
{"id":13303,"date":"2026-11-07T08:10:22","date_gmt":"2026-11-07T06:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=13303"},"modified":"2026-11-07T08:10:22","modified_gmt":"2026-11-07T06:10:22","slug":"wenn-die-wahre-realitaet-verloren-geht-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2026\/11\/07\/wenn-die-wahre-realitaet-verloren-geht-2\/","title":{"rendered":"Wenn die wahre Realit\u00e4t verloren geht"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201e<em>Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Hilde Domin, dt. Schriftstellerin)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise hat es wohl in aller H\u00e4rte wie bislang noch nie auf-gezeigt: Das Internet kann verr\u00fcckt machen! Die Hamsterk\u00e4ufe von Toilettenpapier, Mehl, Hefe etc. waren allesamt das Produkt von Panik-mache \u00fcber die Social Medias mit dem Effekt, dass die Produkte teurer werden. Durch die Ausgangsbeschr\u00e4nkungen waren noch weitaus mehr Menschen noch weitaus l\u00e4nger im World Wide Web als in normalen Zeiten. Da schaukelt man sich gegenseitig emotional hoch &#8211; ein wahr-haftiges Paradies f\u00fcr Fake News-Maker. Ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Risiko, schliesslich droht hier der Realit\u00e4tsverlust!<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich trotz all dieser Negativmeldungen zum Einkauf in den Super-markt traut, wird feststellen k\u00f6nnen, dass von allem noch (oder wieder) genug da ist. Er wird jedoch auch feststellen k\u00f6nnen, wenn er zum Beispiel im Discounter einkaufen sollte, dass gewisse Gesellschafts-schichten anf\u00e4lliger sind als andere. Wissenschaftler warnen schon seit Jahren vor dem exzessiven Gebrauch von beispielsweise PCGames, aber auch dem Internet. In beiden F\u00e4llen droht der Verlust des Realit\u00e4tssinns &#8211; die Sucht wird deshalb seit Juni 2018 durch die WHO als \u201esubstanzunge-bundene Sucht\u201c, also als psychische Krankheit im Rahmen der ICD-11-Erkrankungen eingestuft &#8211; trat mit dem 1. Januar 2022 in Kraft. Besonders problematisch in dieser Hinsicht ist die sog. \u201eGaming Disorder\u201c, also die Computerspielesucht. Auf diese m\u00f6chte ich heute aber nicht im Speziellen eingehen, sondern das Problem allgemeiner halten. Wenn Sie die nun folgende Frage mit \u201eJa!\u201c beantworten k\u00f6nnen, sollten Sie auf jeden Fall diesen Blog bis zum Ende durchlesen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Sind Sie \u00f6fter als 30 Stunden die Woche im Internet?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Facebook, Twitter, Instagram oder vor allem WhatsApp &#8211; in den Social Medias ist jegliches Zeitgef\u00fchl zumeist sehr schnell verloren! Dennoch l\u00e4sst es sich nicht genau bestimmen, ab wann der Zeitvertreib zur Sucht wird. Deshalb gehen die meisten Experten inzwischen von einem anderen Erscheinungsmuster aus: Tritt ein Kontrollverlust mit erheblichen Auswir-kungen auf das soziale Leben und die Arbeitsf\u00e4higkeit ein, so ist die Schwelle zur Sucht \u00fcberschritten! Das kann beim Mann in den Midlife-Crises sein, der stets neue Sexfotos oder -filme sucht, bei den Kaffeetanten, die sich via SoMes jede Neuigkeit sofort zusenden m\u00fcssen oder auch beim Teen, der nahe am Kollaps steht, wenn das Handy verlegt wurde und somit nicht gechattet werden kann. Es ist dieser nicht zu unterbindende innerliche Drang, stets einen Computer (in welcher Gr\u00f6sse oder Erscheinungsform auch immer) in greifbarer N\u00e4he haben und ihn bedienen zu m\u00fcssen. Betroffene Menschen reagieren oftmals stark gereizt und nerv\u00f6s. Das st\u00e4rkste Zeichen einer Sucht jedoch ist es, wenn jemandem diese Sucht bewusst ist, man ihr aber hilflos gegen\u00fcber steht, dies also nicht in den Griff bekommen kann. Ob Drogen, Alkohol, Nikotin oder Computer &#8211; diese Abh\u00e4ngigkeit bleibt immer gleich.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch &#8211; was steckt wirklich dahinter? \u00c4hnlich wie bei den Drogen oder dem Alkohol ist es vornehmlich die Flucht vor der Realit\u00e4t. In eine Welt, die vermeintlich besser ist, in welcher man Gleichgesinnte findet oder wo man sich als jener ausgeben kann, der man immer schon sein wollte. In die Risikogruppe fallen vornehmlich Menschen mit Problemen im privaten Bereich, der Arbeit oder Schule und jene, die unter einem mehr oder weniger starken Minderwertigkeitskomplex leiden. Auch Personen ohne soziale Kompetenz, mit nur eingeschr\u00e4nktem Freundeskreis sind gef\u00e4hrdet! Millionen User alleine im deutschsprachigen Raum sind hiervon betroffen. Alleine in Deutschland sind bach einer Studie aus dem Jahr 2020 rund 7 % der Erwachsenen bereits virtuell-s\u00fcchtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie fl\u00fcchten in eine Scheinwelt, aus der viele nurmehr schwer heraus-finden. Vor allem nicht ohne Unterst\u00fctzung. \u00dcbrigens steht dieser Realit\u00e4tsverlust auch am Beginn der Schizophrenie und der organischen Psychose.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei jeder exzessiven Sucht hinterl\u00e4sst auch die Computersucht tiefe Spuren in der Psyche eines Menschen. So mancher Experte weiss zu berichten, dass die Online-Sucht schwieriger und gar gef\u00e4hrlicher als die Alkohol- und Nikotinsucht ist. Wenn ein kl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch keine oder nur wenig Wirkung zeigt, sollten Experten zu Rate gezogen werden. Auch Suchthilfeorganisationen k\u00f6nnen hierbei weiterhelfen. So betont die Spielsuchtberatung der Stadt Klagenfurt (auch zust\u00e4ndig f\u00fcr Internet-sucht), dass es teilweise bis zu zehn Jahre dauere, bis sich ein Spiele-S\u00fcchtiger die Sucht eingesteht. Inzwischen haben sich Schulden ange-h\u00e4uft, ist das Aggressionspotenzial gestiegen und die reale Welt durch die Spielewelt ersetzt worden, betont die Psychologin Petra Hinteregger von der Suchtberatung. Keinesfalls sollten die Symptome auf die leichte Schulter genommen werden. Vor allem Kindern und Jugendlichen droht oftmals gar der Realit\u00e4tsverlust, betont der Neurobiologe und Autor Gerald H\u00fcther! So fehle dem wachsenden Kind oder Jugendlichen mit jeder Stunde vor dem Computer auch eine Stunde, sich im wirklichen Leben weiterzuentwickeln, so H\u00fcther. Irgendwann \u00fcberwiegt die Schein-welt gegen\u00fcber der Realwelt &#8211; die Grenze ist \u00fcberschritten. Nach den Untersuchungen der JIM-Studie 2025 (Jugend, Information, Medien) liegt die durchschnittliche Smartphone-Bildschirmzeit bei Kindern des Alters 13-14 bei knapp unter 3 Stunden t\u00e4glich und steigt bei den 18-19-J\u00e4hrigen auf \u00fcber viereinhalb Stunden an. Rund 68 % davon f\u00e4llt es schwer, diese Zeit selbst zu regulieren. Und die KI schafft neue Probleme: 57 % der Befragten halten die durch die KI gelieferten Informationen als vertrauensw\u00fcrdig! \u00dcbrigens: Hinzu kommen noch die anderen Bild-schirmzeiten vor dem Fernseher oder dem PC! Alles in allem bel\u00e4uft sich die Bildschirmzeit auf dieselbe Dauer wie die t\u00e4gliche Schulzeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Erwachsene, Kinder oder Teens &#8211; diese Menschen finden sich zumeist in der wirklichen Gesellschaft nicht mehr zurecht &#8211; sie greifen nurmehr auf ihre digitale Friends zur\u00fcck. H\u00fcther bezeichnet dies als \u201eVerinner-lichung virtueller Vorstellungswelten\u201c. Hirnforscher machten die Entdeckung, dass jene Hirnregion, die die Bewegungen der Daumen steuert, aufgrund des exzessiven Handygebrauchs seit geraumer Zeit w\u00e4chst. Das Gehirn strukturiert sich nach neuen Erfordernissen um. Gleiches stellten Wissenschaftler in bereits \u00e4lteren Tests mit Gaming, Alkohol und Cannabis fest. In allen drei Bereichen f\u00fchren die positiven Belohnungen zur Aussch\u00fcttung des Gl\u00fcckshormons Dopamin (klassische Konditionierung). Somit versucht der Betroffene immer mehr des Dopamins zu erheischen (siehe hierzu auch mein Blog zum Thema \u201eGl\u00fcck\u201c). S\u00fcchtige k\u00f6nnen recht leicht erkannt werden: Sie sind aggressiver als ihre Altersgenossen. Zudem lassen Leistungen in Schule und Arbeit nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Na cool!, h\u00f6re ich nun viele Eltern sagen. Der hat ja keine Ahnung. Stimmt m\u00f6glicherweise, doch besitzen viele der Antworten von ausgewiesenen Experten denselben Inhalt. So betont beispielsweise der Stressmediziner und Endokrinologe am Medizinischen Zentrum Ulm, Alfred Wolf: Hunderte Dinge k\u00f6nnen nebenbei nicht erledigt werden. Ich kann nicht wirklich fr\u00fchst\u00fccken und st\u00e4ndig in\u2019s Smartphone oder das Pad schauen. Wenn jemand joggen will, soll er mal f\u00fcr eine halbe Stunde nicht erreichbar sein. Jeder soll sich auf eine Aufgabe konzentrieren, dann wird diese auch besser erledigt und die Welt wird entschleunigt! Das k\u00f6nnen Sie auch Ihren Kindern mit auf den harten Weg des Lebens geben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipp:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Computers\u00fcchtig &#8211; Kinder im Sog der modernen Medien, Wolfgang Bergmann \/ Gerald H\u00fcther; Walter Verlag 2013<\/p>\n\n\n\n<p>.) Digitale Hysterie &#8211; Warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen; Georg Milner; Beltz Verlag 2016<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>gesund.bund.de\/online-sucht#problematischer-gebrauch<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.psychiatrie.med.uni-goettingen.de\/\">www.psychiatrie.med.uni-goettingen.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.uke.de\/\">www.uke.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.klagenfurt.at\/leben-in-klagenfurt\/gesundheit\/suchtberatung.html\">www.klagenfurt.at\/leben-in-klagenfurt\/gesundheit\/suchtberatung.html<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.onlinesucht.de\/\">www.onlinesucht.de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.suchtvorbeugung.net\/\">www.suchtvorbeugung.net<\/a><\/li><li>suchthilfekompass.oebig.at<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.medicinicum.at\/\">www.medicinicum.at<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.\u201c (Hilde Domin, dt. 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