
{"id":12796,"date":"2026-05-09T07:23:08","date_gmt":"2026-05-09T05:23:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12796"},"modified":"2026-05-09T07:23:08","modified_gmt":"2026-05-09T05:23:08","slug":"vorsicht-hantavirus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/05\/09\/vorsicht-hantavirus\/","title":{"rendered":"Vorsicht: Hantavirus!!!"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Fr\u00fchling verw\u00f6hnt uns derzeit mit seinen sch\u00f6nsten Bildern \u2013 aber auch den st\u00e4rksten Pollen (ein Betroffener!). Das Fr\u00fchjahr ist bei vielen auch der Beginn der Gartensaison und des Ausmistens. Das kann jedoch in Gartenlauben oder auch Garagen gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den ersten Minusgraden haben sich viele Tiere in die w\u00e4rmeren H\u00e4user oder zumindest sch\u00fctzenden Garagen und H\u00fctten gefl\u00fcchtet, obgleich sie dort eigentlich nicht wirklich gern gesehen werden: Insekten, M\u00e4use und Ratten. Bevor sie sich vermehren und zur Plage werden, sollten Massnahmen eingeleitet werden. Vor allem, da sie auch schwere Infektionskrankheiten \u00fcbertragen k\u00f6nnen. So geschehen bei der Polizei in G\u00f6ppingen-Holzheim, wo sich im Jahr 2019 drei Bereitschaftspolizisten mit dem gef\u00e4hrlichen Hantavirus angesteckt haben. Der Grund: Die R\u00f6tel- oder auch Waldw\u00fchlmaus und die Brandmaus! Diese Nagetiere haben es sich im Keller des Geb\u00e4udes bzw. im angrenzenden Park gem\u00fctlich gemacht, hinterliessen dort ihren Kot und kontaminierten mit dem darin enthaltenen Hantavirus die K\u00f6rperschutzausr\u00fcstung der Polizisten. Alle drei Patienten mussten station\u00e4r mit Lungen- und Nierenproblemen im Krankenhaus aufgenommen werden. Im selben Jahr wurde zudem im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau Hantavirus-Alarm gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gab es im vergangenen Jahr gottlob nur wenige nachgewiesene Puumala-virus-Infektionen (37 in \u00d6sterreich), so sind es heuer bereits 50 (Quelle: MedUni Wien). In Deutschland sind es mit dem Stand vom 04.05.2026 schon 315 (Quelle: Robert Koch-Institut). Zum Vergleich: Bislang galt das Pandemie-Jahr 2021 als jenes mit den h\u00f6chsten Fallzahlen. Etwa 132 im Stadtkreis Stuttgart, 194 im Landkreis Reutlingen oder 95 im Landkreis B\u00f6blingen. Ein paar Zahlen hierzu aus dem Jahr 2025: Landkreis Emsland (11), Landkreis Osnabr\u00fcck (18), Kreis Steinfurt (12) \u2013 alle in Nieder-sachsen; Landkreis Freyung-Grafenau\/Bayern (31), Stuttgart-Stadt (17). Das d\u00fcrfte wohl heuer leider gesprengt werden. Fl\u00e4chenm\u00e4ssig besonders betroffen ist das Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg; daneben auch Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Landkreise in Bayern und Niedersachsen. Details dazu erfahren Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes! In \u00d6sterreich ist es die Steiermark, das \u00f6stliche K\u00e4rnten und das n\u00f6rdlichste Ober\u00f6sterreich. In der Schweiz gibt es nach Angaben des Sprechers der BAG Simon Ming j\u00e4hrlich nur etwa zwei labor-best\u00e4tigte F\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Hantavirus ist derzeit in aller Munden, da auf einem Kreuzfahrtschiff die Erkrankung ausgebrochen ist. Anscheinend eine sehr gef\u00e4hrliche Argentinien-Variante, die auch von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen werden kann. Bislang (Stand: 04.05.2026) gab es drei Tote!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name \u201eHantavirus\u201c geht auf den ersten grossen Ausbruch am Grenz-fluss Hantaan w\u00e4hrend des Koreakrieges zur\u00fcck \u2013 dort erkrankten in den Jahren 1950-53 mehr als 3.000 Soldaten schwer an der Infektions-krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4use tummeln sich bevorzugt im Garten, in Kellern und Garagen bzw. in Schuppen. Hier ist die Ansteckungsgefahr f\u00fcr den Menschen am gr\u00f6ssten, wenn dort Reinemachen angesagt ist. Das war etwa w\u00e4hrend der Pan-demie in nahezu jedem Haus bzw. Garten der Fall. Die M\u00e4use m\u00fcssen nicht selbst erkranken \u2013 sie k\u00f6nnen auch nur als \u00dcbertr\u00e4ger fungieren (\u201eReservoirwirte\u201c). Durch Speichel, Kot oder Urin der Nagetiere gelangt dieses Virus nach aussen. Besonders heimt\u00fcckisch: Infektionsgefahr besteht bei Lebensmitteln und v.a. Staub! Gelangt dieser in eine offene Wunde oder \u00fcber den Atmungstrakt in die Lunge, so ist eine Infektion so gut wie sicher. Der Hantavirus ist im getrockneten Zustand einige Tage lang ansteckend. Gleiches gilt zudem bei einem M\u00e4usebiss! Ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko haben etwa F\u00f6rster, J\u00e4ger, Gartenarbeiter und Bau-arbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inkubationszeit bel\u00e4uft sich auf zwei bis f\u00fcnf Wochen. Die ersten Symptome zeigen sich im Schnitt nach 2 Wochen \u2013 je nach Virustyp unterschiedlich stark. Es beginnt mit pl\u00f6tzlichem, hohen Fieber, das sich rund 3-4 Tage h\u00e4lt. Hinzu kommen die bekannten grippe\u00e4hnlichen Erscheinungsformen wie Schmerzen im Kopf, den Gliedma\u00dfen und Muskeln, begleitet von Husten und\/oder Sehst\u00f6rungen sowie einer Rachenentz\u00fcndung. Nach einigen Tagen folgen Beschwerden bei der Verdauung mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen (\u201egastrointes-tinale Beschwerden\u201c). Schliesslich spielt die Niere verr\u00fcckt \u2013 es droht sogar ein Nierenversagen. Treten Blutungen auf, so kann die Erkrankung t\u00f6dlich enden. Deshalb ist es wichtig, bei Verdachtsmomenten sofort den Arzt aufzusuchen, da eine Diagnose nur durch eine Blutuntersuchung gemacht werden kann. Die Erkrankung ist medikament\u00f6s relativ einfach zu behandeln \u2013 Sp\u00e4tfolgen sollten keine zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Hantavirus tritt weltweit in unterschiedlichen Variationen auf. So etwa als Hantaan-, Puumala-, Dobrava-Belgrad-, Seoul-, Sin-Nombre- und Andesvirus. Hierzulande ist es v.a. das Puumalavirus (PUUV) und das Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV). Besonders gef\u00e4hrlich ist beispielsweise der amerikanische Ableger \u2013 in S\u00fcdamerika verlaufen rund 50 % der Hantavirus-Infektionen t\u00f6dlich! Das Infektionsrisiko ist in den Sommer-monaten (zwischen April und September) am gr\u00f6\u00dften. Eine Hantavirus-Erkrankung ist meldepflichtig \u2013 in Deutschland beim Robert-Koch-Institut, in \u00d6sterreich bei der Bezirksverwaltungsbeh\u00f6rde, in der Schweiz bei der BAG bzw. den Kantons\u00e4rzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waldw\u00fchlmaus ist \u2013 wie der Name schon sagt \u2013 vornehmlich im Wald anzutreffen. Sie bevorzugt Buchen- aber auch Mischw\u00e4lder und ist immer wieder auch in waldnahen G\u00e4rten zu finden. Deshalb ist bei Garten-arbeiten vor allem aber bei Reinigungsarbeiten von Gartenlauben oder Schuppen besondere Vorsicht geboten. Hier einige Tipps:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Tragen Sie Schutzkleidung (Overall, Gummistiefel, Einmal-Handschuhe, Schutzmaske)<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 L\u00fcften Sie die R\u00e4ume gut vor Beginn der Arbeiten<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Wirbeln Sie keinen Staub auf \u2013 befeuchten Sie die Fl\u00e4chen zuvor<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 M\u00e4usekot bzw. tote M\u00e4use mit Desinfektionsmittel bespr\u00fchen, in einer Kunststofft\u00fcte gut verschliessen und in den Restm\u00fcll geben<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Derartige Stellen schliesslich ebenfalls mit Desinfektionsmittel oder Alkohol desinfizieren<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten gilt grunds\u00e4tzlich:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Nach dem Aufenthalt im Freien, in Dachb\u00f6den, Kellern oder Schuppen sollten immer die H\u00e4nde gewaschen werden<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Verwenden Sie dort keine Staubsauger, da das Virus nicht im Filter bleibt, sondern durch die Abluft wieder in die Luft freigesetzt wird<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Nager haben im Haus nichts zu suchen \u2013 vermeiden Sie offene Lebensmittel, verwenden Sie Lebendfallen (die t\u00e4glich kontrolliert werden) und benutzen Sie Einmal-Handschuhe<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Tipps erhalten Sie beim Gesundheitsamt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Hantaviruses; Connie Sue Schmaljohn\/Stuart T. Nichol; Springer 2001<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.rki.de\/\"><u>www.rki.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fli.de\/\"><u>www.fli.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.infektionsschutz.de\/\"><u>www.infektionsschutz.de<\/u><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.ukaachen.de\/\"><u>www.ukaachen.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.at\/Themen\/Gesundheit\/Uebertragbare-Krankheiten\/Infektionskrankheiten-A-Z\/Hantavirus.html\"><u>www.sozialministerium.at<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.meduniwien.ac.at\/\"><u>www.meduniwien.ac.at<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/\"><u>www.bag.admin.ch<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.baua.de\/\"><u>www.baua.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.waldwissen.net\/\"><u>www.waldwissen.net<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cdc.gov\/\"><u>www.cdc.gov<\/u><\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fr\u00fchling verw\u00f6hnt uns derzeit mit seinen sch\u00f6nsten Bildern \u2013 aber auch den st\u00e4rksten Pollen (ein Betroffener!). 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