
{"id":7760,"date":"2022-04-29T18:00:57","date_gmt":"2022-04-29T16:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/stockm.vs120047.hl-users.com\/blog\/?p=7760"},"modified":"2022-04-29T18:00:57","modified_gmt":"2022-04-29T16:00:57","slug":"bar-oder-mit-karte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/04\/29\/bar-oder-mit-karte\/","title":{"rendered":"Bar oder mit Karte???"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eBargeld ist gepr\u00e4gte Freiheit\u201c<\/em><br \/>\n(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)<\/p>\n<p>Ja &#8211; es gibt sie tats\u00e4chlich: Bargeld-Obergrenzen bei Kaufabschl\u00fcssen. Geplant ist die EU-weite Umsetzung schon seit Jahren, doch konnten sich einige Staaten noch nicht zu diesem Schritt entscheiden. Keine Ober-grenzen in der Bargeldzahlung gibt es in Belgien, Luxemburg und \u00d6ster-reich, Einschr\u00e4nkungen in der Praxis etwa in Irland, Schweden, Finnland, Estland, Ungarn und Deutschland. So gilt zwischen Berchtesgaden und Flensburg: Bei Kaufgesch\u00e4ften B2B bzw. B2C bis zu 5.000,- Euro, bei C2C bis zu 15.000,- Euro. Alles andere muss &#8211; wie in den anderen EU-Mit-gliedsstaaten mit Karte oder mittels \u00dcberweisung beglichen werden. Vorsicht \u00fcbrigens: In Estland gilt: Bis zu 50 Geldst\u00fccke oder Banknoten unabh\u00e4ngig vom Wert &#8211; alles weitere kann verweigert werden!<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Zentralbank EZB beschloss bereits am 4. Mai 2016 einen Produktionsstopp der 500,- \u20ac-Banknote, deren Ausgabe endete Ende des Jahres 2018. Nach wie vor zur Diskussion steht zudem die Abschaffung der 1- und 2-Cent-M\u00fcnzen in der Eurozone. Doch auch hier kam es bislang zu keiner Einstimmigkeit, da v.a. bef\u00fcrchtet wird, dass auf 5 Cent aufgerundet w\u00fcrde, was einer Verteuerungswelle gleich k\u00e4me &#8211; im Vergleich zur derzeitigen jedoch harmlos.<br \/>\nIst das alles nicht etwa ein untr\u00fcbliches Zeichen f\u00fcr die schleichende Abschaffung des Bargeldes? Einer Errungenschaft, die den Menschen vom Tauscher zum K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer machte und auch in den Ver-fassungen der Mitgliedsstaaten enthalten ist! Doch &#8211; eines nach dem anderen!<br \/>\nAus dem Finanzministerium in Berlin heisst es, man wolle mit dieser Ma\u00dfnahme der Kriminalit\u00e4t und dem Terrorismus die finanzielle Grund-lage nehmen. Klar, wird doch bei dunklen Gesch\u00e4ften Bargeld bevorzugt. Doch wird wirklich die Einf\u00fchrung einer Bargeld-H\u00f6chstgrenze den Geld-koffer oder das gut gepolsterte Geld-Kuvert ersetzen? Wohl kaum, schliesslich tue ich mir damit sehr schwer, die Kalaschnikoff meiner Kreditkartenfirma erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Oder &#8211; welchen Zahlungsgrund gebe ich bei der \u00dcberweisung an, wenn ich ein halbes Kilogramm Kokain erworben habe? M\u00f6glich w\u00e4re, dass ich das Gewehr zum Knacken von Waln\u00fcssen brauche &#8211; dann w\u00e4re es ja wohl eine Dual Use-Ware und unterl\u00e4ge nicht dem Kriegswaffengesetz. Und das Kokain? Na ja &#8211; zum Streuen der ansonsten stets vereisten Einfahrt! Da bekommt der Spruch &#8222;&#8230;eine Strasse legen!&#8220; gleich eine komplett andere Bedeutung. <\/p>\n<p><em>\u201eDas Vertrauen in eine W\u00e4hrung beginnt beim Bargeld!\u201c<\/em><br \/>\n(Website der Deutschen Bundesbank) <\/p>\n<p>Die Geldkoffer wird man so rasch nicht abschaffen k\u00f6nnen! Das wird dem Bela Rabelbauer sicherlich gefallen! Der damalige Gesch\u00e4ftsmann aus dem \u00f6sterreichischen Bundesland Vorarlberg hatte im Namen eines B\u00fcrgerforums der \u00d6sterreichischen Volkspartei in deren Klubr\u00e4um-lichkeiten im Parlament in Wien einen Geldkoffer mit 4 Mio Schillingen \u00fcbergeben. Es sollte die erste Anzahlung f\u00fcr den Ankauf eines National-ratmandates sein. Das alles geschah am 17. September 1979; erst ein Jahr sp\u00e4ter deckte der Journalist Peter Pelinka in der damaligen sozial-demokratischen Arbeiterzeitung den Skandal auf. Heute lebt Rabelbauer in Ungarn &#8211; nach nicht weiter recherchierten Quellen einem Land der Geldkoffer. Auch ich wanderte einst mit einer runden Million \u00f6ster-reichischer Alpendollar quer durch Innsbruck, als ich die Vorverkaufs-stellen f\u00fcr ein Grosskonzert abrechnete. Es war schon ein etwas mulmiges Gef\u00fchl. Mehr weh tat aber danach der Blick in den wieder leeren Koffer: Da war nur kurz zuvor noch ein Verm\u00f6gen drinnen!!! Ergo: Kein Krimineller oder Terrorist wird sich von seinem bisherigen Gesch\u00e4ftsgebahren abbringen lassen, weil die Regierung einen Blick auf alle gr\u00f6sseren Kaufgesch\u00e4fte werfen will. Nach einer Studie der deutschen Bundesregierung wird alleine in Deutschland Schwarzgeld im Wert von rund 100 Milliarden \u20ac sauber gewaschen (bei einem prognostizierten Umsatz der Schattenwirtschaft 2022 in der H\u00f6he von 326 Milliarden Euro). Im vergangenen Jahr wurden 14.785 F\u00e4lle von Geldw\u00e4sche bzw. Verschleierung unrechtm\u00e4ssig erlangter Verm\u00f6genswerte aufgedeckt &#8211; nur in Deutschland! Daran wird sich aber wohl auch mit einer Bargeld-obergrenze nichts \u00e4ndern. Sollte also k\u00fcnftig Bernie Ecclestone in Berlin eine Wohnung f\u00fcr seine Tochter suchen, wird er die wohl nicht mehr wie einst direkt mit dem Geldk\u00f6fferchen erledigen k\u00f6nnen. Hat sich aber offenbar kurz danach von selbst erledigt, nachdem sich der ehemalige Formel I-Mogul \u00f6ffentlich \u00fcber die Verschwendungssucht seiner T\u00f6chter Tamara und Petra br\u00fcskierte. Dennoch m\u00fcssen viele Oligarchen derzeit tief in die Portokasse greifen, da ihre Konten gesperrt sind.<br \/>\nIn Frankreich liegt die Obergrenze bei 1.000,- \u20ac, in Italien wurde sie erst von 1.000,- auf 3.000,- \u20ac erh\u00f6ht, zum 01. Januar 2022 jedoch wieder auf 1.000 \u20ac gesenkt. Offenbar gab es zu viele schlechtverdienende Politiker. \u00dcbrigens &#8211; nach Angaben des deutschen Zolls muss eine Bargeldsumme ab 10.000,- \u20ac beim innereurop\u00e4ischen Grenz\u00fcbertritt auf Anfrage m\u00fcndlich angezeigt werden (\u201eAnzeigepflichtiges Bargeld bzw. gleichgestellte Zahlungsmittel\u201c). Das war selbstverst\u00e4ndlich mit 500,- \u20ac-Scheinen im Kuvert wesentlich angenehmer f\u00fcr die Sakko-Tasche als nun mit der n\u00e4chst niedrigeren 200,- \u20ac-Banknote (Delle im Jackett). Das erkannte 2016 auch der seinerzeitige Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Zentral-bank (2011-2019) und nunmehrige italienische Ministerpr\u00e4sident Mario Draghi:<\/p>\n<p><em>\u201cDie 500-Euro-Note wird immer mehr als ein Instrument f\u00fcr kriminelle Aktivit\u00e4ten gesehen!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Im August 2021 bot jemand auf Ebay einen 500,- \u20ac-Schein f\u00fcr 1.000,- \u20ac an &#8211; er schaffte es auf 54 Beobachter &#8211; los bekam er ihn jedoch nicht. Im Vergleich zu einem Mitbewerber, der ihn f\u00fcr 520,- \u20ac los wurde. Wie der Schein \u00fcbergeben wurde, ist nicht bekannt. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank waren mit Stand 22. Juli 2021 noch 500 \u20ac-Banknoten im Gesamtwert von 145 Milliarden Euro im Umlauf<br \/>\nMal ganz ehrlich: Ich vermeide den Besitz derart grosser Scheine. Muss jemand ganz sch\u00f6n lange arbeiten f\u00fcr, doch verloren ist auch er sehr rasch. Umso gr\u00f6sser ist dann die Schadensumme. Ausserdem kann damit sowieso nicht \u00fcberall bezahlt werden. Etwa in Luxemburg. Dort aber waren lange Zeit die meisten dieser Scheine im Umlauf! Die Deutsche Bundesbank versucht unterdessen zu beruhigen: Der Umtausch von D-Mark (Banknoten und M\u00fcnzen) steht nicht zur Diskussion! Schliesslich befinden sich noch 369.000 1.000-Mark-Geldscheine der Serie BBk I (erste Serie der 1957 gegr\u00fcndeten Deutschen Bundesbank) im Umlauf (Stand: Januar 2022). Sie erzielen derzeit ein H\u00f6chstgebot von 550,- \u20ac bei Sammlern &#8211; auch wenn Anbieter weit \u00fcber 2.000,- \u20ac daf\u00fcr haben m\u00f6chten. Offenbar gelten die rotbraunen Banknoten noch in sehr vielen Haushalten als Notfallreserve. Schliesslich kamen im Jahr 2016 gerade mal 22.175 zum Produzenten zur\u00fcck, seither werden es von Jahr zu Jahr weniger. Trotzdem befinden sich noch DM-Banknoten im Wert von 5,75 Milliarden DM und M\u00fcnzen f\u00fcr rund 6,6 Milliarden Deutsche Mark im Umlauf (Stand: Januar 2022 &#8211; Angaben Dt. Bundesbank). In \u00d6sterreich sind es Banknoten im Wert von 3,1 Milliarden und M\u00fcnzen im Wert von 3,9 Milliarden Schillingen (Stand: Januar 2021 &#8211; Angaben \u00d6sterreichische Nationalbank).<br \/>\nDie 500er-Scheine machten nur etwa 3 Prozent aller Euro-Banknoten aus &#8211; deren Gesamt-Wert aber lag bei 306,8 Mrd. \u20ac &#8211; nur der Wert des 50ers war 2016 mit 419,9 Mrd. \u20ac gr\u00f6sser. Wird nun Geld in diesem Ausmass vom Markt genommen, k\u00f6nnte das durchaus einem Schritt in Richtung Deflation gleichkommen.<br \/>\nWer glaubt, dadurch die Kriminalit\u00e4t eingrenzen zu k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf dem falschen Dampfer sitzen. Der Schein ist nach wie vor g\u00fcltiges Zahlungsmittel. Eine Eigenstudie zeigte allerdings, dass nicht \u00fcberall damit bezahlt werden kann (wie \u00fcbrigens nach seiner Einf\u00fchrung auch). Banken jedoch sind zu dessen Annahme verpflichtet. Dass jedoch das \u201eMillieu\u201c grosse Mengen an 500ern umgetauscht hat, ist bis heute nicht bekannt: Einerseits muss die Bank zuvor informiert werden, wenn gr\u00f6ssere Geldmengen abgehoben oder umgetauscht werden, da nicht mehr viel Bargeld in den Geldinstituten aufbewahrt wird. Andererseits &#8211; wer Bargeld in H\u00f6he von 1.000,- \u20ac umtauscht, muss sich ausweisen k\u00f6nnen (Geldw\u00e4schegesetz 2008 Deutschland). Die Daten werden mit einer Terrorismus-Datenbank verglichen. Zudem wird ab einem Betrag von 12.500 (in Deutschland) bzw. 10.000,- \u20ac (in \u00d6sterreich) ohnedies genauestens auf Geldw\u00e4sche hin \u00fcberpr\u00fcft und Meldung erstattet (in \u00d6sterreich etwa nach dem Finanzmarkt-Geldw\u00e4sche-Gesetz). Wenn Sie also beispielsweise als \u00d6sterreicher in Deutschland ein Auto im Wert von 12.501,- \u20ac erworben haben, wird Ihre \u00dcberweisung dokumentiert, da sie auf Geldw\u00e4sche hin \u00fcberpr\u00fcft wird. So argumentiert auch der deutsche parlamentarische Staatssekret\u00e4r MdB Dr. Michael Meister. Er betont, dass sehr viele Luxuslimousinen in Deutschland von Menschen gekauft werden, die extra zu diesem Zweck aus dem Ausland anreisen! Und siehe da &#8211; der meiste dunkle Geldfluss findet durch Anw\u00e4lte und Notare auf Treuhand- und Anderkonten statt &#8211; da werden Sie geholfen!<\/p>\n<p><em>\u201cWer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Als damals der Euro eingef\u00fchrt wurde, waren noch Ein-Pfennig- und F\u00fcnf-Groschen-M\u00fcnzen in Deutschland und \u00d6sterreich offizielles Zahlungsmittel. Als es hiess, dass sich mit der Euro-Einf\u00fchrung alles verteuerte, was von den Bef\u00fcrwortern massivst abgestritten wurde, wurde auch kein Bedacht mehr auf die ganz kleinen Summen gelegt. Wer k\u00fcmmert sich heute denn schon um eine am Boden liegende 1-Cent-M\u00fcnze??? Dabei sind dies &#8211; f\u00fcr all jene, die nach der W\u00e4hrungs-Umstellung geboren wurden &#8211; 2 Pfennige oder rund 27 Groschen! Nun sollen die Ein- und Zwei-Cent-M\u00fcnzen aus dem Verkehr gezogen werden. Die Betr\u00e4ge seien zu gering und die M\u00fcnzen somit nur ein Hindernis im Zahlungsverkehr. Ausserdem sei die Herstellung und In-Umlauf-Bringung teurer als der tats\u00e4chliche Wert. So kostet die 1 Cent-M\u00fcnze in ihrer Herstellung 1,65 Cent! Na ja &#8211; immerhin sind EU-weit 36,7 Mrd. Ein-Cent-M\u00fcnzen und 28,2 Mrd. Zwei-Cent-M\u00fcnzen (Stand: 2019) im Umlauf. Deutschland hatte zu Beginn des Euros immense Probleme mit den beiden Kupferm\u00fcnzen &#8211; jedes Gesch\u00e4ft frohlockte, wenn mit Kupfer bezahlt wurde. Nun ja &#8211; ich w\u00fcrde mal so sagen: Selber schuld! Die Preispolitik mit 9,99 oder 18,98 \u20ac f\u00fchrt zu st\u00e4ndigem Bedarf dieser M\u00fcnzen, da nicht jeder Kunde Trinkgeld gibt. In einer Umfrage der EU-Kommission sprachen sich im letzten Jahr 67 % der 17.700 Befragten f\u00fcr die Abschaffung aus &#8211; in \u00d6sterreich gar 76 %. Allerdings sei erw\u00e4hnt, dass derartige Befragungen jedes Jahr durchgef\u00fchrt werden. In f\u00fcnf EU-Staaten wird bereits auf 5 Cent aufgerundet: Belgien, Finnland, Irland, Italien und Niederlande. Dort wird auf- oder abgerundet &#8211; allerdings nicht, wie wir es in der Schule gelernt haben (bis 5 ab-, ab 5 aufrunden), sondern kaufm\u00e4nnisch: 1, 2, 6 und 7 abrunden, 3, 4, 8 und 9 aufrunden. Bekannt ist das aus dem niederl\u00e4ndischen \u201eAfronden (\u00e4hnliches auch in Belgien, Irland und Finnland). Die Idee entstand, da Banken immer mehr Geb\u00fchren verlangen, wenn H\u00e4ndler mit den M\u00fcnzen zum Einzahlen oder Eintauschen kommen (1 bis 10 % des Geldbetrages oder Mindestspesen von bis zu 10 \u20ac). Ob dann allerdings wirklich immer auch abgerundet oder anstelle dessen in der Preiskalkulation besser aufgerundet wird, wodurch es erneut zu einer Verteuerung des Warenkorbs kommt, m\u00f6chte ich nun mal einfach so im Raume stehen lassen. Schliesslich wurde dies obwohl eindeutig bei der Euro-Einf\u00fchrung nachgewiesen, immer wieder massivst bestritten. Ein entsprechender Radiobeitrag von mir \u00fcber die Preisentwicklung bei Obst und Gem\u00fcse nach der Einf\u00fchrung des Euros sorgte f\u00fcr einen Sturm der Entr\u00fcstung im Einzelhandel. Daneben kommt es ja durchaus offiziell zu Mehreinnahmen, die am Fiskus vorbeige-schmuggelt werden. Denn &#8211; nur mal theoretisch &#8211; ich preise eine Ware anstelle mit 8,92 (abrunden) mit 8,93 (aufrunden) aus, so ger\u00e4t das angestrebte Gleichgewicht zwischen ab- und aufrunden zugunsten der Mehreinnahmen aus dem Gleichgewicht!<br \/>\nAber was soll&#8217;s: Bargeld wird es ohnehin nicht mehr sehr lange geben! Zumindest, wenn es nach der Meinung von Deutsche Bank-Ex-Chefs John Cryan geht, der das Thema beim Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos auf den Tisch brachte und dabei auch viele hochrangige Unterst\u00fctzer fand. Unter Ihnen  &#8211; na no net &#8211; Mastercard-CEO Pawel Rychlinski. In vielen L\u00e4ndern wird bereits schon auch nur der Kaffee im Caf\u00e9 mit Karte bezahlt. Skandinavien etwa. In D\u00e4nemark (geh\u00f6rt nicht zur Eurozone) druckt die Notenbank beispielsweise mangels Nachfrage auch keine Banknoten mehr! Muss man sich durchaus fragen: Wof\u00fcr gibt&#8217;s dann noch eine Notenbank??? Ein Paradies f\u00fcr die Plastikkarten-Hersteller &#8211; ein Horror f\u00fcr Datensch\u00fctzer. Einerseits gab es zuletzt immer wieder Kreditkarten-Datenpannen, andererseits kann jederzeit nachvollzogen werden, wo sich wer aufgehalten hat (\u201eBewegungsprofil\u201c) und was gekauft wurde. Der gl\u00e4serne Konsument wird also noch durchsichtiger. Zudem verdienen die Banken und Kreditkartenunternehmen bei jeder Bezahlung mit Karte mit. Schliesslich verlangen sehr viele unter ihnen Geld f\u00fcr die Buchungszeilen oder Bankomat-Geb\u00fchren. <\/p>\n<p><em>\u201cEs wird ernst mit der Enteignung!\u201c <\/em><br \/>\n(Daniel Stelter im manager magazin am 26.01.2015)<\/p>\n<p>Stelter betont, dass ein derartiges Bargeld-Verbot ausschliesslich jene treffen w\u00fcrde, die nur ganze wenige M\u00f6glichkeiten haben, in andere Ver-m\u00f6genswerte umzusteigen &#8211; die Unter- und Mittelschicht! Der Spar-strumpf unter dem Kopfkissen wird hingegen immer mehr bei schlechteren Zeiten der Bank vorgezogen. So stieg etwa w\u00e4hrend der Weltfinanzkrise 2008 der Bedarf an Bargeld stark an.<br \/>\nKlar gegen die Abschaffung des Bargeldes hat sich auch die Deutsche Bundesbank ausgesprochen. So meinte etwa das Vorstandsmitglied Thiele bei einem Vortrag in Stuttgart am 13. Oktober 2015: <\/p>\n<p><em>\u201eIch m\u00f6chte es hier ganz deutlich sagen: Die Deutsche Bundesbank lehnt die Forderung nach einer Abschaffung des Bargelds ebenso ab wie Restriktionen f\u00fcr die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen mit Bargeld.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Auch der \u00f6sterreichische Nationalbank-Pr\u00e4sident Ewald Nowotny hat sich bereits im Herbst 2015 klar gegen die Abschaffung von Bargeld ausge-sprochen:<\/p>\n<p><em>\u201cWir sind absolut gegen irgendeinen Zwang in der Frage, was ich als Zahlungsmittel verwende.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Fakt ist: Der B\u00fcrger m\u00fcsste dann sein komplettes Verm\u00f6gen auf einem Konto bei der Bank lagern. Damit erhielten EZB und die Bundesbank, aber auch das Finanzministerium einen Freifahrtschein betreffs regulatorischer Zugriffe. Senkt etwa die EZB den Leitzins unter Null, so muss der Kontoinhaber sogar Zinsen daf\u00fcr bezahlen, dass sein komplettes Verm\u00f6gen beim Geldinstitut seines Vertrauens \u201eam Arbeiten\u201c ist! \u00d6konomen finden diese Tatsache durchaus interessant, ist doch der Konsument gezwungen, Verm\u00f6gen wieder rasch auszugeben oder zu investieren. Das w\u00fcrde \u201edie Volkswirtschaft kr\u00e4ftig stimulieren\u201c (Peter Bofinger)! Jedoch &#8211; habe ich nun kr\u00e4ftig investiert, verf\u00fcge auch \u00fcber festangelegtes Eigentum, habe jedoch kein Geld auf dem Konto, muss ich \u00fcberziehen, was den Banken wieder kr\u00e4ftig \u00dcberziehungszinsen bringt! Der Verlierer ist und bleibt also die kleine Frau\/der kleine Mann &#8211; der Gewinner immer seine Bank! Parplus &#8211; schon mal \u00fcberlegt, was geschieht, wenn hierzulande ein Fall \u201eZypern\u201c geschieht? Also eine Quasi-Enteignung der Sparer passiert! Und schwub &#8211; ist fast alles weg, weil wieder einer der doch so gut ausgebildeten Geldmanager in eine Blase investiert hat, die leider geplatzt ist. Daf\u00fcr aber erh\u00e4lt er noch eine gute Provision! Die Konkursrichter w\u00fcrden sich \u00fcber Arbeit nicht beklagen k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd &#8211; wenn wieder damit argumentiert wird, dass ohne Bargeld keine bezahlte Kriminalit\u00e4t oder Schwarzarbeit mehr Sorgen bereiten d\u00fcrfte: Der US-Dollar oder die britische Pfund wird sicherlich nie als Bargeld abgeschafft, da beide Wirtschaftssysteme einfach die Druckmaschinen starten, wenn sie Geld brauchen. Ergo steigen die Schwarzzahler auf andere W\u00e4hrungen um! Nicht zu vergessen sind nat\u00fcrlich die Steueroasen oder Offshore-Konten. Gabriel Zucman (franz\u00f6sischer \u00d6konom) sch\u00e4tzte das nicht deklarierte, weltweite Buchgeld auf die unglaubliche Summe von 5,8 Billionen \u20ac, nachBerechnungen der OECD 11,3 Billionen US-Dollar; nach Berechnungen des Tx Justice Networks gar 32 Billionen US-Dollar. Diese Gelder liegen in der Schweiz, auf den Bahamas oder in Singapur etc.<br \/>\nTja und zuguterletzt die Cent-Sucher an der Kasse des Supermarktes! Mir ist aufgefallen, dass ich an ebensolchen meist l\u00e4nger warten muss, wenn mit Karte bezahlt wird, als mit Bargeld! Zudem kann ein Supermarkt zusperren, wenn keine Verbindung zum Karten-Unternehmen besteht! <\/p>\n<p>Auch ich bin der Meinung, dass der Mensch durch eine etwaige Abschaffung des Bargeldes nicht nur finanziell gesch\u00e4digt, sondern massivst in seinen Grundrechten eingeschr\u00e4nkt wird. Schliesslich kann sich wohl jeder selbst entscheiden, ob Frau die Behandlung im Nagel-Studio bzw. Mann den Einkauf bei Beate Uhse anonym mittels Bargeld oder f\u00fcr jeden sichtbar mit Karte bezahlt!<\/p>\n<p><em>\u201cZum einen sch\u00fctzen Barzahlungen die Privatsph\u00e4re der Bev\u00f6lkerung. Dass davon auch weniger rechtschaffene Personen profitieren, ist kein Grund, die ehrlichen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger immer gl\u00e4serner werden zu lassen.\u201c<\/em><br \/>\n(Carl-Ludwig Thiele, ehemaliges Vorstandsmitglied der Dt. Bundesbank)<\/p>\n<p><strong>Links:<\/strong><br \/>\nwww.ecb.europa.eu<br \/>\nwww.bundesbank.de\/<br \/>\nwww.zoll.de<br \/>\nwww.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de<br \/>\nwww.eu-verbraucher.de<br \/>\nwww.oenb.at<br \/>\nwww.evz.de<br \/>\nwww.oeropa.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBargeld ist gepr\u00e4gte Freiheit\u201c (Fjodor Michailowitsch Dostojewski) Ja &#8211; es gibt sie tats\u00e4chlich: Bargeld-Obergrenzen bei Kaufabschl\u00fcssen. 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