
{"id":4524,"date":"2020-03-13T17:49:15","date_gmt":"2020-03-13T15:49:15","guid":{"rendered":"http:\/\/stockm.vs120047.hl-users.com\/blog\/?p=4524"},"modified":"2020-03-13T17:49:15","modified_gmt":"2020-03-13T15:49:15","slug":"rki-im-kampf-fur-die-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2020\/03\/13\/rki-im-kampf-fur-die-gesundheit\/","title":{"rendered":"RKI &#8211; Im Kampf f\u00fcr die Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p>Aufmerksame Leser dieser meiner Gedanken haben bei Gesundheits-themen immer mal wieder den Hinweis und Link auf das Robert-Koch-Institut gefunden. Zurecht, gelten doch die Damen und Herren des \u201eBundesinstituts f\u00fcr Infektionskrankheiten und nicht \u00fcbertragbare Krankheiten\u201c (so die richtige Bezeichnung) als international hochange-sehene Koryph\u00e4en in der Infektionsforschung. Gerade in Zeiten von SARS, Vogelgrippe und Corona stellt sich das Expertenwissen des RKI stets als verl\u00e4ssliche Basis f\u00fcr die weitere Arbeit der entsprechenden Verwaltung und Politik dar. Nun hat gar der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine derartige Einrichtung f\u00fcr den kompletten EU-Raum gefordert, da die Europ\u00e4ische Seuchenbeh\u00f6rde wohl zu klein ist um immer gr\u00f6sser werdende Epidemien und v.a. Pandemien abarbeiten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nRobert Koch selbst war es, der das Institut am 01. Juli 1891 als \u201eK\u00f6niglich-Preu\u00dfisches Institut f\u00fcr Infektionskrankheiten\u201c gr\u00fcndete und bis 1904 leitete. Der Namen \u201eRobert-Koch-Institut\u201c stammt jedoch aus dem Jahr 1942. Zu Zeiten des Nationalsozialismus beteiligten sich auch Mitarbeiter des RKI an Menschenversuchen in Konzentrationslagern. 1952 kam das Institut in den Kompetenzbereich des Bundesgesundheitsamtes und wurde schliesslich 1994 als selbst\u00e4ndige Einrichtung dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt. Die heutige Aufgabe besteht u.a. in der Algorithmenentwicklung, der Clusterdetektion sowie der Systemevaluation von nosokomialen Pathogenen. Soll heissen, dass Infektionskrankheiten, die auf Bakterien, Viren und auch Pilzen beruhen, gefunden und erforscht werden, um dadurch die notwendigen Strukturen und Methoden f\u00fcr die Organisation der weiteren Bek\u00e4mpfung dieser Krankheiten zu schaffen. Deshalb wurde beispielsweise aufgrund der Corona-Krise S\u00fcdtirol durch das RKI zum Risikogebiet erkl\u00e4rt. Obgleich zu diesem Zeitpunkt dort nur zwei Infizierte gemeldet wurden, kamen mehr als 36 Urlauber mit dem Virus im Gep\u00e4ck nach Deutschland zur\u00fcck. Dies hat durchaus weitreichende Folgen: So r\u00e4t das Ausw\u00e4rtige Amt von nicht dringend erforderlichen Reisen in vom RKI als Risikogebiete bezeichnete Regionen ab. Zudem m\u00fcssen Betroffene, die aus derartigen Risikogebieten kommen, f\u00fcr zumindest 14 Tage (Inkubationszeit des CoVID-19) in Quarant\u00e4ne. Nahezu ganz Italien, das Elsass, Gebiete in China, dem Iran und vielen anderen Staaten wurden zu solchen Risiko-gebieten eingestuft.<br \/>\nIm Robert-Koch-Institut laufen also alle Dr\u00e4hte zusammen: Influenza, Masern, Mumps, Poliomyelitis, R\u00f6teln, Salmonellen, Staphylokokken und jetzt auch CoVID-19 (Corona). Hierher m\u00fcssen die \u00c4rzte positive Infektionsergebnisse melden, hier werden aufgrund dessen Berech-nungen angestellt, wie sich eine Krankheit weiter entwickeln wird, und hier werden Empfehlungen f\u00fcr weitere Massnahmen ausgesprochen. Hier kann sich auch die Fach\u00f6ffentlichkeit stets auf dem Laufenden halten: Gesundheitspersonal, Mediziner &#8211; ja auch Veranstalter von Tagungen und Events.<br \/>\nObgleich der Leiter des Institutes, Lothar Heinz Wieler diplomierter Veterin\u00e4rmediziner und Mikrobiologe ist, konzentriert sich das RKI bei seinen Forschungen auf Humanpathogenen, also den Menschen betreffenden Erregern. F\u00fcr Veterin\u00e4rpathogenen zeichnet das Friedrich-L\u00f6ffler-Institut in Greifswald verantwortlich. Friedrich L\u00f6ffler war \u00fcbrigens einer der ersten Mitarbeiter Robert Kochs und von 1913 bis 1915 selbst Leiter des RKI.  Die rund 1.100 Mitarbeiter (darunter 450 wissenschaft-liche) arbeiten in unterschiedlichen Abteilungen:<br \/>\n.) Abteilung f\u00fcr Infektionskrankheiten<br \/>\n.) Abteilung f\u00fcr Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung<br \/>\n.) Abteilung f\u00fcr Infektionsepidemiologie<br \/>\n.) Zentrum f\u00fcr biologische Sicherheit<br \/>\n.) Zulassungsstelle f\u00fcr Antr\u00e4ge nach dem Stammzellengesetz<br \/>\nSowie verschiedenen Projekt- und Nachwuchsgruppen. Daneben werden auch die unterschiedlichsten Kommissionen personell best\u00fcckt, wie zum Beispiel der \u201eKommission f\u00fcr Gesundheitsberichterstattung und Gesund-heitsmonitoring\u201c (GBEMON).<br \/>\nZudem sollen am RKI mit Hauptsitz im Ost-Berliner Wedding auch neue Gefahren f\u00fcr die Gesundheit erkannt werden. CoVID-19 etwa ist ein Zoonose-Virus, ein Erreger, der von Tier auf Mensch und offenbar umgekehrt \u00fcbertragen werden kann. Auch dem Bioterrorismus gilt in dieser Hinsicht erh\u00f6hte Aufmerksamkeit (etwa Milzbrand).<br \/>\nIn regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden f\u00fchrt das RKI zudem die Befragung \u201eGesundheit in Deutschland aktuell\u201c durch, das fixer Bestandteil des Gesundheitsmonitorings des Bundesgesundheitsministeriums ist.<br \/>\nDem Institut geh\u00f6rt ein Museum und ein Mausoleum an, in dem u.a. die kupferne Urne mit der Asche Robert Kochs aufgebahrt ist. Zudem wurde am 03. Februar 2015 ein Hochsicherheitslabor der Stufe 4 eingerichtet (die anderen drei befinden sich in Hamburg, Marburg und auf der Insel Reims). Hier werden etwa hochansteckende Krankheiten wie Ebola untersucht. Neben den Berliner Standorten Nordufer (Zentrale), Seestrasse (Laborgeb\u00e4ude) und General-Pape-Strasse (Abt. F\u00fcr Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring) geh\u00f6rt auch die Forschungs-st\u00e4tte in Wernigerode im Harz zum RKI. Hier fand in Zeiten der DDR die bakteriologische Forschung statt &#8211; daran hat sich, neben anderen Fachbereichen wie Antibiotika-Resistenzen, bis heute nichts ge\u00e4ndert.<br \/>\nDas Robert Koch-Institut ist somit eine sehr sinnvolle Einrichtung. Leider wird in dieser Hinsicht immer mehr Geld durch die Politik eingespart, damit mehr davon f\u00fcr PR- und Marketing-Kampagnen oder goldenen Pensionen \u00fcbrig bleibt Gerade in der derzeitigen Situation des Corona-Paniks sollte sich wohl jeder die Frage stellen, was die von ihm gew\u00e4hlten Volksvertreter tats\u00e4chlich f\u00fcr das Volk unternehmen &#8211; allen hehren Worten aus berufenem Munde zum Trotz!<\/p>\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n<p>.) Robert Koch \u2013 Vom Landarzt zum Pionier der modernen Medizin; Barbara Rusch; Bucher Verlag 2010<br \/>\n.) Das Robert Koch-Institut im Nationalsozialismus; Annette Hinz-Wessels; Kadmos 2008<br \/>\n.) Infektion und Institution: zur Wissenschaftsgeschichte des Robert Koch-Instituts im Nationalsozialismus; Hrsg.: Marion Hulverscheidt\/Anja Lauk\u00f6tter; Wallstein-Verlag 2009<\/p>\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; www.rki.de<br \/>\n&#8211; www.ressortforschung.de<br \/>\n&#8211; www.jhu.edu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufmerksame Leser dieser meiner Gedanken haben bei Gesundheits-themen immer mal wieder den Hinweis und Link auf das Robert-Koch-Institut gefunden. Zurecht, gelten doch die Damen und Herren des \u201eBundesinstituts f\u00fcr Infektionskrankheiten und nicht \u00fcbertragbare Krankheiten\u201c (so die richtige Bezeichnung) als international hochange-sehene Koryph\u00e4en in der Infektionsforschung. 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