
{"id":7357,"date":"2022-01-21T17:41:38","date_gmt":"2022-01-21T15:41:38","guid":{"rendered":"http:\/\/stockm.vs120047.hl-users.com\/blog\/?p=7357"},"modified":"2022-01-21T17:41:38","modified_gmt":"2022-01-21T15:41:38","slug":"so-manches-privathaus-wurde-abgerissen-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/01\/21\/so-manches-privathaus-wurde-abgerissen-werden\/","title":{"rendered":"So manches Privathaus w\u00fcrde abgerissen werden"},"content":{"rendered":"<p>All jene unter Ihnen, die sich w\u00e4hrend der Feiertage nicht vollends vom weihnachtlichen Glanz haben blenden lassen, werden die Tagesschlag-zeile in den Nachrichten mitverfolgt haben: Frankreich will am Atomstrom festhalten, die EU will ihn k\u00fcnftig gar als \u201eklimafreundlich\u201c und somit nachhaltig bezeichnen, sofern sie den aktuellsten Standards entsprechen und bis 2050 eine Entsorgungsanlage f\u00fcr hochradioaktiven Abfall errichtet wird. Das st\u00f6sst v.a. dem Nachbarn Deutschland mehr als sauer auf \u2013 wird doch hier an einer atomfreien Zukunft gearbeitet &#8211; ebenso wie in \u00d6sterreich seit jeher. Alsdann wurde am 31. Dezember 2021 der letzte Block des Siedewasser-AKWs Grundremmingen abgeschaltet. Bundes-umweltministerin Steffie Lemke (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) meint durchaus zurecht, dass eine Technik, die gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle hinterlasse, niemals nachhaltig sein k\u00f6nne! Aber auch aus dem Alpenland gibt es keine guten Worte hierf\u00fcr, ist es doch f\u00f6rmlich umringt von Schrottmeilern &#8211; die meisten davon noch nach sowjetischer Bauart. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hat unterdessen mit aller Vehemenz betont, dass sein Land die gesteckten CO2-Ziele nur mit der Hilfe der Atomkraft schaffen werde. Gesagt getan versprach er gleich darauf eine Milliarde Euro f\u00fcr die Kernkraft und den Bau neuer Reaktoren. Anbieter \u00c9lectricit\u00e9 de France SA (EDF) nahm ihn beim Wort und legte die Pl\u00e4ne f\u00fcr sechs weitere Druck-wasserreaktoren auf den Tisch. Es wird also weitergehen in Frankreich.<br \/>\nKlimafreundlich? Unter Umst\u00e4nden, doch wird zu warmes Wasser in die Fl\u00fcsse abgeleitet. Nachhaltig? Keineswegs, braucht doch der dabei ent-stehende, strahlende Atomm\u00fcll mehrere tausend Jahre bis zur Halb-wertszeit. <\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Fukushima Explosion\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vbBk0Y6cQZQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Katastrophe von Fukushima liess die deutsche Kanzlerin eine 180-Grad-Kehrtwende beschreiten \u2013 \u00e4hnlich wie jenes kleine Fl\u00fcchtlings-m\u00e4dchen, das erstmals \u00f6ffentlich im Fernsehen Emotionen bei Frau Merkel aufkommen liess. Danach folgte das allseits bekannte \u201eWir schaffen das!\u201c. Doch Deutschland kann atomfrei planen \u2013 so lange die Nachbarn nicht mitmachen, erscheint alles eher sinnlos. So stehen rund um deutschen Boden nicht weniger als neun Kernkraftwerke mit ins-gesamt 20 Reaktoren \u2013 innerhalb von gerade Mal 100 Kilometer nach der Grenze. 100 Kilometer \u2013 ein Klacks f\u00fcr eine atomar verseuchte Staub-wolke. Wer damals den Super-Gau von Tschernobyl am 26. April 1986 miterlebt hat, wird sich noch erinnern k\u00f6nnen, wie es ist, wenn aufgrund des kontaminierten Fallouts die Kinder nicht in den Sandkisten spielen und keine selbstgesammelten Pilze oder Wildfleisch verzehrt werden darf. Dabei liegt der Katastrophenort 1.044 km von Wien und 1.147 km von Berlin entfernt. Tihange im benachbarten Belgien aber ist eines dieser 100-km-AKWs. Die Meiler befinden sich rund 70 km von Aachen ent-fernt. Sollte also aufgrund eines Defektes oder Unfalles Radioaktivit\u00e4t austreten, so geh\u00f6ren die beiden Bundesl\u00e4nder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit zu den ersten, die davon betroffen w\u00e4ren. Utopie? In keinster Weise \u2013 bei dieser Bausubstanz und dem Stand der Technik. So berichtete etwa die Tagesschau 2015 \u00fcber einen Brand im Reaktorblock 1. Es war zwar ein Feuer im nicht-nuklearen Bereich, doch sollte dies nicht auf die leichte Schulter genommen werden: Der Block hat sich sofort automatisch selbst abgeschaltet, eine Gefahr soll nicht bestanden haben, versucht die Betreiberfirma Electrabel zu beruhigen. Erst kurz zuvor war \u2013 trotz grossem Protest aus Deutschland, der Reaktor-Block 2 wieder hochgefahren. Dieser sorgte 2012\/2013 f\u00fcr sehr grossen Unmut, als tausende Risse im Reaktor-Druckbeh\u00e4lter sowie Erosionen an der Stahlbeton-H\u00fclle festgestellt wurden &#8211;  ebenso \u00fcbrigens wie im 2. Schrottmeiler Belgiens, Doel-3! Im Reaktor 2 gab es immer wieder Probleme in den Jahren 1983, 1990, 2018 und 2019. Daneben wurde im Oktober 2014 bekannt, dass zwischen 2009 und 2012 ein polizei-bekannter Dschihadist dort gearbeitet hatte &#8211; als Techniker im Hoch-sicherheitsbereich. Die Druck-Beh\u00e4lter sind in den 70er-Jahren durch das niederl\u00e4ndische Unternehmen Rotterdam Drydock geliefert worden, das inzwischen nicht mehr am Markt t\u00e4tig ist. Baugleiche Typen standen auch in Deutschland (Philippsburg I und Brunsb\u00fcttel &#8211; beide sind inzwischen stillgelegt), den USA und der Schweiz. 2013 bekundete selbst die Atomaufsicht AFCN Bedenken gegen ein erneutes Hochfahren des Reaktors. Dennoch wurde es immer wieder ans Netz genommen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Atomare Gefahr: Reaktor in Belgien soll wieder in Betrieb genommen werden\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OMtUN4OXPso?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Apropos Schweiz &#8211; auch bei den Eidgenossen stehen mehrere Schrott-meiler. So kommt es beispielsweise im regelm\u00e4ssigen Abstand von zwei Jahren zu Zwischenf\u00e4llen am AKW Leibstadt, die jedoch zumeist auf menschlichen Fehlern beruhen. Anders zeigt sich da schon das AKW G\u00f6sgen bei D\u00e4niken. Rund 60 km von der deutschen und 200 Kilometer von der \u00f6sterreichischen Grenze entfernt, kommt es hier immer wieder zu Zwischenf\u00e4llen. einmal waren es zwei Ventile, die zu einer Schnell-abschaltung f\u00fchrten, ein anderes Mal eine nicht absperrbare \u201eSpeise-wasserleckage\u201c an einer Messleitung. Die zweit\u00e4gige Reparatur verur-sachte einen Produktionsausfall von 57 Mio Kilowattstunden. Rund ein halbes Jahr sp\u00e4ter f\u00fchrte im selben Jahr 2019 ein Kurzschluss in der Schaltanlage zu einer zweiw\u00f6chigen Abschaltung, da ein Transformator gewechselt werden musste (Produktionsausfall: 409 Mio kWh). Das AKW G\u00f6sgen sei jedoch nach Angaben von Verwaltungsratspr\u00e4sident Michael Wider in gutem Zustand und solle noch weitere 20 Jahre betrieben werden (Stand: 2020).<br \/>\nDiese Simulation zeigt die Auswirkungen bei einem m\u00f6glichen Zwischenfall in Supergau-Gr\u00f6sse des inzwischen stillgelegten AKWs M\u00fchleberg &#8211; ebenfalls nicht weit von der deutschen und \u00f6sterreichischen Grenze entfernt:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Was passiert, wenn Fukushima in M\u00fchleberg geschieht?\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/GuHwTx7jFWM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Auch das zweite Alt-AKW Beznau sorgt f\u00fcr grosse Bedenken: \u201e\u2026eines der gef\u00e4hrlichsten Atomkraftwerke der Welt\u201c! Im Jahre 1969 erbaut befindet sich das AKW nur sechs Kilometer von der deutschen und 111 km von der \u00f6sterreichischen Grenze entfernt. Block 1 war der erste Atommeiler der Schweiz. Im Vergleich zu M\u00fchleberg bestellte der Betreiber NOK (Nord-ostschweizerische Kraftwerke AG) Druckwasser-Reaktoren bei Westing-house aus den USA, ausgestattet mit Turbos\u00e4tzen der Firma Brown, Boverie &#038; Cie (BBC). Bereits beim Hochfahren des ersten Reaktors gab es Probleme mit der Abdichtung des Prim\u00e4rkreislaufes, mit den Wellen-abdichtungen der Pumpen, der Absauganlage im Sicherheitsbeh\u00e4lter etc. Zudem griff borisiertes Wasser die galvanisierten Schalungsbleche an. Eine Sanierung folgte. Und so ganz nebenbei wurde das Warmwasser, nachdem beide Bl\u00f6cke den Vollbetrieb aufgenommen hatten, kurz vor deren M\u00fcndung in den Rhein in die Aare eingeleitet. Die Folge: Eine \u00dcberw\u00e4rmung des Flusses. Die Serie an Zwischenf\u00e4llen riss in all den Jahren nicht ab. Erste Korrosionserscheinungen am Block 1 wurden an den Dampferzeugern bereits 1971 festgestellt. \u201eDer Tagesanzeiger\u201c berichtete 2016 von nahezu tausend L\u00f6chern im Reaktor-Stahl von Block 1 (\u201eEinschl\u00fcsse\u201c). Nicht nur Mikro-L\u00f6cher &#8211; manche haben einen Durchmesser von bis zu einem halben Zentimeter. Daneben ist die Reaktorummantelung spr\u00f6de geworden. Beznau hat an sich eine unbefristete Betriebsgenehmigung erhalten &#8211; beide Bl\u00f6cke sollen 2030 abgeschaltet werden. Kommt in der Schweiz das dienst\u00e4lteste, noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk zur Sprache, so weiss der Eidgenosse durchaus mit dem Ausdruck \u201eTechnikmuseum Beznau\u201c etwas anzu-fangen. Die Kernkraft-Gegner schreien indes immer lauter auf: Beznau gibt w\u00e4hrend des laufenden Betriebes krebserregende Strahlung ab. Etwa in Form des K\u00fchlwassers der Aare, die dadurch mit Tritium kontaminiert wird. Bei einem St\u00f6rfall sind hunderttausende Menschen betroffen &#8211; riesige Gebiete auf Dauer unbewohnbar! Die Schweiz \u00fcbrigens zur G\u00e4nze! Trotz alledem erhielt das Kernkraftwerk Beznau im Jahre 2001 das ISO-Zertifikat 14001 &#8211; ein Hohn gegen\u00fcber der Zertifizierungspraxis. Seit 1995 gab es insgesamt 128 meldepflichtige Vorkommnisse!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Sicherheit im Kernkraftwerk Beznau | Axpo\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/H1Y2idfPEYM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Nur einen guten Kilometer westlich der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze befindet sich das \u00e4lteste franz\u00f6sische Kernkraftwerk Fessenheim. Die beiden Druckwasserreaktoren sollten eigentlich Ende 2016 stillgelegt werden, auch sie wurden durch die US-Amerikaner Westinghouse geliefert und gingen 1977 in Betrieb. Beide Bl\u00f6cke dieses Schrottmeilers wurden gottlob im Jahr 2020 abgeschaltet.  Doch verweilen wir noch etwas in Frankreich, das diskussionslos auch weiterhin auf die Atomkraft setzt. Im Januar dieses Jahres waren insgesamt zehn von 56 AKWs nicht am Netz. Darunter auch jene in Penly\/Normandie und Civaux\/Nouvelle Aquitaine sowie Chooz\/Grand Est. Nach Angaben der stellvertretenden Leiterin des Instituts f\u00fcr Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN), Karine Herviou, soll es sich um Risse im Sicherheitsk\u00fchlsystem bzw. Korrosions-problemen handeln.<br \/>\nDas alles aber ist vergleichbar harmlos, betrachtet man sich die Vorkommnisse rund um das Vorzeige-Kernkraftwerk Flamanville\/ Normandie. Im Jahr beschloss die zum gr\u00f6ssten Teil im Staatsbesitz befindliche Electricit\u00e9 de France (EDF) den Ersatz des in die Jahre gekommenen Blocks 3 durch einen leistungsstarken Druckwasser-reaktors. Das Projekt wurde als \u201eRolls Royce du nucl\u00e9aire\u201c in h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt. Der Neubau sollte nach Angaben der Betreiberfirma 3,4 Milliarden Euro kosten. 15 Jahre sp\u00e4ter sprach der franz\u00f6sische Rechnungshof von \u201e\u2026 die eigenen F\u00e4higkeiten und Kapazit\u00e4ten \u00fcbersch\u00e4tzt und die Kosten und ungel\u00f6sten Probleme untersch\u00e4tzt!\u201c Die tats\u00e4chlichen Kosten beliefen sich alsdann auf rund 19,1 Milliarden Euro. Aus der Inbetriebnahme im Jahr 2012 wurde \u2026 nichts! Er befindet sich nach wie vor im Bau &#8211; jetzt geplante Inbetriebnahme im Jahr 2023. \u201eSehr ernste Sicherheitsm\u00e4ngel\u201c haben das Ihre dazu beigetragen. So etwa fehlerhafte Schweissn\u00e4hte im zentralen Reaktordruckbeh\u00e4lter oder einen zu hohen Kohlenstoffgehalt in der Stahldecke. Somit musste vor der Inbetriebnahme des Blocks bereits grossfl\u00e4chig saniert werden. \u00dcbrigens traten dieselben Probleme in Olkiluoto an der Westk\u00fcste Finnlands auf, an dem auch die deutsche Siemens beteiligt ist. Ein weiterer solcher Druckwasserreaktor befindet sich im britischen Hinkley Point im Bau &#8211; geplante Inbetriebnahme 2025. Auch hier explodierten die Kosten von veranschlagten 20 auf vorerst 28,4 Milliarden Euro. <\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"AKW Flamanville: Betreiber EDF stellt M\u00e4ngel fest\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/cI_Yi4fFBIo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Vor einer durchaus \u00e4hnlichen Situation wie Deutschland steht auch \u00d6sterreich. Im Umkreis von 150 km liegen nicht weniger als 12 Kernkraftwerke, alleine vier davon mit rund 200 km in unmittelbarer N\u00e4he zum Ballungsraum Wien: Bohunice, Mochovce, Temelin und auch Dukovany. Ausgerechnet letzteres ist mit ca. 50 Kilometern Luftlinie zur \u00f6sterreichischen Grenze (zur deutschen sind es 175 km) eines der \u00e4ltesten Tschechiens. Die drei anderen genannten liegen allesamt in der Slowakei. Temelin nur ca. 60 km von der \u00f6sterreichischen Grenze entfernt &#8211; doch wurde dieses erst im Jahr 2002 an&#8217;s Netz genommen. Sicherlich ist Dukovany im Vergleich zu den bisher angesprochenen Schrottmeilern ein Jungspund, doch z\u00e4hlt es zu jenen Kernkraftwerken, die nach sowjetischem Vorbild erbaut wurden. Ein Inspektor der IAEO meinte einst, dass in so manchem dieser AKWs Schalter noch mit Streichh\u00f6lzern fixiert wurden! Block 1 dieses Schrottmeilers sollte eigentlich Ende 2015 vom Netz gehen (die anderen drei 2016 bzw. 2017), doch wurde die Betriebsdauer nun auf 50 bis 60 (!) Jahre verl\u00e4ngert. Und dies obgleich Sicherheitsvorkommnisse nahezu zur Tagesordnung geh\u00f6ren. Diese Druckwasserreaktoren russischer Bauart weisen einerseits viel zu geringe Wandst\u00e4rken auf, andererseits fehlt ein stabiles Containment. Erw\u00e4hnt man alsdann im Beisein eines Kernkraft-Experten die Worte \u201eerdbeben-sicher\u201c und \u201egefeit gegen Flugzeugabsturze\u201c , so bricht dieser in ein nicht mehr enden wollendes, schallendes Gel\u00e4chter aus. Zudem befindet sich das Abklingbecken f\u00fcr abgebrannte Brennelemente ausserhalb des Sicherheitsbeh\u00e4lters, die Bl\u00f6cke stehen (wie auch in Fukushima) zu nahe nebeneinander, die K\u00fchlt\u00fcrme sind dermassen in Mitleidenschaft gezogen, dass sie extremen Wetterverh\u00e4ltnissen gar nicht mehr stand-halten w\u00fcrden. Ausserdem befindet sich auf demselben Gel\u00e4nde ein Endlager f\u00fcr schwach- und mittelaktiv-strahlenden Atomm\u00fcll. Zuguter-letzt versuchen die Betreiber immer wieder Leistungserh\u00f6hungen zu erzielen. Dadurch sinken auch die Sicherheitsreserven &#8211; irgendwann wird dem gegen\u00fcber das Material nicht mehr standhalten. Ferner werden durch derartige Abbranderh\u00f6hungen auch mehr l\u00e4ngerlebige Radio-nuklide produziert, die eine Kontamination im St\u00f6rfall verst\u00e4rken. <\/p>\n<p>https:\/\/www.w24.at\/Video\/Dukovany-Hohes-Risiko-nach-Stoerfall\/8239<\/p>\n<p>Der Ausdruck \u201eBr\u00f6ckel-Reaktoren\u201c \u00fcbrigens stammt nicht etwa von Kernkraftgegnern sondern nahm seinen Ursprung direkt in der Landesregierung NRWs, bei Umweltminister Johannes Remmel (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen). Im Hohen Haus in Berlin ist nicht selten auch von \u201eFlick-Schusterei\u201c die Rede, da eine Generalsanierung oder grossfl\u00e4chige Reparatur wirtschaftlich zu teuer kommt und somit nicht rentabel ist.<br \/>\nBelgien hat nach Fukushima den Kernenergie-Ausstieg zugesagt, aller-dings nur dann, wenn andere ausreichende Energie-Reserven vorliegen. Die Schweiz &#8211; nach eigenen Aussagen das sch\u00f6nste und reichste Land der Erde &#8211; betreibt die \u00e4ltesten und gef\u00e4hrlichsten Kernkraftwerke. Auch Fukushima \u00e4nderte nichts an der Tatsache, dass weitere erbaut werden sollten. Doch wurde der Druck der Bev\u00f6lkerung und der Nachbarn zu stark. In Deutschland sind derzeit noch sechs Kraftwerke in Betrieb \u2013 die \u00e4ltesten wurden bereits abgeschaltet. Wie kurzsichtig Br\u00fcssel reagiert, ist am besten an der Milliarden-Subventionsspritze f\u00fcr das englische Kernkraftwerk Hinkley-Point aufzuzeigen. Weshalb Berlin in dieser Thematik nicht ebenso wie Wien Klage dagegen eingebracht hat, ist wohl nur im Bundeskanzleramt bekannt. Schliesslich ist auch in Deutschland die Atomm\u00fcll-Endlagerung noch mit einem riesengrossen Fragezeichen behaftet. Ein Fass ohne Boden f\u00fcr deutsche Steuergelder. Ebenso \u00fcbrigens wie die Sanierung von Uran-Minen. \u201eWismut\u201c im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Th\u00fcringen verschlang 6,5 Milliarden Euro! Und zudem wurde der Reaktortyp von Tschernobyl kurz vor der Katastrophe als \u201esicher\u201c erkl\u00e4rt! Ausserdem darf die Gefahr eines terroristischen Anschlages gerade jetzt nicht untersch\u00e4tzt werden. Oder das Szenario eines Flugzeug-Absturzes! Seit Juni 2014 muss nicht mehr nur f\u00fcr Neubauten sondern auch f\u00fcr Betriebszeitenverl\u00e4ngerungen europaweit eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung absolviert werden (\u201eEspoo-Konvention\u201c). Allerdings sind diese zu 99 % nicht grenz\u00fcberschreitend, sodass auch die Nachbarl\u00e4nder eine Einspruchsm\u00f6glichkeit nutzen k\u00f6nnten. Atomenergie ist und bleibt eine nationale Angelegenheit!<br \/>\nVon 133 Kernkraftwerken in Europa gelten 62 als Hochrisikoreaktoren. Der Super-Gau von Tschernobyl hat es aufgezeigt: Bei anderer Witterung w\u00e4re die Giftwolke vielleicht gleich nach Westeuropa getrieben. Nicht auszudenken, was das f\u00fcr unsere Breitengrade bedeutet h\u00e4tte. Voll-kommen gleichg\u00fcltig also, ob ein solches Schrottkraftwerk 100 oder 200 km von der Grenze entfernt steht &#8211; bekommen die Bewohner dieser Kernzone Wind von einem schweren St\u00f6rfall, so wird es f\u00fcr die meisten unter ihnen zu sp\u00e4t sein. Im August 2010 beispielsweise wurden in Fessenheim nicht weniger als 50 Kubikmeter radioaktiver Gase frei-gesetzt. Obgleich die Zerfallsaktivit\u00e4t nach Angaben der Autorit\u00e9 de s\u00fbret\u00e9 nucl\u00e9aire (ASN &#8211; staatliche franz\u00f6sische Atomsicherheits- und Aufsichtsbeh\u00f6rde) nicht gemessen wurde, ist der Vorfall gerade mal mit INES 0 bewertet worden: \u201eEreignis ohne oder mit geringer sicher-heitstechnischer Bedeutung\u201c. INES ist die Internationale Bewertungsskala f\u00fcr nukleare Ereignisse &#8211; sie reicht bis zum \u201eKatastrophalen Unfall\u201c = INES 7! Kurz nach dem Unfall in Tschernobyl schalteten schwedische Atomkraftwerke automatisch ab, da zu hohe Strahlungswerte gemessen wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Sowjets noch gar keinen St\u00f6rfall gemeldet!!!<br \/>\nBei all dem sollte eine Schlagzeile nicht fehlen, die bei so manchem unter Ihnen f\u00fcr lautes Gel\u00e4chter sorgen wird, anderen hingegen die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammenschlagen l\u00e4sst: 2008 bohrte im schweizerischen AKW Leibstadt ein Mitarbeiter sechs wanddurchdringende L\u00f6cher in das Prim\u00e4rcontainment, um daran Feuerl\u00f6scher aufzuh\u00e4ngen.<br \/>\nTja und von \u201enachhaltiger Energie\u201c kann wohl nur dann gesprochen werden, wenn ein R\u00fcckbau zur sog. \u201eGr\u00fcnen Wiese\u201c erfolgt, aus dem Areal also tats\u00e4chlich wieder nicht belastete Gr\u00fcnfl\u00e4che oder Ackerland gewonnen wird. Der R\u00fcckbau zur \u201ebraunen Wiese\u201c bedeutet die weitere Verwendung f\u00fcr industrielle Zwecke. F\u00fcr den R\u00fcckbau werden mancherorts (Schweiz) Fonds bereits w\u00e4hrend der Laufzeit eingerichtet, andernorts \u00fcbernimmt dies der Stromkunde oder Steuerzahler. <\/p>\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n<p>.) \u201eAtomkraft &#8211; nein danke!\u201c: Der lange Weg zum Ausstieg. Die Geschichte der Anti-Atomkraft-Bewegung; Wolfgang Sternstein; Brandes &#038; Apsel 2013<br \/>\n.) Kernenergie: Eine Technik f\u00fcr die Zukunft? (Technik im Fokus); Hrsg.: Julia Neles\/Christoph Pistner; Springer 2012<br \/>\n.) Die Versicherung der Atomgefahr; Christoph Wehner; Wallstein Verlag 2017<br \/>\n.) Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft; Joachim Radkau\/Lothar Hahn; oekom verlag 2013<br \/>\n.) Das Kreuz mit dem Atom: Die Debatte um die Kernenergie und die christlichen Grundwerte der CDU; Stefan B\u00fcrgel; LIT Verlag 2018<br \/>\n.) St\u00f6rfall Atomkraft: Aktuelle Argumente zum Ausstieg aus der Kernenergie; Hrsg.: Ralph TH. Kappler\/Karl W. Hoch\/Astrid Schneider; VAS-Verlag f\u00fcr Akademische Schriften 2010<br \/>\n.) Der Traum vom eigenen Reaktor: die schweizerische Atomtechnologieentwicklung 1945-1969; Tobias Wildi; Chronos 2003<\/p>\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; www.bmub.bund.de<br \/>\n&#8211; www.umweltinstitut.org<br \/>\n&#8211; www.contratom.de<br \/>\n&#8211; www.mitwelt.org<br \/>\n&#8211; www.greenpeace.de<br \/>\n&#8211; rp.baden-wuerttemberg.de<br \/>\n&#8211; www.fanc.fgov.be<br \/>\n&#8211; www.electrabel.be\/<br \/>\n&#8211; www.stop-tihange.org<br \/>\n&#8211; www.anti-akw-ac.de<br \/>\n&#8211; www.derbund.ch<br \/>\n&#8211; www.ensi.ch<br \/>\n&#8211; www.energiestiftung.ch<br \/>\n&#8211; www.bkw.ch<br \/>\n&#8211; www.kernenergie.ch<br \/>\n&#8211; www.axpo.com<br \/>\n&#8211; www.menschenstrom.ch<br \/>\n&#8211; www.nein-zu-neuen-akw.ch<br \/>\n&#8211; www.mesure-radioactivite.fr<br \/>\n&#8211; www.asn.fr<br \/>\n&#8211; www.irsn.fr<br \/>\n&#8211; www.cez.cz<br \/>\n&#8211; www.bmlfuw.gv.at<br \/>\n&#8211; www.unet.univie.ac.at<br \/>\n&#8211; www.global2000.at<br \/>\n&#8211; www.atomkraftfreiezukunft.at<br \/>\n&#8211; www.world-nuclear.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>All jene unter Ihnen, die sich w\u00e4hrend der Feiertage nicht vollends vom weihnachtlichen Glanz haben blenden lassen, werden die Tagesschlag-zeile in den Nachrichten mitverfolgt haben: Frankreich will am Atomstrom festhalten, die EU will ihn k\u00fcnftig gar als \u201eklimafreundlich\u201c und somit nachhaltig bezeichnen, sofern sie den aktuellsten Standards entsprechen und bis 2050 eine Entsorgungsanlage f\u00fcr hochradioaktiven [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[1285],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7357"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7357"}],"version-history":[{"count":42,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7399,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7357\/revisions\/7399"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}