
{"id":8959,"date":"2022-12-16T10:01:10","date_gmt":"2022-12-16T08:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=8959"},"modified":"2022-12-16T10:01:10","modified_gmt":"2022-12-16T08:01:10","slug":"danke-fuer-ihre-spende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2022\/12\/16\/danke-fuer-ihre-spende\/","title":{"rendered":"Danke f\u00fcr Ihre Spende"},"content":{"rendered":"\n<p><em>\u201eGeben ist seliger denn nehmen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Apostelgeschichte 20,35)<\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten steht vor der T\u00fcr, das Internet und die Briefk\u00e4sten sind voll mit Aufrufen zum Spenden. Ja &#8211; es gibt sie, die Menschen und Tiere, die dringend auf Ihre Hilfe angewiesen sind. Statistiken haben ergeben, dass die meisten Spenden f\u00fcr Kinder-Hilfsprojekte fliessen, gefolgt von Tier-schutzorganisationen. Doch sollten Sie gerade in Zeiten wie diesen, wo Fake salonf\u00e4hig geworden ist, mit Ihrem sauer verdienten Geld extremst vorsichtig umgehen: Weg ist es sehr rasch &#8211; nicht immer jedoch beim beabsichtigten Empf\u00e4nger! Die Journalistin Linda Polman spricht ganz offen von einer \u201eSpenden-Mafia\u201c und hat hierzu ein aufr\u00fcttelndes Buch geschrieben: \u201eDie Mitleidsindustrie\u201c. Sie schildert dabei das Prozedere, was mit Spenden, die vor allem nach Afrika und Afghanistan gehen, tat-s\u00e4chlich geschieht. Dabei greift sie auf ihre jahrelange Erfahrung zur\u00fcck, die sie als investigative Mitreisende der UN-Friedenstruppen hat machen m\u00fcssen. Wahrhaft keine sch\u00f6nen Tatsachen, denn: Spenden k\u00f6nnen gar Kriege verl\u00e4ngern! Und trotzdem dr\u00e4ngen immer mehr Hilfsorgani-sationen auf den Markt &#8211; der Kampf um jeden Cent wird immer erbitterter. Zumeist auf Kosten des Roten Kreuzes, das die Fehler aus-b\u00fcgeln muss, wenn alle anderen bereits den Hotspot verlassen haben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs gibt fast 40.000 internationale Hilfsorganisationen, die um Geld betteln, die ein St\u00fcck vom Milliarden-Kuchen abhaben wollen. Die Hilfs-Industrie ist ein Monster geworden, das kaum noch kon-trollierbar ist.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Linda Polman)<\/p>\n\n\n\n<p>Davon abgesehen, hier nun einige Beispiele &#8211; ohne Anspruch auf Voll-st\u00e4ndigkeit, denn es gibt derer sehr viele, die mit Ihrer Spende Schind-luder treiben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2007 geriet das Kinderhilfswerk der UNO, die UNICEF, in den Fokus der Medien. Hier sollen horrende Beraterbetr\u00e4ge und wohlwollende Provisionen f\u00fcr die Spendensammler geflossen sein. \u00dcber 40.000 F\u00f6rderer k\u00fcndigten ihre Mitgliedschaft. Der Vorstand musste zur\u00fcck-treten, die Organisation wurde grundlegend saniert.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeitung \u201eCorriere della Sera\u201c ver\u00f6ffentlichte 2020 einen Artikel und brachte dadurch einen Stein in\u2019s Rollen.\u00a0\u0086Nach Recherchen der Redakteure soll der Vatikan Spendengelder aus dem sog. \u201ePeters-Pfennig\u201c f\u00fcr den Ankauf einer Gesch\u00e4ftsimmobilie in einem s\u00fcndhaft teuren Stadtviertel Londons verwendet haben. F\u00fcr diese Kollekte wird regelm\u00e4ssig in allen katholischen Kirchen dieser Erde gesammelt. Dort spricht man vom Werterhalt der Spenden. Die Staatsanwaltschaft des Vatikans ging von einer Summe von 500 Mio \u20ac aus &#8211; einige hunderttausend davon als Beratergelder. 15 Personen wurden festgenommen und wegen Verun-treuung, Amtsmissbrauch und Korruption angezeigt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Den wohl gr\u00f6ssten Skandal im Jahr 2019 verursachte der ehemalige US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Nachdem sich auch bereits ein Gericht aus New York mit dieser mehr als unsch\u00f6nen Sache besch\u00e4ftigt hat, kann ich dar\u00fcber berichten ohne Repressalien eines mit Klagen um sich schlagenden Ex-Pr\u00e4sidenten zu f\u00fcrchten. 2018 kam zum Vorschein, dass die Trump-Stiftung Gelder in der H\u00f6he von 2,8 Millionen Dollar miss-br\u00e4uchlich verwendet haben soll. Die Spenden sollen f\u00fcr unerlaubte Eigengesch\u00e4fte und illegaler Wahlkampfunterst\u00fctzung verwendet worden sein. So wurden anscheinend offene Rechtsanspr\u00fcche f\u00fcr das Ferien-domizil Mar-A-Lago in Florida sowie einen seiner Golfclubs verwendet. Auch Marketingmassnahmen f\u00fcr einige Hotels und den Ankauf pers\u00f6n-licher Dinge wurden damit finanziert. Der Vorstand der Stiftung hatte sich jedoch nach Angaben des Gerichtes seit 1999 nicht mehr getroffen, Trump selbst habe alsdann \u00fcber die Verwendung der Gelder bestimmt. Die Stiftung wurde auf richterliche Anordnung aufgel\u00f6st. Das Gericht sprach eine Strafe in der H\u00f6he von 2 Mio US-Dollar aus! Diese floss &#8211; ebenso wie das restliche Stiftungsverm\u00f6gen &#8211; an mehrere wohlt\u00e4tige Organisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juni des Jahres 2020 wurde ein \u00e4hnlicher Fall aus Grossbritannien bekannt: Nach Berichten der Zeitung \u201eThe Sun\u201c hatte die Mutter von f\u00fcnf Kindern den Wohlt\u00e4tigkeitsfonds \u201eHeart Links\u201c eingerichtet und \u00fcber diesen eine Tombola zur Finanzierung der Herzoperation eines ihrer Kinder eingerichtet. Zugleich gr\u00fcndete sie auf der Spendenplattform \u201eGoFundMe\u201c eine Spendenaktion. Hier kamen 10.000 Pfund zustande &#8211; \u00fcberwiesen an HeartLink wurden jedoch nur 4.200 Pfund &#8211; der Rest soll f\u00fcr eine Brustvergr\u00f6sserung und den Ankauf eines Autos verwendet worden sein. Dies berichten zumindest Nachbarn, die ebenfalls fleissig gespendet hatten. Sie verlangten das Geld zur\u00fcck. Die Frau wurde verhaftet &#8211; dann auf freiem Fusse angezeigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls vor Gericht bzw. im Gef\u00e4ngnis endete die Betrugsmasche eines Mannes in Berlin. Er nannte sich Andreas Becker &#8211; heisst aber tats\u00e4chlich anders (Udo D.). Der damalige Vorsitzende des Frauennothilfevereins \u201eHatun und Can\u201c soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gelder in betr\u00e4chtlicher H\u00f6he f\u00fcr den eigenen Bedarf verwendet haben, obwohl sie eigentlich Frauen zukommen sollten, die sich vor dem \u201eEhrenmord\u201c, Misshandlungen und der Zwangsehe sch\u00fctzen m\u00fcssen. Dabei f\u00fchrte er sogar Alice Schwarzer hinter\u2019s Licht, die bei der Promi-Ausgabe von \u201eWer wird Million\u00e4r\u201c eine halbe Million Euro gewonnen hatte und das Geld der Organisation zur Verf\u00fcgung stellte. Die Ermittlungen ergaben, dass Becker rund 700.000 \u20ac f\u00fcr eigene Zwecke verwendet hatte: Einen BMW X6, eine teure Uhr und M\u00f6bel f\u00fcr die Freundin etwa. M\u00f6glicherweise bezahlte er auch Prostituierte f\u00fcr ihre Dienste! Zeugen beobachteten, wie er Hunden beim Metzger Schnitzel kaufte. \u00dcbrigens erstattete Alice Schwarzer selbst Anzeige, als sie auf ihre Anfrage, was mit dem Geld geschehen sei, nur vorgeschobene Argumente erhielt. Seine Anw\u00e4lte sprachen von \u201eWiderw\u00e4rtigem Rufmord\u201c! Man k\u00f6nne die ordnungs-gem\u00e4sse Verwendung der Spenden beweisen &#8211; das Auto sei f\u00fcr den Schutz der Frauen mehr als geeignet. Hintergrund von \u201eHatun und Can\u201c war der Mord an Hatun S\u00fcr\u00fcc\u00fc, die im Jahr 2005 von der eigenen Familie ermordet wurde. Ihr Sohn kam in eine Pflegefamilie. Diesen tragischen Fall verwendete Becker als Aufh\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein stadtbekannter Betr\u00fcger aus dem Berliner Stadtteil Neuk\u00f6lln steckt hinter einem \u00e4hnlichen Fall. Unter dem Namen \u201eTreberhilfe\u201c hatte er ein ganzes Unternehmen f\u00fcr die Hilfe Obdachloser aufgebaut &#8211; und erzielte damit Riesen-Gewinne, die auch er offenbar eigenn\u00fctzig absahnte. Sich selbst bezahlte er ein monatliches Sal\u00e4r von 35.000,- \u20ac &#8211; sein Dienst-wagen war ein Maserati! Erst als dieser geblitzt wurde, kam das Ganze an\u2019s Licht der \u00d6ffentlichkeit. Fairerweise sei erw\u00e4hnt, dass es sich nicht um den Missbrauch von Spendengeldern, sondern vielmehr um Steuer-betrug eines vermeintlichen Sozialunternehmens handelte. Der Senat von Berlin hat inzwischen reagiert: Soziale Unternehmen, die die Geh\u00e4lter ihrer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer nicht offenlegen, erhalten keine Auftr\u00e4ge mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Landgericht L\u00fcneburg verurteilte einen damals 48-j\u00e4hrigen Mann wegen Unterschlagung zu viereinhalb Wochen. Er sammelte gemeinsam mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin unter dem Schild einer Kinderhilfs-organisation einen niedrigen sechsstelligen Betrag, leitete aber nur rund 8.000 \u20ac an entsprechende Hilfsorganisationen weiter. Den Rest verprasste er mit seiner zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe verurteilten Freundin auf grossem Fusse!<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDas Spendenaufkommen w\u00e4chst seit Jahren nicht. Wir brauchen deshalb nicht die zehnte Organisation f\u00fcr den gleichen Zweck.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Christian Osterhaus, Deutsche Welthungerhilfe)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch auf der Strasse bzw. der Haust\u00fcre floriert das Gesch\u00e4ft mit der Gutm\u00fctigkeit. So klingelte im Rheinland ein Mann an den Haust\u00fcren um angeblich f\u00fcr eine Behinderten-Werkstatt zu sammeln. Rund 300,- \u20ac hatte er sich auf diese Weise verdient &#8211; pro Tag. Ein Betr\u00fcger! In einer Fussg\u00e4ngerzone in Berlin sammelte ein angeblich irakisches Paar f\u00fcr notleidende Landsleute. Einigen Anwohnern kamen die beiden jedoch bekannt vor &#8211; hatten sie doch im selben Stadtteil f\u00fcr \u201evon den Taliban vertriebenen Afghanen\u201c, \u201eB\u00fcrgerkriegs-Fl\u00fcchtlingen aus Bosnien\u201c und \u201ein der T\u00fcrkei verfolgten Kindern\u201c gesammelt. Ohnedies ist gerade auf der Strasse erh\u00f6hte Vorsicht geboten: Manche Betr\u00fcger wollen nicht nur die Spende, sondern das ganze Geld. Aus der Unterschlagung wird Taschen-Diebstahl oder gar Raub!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liste l\u00e4sst sich noch weitaus l\u00e4nger fortsetzen. So verschleierte die Organisation \u201eInnocence in Danger\u201c die Verwendung der Spendengelder und die Hintergr\u00fcnde der Organisation selbst &#8211; prominente Sammlerin war 2010 die Frau des damaligen Verteidigungsministers, Stephanie zu Guttenberg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2008 flossen erhebliche Summen nicht an Waise, die vom Internationalen Kinderhilfe e.V. aus Pfungstadt unterst\u00fctzt worden sind, sondern vielmehr an die Werbeagentur des Vereins. Diese hatte die Kosten f\u00fcr die Werbekampagne vorgeschossen. Das Spendenaufkommen wurde dem nicht gerecht &#8211; zur\u00fcck blieb ein verschuldeter Verein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Querdenker 711-Bewegung sammelte. Angeblich f\u00fcr den Kampf gegen die Regierungsdiktatur, f\u00fcr die Grundrechte und ein liebevolles Miteinander. Deren Gr\u00fcnder Michael B. hatte bereits vorzeitig darum gebeten, die Spenden als Schenkungen zu deklarieren, damit auf diese Weise die Offenlegungspflicht umgangen werden k\u00f6nnte. Im Juni dieses Jahres jedoch erfolgten Hausdurchsuchungen und schliesslich die Fest-nahme des offenbar auch wirtschaftlich Querdenkenden. Der Vorwurf der Stuttgarter Staatsanwaltschaft: Gewerbsm\u00e4ssiger Betrug durch miss-br\u00e4uchliche Verwendung von Spendengeldern und Geldw\u00e4sche. Seit Mai 2020 bis Februar 2022 sollen rund 1,3 Mio \u20ac auf sein Privatkonto geflossen sein. Die Festnahme erfolgte wegen Fluchtgefahr &#8211; der ehemalige IT-Berater soll inzwischen sein Eigenheim verkauft und Auswanderungspl\u00e4ne nach Costa Rica geschmiedet haben. Bis zur end-g\u00fcltigen Urteilsverk\u00fcndung gilt selbstverst\u00e4ndlich die Unschulds-vermutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Worten \u201eI don&#8217;t want to say goodbye just because my mom has no money\u201c des offenbar krebskranken, sechsj\u00e4hrigen Muhammad wird seit Mai dieses Jahres auf YouTube um Spenden gebeten. Watchlist Internet warnt jedoch vor der dahinterstehenden Plattform chenlahaim.org: Das Geld wandere sofort in den grossen Geldsack von Betr\u00fcgern. F\u00fcr angeblich 16.943 Menschen kommt diese Warnung jedoch zu sp\u00e4t: Nach Angaben auf der Website haben sie bereits 704.351,- \u20ac gespendet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Grosses Schindluder wurde und wird nach wie vor mit der Notlage der Menschen im Ukraine-Krieg getrieben. Spenden-Webseiten schossen wie die Pilze aus dem Boden. Mittels Mail oder \u00fcber die Social Medias werden die Menschen um Spenden gebeten oder zum Besuch der Webseiten aufgefordert. Die Polizei warnt jedoch, dass zumeist Kriminelle dahinter-stecken. Hier eine kleine Auswahl solcher Fake-Seiten (Angabe: \u00d6ster-reichisches Institut f\u00fcr angewandte Telekommunikation \u00d6IAT):<\/p>\n\n\n\n<ul><li>donatecryptotoukraine.com<\/li><li>donate-ukraine.info<\/li><li>fightforukraine.xyz<\/li><li>help-fund-ukraine.org<\/li><li>helpukraine.tips<\/li><li>help-ukraine-compaign.com<\/li><li>sendhelptoukraine.com<\/li><li>sos-ukraine.xyz<\/li><li>supportukraine.today<\/li><li>supportukrainenow.com<\/li><li>tokenukraine.com<\/li><li>ukrainebitcoin.online<\/li><li>ukraine-donate.live<\/li><li>ukrainedonate.today<\/li><li>ukrainedonation.org<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Auch \u00d6sterreich ist also keine Insel der Seligen. Hier hat allerdings vor einigen Jahren das Finanzamt zumindest einen kleinen Riegel vorgesetzt: Vereine, Organisationen und Stiftungen, die ihren Spendern das Bonbon der steuerlichen Absetzung ihres Beitrages weitergeben wollen, m\u00fcssen sich einer umfangreichen Wirtschaftspr\u00fcfung unterziehen. Jedoch ist auch dies nicht wirklich ein Qualit\u00e4tssiegel. Immer wieder verlieren Organisationen diese M\u00f6glichkeit. Wer also auf Nummer sicher gehen m\u00f6chte, sollte nach dem \u00d6sterreichischen Spendeng\u00fctesiegel Ausschau halten. Die damit ausgezeichneten Organisationen werden regelm\u00e4ssig durch die Kammer der Wirtschaftstreuh\u00e4nder \u00fcberpr\u00fcft. Alsdann sind die Pr\u00fcfungskosten relativ hoch, sodass sich dies viele kleinere Vereine finanziell nicht leisten k\u00f6nnen. Ausserdem gibt es noch ein Problem: Einige Organisationen erhielten in \u00d6sterreich das Spendensiegel, wurden jedoch in Deutschland aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden vom Deutschen Zentralinstitut f\u00fcr Soziale Fragen zur\u00fcckgewiesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich auch im Bereich der privaten Spenden sehr viel Geld zusammenkommen kann, sind es zumeist die grossen Betr\u00e4ge von Unternehmen, die Sorgenfalten aufkommen lassen. Damit diese nicht einem Betr\u00fcger aufsitzen, hat die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) einen Transparenzpreis eingerichtet. Hier k\u00f6nnen sich Vereine und Stiftungen einschreiben lassen, die \u00fcber ein Spendeneinkommen von mehr als einer Mio \u20ac im Jahr verf\u00fcgen. Sie verpflichten sich jedoch gleichzeitig, die Verwendung der Gelder offen-zulegen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>5,8 Milliarden Euro (bzw. 12,9 Milliarden bei Fortschreibung des SOEPs im Spendenindex des DZIs) haben nur die Deutschen im Jahr 2021 gespendet &#8211; so viel wie noch nie (in \u00d6sterreich waren es gesch\u00e4tzte 850 Mio). In Deutschland gibt es 600.000 Vereine und 18.000 Stiftungen, die in irgendeiner Weise gemeinn\u00fctzig t\u00e4tig sind (in \u00d6sterreich gibt es 110.000 Vereine &#8211; 1.000 davon sammeln Spenden). Nur 50 % der Gelder m\u00fcssen in Deutschland satzungsgem\u00e4ss verwendet werden um ein Spendensiegel zu erhalten. Allerdings gibt es bundesweit nur ein landes-eigenes Institut in Rheinland Pfalz (die \u201eAufsichts- und Dienstleistungs-direktion\u201c in Trier), das nach der Vergabe des Spendensiegels beinhart weiterpr\u00fcft). Die Spendensiegel werden vergeben vom Deutschen Zentralinstitut f\u00fcr soziale Fragen (DZI) nach einer einmaligen Pr\u00fcfung des Vereins auf die Gemeinn\u00fctzigkeit und damit der ordnungsgem\u00e4ssen Verwendung der Spendengelder. Danach m\u00fcssen pro 10.000 \u20ac Spenden-geldern gerade mal 35,- \u20ac an das DZI \u00fcberwiesen werden. Greenpeace beispielsweise hat sich geweigert, eine solche Pr\u00fcfung \u00fcber sich ergehen zu lassen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Einer, der sich diesem Unwesen entgegenstellte war Stefan Loipfinger, ehemaliger Fonds-Analyst. Er deckte einige F\u00e4lle auf seinem Portal www.charitywatch.de auf, musste jedoch seine Arbeit 2012 einstellen, nachdem er w\u00fcsten Beschimpfungen und gar Drohungen ausgesetzt war. Er fordert, dass alle gemeinn\u00fctzigen Vereine dazu verpflichtet werden sollen, \u00f6ffentlich Rechenschaft abzulegen, wie es auch die meisten Unternehmen machen m\u00fcssen. Bislang reiche es n\u00e4mlich aus, so Loipfinger, als Ziel der Vereins die Information \u00fcber notleidende Menschen und Tiere in den Statuten festzuhalten. So k\u00f6nnten 50 % des Spendenaufkommens f\u00fcr weitere Spendenaufrufe oder Online-Aktionen genutzt und die anderen 50 % als Geh\u00e4lter abgezogen werden. Ein untragbarer Missstand!<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eBei der Wahl des Empf\u00e4ngers sollten Spender viel mehr Vorsicht walten lassen und keinesfalls auf die Mitleidsmasche hereinfallen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Isabell Gusinde, Postbank)<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie sich nun fragen sollten, an wen Sie denn wirklich spenden k\u00f6nnen, muss ich leider betonen: Ich werde es tunlichst unterlassen, hier die Werbetrommel f\u00fcr einige wenige zu r\u00fchren. Allerdings ergaben die Recherchen eines \u00f6sterreichischen Wochenmagazins, dass bei \u201e\u00c4rzte ohne Grenze\u201c rund 77 % direkt dem Projekt zufliessen, bei \u201eLicht f\u00fcr die Welt\u201c sind es gar 91%. Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank kam zu dem Ergebnis, dass nur rund 17 % der Spender recherchieren, wof\u00fcr sie ihr Geld ausgeben. Wieso nur so wenig? Jeder Zehnte spendet sogar aus dem Bauch heraus! Bitte erkundigen Sie sich bevor sie zum Zahl-schein greifen. Achten Sie vor allem bei Spenden in das ferne Ausland, ob nicht b\u00fcrgerkriegsf\u00fchrende Fraktionen oder gar die Regierung des Landes selbst einen Teil der Spenden abkassiert. Dies gilt nicht nur f\u00fcr Geldspenden sondern auch f\u00fcr Naturalien. Damit werden oftmals k\u00e4mpfende Truppen oder S\u00f6ldner finanziert und nicht selten Waffen gekauft!<\/p>\n\n\n\n<p>Erlauben Sie mir am Ende noch einen rein pers\u00f6nlichen Gedankengang: Wenn es dermassen vieler Spendenorganisationen bedarf &#8211; ist das nicht der beste Beweis daf\u00fcr, dass die Sozialpolitik der Regierungen versagt haben? So soll ein Mitarbeiter eines Job-Centers gegen\u00fcber einem \u201eKunden\u201c, der meinte, wie er mit dem Geld eigentlich \u00fcber die Runden kommen soll, ausgedr\u00fcckt haben, dass er dann eben zu den Tafeln gehen m\u00fcsse! Diese aber wurden lange Zeit nur sehr sp\u00e4rlich mit \u00f6ffentlichen Geldern unterst\u00fctzt!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Spenden- und Bettelbetrug?; Jonas Krainbring; Duncker &amp; Humblot 2015<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Spendenmafia: Schmutzige Gesch\u00e4fte mit unserem Mitleid; Stefan Loipfinger; Knaur TB 2011<\/p>\n\n\n\n<p>.) Die Mitleidindustrie &#8211; Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorgani-sationen\u201c; Linda Polman; Campus Verlag 2010\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>.) Im Zentrum der Katastrophe; Richard Munz; Campus Verlag 2007<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.dzi.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.transparency.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.watchlist-internet.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.osgs.at<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.dfrv.de<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.soz.uni-heidelberg.de\/forschungsstelle-csi\/<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; www.fundraising.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGeben ist seliger denn nehmen!\u201c (Apostelgeschichte 20,35) Weihnachten steht vor der T\u00fcr, das Internet und die Briefk\u00e4sten sind voll mit Aufrufen zum Spenden. Ja &#8211; es gibt sie, die Menschen und Tiere, die dringend auf Ihre Hilfe angewiesen sind. Statistiken haben ergeben, dass die meisten Spenden f\u00fcr Kinder-Hilfsprojekte fliessen, gefolgt von Tier-schutzorganisationen. Doch sollten Sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8959"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8959"}],"version-history":[{"count":38,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8959\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8997,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8959\/revisions\/8997"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}