
{"id":8239,"date":"2022-07-22T13:52:49","date_gmt":"2022-07-22T11:52:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=8239"},"modified":"2022-07-22T13:52:49","modified_gmt":"2022-07-22T11:52:49","slug":"die-krankhafte-sucht-nach-gewinnen-oder-der-staat-machtlos-wie-noch-nie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/07\/22\/die-krankhafte-sucht-nach-gewinnen-oder-der-staat-machtlos-wie-noch-nie\/","title":{"rendered":"Die krankhafte Sucht nach Gewinnen oder: Der Staat &#8211; machtlos wie noch nie!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warnung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dieser Text birgt grosse Gefahren f\u00fcr Menschen mit Rechen-schw\u00e4chen (Dyskalkulie) und Verschw\u00f6rungstheoretiker!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele erleben in diesen Tagen den Schock ihres Lebens: Die Preise in den Superm\u00e4rkten und Tankstellen machen jede noch so dicke Geldtasche innerhalb k\u00fcrzester Zeit schlank und rank. Und das alles ohne Fitness-studio. Der Schwarze Peter ist rasch gefunden: Der Einmarsch Russlands in die Ukraine! Zumindest argumentieren damit die Preistreiber den von ihnen eingeschlagenen Weg. Die S\u00fcddeutsche Zeitung bezeichnete es vollkommen treffend als \u201eGierflation\u201c. Es handelt sich also nicht unbedingt um einen realen, triftigen, sondern zumeist vorgeschobenen Grund.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrheit liegt im Profitwahnsinn der Konzerne, allen voran der Energiekonzerne. Viele andere Unternehmen sp\u00fcren die gestiegenen Transportkosten und geben sie weiter: Ausbaden m\u00fcssen es die Konsu-menten. Deshalb soll der heutige Blog etwas Einblick in das Machen-schaften der Preistreiber gew\u00e4hren und hier in einigen Beispielen die Wahrheit vermitteln.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>.) Sonnenblumen\u00f6l<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Des Deutschen liebstes Speise\u00f6l nach dem Raps\u00f6l ist deshalb so begehrt, da es stark erhitzt werden kann und dabei wenig spritzt. Trotzdem ist der Sonnenblumenanbau zumindest in Deutschland eine Nische. W\u00e4hrend f\u00fcr den Rapsanbau 2021 eine Fl\u00e4che von 1 Mio ha (2013 waren es noch 1,46 Mio ha) zur Verf\u00fcgung steht, sind es f\u00fcr den Sonnenblumenanbau gerade mal 38.000. Produziert wurden im vergangenen Jahr 100.000 to Saat &#8211; nahezu doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Deutschland orientiert sich bei den Grosshandels-Abgabepreisen (FCA) am wichtigsten Grossmarkt, jenem von Saint-Nazaire in Frankreich. Dort liegen die Preisangebote f\u00fcr die Ernte 2022 bei derzeit 860,- \u20ac die Tonne. Im Vergleich: Deutschlands \u00d6lm\u00fcller verarbeiteten 2020 rund 9 Mio to Raps. Davon stammen ca. 3,5 Mio to aus heimischer Produktion, zus\u00e4tzliche 6,2 Mio to mussten also importiert werden &#8211; das Gros davon aus Frankreich, Ungarn und ja auch der Ukraine. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich wurden 2021 51.300 Tonnen Sonnenblumensaaten pro-duziert, darunter jedoch auch gestreiftsamige Sonnenblumen f\u00fcr das Vogelfutter. Das sind ganze 27 % mehr als noch im Jahr 2020. Die Anbaufl\u00e4che belief sich auf 24.680 Hektar. Am 27. Oktober 2021 erzielte 1 to Sonnenblumenkerne noch einen Grosshandels-Abgabepreis (FCA) von 545 \u20ac. Im Mai 2022 belief sich der Abgabepreis f\u00fcr \u00d6lsonnenblumen aus biologischen Anbau auf 715,89 \u20ac die Tonne &#8211; um rund 115 \u20ac weniger als im Februar, als die Hamsterk\u00e4ufe begonnen haben. Auch hier der Vergleich zum Raps: Auf 28.000 Hektar (r\u00fcckl\u00e4ufig &#8211; 2018 waren es noch 40.500 ha) betrug die Rapsernte im vergangenen Jahr 85.922 Tonnen (Angaben: Statistik Austria). Die Terminnotierung f\u00fcr August 2022 liegt lt. AMA \u00d6sterreich bei 683,50 pro Tonne.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Im vergangenen Jahr wurden in der EU rund 10,5 Mio to Sonnenblumen-kerne erzeugt &#8211; das Gros davon in Rum\u00e4nien, Frankreich und Bulgarien. Die heurige Ernte d\u00fcrfte wesentlich gr\u00f6sser ausfallen, da aufgrund des Preisanstieges die Anbaufl\u00e4che auf rund 4,7 Mio ha (+200.000 ha) vergr\u00f6ssert wurde &#8211; Experten sch\u00e4tzen mit einem Ernteertrag von 11,2 Mio to. Aus Drittl\u00e4ndern wurden 2021 450.000 to importiert &#8211; davon jedoch nur 60.000 to aus der Ukraine. 300.000 to wurden wieder aus-gef\u00fchrt. Bei Sonnenblumenkernen kann sich also die EU nahezu selbst versorgen. Allerdings wurden 2021 1,27 Mio to \u00d6l aus der Ukraine importiert &#8211; 86 % der gesamten Einfuhren. Erwartet wird ein R\u00fcckgang der Einfuhren von 1,5 Mio auf 840.000 to. Betrachtet man jedoch den Schrot f\u00fcr die Tierf\u00fctterung, so ist die EU stark abh\u00e4ngig von der Ukraine und v.a. Russland. Auch wenn Argentinien stark zulegt. Gute CO2-Bilanz! Ergo: Mit Ausnahme der Tierf\u00fctterung ist eine derartige Preissteigerung beim Sonnenblumen\u00f6l in keinster Weise zu rechtfertigen!<\/p>\n\n\n\n<p>Querverweis zum Raps: Die EU ist mit einer Gesamtmenge von 17 Mio to Raps weltweit f\u00fchrender Rapsproduzent vor Kanada mit 16 und China mit 14 Mio to. Aus der Ukraine importiert die EU mit 3 Mio to rund die H\u00e4lfte der Gesamteinfuhren. Kanada gilt als gr\u00f6sstes Exportland. Somit w\u00e4re also ein anderer Anbieter gefunden, der in die Presche springen k\u00f6nnte. Raps bleibt damit die wichtigste \u00d6lsaat in Mitteleuropa, da ein Grossteil der Ernte f\u00fcr die Herstellung von Biodiesel verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>.) Weizen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Merklich gestiegen sind die Brotpreise. Der Grund f\u00fcr die meisten Revolutionen, wenn sich das Volk das Brot nicht mehr leisten konnte. Dr. Christian H\u00f6rger, seines Zeichens Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der deutschen Grossb\u00e4ckerei Lieken betonte diese Woche, dass Brot teurer werden muss &#8211; als Folge des Ukraine-Krieges. Mehl sei um teilweise bis zu 70 %, die Energie- und Personalkosten um rund 30 % teurer geworden. Rund die H\u00e4lfte der \u00d6fen werden zudem mit Gas betrieben. Zu \u00d6l und Gas etwas sp\u00e4ter mehr. Schauen wir uns doch mal das Mehl an und hier im Speziellen den Weizen. Deutschland kann sich in den beiden Bereichen Weichweizen und Gerste durchaus selbst versorgen. So liegt der Selbst-versorgungsgrad bei Weichweizen bei 125, bei Gerste bei 113 %. Tragisch insofern ist der Blick hinter die Kulissen: So wurden im Wirtschaftsjahr 2020\/21 43,3 Mio to Getreide geerntet, jedoch nur 8,6 Mio to f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung verwendet. Der Rest marschierte zuhauf in die Tierf\u00fctterung (58 %) und Biovergasung (9 %) bzw. die Industrie mit 8 % (St\u00e4rke und Braugerste etwa).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Brotweizen sind grosse Mengen an Minerald\u00fcnger vonn\u00f6ten. Hier sind allerdings die Preise eklatant angestiegen. Einerseits aufgrund der gestiegenen Energiepreise und andererseits, da Russland der gr\u00f6sste Stickstoffd\u00fcnger-Exporteur weltweit ist. Jedoch stellt sich insofern die Frage, weshalb Deutschland im Wirtschaftsjahr 2020\/21 nahezu 10 Mio to hochwertigen Qualit\u00e4tsweizen ausgef\u00fchrt hat. Somit ist also auch beim Brot ein Preisanstieg bedingt durch Rohstoffknappheit nicht zu recht-fertigen. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliche Zahlen auch bei der Gerste. 11 Mio to wurden produziert, 6,7 Mio to (nahezu die komplette Wintergerste) verf\u00fcttert. Als Braugerste werden j\u00e4hrlich rund 1,5 Mio to verwendet. 3,6 Mio to wurden in andere EU-L\u00e4nder oder Drittstaaten ausgef\u00fchrt. Also ist auch hier gen\u00fcgend vorhanden, das einen derartigen Preisanstieg nicht rechtfertigen w\u00fcrde. Trotzdem wurden 1,3 Mio to Gerste importiert!<\/p>\n\n\n\n<p>Komplett anders sieht es beim Hartweizen, Roggen und Hafer aus. Gleiches gilt zudem f\u00fcr das \u201eFuttergetreide\u201c Mais. Hier liegen die Selbstversorgungsraten bei 15 % (Hartweizen), 84 % (Roggen) und 71 % (Hafer). Beim Mais werden 4 Mio to selbst erwirtschaftet &#8211; der Bedarf liegt jedoch bei rund 7,5 Mio. Wichtigster Exporteur von Mais ist neben Brasilien, den USA und Argentinien die Ukraine. Da jedoch 5,6 bzw. 6 Mio to in den Futtertr\u00f6gen der Landwirte und v.a. landwirtschaftlichen Fleisch- und Milchindustrie landen, w\u00fcrde dies den Preisanstieg bei Fleisch und Wurst bzw. Milchprodukten erkl\u00e4ren. Der Mais f\u00fcr den deutschen Markt stammt zuhauf aus Rum\u00e4nien, Bulgarien und Ungarn &#8211; nur rund 3-500.000 to aus der Ukraine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie zuvor bei den Sonnenblumen, f\u00e4hrt \u00d6sterreich auch beim Getreide einen anderen Weg. Das Alpenland produzierte im Wirt-schaftsjahr 2021\/22 78.297 to Hartweizen (gemahlen in M\u00fchlen 59.726), 951.467 to Weichweizen (gemahlen 572.710), 271.254 to Gerste (verarbeitet in Mischfutterwerken 89.491 to) und 1.099.511 to Mais (verarbeitet 341.570 to). Der Rest landete in Lagern, bei der Industrie oder wurde ausgef\u00fchrt. Der Verkaufspreis der M\u00fchlen f\u00fcr Haushaltsmehl lag im Mai 2022 bei 613,81 \u20ac f\u00fcr die Tonne, im August 2021 bei 505,33 \u20ac. Derzeit laufen auf den \u00c4ckern die M\u00e4hdrescher heiss. Der Preis f\u00fcr Qualit\u00e4tsweizen liegt aktuell mit 369,50 \u20ac die Tonne um etwa 45 \u20ac unter dem Niveau der alten Ernte vom 25. Mai 2022 &#8211; allerdings um 165 \u20ac \u00fcber dem Niveau vom 07. Juli 2021. Der Mahlweizen ging im Preis zur\u00fcck. Auch die Futtergerste ist im Preis um rund 90,- \u20ac pro Tonne von 354,- \u20ac am 30.03.2022 auf 265,- \u20ac am 06.07.2022 gesunken. Hartweizen ist ebenfalls um 37 auf 500,- \u20ac pro to gesunken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist international gesehen v.a. der weitaus bessere Ernteertrag in den USA. Zu Buche schlagen wird jedoch die Trockenheit in Europa, wodurch der Ertrag bei Weichweizen von 130,4 Mio to auf 125 Mio sinken wird. Vor allem Frankreich wurde dabei schwer getroffen. Diese Ausf\u00e4lle k\u00f6nnen jedoch ohne weiteres durch die besseren Ernten auf den amerikanischen Kontinenten kompensiert werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun geht\u2019s an\u2019s Eingemachte!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>.) Erd\u00f6l<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am gestrigen Donnerstag Nachmittag lag der aktuelle Roh\u00f6lpreis bei WTI 94,14 \u20ac (US-Roh\u00f6l) und bei Brent 101,23 \u20ac (Nordsee-Roh\u00f6l) &#8211; Roh\u00f6l-Gesamt bei 101,85 \u20ac. Das 52 Wochen-Hoch bei Brent wurde mit 125,55 am 08. M\u00e4rz 2022 erreicht, das 52 Wochen-Tief bei Brent mit 63,94 am 20.08.2021. Am 16. Juli 2021 lag WTI bei 71,80 $ pro Barrel und Brent bei 73,67 $ bei einem Dollar-Euro-Wechselkurs von 1,1814:1. Wer m\u00f6chte und einen Taschenrechner zur Hand hat, kann dies gerne um- bzw. die Teuerungsraten berechnen. Im vorherigen Jahr wurden weltweit 89,88 Mio Barrel Roh\u00f6l pro Tag gef\u00f6rdert, derzeit sind es 93 Mio Barrel pro Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber Tacheles: Die Spritpreisentwicklung an der Tanke. Da in Deutschland durch die Rabatt-Aktion des Bundes eingegriffen wurde, sind die Zahlen aus \u00d6sterreich realistischer. Der Super-Preis in \u00d6sterreich lag gestern nachmittag im Handel bei 1,77 \u20ac\/l &#8211; am 21. Juli 2021 erzielte er einen Schlusswert von 1,55 \u20ac\/l &#8211; somit 22 Cent pro Liter (14,19 %) weniger. Bei der Guener Garage Rechte Wienzeile in Wien kostete gestern vor einem Jahr der Liter Super 1,269 \u20ac &#8211; gestern hingegen 1,988 (Daten: spritvergleich.at) &#8211; eine Preissteigerung von 56,66 %). Den Liter Diesel gab es gestern nachmittag im Handel um 1,94 \u20ac. Ein Jahr zuvor lag der Schlusspreis bei 1,39 \u20ac\/l (+39,57 %). Im Vergleich dazu bei der Disk-Tankstelle in der Innsbrucker Pembauerstrasse f\u00fcr 1,244 \u20ac\/l genau ein Jahr zuvor &#8211; gestern f\u00fcr 2,024 \u20ac\/l (Daten: spritvergleich.at) &#8211; eine Preis-steigerung von 65,36 % (Die Handelswerte wurden finanzen.at und finanzen.net entnommen). Somit wird mehr gef\u00f6rdert, gleichzeitig stieg aber der Roh\u00f6lpreis geringf\u00fcgig. Was verursachte diese immensen Preis-steigerungen? Der Ukraine-Krieg kann\u2019s nicht sein, schliesslich impor-tierte \u00d6sterreich vor den Sanktionen nur 7,8 % der gesamten \u00d6limporte aus Russland. In Deutschland waren es 35 %.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>.) Erdgas<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Punkt ist der wahrscheinlich verst\u00e4ndlichste &#8211; auch wenn derzeit eigentlich noch gen\u00fcgend Gas vorhanden w\u00e4re und eifrigst nach Anbietern gerungen wird, die anstelle Russlands einspringen k\u00f6nnten. Ich sag\u2019s ja nicht gern, doch hatten die Amerikaner recht, als sie meinten, dass sich gerade Deutschland zu sehr an die Russen binden w\u00fcrde. Doch ging es ihnen dabei eher um eigene wirtschaftliche Interessen: Um die Exportzahlen aus dem Fracking anzukurbeln, denn \u00d6l und Gas aus dieser Quelle entpuppen sich als Ladenh\u00fcter &#8211; aus dem versprochenen Reichtum und den darauf aufbauenden St\u00e4dten wurden Geisterbaracken auf vergiftetem Boden mit kontaminiertem Grundwasser. Deutschland ist beim Gas zu 90 % auf Importe angewiesen. Dabei kamen bislang 55 % aus Russland, 27 % aus Norwegen und 21 % aus den Niederlanden. Der gr\u00f6sste Aufbereitungs- und Transport-Vertragspartner der russischen Gazprom bzw. ihres Tochterunternehmens in Deutschland, der Gazprom Germania, ist Uniper. Alleine \u00fcber diesen Konzern wurden von insgesamt 370 Tera-Wattstunden\u00a0 200 TWh aus Russland abgewickelt. Inzwischen steht der Konzern kurz vor dem Konkurs und musste staatliche Hilfen beantragen. Sie wurden auch diese Woche gew\u00e4hrt, da ansonsten nahezu die gesamte Gasversorgung in Deutschland zusammengebrochen w\u00e4re. Daneben handeln n\u00e4mlich nur noch RWE, EnBW und Wingas mit russischem Gas &#8211; allerdings in nicht vergleichbaren Mengen.\u00a0 Der Gas-preis in Deutschland legte in den letzten 12 Monaten gewaltig zu und liegt derzeit 51,57 % \u00fcber dem Zw\u00f6lfmonatsdurchschnitt. Weitere Preisanstiege werden mit Beginn der Heizsaison erwartet. Nun zu den Wahnsinnszahlen: Im Fr\u00fchjahr 2022 belief sich eine Kilowattstunde Gas in einem Einfamilienhaus auf 13,77 Cent &#8211; ein Plus von 95 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei einem j\u00e4hrlichen Verbrauch von 16.000 kWh bedeutet dies Kosten von 2.203,- \u20ac pro Jahr.\u00a0 \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich ist die Lage gar noch prek\u00e4rer: Das Alpenland verbraucht pro Jahr rund 89 TWh. Zehn Prozent kommen aus eigener Produktion, 79 TWH bzw. 80 % hingegen aus Russland. Der Gaspreisindex (\u00d6GPI) weist im Juli 2022 im Vergleich zum Juli 2021 ein Plus von 311,3 % auf &#8211; und dies obgleich er zuletzt um 8,7 % gesunken ist. Die Preise sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, oftmals sind die Gasanbieter auch Tochtergesellschaften der Stromanbieter, bei welchen wiederum die L\u00e4nder selbst anteilsm\u00e4ssig beteiligt sind. So muss etwa ein Ein-Familienhaus bei einem j\u00e4hrlichen Gasverbrauch von 15.000 kWh mit Kosten von\u00a0 1.389,71 \u20ac beim teuersten Anbieter, der Energie Klagenfurt rechnen. Beim g\u00fcnstigsten, der Energie AG, mit 957,60 \u20ac (Zahlen vom 01.07.2022 E-Control).<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden L\u00e4ndern sind nach wie vor grosse Industriebereiche vom Erdgas abh\u00e4ngig. Deshalb muss mit weiteren Teuerungen auch in anderen Bereichen gerechnet werden. Ein Umstieg auf alternative Energien wurde in der Vergangenheit str\u00e4flichst vernachl\u00e4ssigt. Daneben produzieren unz\u00e4hlige Gas-Kraftwerke Strom.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das waren nur vier ausgesuchte Bereiche. Bei drei davon k\u00f6nnen die teils kr\u00e4ftigen Preisanstiege keineswegs in Verbindung mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine gebracht werden. Hier kassieren einige Wenige auf dem R\u00fccken aller Anderer ganz kr\u00e4ftig ab. Zudem w\u00e4re es sinnvoll, sich niemals nur auf einen Lieferanten zu verlassen.\u00a0 Die Finanzminister Deutschlands und \u00d6sterreichs kassieren jedoch kr\u00e4ftig mit. Wenn auch nicht \u00fcber die Verbrauchsteuer (mengenabh\u00e4ngig), als vielmehr \u00fcber die Mehrwertsteuer, die vom Verkaufspreis abh\u00e4ngig ist. Zudem ist beispielsweise der Bund in \u00d6sterreich \u00fcber die \u00d6BAG (\u00d6sterreichische Beteiligungs AG) mit 31,5 % am OMV-Konzern beteiligt, dem Platzhirsch in der alpenl\u00e4ndischen Tankstellenlandschaft, der zudem wieder an unz\u00e4hligen F\u00f6rderungen im Ausland und beteiligt ist und die einzige Raffinerie in \u00d6sterreich in Schwechat betreibt. Viele L\u00e4nder sind zudem an den Strom- und Gasanbietern beteiligt. Somit ist es also rentabler, ohne staatliche Rabatte (wie in Deutschland) oder Deckelungen (wie in Slowenien) zu reagieren, da dies ja auch das Mehrwertsteueraufkommen und den Gewinn des Bundes verringern w\u00fcrde &#8211; sondern vielmehr ein Bonbon in Form eines Energiekostenzuschusses den Haushalten zukommen zu lassen, der die Teuerungen niemals abf\u00e4ngt, da diese inzwischen alle Bereiche anbelangt. Zudem liegt die Inflation in \u00d6sterreich bei derzeit 8,7 % (im Mai noch bei 7,7 %) und nun auch noch der Leitzinssatz durch die EZB angehoben wird. im Vergleich. Im Juni lag die Inflation ich Deutschland bei 7,6 % (im Mai bei 7,9 %).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Krise ist also hausgemacht &#8211; daf\u00fcr aber s\u00fcndhaft teuer! Und &#8211; das Ende ist noch nicht abzusehen!!!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.finanzen.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.finanzen.net<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www. spritvergleich.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.e-control.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.tanke-guenstig.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; efi-net.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; de.statsita.com<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.statistik.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.proplanta.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.agrarpreise.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.agro-market24.eu<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.ama.at<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnung: Dieser Text birgt grosse Gefahren f\u00fcr Menschen mit Rechen-schw\u00e4chen (Dyskalkulie) und Verschw\u00f6rungstheoretiker! Viele erleben in diesen Tagen den Schock ihres Lebens: Die Preise in den Superm\u00e4rkten und Tankstellen machen jede noch so dicke Geldtasche innerhalb k\u00fcrzester Zeit schlank und rank. 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