dem zu Niedrig-l\u00f6hnen arbeitenden Pflegepersonal nicht. Trotzdem: Aufgrund des Personalnotstandes sind f\u00fcr einen Klinikarzt 60-80 Wochenstunden, grosse Teile sogar als Dauerdienst, keine Seltenheit! Gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten: Was ist das!? Das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz schliesst eine maximale Dienstdauer von 25 Stunden sowie von 72 Stunden in einzelnen Wochen des Durchrechnungs-zeitraums nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich kommt noch erschwerend hinzu, dass in der Stadt die Zahl der Apotheken von der Zahl der Einwohner abh\u00e4ngt &#8211; in vielen Teilen \u00d6sterreichs betreiben die Land\u00e4rzte selbst Hausapotheken. Siedeln sich nun auch dort immer mehr Apotheken an, so nehmen sie dem Landarzt die Kundschaft f\u00fcr das sehr lukrative Hausapothekengesch\u00e4ft weg. Nur eine Praxis &#8211; f\u00fcr viele deshalb unrentabel. Mit ein Faktor, weshalb viele Land\u00e4rzte keine Nachfolger finden und die Praxen verwaisen. Die Zahl der Haus\u00e4rzte sank im Alpenstaat zwischen 2015 bis 2025 von 14.300 auf 13.000, in Deutschland stieg hingegen deren Zahl zwischen 2014 und 2024 um 3,4 % auf 66.100. Allerdings sind nicht weniger als 41 % der Haus\u00e4rzte \u00e4lter als 60 Jahre! Leerstehende Praxen findet man vornehm-lich in Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, wurde 2012 das sog. \u201eLandarztgesetz\u201c (GKV-Versorgungsstruktur-Gesetz) geschaffen, wodurch junge \u00c4rzte und -innen dazu motiviert werden sollen, Landarztpraxen zu \u00fcbernehmen. Zwingen freilich kann sie niemand. In Niedersachsen \u00fcbernehmen in der Zwischenzeit viele Hausbesuche Arzthelferinnen, die zu nicht-\u00e4rztlichen Praxisassistentinnen ausgebildet wurden. So etwa bei \u00e4lteren oder chronisch kranken Patienten. In \u00d6sterreich belief sich die Zahl der niedergelassenen \u00c4rzte im Jahr 2017 auf 4.798, 4.785 im Jahr 2023, nahm also ab. Angestiegen hingegen sind die Wahl\u00e4rzte: Von 5.249 auf 6.175!<\/p>\n\n\n\n<p>Viele der noch praktizierenden Haus\u00e4rzte kennen eine zus\u00e4tzliche Ursache f\u00fcr die Misere: Die Vernachl\u00e4ssigung der Hausarztmedizin gegen\u00fcber der technischen Medizin! Klar, dass ein Chirurg in der Not-fallambulanz eines Krankenhauses eine Operation empfiehlt, der Haus-arzt diese jedoch meist als letzte M\u00f6glichkeit ansieht. Haben Sie etwa gewusst, dass heisses Sprite ohne Kohlens\u00e4ure und eine heisse W\u00e4rmflasche gegen Gastritis helfen kann? Den Tipp erhielt ich von einem Landarzt!<\/p>\n\n\n\n<p>Noch prek\u00e4rer \u00fcbrigens ist die Situation bei den \u00c4rzten im \u00d6ffentlichen Gesundheitswesen \u2013 nicht zuletzt auch aufgrund des wesentlich geringeren Verdienstes. Ein hier bestehender Engpass wirkt sich &#8211; wie in der Pandemie bewiesen &#8211; v.a. in der Infektionsabwehr fatal aus, betonen die Gewerkschaft Marburger Bund (MB) und der Bundesverband der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte des \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienstes (BV\u00d6GD) unisono.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die medizinische Grundversorgung nicht komplett zusammen-bricht, wird etwa Werbung in den EU-Krisenl\u00e4ndern gemacht. Deutsche \u00c4rzte wanderten 2024 oftmals aufgrund des besseren Verdienstes vornehmlich in die Schweiz ab (675), gefolgt von \u00d6sterreich (331).<\/p>\n\n\n\n<p>Zuvor war Skandinavien hei\u00df begehrt: So lockte beispielsweise das Land Carl Gustavs deutsche Mediziner mit \u00fcberschaubaren Schichten (40 Stunden pro Woche &#8211; 18 Stunden am St\u00fcck d\u00fcrfen nicht \u00fcberschritten werden), bezahlten \u00dcberstunden und vier Wochen Sommerurlaub. Sprachkurse wurden bezahlt, Kinder betreut und die Wohnungssuche vom Krankenhaus durchgef\u00fchrt. 2010 nutzten dieses Angebot 55 deutsche \u00c4rzte. Doch geht es ihnen nicht um den Verdienst. So ergab eine vergleichende Studie der Unternehmensberatung KPMG im Sommer 2011, dass das kaufkraftbereinigte Nettoeinkommen von \u00c4rzten mit drei bis f\u00fcnf Jahren Berufserfahrung in Schweden bei 28 &#8211; 32.000 \u20ac liegt, bei deutschen hingegen bei 32 &#8211; 40.000 \u20ac. Somit gibt das Arbeitsumfeld den Ausschlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzulande sollen die ansonsten leerstehenden Arztpraxen mit aus-l\u00e4ndischen Medizinern zu neuem Leben erweckt werden. Doch gibt es ungeahnt viele H\u00fcrden, die in Schweden alsdann nicht bestehen: Einerseits die deutsche Sprache, die in den meisten F\u00e4llen erlernt werden muss (Absolvierung des Sprachtests zur Patientenkommunikation) und andererseits die Anerkennung des ausl\u00e4ndischen Studiums &#8211; die Appro-bation. 2024 waren mehr als 68.000 ausl\u00e4ndische \u00c4rzte in Deutschland gemeldet. Das bedeutet bei 437.000 einen Anteil von mehr als 15 %. Die Liste f\u00fchrten Syrien (7.042) und die Rum\u00e4nen (4.682) an, gefolgt von den \u00d6sterreichern (3.036). Ob Zweitere den Sprachtest auch absolvieren mussten, entzieht sich der Kenntnis des Schreiberlings. Auch im Klinik-Bereich v.a. in der Provinz trifft man vermehrt auf ausl\u00e4ndische \u00c4rzte. Das Manager Magazin spricht sogar von einer \u201eEinwanderungswelle im OP\u201c! Die ausgewanderten Mediziner allerdings fehlen dann wieder im Alpenstaat. So ist mir beispielsweise aufgefallen, dass in Tirol interviewte \u00c4rzte zu 90 % deutsches Hochdeutsch sprechen &#8211; bei Innsbruck handelt es sich um ein Universit\u00e4tsklinikum! D.h. die Masse kann ziehen, die Spezialisten werden aus Deutschland geholt (2024 waren 3.210 deutsche Mediziner in Rot-Weiss-Rot t\u00e4tig). Das jedoch f\u00fchrt zum Kernproblem der Situation: Der Ausd\u00fcnnung eines ganzen Berufsstandes! Noch merkt der Patient davon nur sehr wenig, wie eine Studie der Barmer GEK und der Bertelsmann-Stiftung ergab. Demnach waren im Jahr 2018 in der Stadt 64 und am Land 56 % mit dem Zugang zu Haus\u00e4rzten sehr zufrieden. Doch &#8211; schliesst der eigene Hausarzt, platzt zumeist diese Luftblase!<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Zahlen kommen aus Deutschland, mit Ausnahme der speziell f\u00fcr \u00d6sterreich bezeichneten!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.bundesaerztekammer.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.aerztekammer.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.kbv.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; gesundheitsdaten.kbv.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.versorgungsatlas.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.zi.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.vlkoe.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.hausaerzteverband.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.hausaerzteverband.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; oegam.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.leitendekrankenhausaerzte.at\/\">www.leitendekrankenhausaerzte.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.gesundheitskasse.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.aerztekammer-bw.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.medizinrecht-europa.eu<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipp:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Dem deutschen Gesundheitswesen gehen die \u00c4rzte aus; Thomas Kopetsch; Bundes\u00e4rztekammer 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die H\u00f6rs\u00e4le sind bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt (zumindest in jenen Zeiten, in welchen die Universit\u00e4ten Lehrbetrieb haben), die Pr\u00fcfer k\u00f6nnen es sich offenbar nach wie vor erlauben, bei den Teilpr\u00fcfungen gross reine zu machen &#8211; oder doch nicht? 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