
{"id":12772,"date":"2026-05-02T07:43:28","date_gmt":"2026-05-02T05:43:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12772"},"modified":"2026-05-02T07:43:28","modified_gmt":"2026-05-02T05:43:28","slug":"esc-der-niedergang-der-musikkultur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/05\/02\/esc-der-niedergang-der-musikkultur\/","title":{"rendered":"ESC &#8211; Der Niedergang der Musikkultur"},"content":{"rendered":"\n<p>Werte Leser dieser meiner Zeilen &#8211; gleich zu Beginn muss ich mich heute outen: Ich werde mir weder das Finale am 16. Mai in Wien, noch eines der Semifinali des ESC 2026 anschauen! Der European Songcontest interes-siert mich schlichtweg \u00fcberhaupt nicht. Anstatt dessen habe ich mir die WM-Finalspiele der DFB-Auswahl seit 1954 besorgt, Bier wird eingek\u00fchlt und Snacks angerichtet. Da mache ich keinen Hehl daraus und werde es in den kommenden S\u00e4tzen etwas pr\u00e4zisieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Vorweg einige allgemeine Informationen. Im Jahr 1954 gr\u00fcndeten die staatlichen Rundfunkanstalten der westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder in Genf die European Broadcasting Union EBU. Mit ihrer Hilfe sollte ein Austausch von Rundfunk- und Fernsehprogrammen \u00fcber die Grenzen hinweg wesentlich erleichtert werden. Daf\u00fcr wurde sp\u00e4ter ein eigener Satellitenkanal (Euro-vision News EVN) eingerichtet. Die Premiere machte am 6. Juni 1954 das Narzissenfest von Montreux. Ein Jahr darauf wurden hunderttausende Zuschauer (der Fernseher war damals noch ein Luxusgut!) Zeugen des wohl tragischsten Unfalls in der Geschichte des Motorsport: Beim 24-h-Rennen von Le Mans starben 84 Menschen. Seit 1959 wird zudem jeweils am 01. Januar das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker sowie am Ostersonntag der p\u00e4pstliche Ostersegen via EBU ausgestrahlt uvam. Das Pendant zur Eurovision war in den osteurop\u00e4ischen Staaten die Inter-vision.<\/p>\n\n\n\n<p>Die EBU startete dann im Jahre 1956 mit dem Grand Prix d&#8217;Eurovision de la Chanson aus Lugano und sieben Teilnehmern; dem ersten grenz\u00fcber-schreitenden Musikwettstreit der L\u00e4nder &#8211; live im Fernsehen. Die Strassen waren leergefegt &#8211; wer einen Fernseher zuhause hatte, verbrachte den Abend vor der Glotze, die anderen bei Ihren Verwandten oder Nachbarn, die einen Flimmerkasten besassen. Als Vorbild diente das San Remo Festival. Bereits ein Jahr sp\u00e4ter (in Frankfurt\/Main) entsendete jeder Mit-gliedsstaat der EBU einen Vertreter in das Starterfeld &#8211; San Remo war pl\u00f6tzlich vergessen. Seit 1958 wird nun die Folgeveranstaltung im Land des Siegers abgehalten. Das Interessante daran war, dass jedes Land mit dem entsprechenden Lied etwas eigene Kultur vermitteln konnte. Zudem wurde in der landeseigenen Sprache gesungen (bis 1999), was dem Ganzen noch weitaus mehr an Flair brachte. Nur die Schweiz konnte es sich aussuchen, ob der Beitrag auf deutsch, italienisch oder franz\u00f6sisch pr\u00e4sentiert wurde. Die Musik kam nicht etwa vom Band sondern vielmehr live aus dem Orchestergraben, dirigiert zumeist vom Chefdirigenten des entsprechenden Starters. Nicht weniger als 150 Millionen Zuschauer verfolgten dort die Geburtsstunde von Gassenhauern, die nach der Sendung in ganz Europa gesummt, gepfiffen oder auch gesungen wurden: \u201eWaterloo\u201c, \u201eNel blu dipinto di blu (Volare)\u201c, \u201eMerci cherie\u201c, \u201eHallelujah\u201c oder auch \u201eDing-a-dong\u201c, \u201eCongratulations\u201c und \u201ePoup\u00e9e de cire, poup\u00e9e de son\u201c; Weltkarrieren wie jene von Abba, Johnny Logan, Lys Assia, Brotherhood of Man, Celine Dion, Toto Cutugno wurden begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann \u00f6ffnete sich der Eiserne Vorhang, die EBU wurde durch die ehe-maligen Ostblock-Staaten erweitert &#8211; es hielt die Politik Einzug in den Wettkampf. Bewertet wurde nicht mehr der beste Song, die meisten Punkte erhielten die Nachbarl\u00e4nder &#8211; v\u00f6llig egal, ob der Titel gut oder schlecht performed wurde. So kam es, dass pl\u00f6tzlich die One Hits Wonder auftauchten &#8211; K\u00fcnstler, die durch eine solche Strategie auf&#8217;s Podest gehoben wurden, von welchen aber auch nach dem nun als Eurovision Song Contest (ab 1992) bezeichneten musikalischen Wettstreit auch nie mehr wieder etwas zu h\u00f6ren war. Im Vorfeld des ESC 2015 in \u00d6sterreich wurde u.a. der ehemalige Starter des ESC 2002, Manuel Ortega, inter-viewt. Er wurde befragt, wer den Contest damals gewonnen hatte. Betretenes Schweigen &#8211; keine Antwort! Keine Schande &#8211; gewann doch die Lettin Marie N. mit \u201eI wanna\u201c vor Malta (Ira Losco \u201e7th wonder\u201c). Ist erst 24 Jahre her &#8211; doch kennt die noch Irgendwer? Nicht mal der britische Beitrag, der gemeinsam mit Estland auf dem 3. Platz landete (Jessica Garlick \u201eComeback\u201c), wird noch jemandem gel\u00e4ufig sein. Runter von der B\u00fchne und schon aus dem Sinn! Einzig Loreen aus Schweden (Siegerin 2012 mit \u201eEuphoria\u201c sowie 2023 mit \u201eTattoo\u201c) wird heute noch gespielt. Beides Up-Tempo-Nummern, die aus dem ehemaligen Chanson-GP nun auch endg\u00fcltig einen der vielen Pop-Wettbewerbe machte.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Eine Ausnahme machte zudem ausgerechnet Lena Meyer-Landrut, die sich erstmals nicht \u00fcber den normalen Weg qualifizierte. Sie gewann den ESC im Jahre 2010 mit \u201eSatellite\u201c. Danach folgten mit \u201eMy Cassette Player\u201c (Nr. 1 in Deutschland und \u00d6sterreich), \u201eGood News\u201c (Nr. 1 in D, Nr. 7 in \u00d6) sowie \u201eStardust\u201c, \u201eCrystal Sky\u201c und \u201eOnly Love.L\u201c (jeweils Nr. 2 in D, letzterer Nr. 4 in \u00d6) noch weitere Platzierungen an der Chartspitze. Sp\u00e4ter wurde es auch bei ihr etwas ruhiger. Erst durch ihren Job als Jurorin bei \u201eThe Voice Kids\u201c (einem Kinder-Nachwuchswettbewerb) kam sie wieder ins Gerede.<\/p>\n\n\n\n<p>Seither haben Songs, die eher in das Slow-AC- oder Schlager-Format passen, nicht mal mehr den Hauch einer Chance. Und die Sieger-Titel &#8211; jo mei &#8211; es gibt den MTV-Award, Brit-Award, Grammy, die Goldene Stimm-gabel, den Cometen, Amadeus, Swiss Music Award,&#8230; &#8211; soll man da wirklich jeden Song, der gewonnen hat, auch ein Jahr sp\u00e4ter noch kennen? Vor allem da Musik inzwischen am Fliessband produziert wird \u2013 sogar durch K\u00fcnstliche Intelligenz, ohne jedes menschliche Zutun. Und, dass sich da so manch einer nicht zu schade daf\u00fcr ist, erfolgreiche Songs in irgendeiner Weise abzukupfern, zeigte wohl niemand besser als Cascada, die ein Jahr nach \u201eEuphoria\u201c mit \u201eGlorious\u201c f\u00fcr Deutschland auf der B\u00fchne stand! Auch der\/dem \u00f6sterreichischen Vertreter\/-in Conchita Wurst wurden Plagiatsvorw\u00fcrfe an den Kopf geworfen. Zu sehr klang sein\/ihr \u201eRise like a Phoenix\u201c wie der Titelsong aus einem James Bond-Film. Auch bei vielen anderen wird nahezu jedes Jahr behauptet, dass \u201eexakt die gleichen Harmonien und weitestgehend sogar die Harmonie-f\u00fchrung genau \u00fcbernommen\u201c wurden. Na ja &#8211; offenbar gibt es eben nichts neues mehr! Ein Blick in die Hitparaden beweist dies: \u201eValerie\u201c von Marc Ronson feat. Amy Winehouse (Original: The Zutons), \u201eCar Wash\u201c von Christina Aguilera (Original: Rose Royce), \u201eAin&#8217;t nobody\u201c von Felix Jaehn ft. Jasmine Thompson (Original: Rufus &amp; Chaka Khan), \u201eLemon Tree\u201c von Alle Farben (Original: Fool&#8217;s Garden), \u201eBitter Sweet Symphony\u201c von Gamper &amp; Dadoni feat. Emily Roberts (Original: Rolling Stones bzw. The Verve), \u201eWould I lie to you\u201c von David Guetta, Cedric Gervais &amp; Chris willis (Original: Charles &amp; Eddie) u.v.a.m.! Der Experte spricht hierbei von \u201eRemakes\u201c bzw. \u201eSecond Hand Songs\u201c. So wird so manch Kiddy meinen &#8211; \u201ePoah &#8211; hammergeil!\u201c! Dem sei hiermit entgegengesetzt: Die Originale sind zumeist vorschlaghammergeil!!!<\/p>\n\n\n\n<p> Inzwischen entwickelt sich der Songcontest, nachdem er zur Meterware wurde, immer mehr zur Freak-Show. Besonders die Finnen zeigen hierbei einen sehr grossen Ideenreichtum. Gewannen doch Lordi mit &#8222;Hard Rock Hallelujah&#8220; 2006 <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Lordi - Hard Rock Hallelujah (live in Ostrava 2025)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/BAWOSViAcA8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>\u0086oder der Beitrag 2023 \u2013 K\u00e4\u00e4rij\u00e4 mit \u201eCha Cha Cha\u201c. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"K\u00e4\u00e4rij\u00e4 - Cha Cha Cha (Official Music Video)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/U-b5gDWVnps?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Nahezu jedes Jahr sind immer wieder recht interessante Interpreten aus dem Nordosten Europas zu sehen und v.a. zu h\u00f6ren. In diesem Jahr wird die finnische Flagge durch Linda Lampenius x Pete Parkkonen mit dem Titel \u201eLiekinheitin\u201c \u2013 ausnahmsweise mal ein erstaunlich normaler Poptitel, der mir nicht mal so schlecht gef\u00e4llt!<\/p>\n\n\n\n<p>Dem nicht genug: M\u00e5neskin (2021 mit \u201eZitti e buoni\u201c), Netta (2018 mit \u201eToy\u201c) oder auch die politische Botschaft in Richtung Russland Kalush Orchestra (2022 mit \u201eStefania\u201c), der nonbin\u00e4re Nemo aus der Schweiz (2024 mit \u201eThe Code\u201c) oder zuletzt der Countertenor JJ aus \u00d6sterreich (2025 mit Wasted love\u201c). Somit setzen auch andere L\u00e4nder immer mehr auf das Auffallen: Dana International, eine Transsexuelle aus Israel, die\/der 1998 mit \u201eDiva\u201c gewann &#8211; neu aufgerollt 2014 durch die bereits angesprochene Conchita Wurst mit \u201eRise like a Phoenix\u201c. Die Wurst kam nur zu sehr wenigen Chart-Platzierungen im Vergleich mit den Zweit-platzierten, den niederl\u00e4ndischen Common Linnets mit \u201eCalm after the storm\u201c. Es siegte somit nicht der Song, sondern die Interpretin &#8211; nix also mit dem \u201eWettstreit der Komponisten und Songtextern\u201c!<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Conchita Wurst &#8211; Rise like a phoenix<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Deutsche Charts: 4 Wochen &#8211; beste Platzierung 5<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Schweizer Charts: 4 Wochen &#8211; beste Platzierung 2<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>\u00d6sterreichische Charts: 16 Wochen &#8211; beste Platzierung 1<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Common Linnets &#8211; Calm after the storm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Deutsche Charts: 41 Wochen &#8211; beste Platzierung 3<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Schweizer Charts: 21 Wochen &#8211; beste Platzierung 3<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>\u00d6sterreichische Charts: 34 Wochen &#8211; beste Platzierung 2<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dame mit dem Bart wurde mit dem Aufschrei nach mehr Liebe und v.a. Toleranz gefeiert &#8211; da h\u00e4tte sie\/er auch ein Kinderlied zwitschern k\u00f6nnen und trotzdem gewonnen &#8211; aufgrund Ihrer Gesichtsbehaarung! Seither zupfen sich weltweit Millionen von Frauen nicht mehr die Haare ihres Damenbartes weg und viele Touristen kommen nach wie vor nach \u00d6sterreich um sich zu \u00fcberzeugen, dass ganz oben auf der Alm die H\u00fcttenwirtin wirklich ausschaut wie die Conchita! Doch &#8211; \u00e4usserte man sich vielleicht etwas kritisch zur Kunstfigur \u201eConchita Wurst\u201c, so musste v.a. Mann gar Pr\u00fcgel bef\u00fcrchten &#8211; von jenen, die mehr Toleranz forderten! Schr\u00e4ge V\u00f6gel wie Guildo Horn &amp; seine Orthop\u00e4dischen Str\u00fcmpfe, Stefan Raab als Legastheniker, Alfred Poier als Leiterwagen-Kapit\u00e4n oder auch die beiden zwar h\u00fcbschen trotzdem aber komplett abgefahrenen taTu aus Russland liessen so manchen Musik-Kenner zur Fernbedienung greifen, sorgten aber im Endeffekt f\u00fcr mehr Schlagzeilen als die Sieger! Auch sind immer wieder sexy Frauen zu sehen, die zwar viel nackte Haut zeigen, jedoch teils wenig stimmliche Qualit\u00e4ten vorzuweisen haben. Ani Lorak aus der Ukraine 2008, Svetlana Loboda ebenfalls aus der Ukraine 2009, Margaret Berger aus Norwegen 2013, Cleo &amp; The Girls aus Polen 2014, Jana Bur\u010desk<em>a<\/em> aus Nord-Mazedonien 2017, Efendi aus Aserbeidschan 2021 etc.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>(Anmerkung des Schreiberlings: Sch\u00f6n anzuschauen &#8211; wenn nur die Musik nicht so st\u00f6ren w\u00fcrde!)<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>F\u00fcr den T\u00fcrken Erdogan Anlass genug (neben dem Auftritt der Wurst), die Teilnahme seines Landes zu verhindern, obwohl die belgisch-t\u00fcrkische Pops\u00e4ngerin Hadise 2009 selbst einen gewagten Auftritt zeigte. Daneben verblassten Verkaufsmillion\u00e4re wie Five, Silver Convention, Ricchi \u00e9 Poveri, Baccara, DJ Bobo, Alan Sorrenti oder Stimmbandgr\u00f6ssen wie die No Angels, Bonnie Tyler und Il Volo. Besonders zum Denken gab der inzwischen geadelte Sir Cliff Richard: Mit \u201eCongratulations\u201c 1968 nur zweiter, mit \u201ePower to all our friends\u201c 1973 gar nur Dritter verkaufte er in diesen Jahren mehr Tontr\u00e4ger der beiden Songs als die jeweiligen Sieger.<\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen die beiden letzten Sieger:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>.) Nemo 2024 mit \u201eThe Code\u201c:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur in der Schweiz und Griechenland auf Platz 1, in den beiden grossen M\u00e4rkten Deutschland und Grossbritannien nur auf Rang 14 bzw. 18, in den US-Billboard-Hot-Dance &amp; Electronic Songs auf Platz 32.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>.) JJ 2025 mit \u201eWasted Love\u201c:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich auf Platz 1, in der Schweiz auf 3, in Deutschland und Gross-britannien auf Platz 13 bzw. 53. Allerdings sorgte er f\u00fcr gute Streaming-Zahlen!<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage gewinnt nur jene(r) Interpret(-in), der\/die am meisten aufzu-fallen weiss, die geilste Performance bringt oder den Goodwill der Ost-Connection hat, die sich immer wieder gegenseitig die 12 zuschieben. \u00dcbrigens haben Liechtenstein und der Vatikanstaat noch nie am Songcontest teilgenommen. Ich denke mir, dass ein gemischter Kardinals- und Schwesternchor doch einiges in Sachen Niveau der Veranstaltung wettmachen k\u00f6nnte, wenn noch m\u00f6glich! Das meinen \u00fcbrigens auch die Luxemburger, die sich 1993 nicht qualifizierten und vom folgenden Jahr weg bis 2024 pausierten. Mangelndes Interesse &#8211; trotz f\u00fcnffachem Sieg \u2013 und zu wenig Geld! Ha&#8230;!<\/p>\n\n\n\n<p>Was also h\u00e4lt die Zuseher noch am Bildschirm? Ich denke mir, dass die \u00dcbertragung der Brit-Awards sicherlich interessanter ist, da die wirk-lichen Stars des Pop- und Rock-Business vertreten sind und Madonna ja m\u00f6glicherweise wieder von der B\u00fchne kippen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Die moderne Satellitentechnik \u00fcbrigens macht es m\u00f6glich, dass Millionen auch ausserhalb Europas den ESC ansehen k\u00f6nnen &#8211; in den USA, Kanada, Australien (seit einigen Jahren selbst Teilnehmer), Japan, Indien und China etwa.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Alles in allem kostet die Austragung sehr viel Geld \u2013 in \u00d6sterreich waren im Jahr 2015 rund 15 Mio \u20ac f\u00fcr den Veranstalter, dem \u00d6sterreichischen Rundfunk, veranschlagt. Tats\u00e4chlich kam das Ganze aber auf weitaus mehr als 17 Mio &#8211; der gr\u00f6sste Batzen (nahezu 9 Mio) davon ging an die Wien Holding als Inhaber des Austragungsstandortes Wiener Stadthalle f\u00fcr Miete, Adaptierung, etc.), gefolgt vom Marketing (rund 6 Mio) &#8211; und ich dachte, der ESC sei ein Selbstl\u00e4ufer!).<\/p>\n\n\n\n<p>Und in diesem Jahr? Nach einer Studie Kosten von 36 Mio Euronen (!). Auch hier die drei gr\u00f6ssten Batzen: Stadthalle Wien (12 Mio), Personal (6,6 Mio) und schliesslich K\u00fcnstler\/-innen (4,9 Mio). Um wieviel dieser Budgetplan \u00fcberschritten wird, ein Schelm, der denkt, er weiss es! Vonseiten des veranstaltenden ORFs rechnet man mit einer gesamtwirt-schaftlichen Wertsch\u00f6pfung von 52 Mio.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos &#8211; von einer Umwegrentabilit\u00e4t zu sprechen, grenzt an Hohn, da diese Gelder ja schliesslich nicht oder nur in geringen Ma\u00dfe, dem Veranstalter zugute kommen. Also zahlt der Geb\u00fchren- und der Steuer-zahler &#8211; v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, ob er sich f\u00fcr das Spektakel interessiert oder nicht. Wer jetzt mit dem ber\u00fchmten \u201eJa, aber&#8230;!\u201c kommen sollte, dem sei als Beispiel die Stadt Bregenz am Bodensee an&#8217;s Herz gelegt. Dort freute man sich 2008 auf die James-Bond-Dreharbeiten f\u00fcr \u201eEin Quantum Trost\u201c und das \u201eAktuelle Sportstudio\u201c des ZDF anl\u00e4sslich der Fussball-EM. Gesprochen wurde \u00fcber eine nahezu unbezahlbare Werbung &#8211; wenn dies so gewesen w\u00e4re, weshalb gab es dann einen derart grossen Aufruhr, weil ein riesiges Loch im Budget der Stadtmarketing klaffte, das schliesslich ebenso wieder mit Steuergelder gestopft werden musste. W\u00e4re dieses Geld direkt in Massnahmen auf Nischenm\u00e4rkten investiert worden, w\u00e4re wohl mehr dabei herausgekommen. Und, dass der damalige Generalintendant des ORF, Alexander Wrabetz, schon vor dem Gewinn der Wurst sowohl vom Bund als auch den Geb\u00fchrenzahlern mehr Geld gefordert hat, ist kein Geheimnis! Ich erinnere mich zur\u00fcck an das Jahr 2014, als \u00d6sterreich pl\u00f6tzlich zum Favoritenkreis z\u00e4hlte. Da kam doch der Satz: \u201eUm Gottes Willen! Wenn die gewinnt muss \u00d6sterreich den ESC im kommenden Jahr ausrichten! Wer soll das bezahlen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Heuer also erneut in Wien! Nach Angaben der Eurovision waren alle neun Shows in Rekordzeit ausverkauft. Nur auf Wiederverkaufsplattformen wie oe-ticket gibt es noch Karten zu Originalpreisen plus die \u00fcbliche Vorver-kaufsgeb\u00fchr (von 28,75 \u20ac f\u00fcr das Second Semi-Final Evening Preview bis zu 218,50 f\u00fcr die Live-Show des Second Finals). Alle anderen Anbieter sind Kohlemacher, die zu weit \u00fcberh\u00f6hten Preisen verkaufen. Wer jedoch in dieser Veranstaltungswoche ein Zimmer in der \u00f6sterreichischen Bundeshauptstadt ben\u00f6tigt, muss tief in die Tasche greifen.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Tja &#8211; und zum Schluss die Wahl der Interpreten selbst. In nicht wenigen der Starterl\u00e4nder, so u.a. in Grossbritannien oder auch immer mal wieder in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich werden die Interpreten durch einen internen Auswahlmodus ermittelt: Die Nichte des Bruders vom &#8230;!!! Damit vertreten sie ja eigentlich nicht ihr Land sondern Lobbyisten und jene Fernsehanstalt ihres Landes, die Mitglied der EBU ist! Kann hier wirklich von der Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me des musikalischen Schaffens des Teilnehmerstaates gesprochen werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Verstehen Sie nun, weshalb ich mir den Songcontest nicht anschauen werde? Ich hoffe, diesen \u00dcberlegungen folgen noch weitaus mehr und die Quoten f\u00fcr die Live-\u00dcbertragungen sind katastrophal! Doch ist leider hiervon nicht auszugehen. In Deutschland geh\u00f6rt der ESC inzwischen wie der Fussball zum Nationalstolz! Auch wenn es wie zuletzt im M\u00e4nner-fussball nur Platzierungen unter ferner liefen gab.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>\ufeff<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>.) Ein bisschen Wahnsinn: Wirklich alles zum Eurovision Song Contest; Clemens Dreyer, Claas Triebel, Urban L\u00fcbbeke; Verlag Antje Kunstmann M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>.) Kampf der Kulturen: der \u201eEurovision Song Contest\u201c als Mittel national-kultureller Repr\u00e4sentation; Irving Wolther; K\u00f6nigshausen &amp; Neumann W\u00fcrzburg<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>\ufeff<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.eurovision.tv\/\">www.eurovision.tv<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>&#8211; <a href=\"https:\/\/songcontest.ch\/\">songcontest.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.eurovision.de\/\">www.eurovision.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/songcontest.orf.at\/\">songcontest.orf.at\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werte Leser dieser meiner Zeilen &#8211; gleich zu Beginn muss ich mich heute outen: Ich werde mir weder das Finale am 16. Mai in Wien, noch eines der Semifinali des ESC 2026 anschauen! Der European Songcontest interes-siert mich schlichtweg \u00fcberhaupt nicht. 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