
{"id":9022,"date":"2023-01-20T10:58:55","date_gmt":"2023-01-20T08:58:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9022"},"modified":"2023-01-20T10:58:55","modified_gmt":"2023-01-20T08:58:55","slug":"scharlachrot-nicht-von-ungefaehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/01\/20\/scharlachrot-nicht-von-ungefaehr\/","title":{"rendered":"Scharlachrot &#8211; nicht von ungef\u00e4hr!"},"content":{"rendered":"\n<p>Droht nun nach Corona, RS, der Influenza und der Vogelgrippe eine weitere Infektionswelle? Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von ungew\u00f6hnlich vielen F\u00e4llen einer Krankheit, die durch A-Strept-okokken ausgel\u00f6st werden kann: Scharlach (Scarlatina)! Diese Entwick-lung wurde bereits im September in England auff\u00e4llig, inzwischen hat die Welle auch Schweden und Frankreich erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in Deutschland f\u00fcr Infektionskrankheiten zust\u00e4ndige Robert-Koch-Institut hat ebenfalls bereits eine Warnung ausgesprochen. Scharlach ist zwar in Deutschland und der Schweiz nicht meldepflichtig (in \u00d6sterreich sehr wohl), dennoch sind auch hierzulande vermehrte F\u00e4lle einer solchen Erkrankung festgestellt worden. Dieser Warnung schliesst sich alsdann das nationale Referenzzentrum f\u00fcr Streptokokken an. Zwar l\u00e4gen zwischen Flensburg und Berchtesgaden die Zahlen noch unter jenen vor der Pandemie, doch steigt die Kurve ungew\u00f6hnlich steil an, obgleich kein neuer Stamm der Bakterien festgestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Scharlach ist eine klassische Kinderkrankheit, die vornehmlich Vor- bzw. Grundschulkinder betrifft. Sie ist hochinfekti\u00f6s, weshalb mit ihr nicht zu spassen ist. Zumeist sind die Symptome eine starke Halsentz\u00fcndung und Hautausschlag. Fr\u00fcher ging man davon aus, dass nach einer einmaligen Erkrankung eine Immunit\u00e4t des K\u00f6rpers aufgebaut werde. Davon sind die Experten inzwischen jedoch abgekommen. Ausgel\u00f6st wird Scharlach durch Bakterien \u2013 Streptococcus pyogenes. Sie produzieren nach der \u00dcbertragung ein Toxin, das f\u00fcr die Reaktion des Immunsystems verant-wortlich zeichnet. Wissenschafter haben nun entdeckt, dass nicht immer dasselbe Gift erzeugt wird, sondern unterschiedliche. Deshalb kann ein bereits genesener Patient durchaus erneut an Scharlach erkranken.<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptsaison der Bakterien sind die Herbst- und Wintermonate zwischen Oktober und M\u00e4rz. Hotspots Kitas und Grundschulen. \u00dcbertragen werden die Bakterien von Mensch zu Mensch durch die sog. \u201eTr\u00f6pfcheninfektion\u201c, also kleinen Aerosolen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen aus dem Rachenraum geschleudert werden. Nur \u00e4usserst selten ist eine \u00dcbertragung durch die Haut m\u00f6glich \u2013 allerdings durchaus durch Spiel-zeug, wenn der Erreger darauf haftet und es in den Mund genommen wird. Viele erkranken nicht an dieser Infektion \u2013 tr\u00e4gt doch jeder f\u00fcnfte bis zehnte Mensch die Bakterien in sich. Allerdings kann auch ein Nicht-Erkrankter die Erreger weitergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Scharlach ist recht einfach an den Symptomen zu erkennen. Ein bis drei Tage nach der \u00dcbertragung beginnt es mit Hals- und Kopfschmerzen, geht \u00fcber Schluckbeschwerden und Sch\u00fcttelfrost bis hin zu stark ansteigendem Fieber. Dabei sind Gaumen und Rachen rot, die Mund-schleimhaut und Mandeln fleckig gef\u00e4rbt. Hinzu gesellt sich ein nicht juckender Hautausschlag (Exanthem). Er bildet sich, da das Toxin der Erreger die Blutgef\u00e4sse sch\u00e4digt und rote Blutk\u00f6rperchen austreten. Der Ausschlag beginnt meist in der Leistengegend bzw. der Innenseite der Oberschenkel und breitet sich schliesslich auf den ganzen K\u00f6rper aus. Nach 6 \u2013 9 Tagen klingt er wieder ab \u2013 allerdings beginnt sich dann die Haut vor allem in den Handinnenfl\u00e4chen und den Fusssohlen zu sch\u00e4len. Die Zunge ist zun\u00e4chst stark weiss belegt, dann himbeerrot.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz harmlos ist die Erkrankung nicht. So kann es durchaus zu Kompli-kationen, wie etwa Lungenentz\u00fcndung sowie Entz\u00fcndungen der Neben-h\u00f6hlen und des Mittelohres kommen. Sehr selten sind rheumatische Sp\u00e4tfolgen (akutes rheumatisches Fieber) vor allem im Kniegelenk, aber auch Entz\u00fcndungen den Herzmuskels, des Herzbeutels, der Herzklappen und der Nieren (akute Glomerulonephritis). Solche Komplikationen wurden \u00f6fter beobachtet, wenn die eigentliche Erkrankung nicht mit Antibiotika behandelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne entsprechende Antibiotika bleibt der Erkrankte f\u00fcr rund drei bis vier Wochen infekti\u00f6s &#8211; mit hingegen nur bis zu 24 Stunden nach der Ersteinnahme. Das ist auch der Vorteil der Krankheit: Die Erreger mutieren offenbar nicht &#8211; Antibiotika und Penicillin helfen schnell und wirkungsvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Erkranken an Scharlach kann grunds\u00e4tzlich jeder, also auch Erwachsene. Sollte es Sie erwischt haben, helfen neben dem Arztbesuch (mit Maske) und den Medikamenten einige einfache Massnahmen, um den Zustand zu verbessern:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Bettruhe<\/li><li>Warme Getr\u00e4nke und weiche Nahrung gegen die Schluckbeschwerden<\/li><li>Und grunds\u00e4tzlich: Bei Fieber muss viel Fl\u00fcssigkeit wie Kr\u00e4utertees oder verd\u00fcnnter Fruchtsaft getrunken werden (sofern er beim Schlucken nicht brennt)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ventiv sch\u00fctzen kann man sich nicht vor einer Scharlacherkrankung. Als sehr hilfreich jedoch zeigen sich die Massnahmen, die grunds\u00e4tzlich f\u00fcr jeder Erkrankung der Atemwege eingehalten werden sollten. Greifen Sie auf gar keinen Fall vorsorglich zu Antibiotika! Sie k\u00f6nnten dadurch ihre Wirkung bei anderen Krankheiten verlieren. Sollte ein Kind erkrankt sein, so muss es sofort aus der Gemeinschaftseinrichtung herausge-nommen werden. Die Eltern stehen zudem in der Informationspflicht gegen\u00fcber der Erzieher! Auch erkrankte Erwachsene d\u00fcrfen die Einrichtung nicht mehr betreten, gilt also auch f\u00fcr Lehrer oder Betreuer. Wann die T\u00e4tigkeit wieder aufgenommen oder der Schul-\/Kitabesuch fortgesetzt werden kann, entscheidet der Arzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Besserung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.gesundheit.gv.at\/\"><u>www.gesundheit.gv.at<\/u><\/a><\/li><li>www.gesund.bund.de<\/li><li>www.bag.admin.ch<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.rki.de\/\"><u>www.rki.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.hno-aerzte-im-netz.de\/\"><u>www.hno-aerzte-im-netz.de<\/u><\/a><\/li><li>www.chinderarzt.ch<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.infektionsschutz.de\/\"><u>www.infektionsschutz.de<\/u><\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Droht nun nach Corona, RS, der Influenza und der Vogelgrippe eine weitere Infektionswelle? 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