
{"id":13096,"date":"2026-08-08T08:37:58","date_gmt":"2026-08-08T06:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=13096"},"modified":"2026-08-08T08:37:58","modified_gmt":"2026-08-08T06:37:58","slug":"hochgiftig-und-extrem-gefaehrlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/08\/08\/hochgiftig-und-extrem-gefaehrlich\/","title":{"rendered":"Hochgiftig und extrem gef\u00e4hrlich"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eFurocumarine\u201c &#8211; in der Tat: Ein wahrer Zungenbrecher! Doch auch ansonsten, hat es dies faustdick hinter den Ohren: Ein pflanzlicher Giftstoff, der auch dem Menschen gef\u00e4hrlich wird!<\/p>\n\n\n\n<p>Der B\u00e4renklau ist in heimischen Breiten eine weit verbreitete Pflanze. Er z\u00e4hlt wie etwa 69 andere Pflanzen auch zur Familie der Doldenbl\u00fctler. Soll heissen, dass sich die weissen Bl\u00fcten zu mehreren weissen Dolden zusammensetzen! Ich m\u00f6chte in diesem Blog zwei davon hervorheben, die leicht zu verwechseln sind. Doch wenn geschehen, ist es meist zu sp\u00e4t: Der Wiesenb\u00e4renklau und der Riesenb\u00e4renklau!<\/p>\n\n\n\n<p>Schon als Kinder streiften wir durch die Felder und sammelten den Wiesenb\u00e4renklau (Heracleum sphondylium). Er wird bis zu 1,50 m gross, die Bl\u00e4tter sind gefiedert, seine Bl\u00fctezeit beginnt im Juni und endet im Oktober. Zu finden ist der Wiesenb\u00e4renklau auf Wiesen, an Bachufern und in lichten Waldgebieten. Wichtige Frage bei allem, was uns die Natur so bietet: Kann man ihn essen? Ja, man kann! Aber hier ist gr\u00f6sste Vorsicht geboten \u2013 der Koch muss wirklich wissen, mit was er da zu tun hat. Wer nicht, sollte lieber darauf verzichten. Einerseits ist er sehr leicht mit dem Riesenb\u00e4renklau zu verwechseln, andererseits entscheidet die Dosis \u00fcber die Berk\u00f6mmlichkeit. In der Naturheilkunde wird er gegen Magen-Darm-beschwerden, Menstruationsst\u00f6rungen, Asthma und Blasenentz\u00fcndungen eingesetzt. Zu viel davon kann schon mal kontraproduktiv werden. Auch der Wiesenb\u00e4renklau enth\u00e4lt Xanthotoxine! Hier\u00fcber gleich mehr dazu!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Riesenb\u00e4renklau (Heracleum mantegazzianum Sommier &amp; Levier bzw. Heracleum giganteum Hornem) ist der gef\u00e4hrliche der beiden! Die auch als \u201eHerkulesstaude\u201c bekannte Pflanze wurde 1895 erstmals beschrieben. Sie kann bis zu 3,50 m hoch wachsen. Auch seine Bl\u00e4tter sind gefiedert, stark gezackt und erreichen schon mal eine Gr\u00f6sse von einem Meter. Die Bl\u00fcten bilden Tellerdolden, die bis zu 80 cm gross sein k\u00f6nnen. Seine Bl\u00fctezeit reicht von Juli bis September \u2013 die Dolden bl\u00fchen weiss bzw. zartrosa. Der bis zu 10 cm dicke St\u00e4ngel ist ebenso behaart und weist weinrote bis dunkle Flecken auf. Aus dem Kaukasus stammend breitet sich der Neophyt seit 1950 ungehindert in Europa aus. Zu finden ist der Riesenb\u00e4renklau an Strassen-, Weges- und Waldr\u00e4ndern, an Fl\u00fcssen und B\u00e4chen, aber auch im Garten. Dort sucht er sich vornehmlich n\u00e4hr-stoffreiche B\u00f6den aus. Der Riesenb\u00e4renklau wurde im Jahr 2008 zur Giftpflanze des Jahres erkoren. Und das hat er sich wahrhaft verdient. Wer in Ber\u00fchrung mit dem Saft der Pflanze kommt und dann in der Sonne unterwegs ist (auch bis zu zwei Tage nach Kontakt), wird dies wirklich nur einmal machen: Der Schutzmantel der Haut wird zerst\u00f6rt, es drohen Verbrennungen 1. und 2. Grades! Begleitet zumeist von Fieber, Kreislauf-problemen und Atemnot. Verantwortlich daf\u00fcr zeichnen die Pflanzen-toxine Bergapten, Psoralen und Xanthotoxie. Sie z\u00e4hlen zur Gruppe der Furocumarine. Enthalten in beiden B\u00e4renklau-Arten, beim Riesenb\u00e4ren-klau allerdings in einer wesentlich h\u00f6heren Konzentration. Der Experte bezeichnet solche Gifte, die in der Sonne reagieren als \u201ePhytotoxine\u201c. Durch die Verbrennungen kommt es zur Blasenbildung auf der Haut, Entz\u00fcndungen, Depigmentierung. Einher gehen starke Schmerzen. Die Heilung dauert zumeist mehrere Wochen, zur\u00fcck bleiben Narben. Jeglicher Hautkontakt sollte deshalb vermieden werden! Ist es dennoch geschehen, so helfen als Erstmassnahmen Sonnencreme und kalte Kompressen. Danach sollte ein Arzt aufgesucht werden. Allerdings kann die Pflanze diese Giftstoffe auch an besonders heisssen Tagen an die Umgebungsluft abgeben. Deshalb sollte man sich nie zu lange im Umkreis des Riesenb\u00e4renklaus aufhalten. Da dieser invasiv ist, muss er unbedingt entfernt werden. Daf\u00fcr wird jedoch Schutzbekleidung, Atemschutz und Handschuhe empfohlen. Nicht geeignet hierf\u00fcr sind Einmal-Handschuhe, da sie f\u00fcr die Gifte kein Hindernis darstellen \u2013 die gehen schlichtweg durch. Ein Abm\u00e4hen nutzt nur kurze Zeit, die Pflanze muss mitsamt der 10 bis 15 cm in den Boden reichenden Wurzel entfernt werden. Dies m\u00f6glichst vor der Samenbildung im Mai bzw. Juni, da der Riesenb\u00e4renklau etwa im Alter von drei Jahren bis zu 50.000 Samen bildet. Die entfernte Pflanze darf nicht in den Kompost \u2013 sie muss entweder verbrannt oder in einer Grosskompostanlage entsorgt werden. Werkzeug und Schutzbekleidung sollten nach dem Einsatz unbedingt gereinigt werden. Das alles k\u00f6nnen Sie nat\u00fcrlich auch den Spezialisten der regionalen Naturschutzbeh\u00f6rde \u00fcberlassen. Viele Landwirtschafts-kammern oder Landes\u00e4mter f\u00fcr Umwelt bzw. Landwirtschaft bieten eigene Informationsbl\u00e4tter zum Riesenb\u00e4renklau an \u2013 auch als Download.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis: Kl\u00e4ren Sie ihre Kinder \u00fcber die Gefahr, die von dieser Pflanze ausgeht, ausf\u00fchrlich auf. Diese finden n\u00e4mlich grossen Gefallen am Riesenb\u00e4renklau, etwa als Blasrohr oder Doldenhut!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>.) Giftpflanzen. Ein Handbuch f\u00fcr Apotheker, \u00c4rzte, Toxikologen und Biologen; D. Frohne, H. J. Pf\u00e4nder; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 1997<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>.) Biologische Invasionen. Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa; Ingo Kowarik; Ulmer 2003<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>.) Ecology and Management of Giant Hogweed (Heracleum Mantegazzianum; Hrsg.: Petr Py\u0161ek, M.J.W. Cock, W. Nentwig, H.P. Ravn, M. Wade; CABI Books 2007<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.bfn.de\/\">www.bfn.de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.ufz.de\/index.php?de=38567\">www.ufz.de\/index.php?de=38567<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.la-na.de\/\">www.la-na.de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.infoflora.ch\/de\/\">www.infoflora.ch\/de\/<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/de\">www.bafu.admin.ch\/de<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/legacy.tropicos.org\/Project\/IPCN\">legacy.tropicos.org\/Project\/IPCN<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.iucngisd.org\/gisd\/\">www.iucngisd.org\/gisd\/<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFurocumarine\u201c &#8211; in der Tat: Ein wahrer Zungenbrecher! Doch auch ansonsten, hat es dies faustdick hinter den Ohren: Ein pflanzlicher Giftstoff, der auch dem Menschen gef\u00e4hrlich wird! Der B\u00e4renklau ist in heimischen Breiten eine weit verbreitete Pflanze. Er z\u00e4hlt wie etwa 69 andere Pflanzen auch zur Familie der Doldenbl\u00fctler. Soll heissen, dass sich die weissen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[1392],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13096"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13096"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13096\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13106,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13096\/revisions\/13106"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}