
{"id":8428,"date":"2022-09-02T13:07:28","date_gmt":"2022-09-02T11:07:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=8428"},"modified":"2022-09-02T13:07:28","modified_gmt":"2022-09-02T11:07:28","slug":"na-denn-mahlzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/09\/02\/na-denn-mahlzeit\/","title":{"rendered":"Na denn: Mahlzeit!!!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle kennen &#8211; sp\u00e4testens seit dem Amtsantritt Donald Trumps als US-amerikanischer Pr\u00e4sident den Ausdruck \u201eFake News\u201c f\u00fcr erfundene Nach-richten. Inzwischen ist \u201eFake\u201c salonf\u00e4hig geworden und dient in sehr vielen Bereichen f\u00fcr etwas, das nicht so ganz der Wahrheit entspricht. In der Werbung werden immer wieder Fake-Geschichten vorgespiegelt, damit der Absatz f\u00fcr die Produkte steigt, wenn etwa der Toilettenreiniger gl\u00fccklich macht oder eine h\u00fcbsche Bikini-Frau die K\u00fcrbis-Prostata-Zusatzern\u00e4hrung anpreist. Jeder weiss inzwischen, dass durch gute Ausleuchtung und Lebensmittelfarbe beispielsweise Tellergerichte, Fleisch oder Obst wesentlich besser aussehen, als sie es tats\u00e4chlich sind. Dass nun jedoch nicht mehr das in der Verpackung ist, was auch drauf steht, das wird offenbar leider immer mehr zur Sitte. Man nennt dies \u00fcbrigens \u201eFake-Foods\u201c! Hier w\u00e4re es mehr als wichtig, durchzugreifen, da der Konsument auf das \u00dcbelste gefoppt wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der begehrtesten Schaupl\u00e4tze hierf\u00fcr ist der Begriff \u201eBio\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So warnte beispielsweise die s\u00e4chsische Gefl\u00fcgelwirtschaft bereits im April davor, dass Bio-Eier aufgrund des Ukraine-Krieges knapp werden k\u00f6nnten, da das Futter (Soja, Sonnenblumenkerne und Raps) f\u00fcr die H\u00fchner zwar vornehmlich \u00fcber den Grosshandel in Polen bezogen, tat-s\u00e4chlich aber aus der Ukraine stammt. Ohne der Beif\u00fcgung von konventionellem Futter werde das Bio-Ei vom Markt verschwinden. In Natura kommen nahezu alle zwei Jahre Skandale vom Bio-Eier-Markt an\u2019s Tageslicht. So warnte \u00d6ko-Test 2019 vor den Bio-Eiern bei Lidl und Aldi. Zwei Jahre zuvor berichteten Mimikama und der SWR \u00fcber die Zulieferer-betriebe von Aldi S\u00fcd. 2015 stand die Gefl\u00fcgelwirtschaft Niedersachsens im Scheinwerferlicht\u2026\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Greift der Konsument zu einer Ware mit dem Etikett \u201eBio\u201c, so ist er gerne dazu bereit, rund 15 Cent pro Ei mehr zu bezahlen, da er weiss, dass nicht nur die Qualit\u00e4t des Produktes stimmt, sondern auch die Herstellung bzw. die Tierhaltung! Das nennt sich \u201ebewusste Ern\u00e4hrung\u201c! Leider eine Wunschvorstellung! In vielen Biost\u00e4llen sieht es gleich wie in der kon-ventionellen Landwirtschaft aus. 2013 ermittelte die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen 200 landwirtschaftliche Betriebe, die beschuldigt wurden, dass auf der Eier-Verpackung etwas anderes stehe, als tats\u00e4chlich drinnen war. Nur ein Jahr sp\u00e4ter musste der Agrarminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus, eingestehen, dass 12.000 Eier aus vier Betrieben des Bundeslandes mit dem \u00d6ko-Siegel gekennzeichnet waren, obwohl sie das gar nicht verdient h\u00e4tten. Auch hier ermittelte die Staatsanwaldschaft Rostock. Dieser Fall wurde allerdings nach besten Mitteln und Methoden durch die Politik verschleiert, obgleich im \u00a740 des Lebens- und Futtermittelgesetzes klar definiert ist, dass die \u00d6ffentlichkeit ein Anrecht auf die Namen jener Betriebe hat, die den Verbraucher get\u00e4uscht haben. Klasse Lobby-Arbeit!\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Wann darf aber nun tats\u00e4chlich das Ei als Bio-Ei verkauft werden? Hier gibt es klare Richtlinien des deutschen Bio-Siegels in Verbindung mit der EG-\u00d6ko-Verordnung als Mindestanforderungen. So muss etwa die Henne zumindest vier Quadratmeter Auslauf (ausserhalb des Stalles) pro Tag haben, im Stall selbst d\u00fcrfen nicht mehr als sechs H\u00fchner auf einem Quadratmeter gehalten werden (in der Regel sind es nach wie vor 12!) &#8211; nicht mehr als 3.000 pro Stallung (wer z\u00e4hlt das nach?). Eine pr\u00e4ventive Medikamentierung mit Antibiotika ist verboten &#8211; dem Huhn darf nur Biofutter verf\u00fcttert werden. Werden diese Kriterien nicht erf\u00fcllt, so ist das Ei aus \u201eBodenhaltung\u201c! Ein nat\u00fcrliches Huhn legt pro Jahr 30 Eier &#8211; die meisten H\u00fchner auch aus der Bio-Haltung allerdings 300. Es sind Hybrid-H\u00fchner, gez\u00fcchtete Legemaschinen, die nach einem Jahr ihren anstrengenden Job erledigt haben und entsorgt werden. Zudem: Was geschieht mit den m\u00e4nnlichen K\u00fcken am Bio-Gut? In Deutschland ist das K\u00fckenschreddern seit dem 01. Januar 2022 verboten &#8211; davor waren es rund 45 Mio im Jahr. Auch in der Schweiz ist dies seit 2019 verboten &#8211; hier werden jedes Jahr etwa 3 Mio m\u00e4nnliche K\u00fcken vergast &#8211; 1\/4 davon stammt aus Bio-Produktion. In \u00d6sterreich ist das \u201esinnlose\u201c T\u00f6ten von m\u00e4nnlichen K\u00fcken erst mit 2023 verboten. Die Bio-Branche jedoch zieht auch die H\u00e4hne in der sog. \u201eBruderhahn-Mast\u201c gross. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat sich auch im Bio-Bereich die industrielle Produktion etabliert, die \u00fcbrigens vom Deutschen Tierschutzbund toleriert wird. Somit kann sich wohl jeder selbst ausrechnen, was diese 15 Cent mehr pro Ei bei 10.000 H\u00fchnern mit jeweils 300 Eiern pro Jahr pro Farm ausmachen. Bio-Betriebe werden dreimal im Jahr durch Kontrolleure der jeweiligen Verb\u00e4nde oder in deren Auftrag \u00fcberpr\u00fcft &#8211; zweimal unan-gek\u00fcndigt, einmal angek\u00fcndigt. Hinzu kommen die Lebensmittel-kontrolleure. Deshalb und aufgrund des b\u00fcrokratischen Aufwandes drehen viele Bauern dem \u00d6kolandbau inzwischen wieder den R\u00fccken zu und\u00a0 zur konventionellen Landwirtschaft zur\u00fcck.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches ist auch in \u00d6sterreich zu sehen: Halbnackt scharren bis zu 10 H\u00fchner pro Quadratmeter nach Futter. Mit den gl\u00fccklichen, freilaufenden H\u00fchnern aus der Werbung hat auch dies hier wenig zu tun. Auch im Alpenland werden grossteils Hybridh\u00fchner verwendet, die sich aufgrund der Z\u00fcchtung meist gar nicht mehr selbst vermehren k\u00f6nnen. Auch zwischen Neusiedler- und Bodensee werden in den meisten Bio-Betrieben die m\u00e4nnlichen K\u00fcken gleich nach dem Schl\u00fcpfen vergast oder geschreddert. Das best\u00e4tigte anno 2013 auch der Obmann der \u00f6sterreichischen Biobauernvereinigung \u201eBio Austria\u201c, Rudi Vierbauch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Bioh\u00fchner in Deutschland\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YPWv0sxRogQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch leider k\u00f6nnen oder wollen die Kontrolleure die toten Tiere nicht sehen. Jene, die langsam und schmerzvoll krepiert sind an Eileiter- oder Bauchfellentz\u00fcndung, Parasitenbefall, Brustbeinverkr\u00fcmmungen und Brustbeinbr\u00fcchen, Kannibalismus, Viren, Bakterien.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich \u00d6sterreich mit 26,4 % der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che (Stand: 2020) als Bio-Fl\u00e4che europaweit eine Vorreiterrolle eingenommen hatte, landeten bislang gerade mal 6 % Bioprodukte im Supermarkt (in Deutschland waren es 4 %). Dies \u00e4nderte sich allerdings w\u00e4hrend der Corona-Pandemie: 2020 wurde in \u00d6sterreich erstmals ein Marktanteil von 10 % erreicht. In Deutschland nahm der Biomarkt im Vergleich zu 2019 um 22 % auf 6,4 % zu &#8211; hier geht es inzwischen um Ums\u00e4tze in der H\u00f6he von 14,99 Milliarden Euro. \u00c4hnlich auch in der Schweiz &#8211; ein Plus von 19,1 % im Vergleich zu 2019 auf 10,8 % &#8211; 3,856 Milliarden Schweizer Franken. Es ist also durchaus m\u00f6glich, auf dem Bio-Markt gutes Geld zu verdienen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie sich wirklich bio-bewusst ern\u00e4hren wollen, dann schauen Sie sich den Hof Ihres Vertrauens genau an! Das empfiehlt auch der \u00f6sterreichische Bio-Vorzeigebauer Werner Lampert, der f\u00fcr die Rewe-Gruppe die \u201eJa-nat\u00fcrlich!\u201c und f\u00fcr Hofer die \u201eZur\u00fcck zum Ursprung\u201c-Marke gr\u00fcndete:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eBio ist kein Paradies!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings stellt er auch den Konsumenten die Rute in&#8217;s Fenster: Nach wie vor &#8211; auch bei Bio &#8211; erweisen sich zu kleine Kartoffeln oder krumme Gurken als Ladenh\u00fcter. Da kann sich auch der ehrliche Klein-Bio-Bauer den R\u00fccken krumm arbeiten &#8211; werden seine Produkte nicht verkauft, wird er nicht mehr von Bio zu begeistern sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2016 wurde durch eine Untersuchung aufgedeckt, dass immenses Schindluder mit dem Begriff \u201efair\u201c am Markt getrieben wird. Der Begriff ist bei der Vergabe von Siegeln nicht gesch\u00fctzt &#8211; er wird somit stets anders interpretiert. \u00dcber 100 \u00d6ko- und Bio-Siegel gibt es alleine am bundes-deutschen Markt, von Demeter \u00fcber Bioland, Naturland oder G\u00c4A e.V. usw. So wurde nach Untersuchungen ver\u00f6ffentlicht, dass etwa im Kara-mell-Eis von Ben &amp; Jerry&#8217;s nur 19 % Fair Trade-Produkte enthalten waren &#8211; trotzdem ist das Eis mit dem Fairtrade-Siegel versehen. In der Schokolade von Cavalier machte dieser Anteil gerade mal 32 %, in der Nuss-Nougat-Cr\u00e8me von Rewe 53 % aus. Zur Erkl\u00e4rung: Bei der Herstellung von Kakao, Orangensaft, Tee und Zucker muss kein einziges Fairtrade-Produkt enthalten sein &#8211; wichtig ist der Mengenausgleich, da hier konventionelle und Fairtrade-Produkte vermischt werden. Entdecken Sie also bei Ihrer Suche nach fairen Produkten die Aufschrift \u201eMengenausgleich\u201c auf der Packung, w\u00fcrde ich mir durchaus \u00fcberlegen, ob ich f\u00fcr dieses Produkt wirklich mehr bezahlen m\u00f6chte als f\u00fcr ein herk\u00f6mmliches! Nur Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel muss auch tats\u00e4chlich zu 100 % fair sein, ansonsten reichen seit 2011 nurmehr 20 % &#8211; auf die Gefahr hin, dass sich nun viele die Haare raufen werden, weil sie seit Jahren viel mehr f\u00fcr inhaltlich fast dieselben Waren bezahlen! Im Kakao der Aldi-Waffeln waren gar nur 8 %, im Kakao von Netto 20 % aus fairem Anbau aus kleinb\u00e4uerlichen Strukturen enthalten. Trotzdem prangert auf beiden Produkten das UTZ-Siegel. Beim UTZ-Siegel ist keine Mindestmenge an fair gehandelten Bestandteilen festgeschrieben. Das Gepa-Siegel hingegen geht von einem Mindestanteil von 50 % fair gehandelter Bestandteile aus. Meines Erach-tens eine bewusste Aufweichung der ansonsten recht guten und sinn-vollen Kriterien und damit ein Betrug am verantwortungsbewussten Konsumenten. Fairtrade Deutschland hingegen argumentiert, dass das Siegel nur dann vergeben wird, wenn die Zutaten, die fair angebaut und gehandelt wurden, auch auf der Verpackung angef\u00fchrt sind. Tats\u00e4chlich kann nur zwei Bio-Labels getraut werden: dem EU- und dem Deutschen-Bio-Siegel. Hier m\u00fcssen 95 % der landwirtschaftlich produzierten Zutaten aus \u00f6kologischen Anbau stammen. Ansonsten ist die Zertifizierung rasch verloren &#8211; regelm\u00e4ssig finden deshalb angek\u00fcndigt und nicht-angek\u00fcndigte Kontrollen statt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht jedermann&#8217;s Geschmack (meiner etwa gar nicht) sind Garnelen. Trotzdem ist ausgerechnet die Surimi-Garnele heiss begehrt! Doch &#8211;\u00a0 was die meisten Anh\u00e4nger gar nicht wissen: Von Meeresfrucht keine Spur! Surimi ist n\u00e4mlich ein Meeresfr\u00fcchte-Fake, hergestellt aus Fisch, Salz und H\u00fchnereiweiss oder St\u00e4rke! Nachdem das meist nach gar nichts schmeckt, sorgen Aromen und Geschmacksverst\u00e4rker (Krebsaroma) sowie Lebens-mittelfarben f\u00fcr das Prickeln auf der Zunge und das Leuchten in den Augen. Entdeckt wurde das, was der Japaner unter \u201ezermahlenem Fleisch\u201c versteht, vor rund 900 Jahren, als ausfindig gemacht wurde, dass sich derart zubereiteter Fisch l\u00e4nger h\u00e4lt. Europa entdeckte Surimi in den 1950ern &#8211; verwendet werden Fischsorten, die zumeist nicht direkt verkauft werden k\u00f6nnen, wie beispielsweise Magerfisch oder auch Krill. Es ist zumeist alsdann ein Produkt aus dem Beifang. \u00dcberzeugte Surimi-Gustianer sprechen allerdings von Fischfilets von Weissfischen (Seelachs, Kabeljau, Brassen oder auch Seehecht). Sie k\u00f6nnen es sich somit aussuchen! Wer also so oder so wirklich Garnelen essen m\u00f6chte, sollte auf Surimi verzichten!!! Apropos: Mit Tintenfischresten vermischt dient Surimi als Tintenfischersatz, kommt aber auch in so manchem W\u00fcrstchen zum Einsatz! Wurde Surimi verwendet, so sollte dies gut sichtbar auf der Verpackung angef\u00fchrt sein! Sollte! 1994 f\u00fchrte die Hamburger Bundes-forschungsanstalt f\u00fcr Fischerei eine \u00dcberpr\u00fcfung durch &#8211; in sieben von zehn Garnelenfleischproben wurde nicht angef\u00fchrtes Surimi verarbeitet. 2010 entschied der Verwaltungsgerichtshof von Baden-W\u00fcrttemberg, dass ab einem Surimi-Anteil von zumindest 20 % Deklarationspflicht besteht (Az. 9 S 1130\/08).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja &#8211; weil wir&#8217;s gerade so sch\u00f6n von Meer und Fr\u00fcchten hatten: Wissenschafter des Leibnitz-Institutes f\u00fcr Zoo- und Wildtierforschung in Berlin entdeckten vor einigen Jahren einen riesigen Kaviar-Fake. Von 27 Kaviar-Produkten enthielten nicht weniger als 10 keinen oder nur einen Teil des Original-Kaviars, sondern vielmehr Eier anderer Fischarten oder k\u00fcnstlich hergestellte Imitate. Dies konnte jedoch nur aufgrund von DNA-Abgleichen (\u201eDNA-Barcoding\u201c) festgestellt werden. Bei Preisen von 220,- \u20ac bis 450,- \u20ac pro 100 Gramm der Sorte des Beluga St\u00f6rs &#8211; durchaus rentabel dieser Betrug! Die Kollegen des Forschungsinstitutes Wilhelms-haven entlarvten mittels des Bar-Codings auch \u00d6lfische, die als Makrelen verpackt waren oder statt des echten Heilbutts den Schwarzen Heilbutt usw.!<\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben wir doch noch etwas in Japan und beim Sushi. Die Umweltgruppe Oceana entdeckte bei einer Untersuchung von Sushi-Restaurants in Japan anderen Fisch als jener, der tats\u00e4chlich verkauft wurde. Erschreckend ist die Quote: 100 %! Oceana schreibt in der Aussendung, dass die Wahr-scheinlichkeit weissen Thunfisch in einem Sushi-Restaurant zu bekommen, gleich ist mit jener, beim Roulette in Vegas eine Null oder Doppel-Null zu erspielen! Vor 2013 \u00fcbrigens lag die Quote bei rund 84 % weisser Thunfisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer \u00fcbrigens Sushi mag, wird wohl auch Wasabi m\u00f6gen. Wasabi ist ein japanischer Meerrettich, somit also ein Kreuzbl\u00fctengew\u00e4chs, dessen Stamm vornehmlich in der japanischen K\u00fcche den Speisen eine extreme Sch\u00e4rfe verleihen kann. Da die Pflanze jedoch nur in Japan und auf der russischen Insel Sachalin w\u00e4chst, ist das Gew\u00fcrz sehr selten und damit teuer (Kilopreis der Wurzel: Bis zu 400 \u20ac). Hierzulande bekommt man den Scharfmacher in Dosen, Gl\u00e4sern oder auch Tuben als Paste. Apropos Paste: In den meisten in Deutschland angebotenen Produkten ist nur eine Mixtur aus europ\u00e4ischem Meerettich- und Senfpulver in Verbindung mit St\u00e4rke und den Farbstoffen E133 und E102 enthalten &#8211; ein Produkt aus dem Lebensmittellabor! Echter Wasabi ist nicht froschgr\u00fcn sondern mint und kitzelt die Geschmackpapillen der Zunge mit einem s\u00fcsslichen Unterton und die Nase mit dem Geruch \u00e4therischer \u00d6le. Frisch gerieben allerdings h\u00e4lt sich Wasabi nur \u00fcber rund eine halbe Stunde. Zu diesem Chemie-Mus kommt noch hinzu, dass in den meisten F\u00e4llen der Azo-Farbstoff Tartrazin enthalten ist. Dieser war lange Zeit in heimischen Landen verboten, da er heftige Allerigen ausl\u00f6sen kann. Der Kunst-Wasabi ist inzwischen in vielen anderen Lebensmitteln wie N\u00fcssen, Chips oder Knuspererbsen enthalten. Untersuchungen derartiger Wasabi-Produkte aus dem Supermarktregal ergaben jedoch einen Anteil von 0,003 bis gerade mal 2 % des Gesamtproduktes. 2009 musste das Unternehmen Kattus nach einem Urteil des M\u00fcnchener Landgerichtes II umbenennen, da in den \u201eWasabierbsen\u201c kein einziges Gramm Wasabi enthalten war. Und trotzdem produziert dessen Tochtergesellschaft Bamboo Garden die Wasabi-Paste auch weiterhin &#8211; mit unglaublichen 3,5 Prozent Wasabi-Gehalt lt. Zutatenliste.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag sie ja unheimlich gern &#8211; viele andere verabscheuen sie: Die weisse Schokolade! Streng genommen aber ist dies keine Schokolade mehr, da sie kein Kakaopulver oder Kakaomasse sondern nurmehr die Kakaobutter enth\u00e4lt. Erg\u00e4nzt durch Zucker und Milch liegt der Angriff auf die menschlichen H\u00fcften sch\u00f6n sortiert bei ihren schwarzen bzw. braunen Kollegen im Supermarkt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schwarze Oliven sind f\u00fcr so manch einen etwas ganz exklusives. Doch ist dem nicht wirklich so. Zumeist werden einfach die gr\u00fcnen Kumpels schwarz eingef\u00e4rbt. Das muss auf der Verpackung nicht mal angef\u00fchrt sein. Finden Sie allerdings dort die Bezeichnungen E579 (Eisen-II-Gluconat) und\/oder E585 (ERisen-II-Lactat), so sollten Sie vielleicht doch besser die Ware im Regal belassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Unsitte der Cornflakes und des angeblich so gesunden Fertig-M\u00fcslis habe ich an dieser Stelle ja schon mal geschrieben. Auch Vollkornbrot ist nicht immer unbedingt Vollkorn und damit gesund. Es k\u00f6nnte auch eingef\u00e4rbtes Weizenbrot dahinterstecken &#8211; das nennt sich dann \u201eVollkorn-Look\u201c. In originalem Vollkornbrot muss mindestens 90 % Vollkornschrot enthalten sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu all diesen ganz offiziellen, teilweise nicht ganz legalen F\u00e4llen der Verbrauchert\u00e4uschung kommen noch die Imitate hinzu: Champagner aus italienischem Spumante, Oregano aus Olivenbl\u00e4ttern, Babymilch, die mit dem Kunststoff Melamin gestreckt wird. Anno 2008 starben in China nicht weniger als 6 Kinder daran, 300.000 waren erkrankt. Auch der Grossteil des Apfelsaftes, der in den USA verkauft wird, stammt nach Aussagen des Aufdeckers Larry Olmsted aus chinesischen Konzentraten &#8211; inklusive Pestiziden oder anderer Chemikalien! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ministerien f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft sowie f\u00fcr Verbraucher-schutz, das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz, das Bundesinstitut f\u00fcr Risiko-Berwertung aber bereits auch schon die Staatsanwaltschaft, Zoll, Interpol und Europol sprechen von Gewinnraten wie im Drogenhandel. Auch die Mafia ist inzwischen mit von der Partie. Und es wird immer einfacher f\u00fcr die Betr\u00fcger: Gab es fr\u00fcher wesentlich mehr Einzelh\u00e4ndler mit einer somit auch gr\u00f6sseren Vielfalt am Markt, so konzentriert sich zusehends alles auf drei bis max. vier Supermarktketten, die bei einem Lieferanten f\u00fcr all ihre M\u00e4rkte bzw. Tochtergesellschaften einkaufen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Hart aber Fair \u2502 L\u00fcgen satt - was ist noch echt an unserem Essen?\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ZMZJucNjjes?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Unternehmen, aber auch \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden begegnen dem Treiben nun mit einem chemischen Fingerabdruck (Nuclear Magnetic Resonance). Mit der Hilfe der Kernmagnetresonanz-Spektroskopie k\u00f6nnen die magne-tischen Eigenschaften der Wasserstoffmolek\u00fcle aufgezeigt und damit echte von nachgemachter Ware unterschieden werden. Nur mit diesem Echtheitsnachweis wird in vielen F\u00e4llen Betrug aufgedeckt. Nachdem derartige Laboruntersuchungen zumeist nicht g\u00fcnstig sind und sich so mancher Laborbetreiber entsprechende Daten vergolden l\u00e4sst, wurde in Deutschland die staatlichen Datenbank \u201eFoodAuthent\u201c aufgebaut. Darin enthalten sind Daten, auf welche die Beh\u00f6rden jederzeit zugreifen k\u00f6nnen, wenn Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. So kann der \u00d6lfisch beispielsweise Kr\u00e4mpfe hervorrufen, k\u00fcnstliche Salze im K\u00e4se ebenfalls an die Gesundheit gehen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Bisherige Erfolge:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Chinesischer Honig wurde als US-Qualit\u00e4tsware verkauft<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Billiges Oliven\u00f6l umgef\u00fcllt und als hochwertige 1A-Ware verkauft<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Cabernet Sauvignon entpuppte sich als Tempranillo&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Orangensaft aus S\u00fcdafrika wurde als spanischer ausgegeben<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Chinesisches K\u00fcrbiskern\u00f6l kam angeblich aus der Steiermark<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Chardonnay aus einem Verschnitt von Pinot Grigio und Sauvignon zusammengestellt<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Honig, gestreckt mit Zuckersirup<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der \u201eOperation Opson VI\u201c wurden 2016\/17 von Zoll, Europol, Interpol und den Lebensmittelbeh\u00f6rden in weltweit 61 L\u00e4ndern, darunter 21 EU-L\u00e4nder, Waren im Wert von rund 230 Mio \u20ac (10.000 Tonnen) beschlagnahmt. Vom gef\u00e4lschten Mineralwasser, falschen Haseln\u00fcssen bis hin zu erneut verpackten, zuvor jedoch abgelaufenen Sardinen &#8211; es war alles dabei. ein Jahr sp\u00e4ter (Operation Opson VII) lag der Schwerpunkt bei manipuliertem Thunfisch, 2018\/19 (Opson VIII) bei verf\u00e4lschtem Kaffee, 2019\/20 bei gef\u00e4lschtem Oliven\u00f6l und 2020\/21 bei verf\u00e4lschtem Honig. Beschlagnahmt wurden bei Opson X nicht weniger als 15.451 Tonnen von illegalen oder gef\u00e4lschten Produkten<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie also wirklich nachhaltig, umwelt- und sozialbewusst einkaufen m\u00f6chten, sollten Sie sich davor kundig machen. Auch ich kam erst nach Strichcode-Recherchen drauf, dass meine Kaffeebohnen eigentlich in Estland ger\u00f6stet werden. Wie auch ein grosses Produkt, von dem immer wieder behauptet wird, dass es aus \u00d6sterreich k\u00e4me! Den Angaben und Herstellern vertrauen &#8211; das war gestern!!!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Film-Tipps<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die Bio-L\u00fcge (ARTE-Doku)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Biofleisch &#8211; Ethik oder Etikettenschwindel (SWR-Doku)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Am Schauplatz: Das Bio-Dilemma (ORF-Doku)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Wahrheit \u00fcber Bio-Lebensmittel; Alex A. Avery; TvR Medienverlag 2007<\/p>\n\n\n\n<p>.) Friss oder stirb; Clemens G. Arvay;&nbsp; Ecowin-Verlag 2013<\/p>\n\n\n\n<p>.) Sushi-Bar: Japanischer Genuss h\u00e4ppchenweise: Sushi, Suppen, Salate und Spie\u00dfchen; Tanja Dusy; GR\u00c4FE UND UNZER Verlag GmbH 2008<\/p>\n\n\n\n<p>.) Chemie im Essen: Lebensmittel-Zusatzstoffe. Wie sie wirken, warum sie schaden; Hans-Ulrich Grimm\/Bernhard Ubbenhorst;&nbsp; Knaur 2013<\/p>\n\n\n\n<p>.) Bio-Lebensmittel. Worauf Sie wirklich achten m\u00fcssen: Warum sie wirklich ges\u00fcnder sind; Andrea Flemmer; humboldt \/ Schl\u00fctersche 2008<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln, BIO und NICHTBIO im Vergleich; A.W. D\u00e4nzer; Verlag Bewusstes Dasein 2014<\/p>\n\n\n\n<p>.) Strategische Positionierung im Markt f\u00fcr Bio-Lebensmittel; Hannes Hanke; VDM 2015<\/p>\n\n\n\n<p>.) Extra Vergine: Die erhabene und skandal\u00f6se Welt des Oliven\u00f6ls; Tom Mueller; Redline Verlag 2012<\/p>\n\n\n\n<p>.) Real Food\/Fake Food: Why You Don&#8217;t Know What You&#8217;re Eating and What You Can Do About It by; Larry Olmsted; Algonquin Books 2017<\/p>\n\n\n\n<p>.) Food Forensics: The Hidden Toxins Lurking in Your Food and How You Can Avoid Them for Lifelong Health; Mike Adams; BenBella Books 2016<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.biowahrheit.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; agriculture.ec.europa.eu\/farming\/organic-farming\/organic-logo_de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.oekolandbau.de\/bio-siegel\/<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.tierschutzbund.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.was-steht-auf-dem-ei.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.alternativ-gesund-leben.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.lebensmittelklarheit.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.bio-austria.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.kinjirushi.co.jp\/<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; osuseafoodlab.oregonstate.edu<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.fairtrade-deutschland.de\/<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; foodrisklabs.bfr.bund.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; oceana.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle kennen &#8211; sp\u00e4testens seit dem Amtsantritt Donald Trumps als US-amerikanischer Pr\u00e4sident den Ausdruck \u201eFake News\u201c f\u00fcr erfundene Nach-richten. 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