
{"id":9244,"date":"2023-03-24T08:13:28","date_gmt":"2023-03-24T06:13:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9244"},"modified":"2023-03-24T08:13:28","modified_gmt":"2023-03-24T06:13:28","slug":"vorsicht-hantavirus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/03\/24\/vorsicht-hantavirus\/","title":{"rendered":"Vorsicht: Hantavirus!!!"},"content":{"rendered":"\n<p>\u0086Der Fr\u00fchling schickt seine ersten Vorboten \u2013 zwar noch etwas zaghaft \u2013 dennoch! Das Fr\u00fchjahr ist bei vielen auch der Beginn der Gartensaison und des Ausmistens. Das kann jedoch in Gartenlauben oder auch Garagen gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den ersten Minusgraden haben sich viele Tiere in die w\u00e4rmeren H\u00e4user oder zumindest sch\u00fctzenden Garagen und H\u00fctten gefl\u00fcchtet, obgleich sie dort eigentlich nicht wirklich gern gesehen werden: Insekten, M\u00e4use und Ratten. Bevor sie sich vermehren und zur Plage werden, sollten Massnahmen eingeleitet werden. Vor allem, da sie auch schwere Infektionskrankheiten \u00fcbertragen k\u00f6nnen. So geschehen bei der Polizei in G\u00f6ppingen-Holzheim, wo sich im Jahr 2019 drei Bereitschaftspolizisten mit dem gef\u00e4hrlichen Hantavirus angesteckt haben. Der Grund: Die R\u00f6tel- oder auch Waldw\u00fchlmaus und die Brandmaus! Diese Nagetiere haben es sich im Keller des Geb\u00e4udes bzw. im angrenzenden Park gem\u00fctlich gemacht, hinterliessen dort ihren Kot und kontaminierten mit dem darin enthaltenen Hantavirus die K\u00f6rperschutzausr\u00fcstung der Polizisten. Alle drei Patienten mussten station\u00e4r mit Lungen- und Nieren-problemen im Krankenhaus aufgenommen werden. Im selben Jahr wurde zudem im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau Hantavirus-Alarm gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gab es im vergangenen Jahr gottlob nur wenige Erkrankungen, so erschreckte das Pandemie-Jahr 2021 mit sehr hohen Fallzahlen. Etwa 132 im Stadtkreis Stuttgart, 194 im Landkreis Reutlingen oder 95 im Land-kreis B\u00f6blingen. Auch f\u00fcr heuer wurden bereits vereinzelte Infektionen gemeldet: Stadtkreis Aschaffenburg, Landkreis Cloppenburg , Landkreis Freyung-Grafenau, Landkreis G\u00f6ttingen, Landkreis Vorpommern-Greifs-wald, Landkreis Osnabr\u00fcck, Landkreis Schweinfurt, Landkreis Segeberg, Landkreis Weesterwaldkreis \u2013 also nahezu aus dem ganzen Bundesgebiet. Mehr \u00fcber die weiteren Risikogebiete erfahren Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes!<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich gab es im vergangenen Jahr 24 gemeldete Infektionen mit Krankenhausaufenthalten, mit 17 die meisten in der Steiermark. Auch hier der Vergleich zum Pandemiejahr 2021: 233 gesamt (davon 191 in der Steiermark) (Zahlen: Gesundheitsstatistik des Sozialministeriums). Keine Meldungen erfolgten in der Schweiz im Jahr 2022, im Jahr davor 6 (Zahlen: Bundesamt f\u00fcr Gesundheit). F\u00fcr beide Alpenl\u00e4nder liegen derzeit noch keine aktuellen Angaben vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name \u201eHantavirus\u201c geht auf den ersten grossen Ausbruch am Grenz&#8211;fluss Hantaan w\u00e4hrend des Koreakrieges zur\u00fcck \u2013 dort erkrankten in den Jahren 1950-53 mehr als 3.000 Soldaten schwer an der Infektions-krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4use tummeln sich bevorzugt im Garten, in Kellern und Garagen bzw. in Schuppen. Hier ist die Ansteckungsgefahr f\u00fcr den Menschen am gr\u00f6ssten, wenn dort Reinemachen angesagt ist. Das war etwa w\u00e4hrend der Pandemie in nahezu jedem Haus bzw. Garten der Fall. Die M\u00e4use m\u00fcssen nicht selbst erkranken &#8211; sie k\u00f6nnen auch nur als \u00dcbertr\u00e4ger fungieren (\u201eReservoirwirte\u201c). Durch Speichel, Kot oder Urin der Nagetiere gelangt dieses Virus nach aussen. Besonders heimt\u00fcckisch: Infektionsgefahr besteht bei Lebensmitteln und v.a. Staub! Gelangt dieser in eine offene Wunde oder \u00fcber den Atmungstrakt in die Lunge, so ist eine Infektion so gut wie sicher. Der Hantavirus ist im getrockneten Zustand einige Tage lang ansteckend. Gleiches gilt zudem bei einem M\u00e4usebiss! Ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko haben etwa F\u00f6rster, J\u00e4ger, Gartenarbeiter und Bau-arbeiter. Eine \u00dcbertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inkubationszeit bel\u00e4uft sich auf zwei bis f\u00fcnf Wochen. Die ersten Symptome zeigen sich im Schnitt nach 2 Wochen &#8211; je nach Virustyp unterschiedlich stark. Es beginnt mit pl\u00f6tzlichem, hohen Fieber, das sich rund 3-4 Tage h\u00e4lt. Hinzu kommen die bekannten grippe\u00e4hnlichen Erscheinungsformen wie Schmerzen im Kopf, den Gliedma\u00dfen und Muskeln, begleitet von Husten und\/oder Sehst\u00f6rungen sowie einer Rachenentz\u00fcndung. Nach einigen Tagen folgen Beschwerden bei der Verdauung mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen (\u201egastro-\u00ad in\u00ad tes\u00ad tinale Beschwerden\u201c). Schliesslich spielt die Niere verr\u00fcckt &#8211; es droht sogar ein Nierenversagen. Treten Blutungen auf, so kann die Erkrankung t\u00f6dlich enden. Deshalb ist es wichtig, bei Verdachtsmomenten sofort den Arzt aufzusuchen, da eine Diagnose nur durch eine Blutuntersuchung gemacht werden kann. Die Erkrankung ist medikament\u00f6s relativ einfach zu behandeln &#8211; Sp\u00e4tfolgen sollten keine zur\u00fcckbleiben. Der Infizierte ist nicht ansteckend!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Hantavirus tritt weltweit in unterschiedlichen Variationen auf. So etwa als Hantaan-, Puumala-, Dobrava-Belgrad-, Seoul-, Sin-Nombre- und Andesvirus. Hierzulande ist es v.a. das Puuma\u00ad la\u00ad virus (PUUV) und das Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV). Besonders gef\u00e4hrlich ist beispielsweise der amerikanische Ableger &#8211; in S\u00fcdamerika verlaufen rund 50 % der Hantavirus-Infektionen t\u00f6dlich! Das Infektionsrisiko ist in den Sommer-monaten (zwischen April und September) am gr\u00f6\u00dften. Eine Hantavirus-Erkrankung ist meldepflichtig &#8211; in Deutschland beim Robert-Koch-Institut, in \u00d6sterreich bei der Bezirksverwaltungsbeh\u00f6rde, in der Schweiz bei der BAG bzw. den Kantons\u00e4rzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waldw\u00fchlmaus ist &#8211; wie der Name schon sagt &#8211; vornehmlich im Wald anzutreffen. Sie bevorzugt Buchen- aber auch Mischw\u00e4lder und ist immer wieder auch in waldnahen G\u00e4rten zu finden. Deshalb ist bei Garten-arbeiten vor allem aber bei Reinigungsarbeiten von Gartenlauben oder Schuppen besondere Vorsicht geboten. Hier einige Tipps:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Tragen Sie Schutzkleidung (Overall, Gummistiefel, Einmal-Handschuhe, Schutzmaske)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; L\u00fcften Sie die R\u00e4ume gut vor Beginn der Arbeiten<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Wirbeln Sie keinen Staub auf &#8211; befeuchten Sie die Fl\u00e4chen zuvor<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; M\u00e4usekot bzw. tote M\u00e4use mit Desinfektionsmittel bespr\u00fchen, in einer Kunststofft\u00fcte gut verschliessen und in den Restm\u00fcll geben<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Derartige Stellen schliesslich ebenfalls mit Desinfektionsmittel oder Alkohol desinfizieren<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten gilt grunds\u00e4tzlich:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Nach dem Aufenthalt im Freien, in Dachb\u00f6den, Kellern oder Schuppen sollten immer die H\u00e4nde gewaschen werden<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Verwenden Sie dort keine Staubsauger, da das Virus nicht im Filter bleibt, sondern durch die Abluft wieder in die Luft freigesetzt wird<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Nager haben im Haus nichts zu suchen &#8211; vermeiden Sie offene Lebensmittel, verwenden Sie Lebendfallen (die t\u00e4glich kontrolliert werden) und benutzen Sie Einmal-Handschuhe<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Tipps erhalten Sie beim Gesundheitsamt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Hantaviruses; Connie Sue Schmaljohn\/Stuart T. Nichol; Springer 2001<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.rki.de\/\"><u>www.rki.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fli.de\/\"><u>www.fli.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.infektionsschutz.de\/\"><u>www.infektionsschutz.de<\/u><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.ukaachen.de\/\"><u>www.ukaachen.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.at\/Themen\/Gesundheit\/Uebertragbare-Krankheiten\/Infektionskrankheiten-A-Z\/Hantavirus.html\"><u>www.sozialministerium.at<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.meduniwien.ac.at\/\"><u>www.meduniwien.ac.at<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/\"><u>www.bag.admin.ch<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.baua.de\/\"><u>www.baua.de<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.waldwissen.net\/\"><u>www.waldwissen.net<\/u><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cdc.gov\/\"><u>www.cdc.gov<\/u><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0086Der Fr\u00fchling schickt seine ersten Vorboten \u2013 zwar noch etwas zaghaft \u2013 dennoch! 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