
{"id":12883,"date":"2026-05-30T08:07:25","date_gmt":"2026-05-30T06:07:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=12883"},"modified":"2026-05-30T08:07:25","modified_gmt":"2026-05-30T06:07:25","slug":"ist-es-wirklich-besser-geworden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/05\/30\/ist-es-wirklich-besser-geworden\/","title":{"rendered":"Ist es wirklich besser geworden?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Europ\u00e4ische Umweltagentur schl\u00e4gt Alarm:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber 90 % der EU-B\u00fcrger ist zu hohen Schadstoffkonzentrationen in der Luft ausgesetzt!<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einigen Jahren wurde mir die Luft in einem vollbesetzten Lokal in der Umgebung der Universit\u00e4t Wien zu stickig.Also ging ich zum vermeint-lichen Luftschnappen nach draussen, auf die Strasse. Das Vorhaben musste ich allerdings sehr rasch beenden, da ich hier beinahe Schnapp-atmung bekam \u2013 zu viele Abgase!<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist die Luftqualit\u00e4t in Europa nach wie vor ein sehr wichtiges, zumeist grob vernachl\u00e4ssigtes Thema, da eine Vielzahl von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hier ihren Ursprung finden. Die derzeitige Situation ist nach einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht der Europ\u00e4ischen Umweltagentur EEA mehr als beunruhigend: An nahezu jeder f\u00fcnften Messstation in Europa wurden die EU-Grenzwerte teils ekla-tant \u00fcberschritten. Insbesondere bei Feinstaub und bodennahem Ozon! Positiv hingegen ist, dass die Belastung durch Cadmium, Kohlenmonoxid und Blei zur\u00fcckgegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die EU-Beh\u00f6rde mit Sitz im d\u00e4nischen Kopenhagen analysierte die Mess-werte aus insgesamt 39 Staaten, darunter auch alle EU-Mitgliedsl\u00e4nder. Die Experten fordern sofortige Massnahmen, vor allem beim Feinstaub!<\/p>\n\n\n\n<p>Die EU hat sich in den EU-Luftqualit\u00e4tsrichtlinien (Richtlinie 2008\/50\/EG und 2004\/107\/EG sowie EG-L 2018; BGBl. I Nr. 75\/2018) ganz eindeutig f\u00fcr eine Reduktion der Luftschadstoffen ausgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/LSU\/?uri=celex:32008L0050\">https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/LSU\/?uri=celex:32008L0050<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich wird dies im Emissionsgesetz-Luft 2018<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20010426&amp;FassungVom=2024-05-20\">https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20010426&amp;FassungVom=2024-05-20<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>national umgesetzt, in Deutschland durch das Bundes-Immissions-schutzgesetz.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BImSchG\">https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BImSchG<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der Schweiz (Nicht-EU-Mitglied) stiess ich bei meiner Recherche nur auf das Bundesgesetz \u00fcber die Reduktion der CO\u2082-Emissionen (CO\u2082-Gesetz), also auf kein umfassendes Emissionsgesetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich auf diesem Sektor jedoch viel getan hat, kann nicht wirklich behauptet werden. So existiert in \u00d6sterreich beispielsweise ein Dash-board zu den Emissionen in den Bundesl\u00e4ndern, die letzten Daten stammen allerdings aus dem Jahr 2023!!! Dabei sollten die Luftschad-stoffe bis 2030 um bestimmte, verpflichtende Prozents\u00e4tze niedriger sein als im Referenzjahr 2005! Dabei sei noch beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt, dass sowohl Deutschland als auch \u00d6sterreich inzwischen eine Regierungsbeteiligung der Gr\u00fcnen hatten, die dieses Thema sehr wohl in ihren Partei-Grund-s\u00e4tzen niedergeschrieben haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verursacher dieser Luftschadstoffe sind einerseits der Verkehr, andererseits die Industrie und Landwirtschaft \u2013 aber auch die Privathaus-halte, die im Winter beheizt werden m\u00fcssen. W\u00e4hrend die professionellen Verbrenner von Kohle, Erd\u00f6l, Gas, Holz und M\u00fcll verpflichtend Abgasfilter in ihren Anlagen installiert haben m\u00fcssen, bl\u00e4st Otto-Normalverbraucher die Schadstoffe direkt und ungefiltert in seine Umgebung raus.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten wir uns nun diese Gase und Schwebstoffe im Einzelnen!<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Feinstaub<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Feinstaub entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Holz und M\u00fcll, aber auch dem Abrieb von Reifen und Bremsen und Vulkanaus-br\u00fcchen. Kleinste Aschepartikel (PM2.5 &#8211; Teilchen mit einem Durch-messer von 2,5 \u00b5m) belasten durch ihre Ablagerung im menschlichen K\u00f6rper v.a. die Bronchien und f\u00fchren dadurch zu Atemwegserkran-kungen. Auf der Strasse sind dem Feinstaub am meisten kleine Kinder und Tiere ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>.)<em> Schwefeldioxid SO\u00b2<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schwefeldioxid entsteht vornehmlich bei der Verbrennung von Kohle und Heiz\u00f6l schwer. Hauptverursacher sind somit die Feuerungsanlagen in der Industrie, der Energiewirtschaft und den Privathaushalten. Das Gas f\u00fchrt zu einer Reizung der Schleimh\u00e4ute (wie den Augen) und Atemwege. Daurch kann die Lungenfunktion extrem beeintr\u00e4chtigt werden. Dies kann zu Asthmaanf\u00e4llen und Atemwegserkrankungen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Stickstoffoxide Nox<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Auch diese entstehen bei der Verbrennung \u2013 allerdings bei hohen Tem-peraturen. Damit ist der Verkehr der gr\u00f6sste Verursacher. Langfristig einer hohen Konzentration ausgesetzt, f\u00fchren Stickstoffoxide zu einer Beeintr\u00e4chtigung der Lungenfunktion und schliesslich zu Herz-Kreislauf-Problemen.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Fl\u00fcchtige organische Verbindungen (au\u00dfer Methan) NMVOC bzw. VOC<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie entwickeln sich zumeist aus Stickstoffoxiden. Kohlenwasser- und Sauerstoff unter Einwirkung des Sonnenlichtes. Man spricht hierbei von \u201ephotochemischen Oxidantien biogenen und anthropogenen Ursprungs\u201c. Hierzu z\u00e4hlen etwa Salpeters\u00e4ure, Peroxyacetylnitrat (PAN) und v.a. das Ozon! Ozon kann zu Lungenfunktionsst\u00f6rungen und Entz\u00fcndungen der Atemwege f\u00fchren. Auch hier sind kleine Menschen und Tiere durch das bodennahe Ozon am meisten betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Ammoniak<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese stechend riechende chemische Substanz ist eine Verbindung von Stick- und Wasserstoff. Eingeatmet reizt das Gas mit dem ph-Wert von 13 die Luftwege und wirkt erstickend. Daneben reizt es Augen und Haut und f\u00fchrt zu Kopfschmerzen. Ammoniak ist h\u00e4ufig in Reinigungs- und D\u00fcngemitteln enthalten. \u00dcbrigens erzeugt der menschliche K\u00f6rper auch selbst Ammoniak &#8211; beim Abbau von Eiweiss-Produkten.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Kohlenmonoxid<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es entsteht bei der Verbrennung unter Ausschluss von Sauerstoff. Im menschlichen K\u00f6rper f\u00fchrt es zur Vergiftung.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Kohlendioxid<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Auch dieser Klimakiller ensteht durch Verbrennung \u2013 allerdings mit Sauerstoff. Eine Einatmung des Gases f\u00fchrt zur Erstickung.<\/p>\n\n\n\n<p>.) <em>Methan<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Gas tr\u00e4gt wesentlich intensiver zur Treibhaus-Atmosph\u00e4re bei als das CO\u00b2. Es entsteht durch bestimmte Darmbakterien auch beim Menschen, vornehmlich jedoch in der Landwirtschaft durch die Ausd\u00fcns-tungen in der Rinder-Massenhaltung und die Ausbringung derer Hinter-lassenschaften. Es ist ein wichtiger Vorl\u00e4uferstoff bei der Bildung von Ozon. Eingeatmet verdr\u00e4ngt es den Sauerstoff und f\u00fchrt zur Erstickung.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine wirkliche L\u00f6sung, jedoch eine wichtige Massnahme im Gesamt-paket: In St\u00e4dten sind Gr\u00fcnfl\u00e4chen und B\u00e4ume immens wichtig, da sie nicht nur aus Kohlendioxid wertvollen Sauerstoff produzieren, sondern die Luft auch auf andere Art filtern. So nimmt Moos etwa grosse Mengen an Feinstaub auf! Eine andere wichtige Massnahme w\u00e4hre der Ersatz von Verbrennern durch etwa Wasserstoff-Brennstoffzellen. Hierbei wird chemische Energie in elektrische umgesetzt. Das \u201eAbfall-Produkt\u201c ist Wasser!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.eea.europa.eu\/de\">www.eea.europa.eu\/de<\/a><\/li><li>www.who.int<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.klimaaktiv.at\/\">www.klimaaktiv.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.gesundheit.gv.at\/\">www.gesundheit.gv.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.at\/\">www.umweltbundesamt.at<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/aqicn.org\/map\/austria\/de\/\">aqicn.org\/map\/austria\/de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.nabu.de\/\">www.nabu.de<\/a><\/li><li>umweltmission.de<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/de\/luft\">www.bafu.admin.ch\/de\/luft<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.ejp-eurad.eu\/\">www.ejp-eurad.eu\/<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Zukunft des Klimas. Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen. Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft; Hrsg.: Jochen Marotzke\/Martin Stratmann; Beck 2015<\/p>\n\n\n\n<p>.) Chemie der Umweltbelastung; G\u00fcnter Fellenberg; Verlag B. G. Teubner 1997<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Umweltagentur schl\u00e4gt Alarm: \u00dcber 90 % der EU-B\u00fcrger ist zu hohen Schadstoffkonzentrationen in der Luft ausgesetzt! Vor einigen Jahren wurde mir die Luft in einem vollbesetzten Lokal in der Umgebung der Universit\u00e4t Wien zu stickig.Also ging ich zum vermeint-lichen Luftschnappen nach draussen, auf die Strasse. 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