
{"id":8186,"date":"2022-07-08T13:34:00","date_gmt":"2022-07-08T11:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=8186"},"modified":"2022-07-08T13:34:00","modified_gmt":"2022-07-08T11:34:00","slug":"die-kraft-des-waldes-das-netzwerk-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/07\/08\/die-kraft-des-waldes-das-netzwerk-der-natur\/","title":{"rendered":"Die Kraft des Waldes &#8211; Das Netzwerk der Natur"},"content":{"rendered":"\n<p>Gesundheit ist das h\u00f6chste Gut, das ein Mensch haben kann. Die meisten allerdings kommen erst dann zu dieser Erkenntnis, wenn sie mal nicht mehr gesund sind. Da kann ich mich mit all meinen Sportverletzungen und den daraus resultierenden Krankenhausaufenthalten leider nicht da-von ausnehmen. Bis dahin wird Raubbau am K\u00f6rper betrieben. Dass es jedoch gar nicht so schwer w\u00e4re, etwas daf\u00fcr zu tun, wissen viele oftmals gar nicht, da sie dort mitschwimmen, was gerade mal empfohlen wird. Wer k\u00e4me da schon auf dieses heutige Thema, auf das ich zuge-gebenerma\u00dfen auch eher zuf\u00e4llig w\u00e4hrend der Recherche zu einem komplett anderen Thema stiess: Das Waldbaden bzw. die Waldmedizin!<\/p>\n\n\n\n<p>Marc G. Berman wohnt in Chicago. Er ist Assistant Professor am Institut f\u00fcr Psychologie der Universit\u00e4t Chicago. Sein Fachbereich geht in eine Richtung, von der ich selbst bis vor kurzem noch nicht wusste, dass es sie gibt: Die Umweltpsychologie. Untersucht wird in diesem Fachbereich die Interaktion der Psyche und neuronaler Prozesse mit Umweltfaktoren aus der Natur. Klingt etwas kompliziert, ist jedoch ganz einfach. Hier ein Beispiel: Berman analysierte f\u00fcr das Rotman Research Institute an der University of Toronto in Baycrest die Unterschiede in den Gesundheits-daten der Bewohner von Wohngegenden mit einem hohen Anteil von B\u00e4umen zu jenen mit nur wenigen (\u201eRegressionsanalysen\u201c). Das Ergebnis ist revolutionierend und zugleich alarmierend: In den gr\u00fcnen Stadtteilen ist das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-St\u00f6rung wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken wesentlich geringer als in jenen Stadtteilen, die dermassen zubetoniert (versiegelt) sind, dass nurmehr wenige B\u00e4ume Platz finden. Die Studie war recht m\u00fchsam, galt es doch, die Standorte von 530.000 B\u00e4umen mit den Gesundheitsdaten von rund 30.000 Anwohnern abzugleichen. Berman weist allerdings daraufhin, dass die Daten miteinander korrelieren &#8211; inwieweit die sauerstoffreichere Luft, der sch\u00f6nere Anblick und die Animation f\u00fcr einen Spaziergang, die B\u00e4ume aus\u00fcben, das Wohlgef\u00fchl des Einzelnen beeinflussen, kann durch diese Studie nicht hingewiesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich behaupte: B\u00e4ume machen wirklich ges\u00fcnder und gl\u00fccklicher! Und den Beweis werde ich hier im Folgenden antreten! Diesem Ph\u00e4nomen widmet sich u.a. die Waldmedizin.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir stellen fest, dass zehn zus\u00e4tzliche B\u00e4ume in einem H\u00e4userblock das durchschnittliche Gef\u00fchl der eigenen gesundheitlichen Verfassung in dem Ma\u00dfe erh\u00f6ht wie eine Steigerung des Jahres-einkommens um 10.000 Dollar oder der Umzug in eine Wohngegend mit einem 10.000 Dollar h\u00f6heren Durchschnittseinkommen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Marc G. Berman)<\/p>\n\n\n\n<p>An erster Stelle steht selbstverst\u00e4ndlich die Sauerstoffproduktion. Die Photosynthese, also die Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser zu Sauerstoff und Zucker unter Einfluss der Sonneneinstrahlung findet in den Bl\u00e4ttern und Nadeln der B\u00e4ume statt. Je gr\u00fcner ein Wald ist, desto mehr des f\u00fcr diesen Vorgang so wichtigen Chlorophylls findet sich dort, desto mehr kann auch Sauerstoff produziert werden. Sauerstoff nun ist f\u00fcr beinahe alle Vorg\u00e4nge im menschlichen K\u00f6rper notwendig. Je h\u00f6her dessen Gehalt in der Atemluft ist, desto besser laufen auch diese Prozesse ab. Eine Wohltat f\u00fcr Asthmatiker oder Menschen, die an COPD leiden!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wald beruhigt aber auch das Herz, den Blutdruck und entspannt die Muskeln. Zu dieser Erkenntnis gelangten Forscher der Nippon Medical School of Tokio. Sie wiesen nach, dass das Herz w\u00e4hrend eines Aufent-haltes im Wald deutlich ruhiger schl\u00e4gt, der Blutdruck gesenkt wird und der Muskelapparat so richtig relaxen kann. Dies alles nur dadurch, dass das Stresshormon Cortisol runtergefahren wird. Gleiches stellten auch s\u00fcdkoreanische Forscher fest. Sie schickten zwei Probanden-Gruppen zum Spazierengehen. Die eine in den Wald, die andere in die Stadt. W\u00e4hrend die Stadtgeher danach keinerlei Ver\u00e4nderungen aufwiesen, hatten die Waldgeher einen niedrigeren Blutdruck, eine gr\u00f6ssere Lungen-kapazit\u00e4t sowie eine bessere Elastizit\u00e4t der Blutgef\u00e4sse.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEin lichter Mischwald ist, wie der Name schon sagt, meist etwas heller und l\u00e4sst Tiere und Pflanzen und damit auch Menschen mehr Raum zu Atmen und Entfalten als ein d\u00fcsterer, dichter Laubwald!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Renate Cervinka, Universit\u00e4t Wien)<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das ist noch lange nicht alles: Blutuntersuchungen ergaben, dass sich die Anzahl der Killerzellen (spezielle weisse Blutk\u00f6rperchen) bei einem Spaziergang durch den Wald erh\u00f6hen &#8211; um bis zu 50 %. Ihre Aufgabe ist es, Eindringlinge jeglicher Art unsch\u00e4dlich zu machen. Damit gleicht also der Gang durch den Wald einem \u201e\u00f6ko-psychosomatischen Kuraufenthalt\u201c f\u00fcr das Immunsystem des Menschen, so Prof. Hilarion Petzold, Begr\u00fcnder der Psychotherapieverfahren der Integrativen Therapie. Der K\u00f6rper kann die unterschiedlichsten bioaktiven Substanzen wieder aufnehmen, die ihm immer mehr entzogen werden (\u201eNature Defizit Syndrom\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Und schliesslich frohlockt zudem unser Nervensystem. Im Wald werden nahezu alle unsere Sinne aktiviert und sensibilisiert: Sei es aufgrund des Duftes junger Tannennadeln (Terpene), dem Gezwitscher der V\u00f6gel oder dem Spiel des Lichtes durch das Bl\u00e4tterdach.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEin Stoff, der nach Jasmin riecht, spricht im Gehirn dieselben Rezeptoren an, wie manche Schlaf- und Beruhigungsmittel. Und Sandelholzduft beschleunigt die Zellteilung und verbessert die Wundheilung!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Prof. Gustav Dobos, Kliniken Essen-Mitte)<\/p>\n\n\n\n<p>Dies alles fassen die heimischen Walderlebnispfade zusammen. Allerdings kann ein solcher Waldaufenthalt auch intensiviert werden &#8211; durch das \u201eWaldbaden\u201c beispielsweise. Dieser Trend aus Japan (dort auch als \u201eShinrin Yoku\u201c bekannt &#8211; gibt&#8217;s sogar auf Kasse) gewinnt immer mehr Anh\u00e4nger. Die eigens angelegten Wege des Nationalen Erholungswaldes von Akasawa werden j\u00e4hrlich von bis zu f\u00fcnf Millionen Menschen beschritten; in S\u00fcdkorea wurde mit den Forest Bath Parks in der N\u00e4he von St\u00e4dten und den f\u00fcnf gro\u00dfen Natural Recreation Forests im Norden des Landes \u00e4hnliches geschaffen. Im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom befindet sich der erste anerkannte europ\u00e4ische \u201eKur- und Heilwald\u201c. Der 187 Hektar grosse Forst dient als Vorbild f\u00fcr weitere Projekte in Mecklen-burg-Vorpommern, im Teutoburger Wald und am Berliner Wannsee.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Waldbaden ist es nicht wichtig, irgendwelche \u00dcbungen zu absol-vieren &#8211; Waldbaden ist die intime Begegnung mit der Natur; es ber\u00fchrt die Seele des Menschen. Ein einziger Spaziergang kann bereits als Waldbaden bezeichnet werden, sofern ihm alle Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gilt. Dennoch sollten Sie sich Zeit hierf\u00fcr nehmen. Suchen Sie sich mitten im Wald einen Lieblingsplatz. Lassen Sie hier die Natur auf sich wirken, lesen vielleicht ein Buch, machen Yoga-, Qi Gong- oder Atem\u00fcbungen &#8211; was auch immer f\u00fcr Sie am passendsten ist! Entschleunigen Sie! Unbedingtes Muss: Schalten Sie Ihr Handy aus, Sorgen absch\u00fctteln und auch alles ansonsten St\u00f6rende am Waldrand zur\u00fccklassen. Nehmen Sie bitte keinen Hund mit. Erkl\u00e4rtes Ziel ist es, sich voll und ganz den Reizen der Natur hinzugeben. Die Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitspsychologin Renate Cervinka erkl\u00e4rt dies folgenderma\u00dfen: Durch den Wegfall der modernen Mediennutzung (wie etwa des Smartphones) lernt jeder Einzelne loszu-lassen, Stresserlebnisse abzubauen und zu regenerieren. Die Aufmerk-samkeit wird von allen Seiten einged\u00e4mmt \u2013 der Erholungsfaktor dabei ist enorm. Je h\u00e4ufiger ein solcher Spaziergang gemacht werden kann, desto mehr hat der K\u00f6rper davon.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEin Aufenthalt im Wald kann die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsf\u00e4higkeit wieder herstellen und erh\u00f6hen sowie die Kreativit\u00e4t f\u00f6rdern!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Clemens Arvay, Biologe)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Medizin wird vermehrt die Heilwirkung des Waldes erforscht. So meint etwa der Direktor der Klinik f\u00fcr Naturheilkunde und Integrativer Medizin der Kliniken Essen-Mitte, Professor Gustav Dobos, dass der Wald vornehmlich aufgrund der Entspannungsm\u00f6glichkeiten eine enorme Wirkung auf die Gesundheit entwickeln kann. Er erkl\u00e4rt sich dies haupts\u00e4chlich evolutionstheoretisch: Die Natur bot uns in fr\u00fcheren Zeiten Schutz und Nahrung &#8211; sie war unser Lebensraum! Durch die R\u00fcckkehr in diesen Lebensraum f\u00fchlt sich der K\u00f6rper heimisch und geborgen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies erkannte vor bereits 34 Jahren der Gesundheitswissenschaftler Roger Ulrich (Chalmers-Universit\u00e4t in G\u00f6teborg). Er untersuchte in einer klinischen Studie die Auswirkungen des blossen Zimmerausblicks auf Patienten eines Krankenhauses. Bei 46 Menschen, die nach einem standardisierten Verfahren an der Gallenblase operiert wurden, konnte durchaus ein Unterschied in der Heilung festgestellt werden. Die Versuchs-Gruppe hatte dabei ein Zimmer mit Blick auf einen benachbarten Wald, die Kontrollgruppe hingegen schaute auf eine Ziegelmauer. Das Ergebnis: Die Versuchsgruppe konnte das Krankenhaus fr\u00fcher verlassen, da die Wunden schneller und besser ausheilten. Auch postoperative Komplikationen traten seltener auf und die Schmerzen waren weitaus geringer. Die Erkl\u00e4rung liegt in der Aktivierung des Para-sympathikus, der die Regeneration und Heilung des K\u00f6rpers bestimmt! Yoshifumi Miyazaki kam auf dieselbe Erkenntnis: Er wies mit seinem Team nach, dass bereits der Anblick eines Waldes den Cortisolspiegel der Probanden um 13,4 % sinken liess!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Studie der britischen Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Jo Barton von der University of Essex spricht in diesem Zusammenhang von der Steigerung der Stimmung und des Selbstwertgef\u00fchles. Um dies zu erreichen, soll bereits ein kurzer Aufenthalt unter den B\u00e4umen gen\u00fcgen.&nbsp; Etwas weiter geht sogar eine Untersuchung der medizinischen Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur aus Wien. In der Studie \u201eGesund-heitswirkung von Waldlandschaften\u201c kommen die Experten zum Schluss, dass neben den bisher bereits genannten positiven Auswirkungen auch durchaus gute Erfahrungen bei der Therapie von Suchtkranken, Burnout- und ADHS-Patienten (Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rungen) gesammelt werden konnten. Gewaltbereitschaft und Aggressionen k\u00f6nnen durch regel-m\u00e4ssige Waldspazierg\u00e4nge ebenfalls abgebaut werden, betont alsdann ein Bericht des Bundesforschungszentrums f\u00fcr Wald. Die Farben-psychologie weiss, dass die Farbe \u201eGr\u00fcn\u201c beruhigend wirkt. Sehr positive Erfahrungen in dieser Richtung macht tagt\u00e4glich Axel Schmid, der beruflich viel mit gewaltbereiten Menschen und hier besonders Jugend-lichen zu tun hat. Er meint, dass sich solche Menschen im Wald mehr auf sich selbst fokussieren und ihre Gef\u00fchle besser verarbeiten k\u00f6nnen. Derzeit laufen auch mit Schmerzpatienten entsprechende Unter-suchungen. Studienleiter Professor Qing Li von der Nippon Medical School of Tokio spricht sogar von einer Therapie gegen Depressionen und \u00c4ngste.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir f\u00fchlen uns weniger gestresst. Wir erholen uns, schlafen besser. Der Wald wirkt entschleunigend, die frische, k\u00fchle Luft st\u00e4rkt und vitalisiert.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Angela Schuh, Professorin f\u00fcr Medizinische Klimatologie an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen)<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie uns eine ganz spezielle Gruppe der \u201eGesundmacher\u201c etwas genauer betrachten: Die Terpene! In vielen Wellness- und Gesundheits-hotels werden inzwischen Zirben-Zimmer angeboten. G\u00e4ste berichten, dass sie wesentlich tiefer und somit besser in diesen mit Zirbenholz ausgestatteten Zimmern schlafen und ausgeglichener als \u00fcblich ihren Urlaub geniessen konnten. Der Aufenthalt in einem derartigen Zimmer l\u00e4sst nachweislich das Herz langsamer schlagen, wodurch der K\u00f6rper weniger zu tun hat. Verantwortlich daf\u00fcr zeichnet der Duft, der von diesem speziellen Holz ausgeht. Er beinhaltet neben vielem anderen mehr auch die sekund\u00e4ren Pflanzenstoffe der Terpene (\u201ePhytonzide\u201c). \u00c4therische \u00d6le, die in vielen B\u00e4umen, ganz besonders jedoch in der Zirbe enthalten sind. Im Wald sind sie f\u00fcr die Kommunikation der B\u00e4ume unter-einander zust\u00e4ndig. So haben Untersuchungen gezeigt, dass sich B\u00e4ume, Str\u00e4ucher und auch Pilze gegenseitig vor dem Angriff von Sch\u00e4dlingen warnen. Eine mehr als wichtige Information, damit das Abwehrsystem der Pflanze hochgefahren werden kann. Rund 2000 derartiger Duftstoff-vokabeln von \u00fcber 900 Pflanzen sind bereits bekannt &#8211; die meisten davon geh\u00f6ren zu den Terpenen. Bei Mensch und Tier wirkt dieser \u201eHeilungs-code der Natur\u201c ebenfalls: Terpene aktivieren die Produktion von Neurotransmittern und Hormonen (etwa Dehydroepiandrosteron DHEA), aber auch von Killerzellen aus der Gruppe der Leukozyten, die Eindring-linge im wahrsten Sinne des Wortes \u201eabschiessen\u201c! Auch b\u00f6sartige Zellen, die zu Tumoren f\u00fchren k\u00f6nnen. Die gef\u00e4hrlichen Zellen werden mit sog. \u201eGranzymen&#8220; beschossen, die die Zellmembran durchl\u00f6chern. Die Proteine \u201ePerforin\u201c&nbsp; und&nbsp; \u201eGranulysin\u201c gelangen auf diesem Wege in die Zelle und vergiften sie, sodass diese abstirbt. Zu diesem Ergebnis gelangte auch Japans bekanntester Wald-Gesundheitsforscher Qing Li: Blutunter-suchungen brachten bei der Verweildauer von einem Tag im Wald 40 % mehr Killerzellen, zwei Tage gar doppelt so viele wie zuvor. Im ersten Fall hielten sie ganze sieben Tage lang an, im zweiten sogar 30 Tage. Die Terpene-Konzentration ist im Sommer nach einem Regen oder bei Nebel besonders hoch &#8211; da die Baumkronen die Luft vermehrt zur\u00fcckhalten &#8211; im Wald zudem mehr als am Waldrand. In einem zweiten Test extrahierte Li die beiden g\u00e4ngigsten Terpene Limonene und Pinene aus der Waldluft. Pinene werden vornehmlich im gr\u00fcnen Teil der Fichtennadeln, aber auch im Myrtenstrauch gebildet, Limonene in Zitrusgew\u00e4chsen, dem Lavendel und bei Fichten, Tannen und Kiefern. Damit reicherte er bei einer unwissenden Versuchsgruppe in der Nacht die Luft im Hotelzimmer an, w\u00e4hrend die Kontrollgruppe ohne die Zusatzstoffe auskommen musste. Auch hier ergaben Bluttests am n\u00e4chsten Morgen die Zunahme der Killerzellen bei der Versuchsgruppe. Gemeinsam mit seinem Team kam er nach einer Analyse von Bev\u00f6lkerungszahlen zu dem Resultat, dass die Krebssterblichkeit in bewaldeten Regionen weitaus geringer ist als in nicht bewaldeten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander untermauern auch die Studien der Krebs-forscherin Roslin Thoppil von der US-amerikanischen Vanderbilt-Universit\u00e4t in Nashville sowie des Pharmazieprofessors Anupam Bishayee am Larkin-Institut f\u00fcr Gesundheitswissenschaften in Miami diese Thesen. Umso intensiver forscht deshalb die Onkologie in dieser Richtung, da nicht alle Krebszellen auf eine Chemotherapie reagieren. Zellen sind derart konzipiert, dass sie Giftstoffe nach aussen pumpen. Diese F\u00e4higkeit fehlt jedoch den meisten Krebszellen. Einige wenige jedoch k\u00f6nnen dies. Sie sind therapieresistent, \u00fcberstehen die Chemo unbe-schadet und bilden sp\u00e4ter weitere Krebszellen. Sie k\u00f6nnten m\u00f6glicher-weise mit Terpenen wirksam dem programmierten Zelltod zugef\u00fchrt werden..<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDabei geht es nicht darum, dass Patienten etwas leisten, dass sie Sport treiben, sondern sich ihrer selbst bewusst werden, sich sp\u00fcren. Waldbaden hat mit Achtsamkeit zu tun.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Andreas Michalsen, Arzt f\u00fcr Naturheilkunde in Berlin)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Biologe Clemens Arvay fordert aufgrund all dieser wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkungen von B\u00e4umen auf den Menschen mehr Wald in den St\u00e4dten. In seinen B\u00fcchern ist er zudem davon \u00fcberzeugt, dass das regelm\u00e4ssige Umarmen von B\u00e4umen gesund h\u00e4lt, da die meisten Terpene \u00fcber die Borke der B\u00e4ume abgegeben werden. In \u00d6sterreich stehen rund 3,4 Milliarden B\u00e4ume &#8211; tun Sie sich keinen Zwang. Sollten Sie bei ihrem n\u00e4chsten Spaziergang durch den Park B\u00e4ume umarmende Menschen sehen, so wissen Sie zumindest ab jetzt, dass sie nicht unbedingt auf Freuds Couch geh\u00f6ren! Versuchen Sie es doch ganz einfach selbst!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch etwas: Zerst\u00e4uber, die mit Terpenen angereichert sind, wirken zwar &#8211; sie ersetzen aber nicht den Waldspaziergang, da hier ja noch weitaus mehr Stimulanzien auf den Menschen einstr\u00f6men. Also: Raus in die Natur!!!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber am Ende noch der Warnhinweis:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Komplement\u00e4rmedizin, wie etwa die Waldmedizin, ist bei Krankheit kein Ersatz der Therapie durch die Schulmedizin. Sie sollte immer nur zus\u00e4tzlich zur \u00e4rztlichen Behandlung eingesetzt werden!&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Factbox:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Waldbaden nach Dr. Qing Li (Professor f\u00fcr Umweltimmunologie)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Erstelle Dir einen Plan f\u00fcr Deine Wanderungen oder Spazierg\u00e4nge &#8211; Anforderungen je nach Konstitution<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Solltest Du beim Waldbaden m\u00fcde werden, dann suche Dir einen Platz zum Ausruhen &#8211; egal wo, Hauptsache im Wald<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Nimm Dir Zeit &#8211; mindestens vier Stunden f\u00fcr rund f\u00fcnf Kilometer zu Fuss; hast Du nicht so viel Zeit, so sollten es zumindest zwei Stunden und 2,5 km sein<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Suche Dir einen sch\u00f6nen Platz im Wald, geniesse die Stille, die Natur oder lese ein gutes Buch<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Gestalte das Waldbaden so, wie es Dir am besten gef\u00e4llt, setze entsprechend Deine pers\u00f6nlichen Ziele<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Nach dem Waldbaden kannst Du auch ein warmes Bad zuhause nehmen<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ein dreit\u00e4giges Waldbad einmal im Monat aktiviert Dein Immunsystem und h\u00e4lt f\u00fcr die restliche Zeit an<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Filmtipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Therapie unter Tannen; 3Sat<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ist der Wald Medizin?; NDR<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Forest Bathing: How Trees Can Help You Find Health and Happiness; Qing Li; Viking 2018<\/p>\n\n\n\n<p>.) Waldbaden \u2013 das kleine \u00dcbungshandbuch f\u00fcr den Wald; Ulli Felber; Schirner Verlag 2018<\/p>\n\n\n\n<p>.) Der Biophilia Effekt \u2013 Heilung aus dem Wald; Clemens G. Arvay; edition a 2015<\/p>\n\n\n\n<p>.) Das geheime Leben der B\u00e4ume; Peter Wohlleben; Ludwig Verlag 2015<\/p>\n\n\n\n<p>.) Holzwunder. Die R\u00fcckkehr der B\u00e4ume in unser Leben; Erwin Thoma; Servus Buchverlag 2018<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die sanfte Medizin der B\u00e4ume; Maximilian Moser\/Erwin Thoma; Servus 2018<\/p>\n\n\n\n<p>.) Der Heilungscode der Natur \u2013 die verborgenen Kr\u00e4fte von Pflanzen und Tieren entdecken; Clemens G. Arvay; Riemann 2016<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die neuen Naturtherapien. Garten-, Landschafts-, Wald- und tier-gest\u00fctzte Therapie, Green Care und Green Meditation; H.G. Petzold\/B. Ellerbrock\/R. Hoemberg; Aisthesis 2016<\/p>\n\n\n\n<p>.) Einfach raus! Wie Sie Kraft aus der Natur sch\u00f6pfen; Beate und Olaf Hofmann; Patmos Verlag 2016<\/p>\n\n\n\n<p>.) Trickkiste Natur: 40 Naturwunder vor deiner Haust\u00fcr: entdecken \u2013 staunen \u2013 ausprobieren; Hrsg.: Bund Naturschutz Bayern; oekom verlag 2016<\/p>\n\n\n\n<p>.) Gebrauchsanweisung f\u00fcr den Wald; Peter Wohlleben; Piper 2017<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; ihrs.ibe.med.uni-muenchen.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.hphpcentral.com<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.bund-naturschutz.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.eag-fpi.com<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.healthdesign.org<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; psychology.uchicago.edu<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.arvay.info<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.psychologie-heute.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; gesundheitsmanager.aok.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.waldwelt.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.menschundwald.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.waldbaden.org<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.waldbaden-akademie.com<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.insel-usedom-wollin.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.kur-und-heilwaelder.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; bfw.ac.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.landscapeandhealth.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.pan-praxis.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.heilpraxisnet.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.fpi-publikation.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.biokrebs-kongress.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.wildundfrei.net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesundheit ist das h\u00f6chste Gut, das ein Mensch haben kann. Die meisten allerdings kommen erst dann zu dieser Erkenntnis, wenn sie mal nicht mehr gesund sind. Da kann ich mich mit all meinen Sportverletzungen und den daraus resultierenden Krankenhausaufenthalten leider nicht da-von ausnehmen. Bis dahin wird Raubbau am K\u00f6rper betrieben. 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