
{"id":7901,"date":"2022-05-27T17:51:43","date_gmt":"2022-05-27T15:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/stockm.vs120047.hl-users.com\/blog\/?p=7901"},"modified":"2022-05-27T17:51:43","modified_gmt":"2022-05-27T15:51:43","slug":"die-wahrheit-straft-putin-lugen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/05\/27\/die-wahrheit-straft-putin-lugen\/","title":{"rendered":"Die Wahrheit straft Putin L\u00fcgen"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eWie in Russland gibt es auch in der Ukraine sehr harte Rechts-radikale. Man sollte dieses Problem gerade in Deutschland nicht ignorieren.\u201c <\/em><br \/>\n(G\u00f6tz Haydar Aly, Dt. Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist) <\/p>\n<p>Unter mehr als fragw\u00fcrdigen Gr\u00fcnden f\u00fchrt Wladimir Putin den russischen Angriffskrieg gegen den Nachbarstaat Ukraine. Sehr viele seiner Behaup-tungen stellten sich inzwischen als Fake heraus. Mit einer weiteren m\u00f6chte ich heute \u201eKlar-Tisch-machen\u201c: Der \u201eEntnazifizierung der Ukraine\u201c! Welcher Schwachsinn da aus Moskau in die Welt getragen wurde, zeigt sich wohl am ehesten in der Person des im Jahr 2019 demo-kratisch gew\u00e4hlten ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj: Er geh\u00f6rt dem j\u00fcdischen Glauben an! Auch die Politikwissenschafterin an der Universit\u00e4t Paris Nanterre, Anna Colin Lebedev, weist dies zur\u00fcck. Die auf den Konflikt in der Ostukraine und postsowjetische Gesellschaften spezialisierte Dozentin spricht von einer \u201emarginalen Bedeutung\u201c des Rechtsextremismuses in der Ukraine. So erreichten die rechtsradikale Partei \u201eSvoboda\u201c und der \u201ePrawyj Sektor\u201c bei den Parlamentswahlen 2014 bzw. f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter nicht mal 5 % der Stimmen. Als einzige rechts-radikale Abgeordnete sitzt Oksana Sawtschuk (Svoboda) im Parlament in Kiew.<br \/>\nHistorisch erwiesen allerdings ist die Kollaboration von Stepan Bandera mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg. Dabei beteiligten sich er und seine Anh\u00e4nger auch in den Massakern an polnischen Zivilisten und Juden. Bandera wurde 1959 in M\u00fcnchen durch einen KGB-Agenten ermordet. Sein Tun schlachtet die russische Propaganda allerdings in den letzten Monaten erneut aus. Doch gab es solche kollaborative Miliz-Einheiten in allen von den Deutschen besetzten Gebieten &#8211; in den meisten davon wurde ab 1945 entnazifiziert und aufger\u00e4umt. Das war unter Stalin nicht anders. Dennoch wird Bandera im Westen der Ukraine nach wie vor als Nationalheld gefeiert.<br \/>\nRechtsradikale sind derzeit allerorts im Vormarsch. Es scheint, als ob der Mensch nichts aus der Geschichte gelernt hat. Mit dem Angriff auf das Capitol, dem US-amerikanischen Symbol f\u00fcr Freiheit und Demokratie, sollte dies selbst dem letzten Zweifler bewusst geworden sein. Corona-Proteste wurden unterwandert und radikalisiert, Volksvertreter und Journalisten ganz offen beschimpft und ihre Familien bedroht. Mehr als dubios erscheinen in diesem Zusammenhang Geldfl\u00fcsse aus Russland an die franz\u00f6sische Rechtspopulistin Marine Le Pen, die Italienische Lega unter Matteo Salvini oder auch die AfD im Ursprungsland des National-sozialismuses &#8211; hier darf sogar ein nach wie vor aktiver Politiker nach Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Meiningen (2 E 1194\/19 Me) ganz offiziell als \u201eFaschist\u201c bezeichnet werden. Fehlt damit nicht ein Grund-pfeiler f\u00fcr die Basis der putin\u2019schen Argumentation in diesen Krieg? Ansonsten m\u00fcsste ja davon ausgegangen werden, dass er auch viele andere L\u00e4nder zum Zwecke der Entnazifizierung angreifen werde!<br \/>\nDer renommierte Osteuropa-Historiker und Holocaust-Forscher Timothy Snyder von der Yale-University warnt in diesem Zusammenhang vor den Gefahren, die der Faschismus f\u00fcr demokratische Gesellschaften birgt. Dabei zeigt sein warnender Finger auch stets auf das Putin\u2019sche Regime.<br \/>\nDoch ist dies noch lange nicht alles: Ich darf gar noch etwas \u201eNachschlag\u201c pr\u00e4sentieren. Schauen wir uns doch gemeinsam die beiden Seiten dieses Krieges an: Der beschuldigten Verteidiger und der angeblich wertfreien Angreifer!<br \/>\nSchliesslich meint der Extremismusforscher Alexander Ritzmann:<\/p>\n<p><em>\u201eWenn man sagen w\u00fcrde, es gibt in der Ukraine besonders viele Neonazis, ist das auf jeden Fall Propaganda.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ukraine<\/p>\n<p><strong>&#8211; Asow-Regiment<\/strong><br \/>\nDie Anh\u00e4nger dieser paramilit\u00e4rischen Gruppierung gelten inzwischen in der Ukraine als Volkshelden, obgleich vor dem Krieg auch dort als rechts-radikal abgestempelt. Sie hielten das Stahlwerk in Mariupol \u00fcber Wochen hinweg gegen die Angreifer und verschafften dadurch der ukrainischen Armee wertvolle Zeit sich neu aufzustellen. Das Asowsche Meer fungierte als Namensgeber, f\u00fcr die zuerst als Bataillon, sp\u00e4ter dann Regiment bezeichnete paramilit\u00e4rische Gruppierung. Gegr\u00fcndet durch die beiden nationalistischen Politiker Oleh Ljaschko und Dmytro Kortschynskyj im Mai 2014, kurz nach dem Ausbruch des Konfliktes in der Ostukraine, wurde das Freiwilligenbataillon haupts\u00e4chlich durch die Verwendung der Wolfsangel im Bataillonsabzeichen, einem Symbol der 2. SS-Panzer-division und vieler Neonazi-Bewegungen, aber auch der SS-Erfindung der aufgehenden schwarzen Sonne bekannt. Die Wolfsangel jedoch hat in der Ukraine keine faschistische Konnotation! Das Bataillon wurde sehr rasch durch die Regierung Petro Poroschenko der dem Innenministerium unter-stellten Nationalgarde eingegliedert. Poroschenko selbst zeigte sich w\u00e4hrend seiner Regierungszeit gegen\u00fcber Russland kompromissbereit &#8211; ausgenommen davon jedoch die Annexion der Krim. Mit der Ein-gliederung in die Nationalgarde kamen immer weniger rechtsextreme Themen zur Diskussion &#8211; die Kampfeinheit galt zusehends als \u201eentideo-logisiert\u201c, meint Andreas Umlauf vom Stockholm Zentrum f\u00fcr Osteuropa-studien. So trennte man sich etwa von vielen Rechtsextremen, wie beispielsweise dessen 1. Kommandeur Andrij Bilezkyj, und zog eine klare Grenze zu der auch weiterhin rechtsextrem-t\u00e4tigen Asow-Bewegung (darunter das \u201eNationale Corps\u201c und die \u201eNationale Miliz\u201c), betont auch der ukrainische Extremismusforscher Anton Schechowzow. Das Bataillon rekrutierte allerdings in ganz Europa auch bei rechtsextremen Veran-staltungen bzw. Gruppierungen. Nach Sch\u00e4tzungen von Experten sollen im Jahr 2017 mehr als 2500 S\u00f6ldner im Regiment t\u00e4tig gewesen sein. Darunter jedoch auch bekennende Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinde oder Russen. F\u00fcr Putin ist das Asow-Regiment nach wie vor das neo-nazistische Feindbild schlechthin in der Ukraine. Russland bombardierte am 24. Februar eine Geburtsklinik in Mariupol und rechtfertigte dies damit, dass sich dort Asow-Mitglieder versteckt hielten &#8211; ebenfalls eine L\u00fcge, die viel Leid brachte. Die Zerst\u00f6rungen in Mariupol werden inzwischen in einer Reihe mit jenen in der syrischen Stadt Aleppo bzw. der tschetschenischen Hauptstadt Grosny genannt &#8211; auch hier hinter-liessen russische Truppen eine Spur der Verw\u00fcstung. <\/p>\n<p><strong>&#8211; AIDAR<\/strong><br \/>\nIm Vergleich zum Asow-Regiment agiert dieser Freiwilligen-Verband tats\u00e4chlich neo-nazistisch und damit rechtsradikal. Seine Mitglieder tragen \u00f6ffentlich Nazi-Symbole, wie das Hakenkreuz auf der Uniform oder als T\u00e4towierung auf dem K\u00f6rper. Einige der Anf\u00fchrer sind bekennende Mitglieder von Neo-Nazi- bzw. rechtsradikalen Gruppen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; C14<\/strong><br \/>\nDie Zahl 14 ist ein beliebter Code in der rechtsextremen Szene. Sie bezieht sich auf die \u201e14 words\u201c des Neonazis David Lane. Seit dem Jahr 2014 und damit der Ostukraine-Krise ist die Neo-Nazi-Gruppe auch paramilit\u00e4risch aktiv. Dabei scheut sie auch vor Gewalttaten an bei-spielsweise den Roma nicht zur\u00fcck. C14 steht der nationalistischen Partei \u201eSvoboda\u201c nahe.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Milit\u00e4rorden Centuria<\/strong><br \/>\nAls \u201eeurop\u00e4ische Traditionalisten\u201c wollen diese Rechtsextremen die \u201ekulturelle und ethnische Identit\u00e4t der europ\u00e4ischen V\u00f6lker\u201c gegen die B\u00fcrokratie Br\u00fcssels verteidigen. Daf\u00fcr unterwandern sie das ukrainische Milit\u00e4r mit ihrer ultranationalistischen Ideologie. Ihre Mitglieder schm\u00fccken sich gerne mit einem Fadenkreuz, das an das rechtsextreme Symbol des Keltenkreuzes erinnert. <\/p>\n<p><strong>&#8211; Misanthropic Division<\/strong><br \/>\nEindeutige Nazis sind die Angeh\u00f6rigen dieser Vereinigung. Auf deren Flagge sind zwei Kalaschnikows, zwei SS-Totenk\u00f6pfe und der Spruch \u201eT\u00f6ten f\u00fcr Wotan\u201c zu erkennen. Ihr Ziel ist ein von Russland, aber auch der EU unabh\u00e4ngiger nationalsozialistischer Staat. Als Kampfeinheit ist die Division dem Asow-Regiment unterstellt, Einsatzgebiet ist die Ost-ukraine. Jugendliche und junge Erwachsene dieser rechtsradikalen Gruppierung sollen drei Anschl\u00e4ge auf Roma-Siedlungen in Kiew, Ternopil und Lwiw ver\u00fcbt haben. \u00c4hnliche Anschl\u00e4ge, Einsch\u00fcchterungen und Drohungen sollen nach Angaben des UNO-Hauptkommissariates f\u00fcr Menschenrechte auf das Konto von \u201eC14\u201c, \u201ePrawyj Sektor\u201c, \u201eTradition und Ordnung\u201c oder \u201eKarpatska Sitsch\u201c in anderen ukrainischen St\u00e4dten gehen. <\/p>\n<p><strong>&#8211; Natsionalnyi korpus (Nationaler Korpus)<\/strong> (ohne Kriegsbeteiligung)<br \/>\nIm Jahr 2016 gegr\u00fcndet, nannte sich diese rechtsextreme Partei zuerst \u201ePatrioten der Ukraine\u201c. Den Stamm bildeten ehemalige Mitglieder des Asow-Regiments. Politisch eher unbedeutend erreichte die Partei bei den Parlamentswahlen 2019 2,15 % der Stimmen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Prawyj Sektor (Rechter Sektor)<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend des Euromaidan schlossen sich 2013 mehrere ultra-nationalistische und rechtsextreme Gruppen zusammen und verweigerten eine Entwaffnung. Mit dem Aufflammen des Ostukraine-Konfliktes wurde das Ukrainische Freiwilligenkorps gegr\u00fcndet, das seither gegen pro-russische Separatisten k\u00e4mpft.  <\/p>\n<p><strong>&#8211; Svoboda<\/strong> (ohne Kriegsbeteiligung)<br \/>\nDie heutige ultranationalistische Partei Svoboda wurde eigentlich als rechtsextreme \u201eSocial-National Party of Ukraine\u201c (SNPU) gegr\u00fcndet. Svoboda erfreute sich zu Beginn regen W\u00e4hlerzulaufs, der aber mit der Zeit wieder abflachte. Im Parlament in Kiew sitzt mit Oksana Sawtschuk seit den letzten Parlamentswahlen eine Vertreterin der Partei. <\/p>\n<p><strong>&#8211; Tradytsiia I Poriadok (Tradition und Ordnung)<\/strong><br \/>\nDiese rechtsextreme Organisation wurde v.a. durch die Angriffe auf die LGBTIQ bekannt. Im Logo ist ein Arm in Ritterr\u00fcstung zu sehen &#8211; es handelt sich dabei wohl um den ideologischen Hintergrund der Vereinigung: Die ritterliche Verteidigung der \u201etraditionellen Nation\u201c. Mitglieder d\u00fcrften auf ukrainischer Seite im Krieg involviert sein, rekrutiert die Gruppe doch auch in Deutschland Interessierte.  <\/p>\n<p>Ein soeben ver\u00f6ffentlichter Bericht des deutschen Bundesnachrichten-dienstes (BND) geht davon aus, dass auch auf russischer Seite zahlreiche bewaffnete, rechtsradikale Milizen in der Ukraine im Angriffskrieg involviert sind.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Defenders of Donbass<\/strong><br \/>\nBei dieser Gruppierung handelt es sich um rechtsextreme russische Separatisten aus der Region Donbass\/Doneszk. Sie k\u00e4mpfen offiziell f\u00fcr die \u201eDonetsk People\u2019s Republic\u201c (DPR), die es jedoch niemals geben wird. Schliesslich will Putin die Annexion der Region an Russland erreichen &#8211; wie er meint, ganz legal durch eine Volksabstimmung. Im Wappen der Separatisten findet sich der Doppelkopfadler des russischen Zarenreichs und die Farben der weiss-blau-roten Trikolore, der aktuellen National-flagge Russlands. Sie wurde \u00fcbrigens erstmals nach dem Sturz des Zaren bis zur Oktoberrevolution durch die damalige provisorische Regierung verwendet.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Nationalsozialistische Gesellschaft<\/strong> (ohne Kriegsbeteiligung)<br \/>\n2004 durch Dmitry Rumyantsev Maluta \u201eKorotkikh\u201c gegr\u00fcndet, wurde diese ultrarechte russische Neo-Nazi-Vereinigung im Jahr 2010 verboten. Ein Jahr sp\u00e4ter sprach das Gericht 13 ihrer Mitglieder wegen rassistischer Morde an 28 Personen und \u00fcber 50 Angriffe auf Nichtrussen und LGBTQ-Community-Mitglieder f\u00fcr schuldig. Proklamiert wurde ein russischer Nationalstaat, der auf nationalsozialistischem Gedankengut aufbaut.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Russian Imperial Movement (RIM)<\/strong><br \/>\nHierbei handelt es sich um die russischen Reichsb\u00fcrger, monarchistisch, ultranationalistisch und revisionistisch ausgerichtet. Mitglieder, aber auch Neonazis aus Deutschland, wie jene der NPD oder des III. Weges, werden in Trainingslagern ausgebildet und kampft\u00fcchtig gemacht. Der para-milit\u00e4rische Arm der rechtsextremen Gruppierung (\u201eReichslegion\u201c RIL) griff bereits in den Jahren 2014 und 2015 auf der Krim sowie in der Ostukraine in den Konflikt ein. Der Anf\u00fchrer, Denis Garijew, wurde offenbar selbst verletzt, sein Stellvertreter get\u00f6tet und andere Mitglieder verwundet. Die russischen Reichsb\u00fcrger fordern den Wiederaufbau des Zarenreichs und die R\u00fcckeroberung \u201everlorener Territorien\u201c der ehe-maligen Sowjetunion.  <\/p>\n<p><em>\u201eGanz ohne Zweifel sprechen wir uns f\u00fcr die Liquidierung des separatistischen Gebildes Ukraine aus.\u201c<\/em><br \/>\n(Denis Garijew, RIL-Anf\u00fchrer)<\/p>\n<p><strong>&#8211; Rusich<\/strong><br \/>\nSp\u00e4testens seit April k\u00e4mpft die Gruppierung \u201eRusich\u201c erneut nach 2014 und 2015 gegen ukrainische Truppen. Diese Miliz k\u00f6nnte der S\u00f6ldner-gruppe \u201eWagner\u201c entstammen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Russische Nationale Einheit<\/strong><br \/>\nDer Neonazi Alexander Barkaschow gr\u00fcndete diese Partei im Jahr 1990. Ihr ideologischer Hintergrund findet sich im Rassismus und Antisemi-tismus, der Holocaustleugnung und dem Kampf gegen die Demokratie. Die Gruppe ist paramilit\u00e4risch gef\u00fchrt. Im Logo der Partei ist eindeutig das Hakenkreuz der Nazis zu erkennen. Seit dem Beginn der Invasion taucht auch das Sankt-Georgs-Band vermehrt auf. <\/p>\n<p><strong>&#8211; Russkij Obraz (\u201eRussische Gestalt\u201c)<\/strong> (ohne Kriegsbeteiligung)<br \/>\nIlja Gorjatschew arbeitete f\u00fcr \u201ekremlnahe Strukturen\u201c vornehmlich im Bereich der Jugendbewegungen. Er gr\u00fcndete 2003 die rechtsextreme Gruppierung Russkiy Obraz und f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter im Jahr 2008 die \u201eKampforganisation russischer Nationalisten\u201c BORN. Gorjatschew geriet jedoch nach dem Mord am Richter Eduard Tschuwaschow und dem Rechtsanwalt Stanislaw Markelow in den Fokus der Ermittler, weshalb auch die Verbindungen zum Kreml gekappt wurden. Am 24. Juli 2014 verurteilte das Stadtgericht Moskau den Rechtsradikalen zu lebenslangem Freiheitsentzug (25 Jahre) wegen der Beteiligung an diesen beiden, aber auch an den F\u00fchrern der jugendlichen antifaschistischen Bewegung wie etwa  Fjodor Filatow, Ilja Dschaparidse und anderen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Slawjanski Sojus (Slawische Union)<\/strong> (ohne Kriegsbeteiligung)<br \/>\nIm Jahr 2010 wurde die 1999 von Dmitri Djomuschkin gegr\u00fcndete rechtsextreme Gruppierung verboten. Seither agiert sie im Untergrund. Die Slawische Union entwickelte sich nach ihrer Gr\u00fcndung sehr rasch zur gr\u00f6ssten Neo-Nazi-Organisation Russlands, die die Russischen M\u00e4rsche veranstaltete. Auch hier gab es f\u00fcr viele der Mitglieder eine para-milit\u00e4rische Ausbildung.  <\/p>\n<p><strong>&#8211; Gruppe Wagner<\/strong><br \/>\nBei dieser Gruppe handelt es sich um ein vom Neonazi Dmitri Utkin gegr\u00fcndetes privates Milit\u00e4runternehmen, das nach dem Lieblings-komponisten Adolf Hitlers, Richard Wagner, benannt wurde. S\u00f6ldner dieser Gruppe mischten bereits in Syrien, Libyen, dem Sudan, Mali und beim ersten Angriff Russlands in der Ostukraine 2014 und 2015 auf Putins Seite mit. Experten vermuten zirka 6.000 Soldaten dieser Vereinigung im Invasionskrieg, die vornehmlich verdeckt agieren und ukrainische Akteure ermorden sollen. Der Kreml versucht seit 2015 diese eigentlich illegale Einheit zu legalisieren, was jedoch vornehmlich am Geld scheiterte. Daneben wollte die russische Regierung verstorbene S\u00f6ldner nicht offiziell als russische Gefallene akzeptieren. Und schliesslich werden Angeh\u00f6rige nach ausgewertetem Material durch den BND als verant-wortlich f\u00fcr zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bezeichnet. <\/p>\n<p>Auffallend bei alledem ist, dass sich der ukrainische Rechtsextremismus erst ab der Krimkrise, vor allem aber dem Ostukraine-Konflikt regen Zulaufs erfreute und an Bedeutung gewann. Die meisten Gruppierungen wurden in dieser Zeit gegr\u00fcndet. Damit w\u00e4re Wladimir Putin somit daf\u00fcr verantwortlich, was er nun ganz \u00f6ffentlich bek\u00e4mpft. Es handelt sich also um einen vorgeschobenen Grund, der wie vieles aus Moskau stammende, mehr als fragw\u00fcrdig erscheint. Seine Feinde als \u201eNazis\u201c und\/oder \u201eFaschisten\u201c zu bezeichnen, geh\u00f6re schon vor der Invasion in der Ukraine zur russischen Propaganda, betont der Osteuropa-Historiker Robert Kindler von der FU Berlin. Moskau will damit den Sieg der Sowjetunion \u00fcber Nazi-Deutschland ganz bewusst in den Vordergrund stellen. Dies geh\u00f6re inzwischen zur nationalen Identit\u00e4t der Russen. Und im Gegensatz dazu:<\/p>\n<p><em>\u201eKein anderes osteurop\u00e4isches Land hat eine so gewaltbereite Neonaziszene wie Russland!\u201c<\/em><br \/>\n(Ute Weinmann auf www.bpb.de)<\/p>\n<p>Bereits 2005 betonten die Autoren im Bericht des Moskauer B\u00fcros f\u00fcr Menschenrechte, dass zwischen 50-60.000, also nahezu die H\u00e4lfte der weltweit aktiven 120.000 Neonazis in Russland leben.<\/p>\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n<p>.) Bloodlands &#8211; Europa zwischen Hitler und Stalin; Timothy Snyder; C.H. Beck 2022<br \/>\n.) From the Fires of War: Ukraine&#8217;s Azov Movement and the Global Far Right; Michael Colborne; ibidem-verlag 2022<br \/>\n.) Der Weg in die Unfreiheit &#8211; Russland, Europa, Amerika; Timothy Snyder; C.H.Beck 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWie in Russland gibt es auch in der Ukraine sehr harte Rechts-radikale. 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