
{"id":9323,"date":"2023-04-14T08:28:47","date_gmt":"2023-04-14T06:28:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9323"},"modified":"2023-04-14T08:28:47","modified_gmt":"2023-04-14T06:28:47","slug":"co2-fussabdruck-verdammt-grosse-schuhe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/04\/14\/co2-fussabdruck-verdammt-grosse-schuhe\/","title":{"rendered":"CO2-Fussabdruck &#8211; verdammt grosse Schuhe!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann es nicht verhehlen: Ich bin entsetzt! Ehrlich entsetzt! Bislang \u2013 so dachte ich \u2013 f\u00fchrte ich mein Leben anhand einer hohen Umweltvertr\u00e4g-lichkeit nachhaltig. Klimaneutral sozusagen. Nun stolperte ich \u00fcber den WWF-Rechner zur Bestimmung meines CO2-Fu\u00dfabdruckes. <\/p>\n\n\n\n<p>\u0086<a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/klima-energie\/wwf-klimarechner\">https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/klima-energie\/wwf-klimarechner<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u0086\u0086\u0086Das Ergebnis: 8,74 Tonnen CO2 pro Jahr. Damit liege ich zwar unter dem deutschen Durchschnitt von 12,74 Tonnen \u2013 dennoch ist es zu viel. Der wohl gr\u00f6sste Brocken dabei ist die t\u00e4gliche Fahrt zur Arbeit. Die \u00d6ffis brauchen mit mehrfachem Umsteigen nahezu doppelt so lange, zudem lehne ich es ab, verschwitzt in einen \u00fcbervollen Bus einzusteigen. Einiges wett mache ich allerdings durch meine Essgewohnheiten: Fleisch etwa nur am Wochen-ende. Das deutsche Umweltbundesamt geht f\u00fcr die Zukunft von einer Tonne pro Jahr und Person aus! Ich muss also an mir arbeiten!<br>Das sollte sich \u00fcbrigens jeder vornehmen. Den Beginn macht sicherlich ein solcher Test \u00fcber den pers\u00f6nlichen CO2-Fussabdruck. Dieser, auf englisch \u201eCarbon Foodprint\u201c, beziffert die Menge an Kohlendioxid-Emissionen, die ein Mensch im Laufe einer Woche, eines Monats oder eines Jahres verursacht. Ein kleiner Fu\u00dfabdruck w\u00e4re empfehlenswert, da nicht nur die Industrie und die falsche Umweltpolitik einer Regierung f\u00fcr derartige Emissionen verantwortlich zeichnet. Nein \u2013 es beginnt bereits bei jedem Einzelnen! Im Laufe dieser heutigen Zeilen m\u00f6chte ich deshalb versuchen, Wissenswertes und einige Anst\u00f6sse zu vermitteln, wie ein solcher Fussabdruck m\u00f6glichst klein gehalten werden kann.<br>Entwickelt haben die Berechnungen die beiden Wissenschaftler Wacker-nagel und Rees anno 1994. Der CO2-Fussabdruck setzt sich aus einer ganzen Menge an Komponenten zusammen: Essgewohnheiten, Heizbe-darf, Konsumverhalten, Stromverbrauch und Transport \u2013 um nur einige in alphabetischer Reihenfolge zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>.) Essgewohnheiten<\/strong><br>Die westliche Gesellschaft weist einen viel zu hohen Fleischkonsum auf. Nicht nur die Massentierhaltung, sondern auch die K\u00fchlung des Fleisches sorgt f\u00fcr horrende Emissionen. Weniger Fleisch oder Wurst in der Woche tut \u00fcbrigens auch der Gesundheit gut. Das wissen v.a. die Diabetes- und Gichtpatienten. Zudem werden die Wasserreserven dadurch geschont \u2013 f\u00fcr ein Kilogramm Rindfleisch muss schon mal mit 15.415 Liter Wasser (in der Aufzucht der Tiere) gerechnet werden, bei Schweinefleisch sind es 5.988, bei Gefl\u00fcgel 4.325 Liter.<br>Regional ist zwar gut \u2013 saisonal-regional jedoch umso besser. Saisonales Obst und Gem\u00fcse erspart die K\u00fchlung. Erdbeeren oder gr\u00fcner Blattsalat zu Weihnachten? So kann ein heimischer Apfel im Winter einen schlechteren CO2-Fussabdruck aufweisen, als sein importierter Kollege aus Chile, der tausende Kilometer Transportweg hinter sich hat.<br>Leitungswasser ist besser als Mineralwasser aus der PET-Flasche. Nicht nur, da die unz\u00e4hligen Transport-Kilometer wegfallen \u2013 Leitungswasser muss nicht abgepackt werden und ist zumeist \u00fcberall verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>.) Heizbedarf<\/strong><br>Im Winter derma\u00dfen einzuheizen, da\u00df im Wohnzimmer im T-Shirt Fern-sehen geschaut werden kann, ist einfach nur dumm. Die Raumtemperatur tags\u00fcber um 1-2 Grad und am Abend stark gesenkt, sp\u00fcrt nicht nur die Geldtasche, sondern auch das Klima. Zudem sollten nachhaltige Heiz-stoffe wie Holz, Hackschnitzel oder Pellets bzw. W\u00e4rmepumpen ver-wendet werden, da die Emissionen von fossilen Brennstoffen (Kohle, \u00d6l, Gas) eigentlich nichts in unserer Atmosph\u00e4re zu suchen haben und somit nicht kompensiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>.) Konsumverhalten<\/strong><br>Ist es wirklich notwendig, stets up-to-date zu sein? Produkte, die noch funktionieren, geh\u00f6ren nicht in den M\u00fcll. Gilt auch f\u00fcr die Bekleidung. Ist der j\u00e4hrliche Garderobenwechsel wirklich vonn\u00f6ten? Seit Jahren lassen auch Markenhersteller durch Billigstarbeiterinnen produzieren. Somit w\u00e4re alsdann den Niedrigstl\u00f6hnern geholfen, wenn nicht derma\u00dfen viel eingekauft werden w\u00fcrde.<br>Zudem werden beispielsweise f\u00fcr die Produktion nur einer Jeans rund 120 Liter Wasser ben\u00f6tigt! Grosse Teile des Baumwoll-Bedarfs kommen aus Indien \u2013 hier wird f\u00fcr die Herstellung von nur einem Kilogramm Baumwolle 23.000 l Wasser verbraucht. Wiederverwenden ist somit das grosse Schlagwort!<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>.) Stromverbrauch<\/strong><br>Der Strom muss produziert werden. Deshalb ist die E-Mobilit\u00e4t nicht wirklich die beste L\u00f6sung f\u00fcr das Klima. Photovoltaik-Anlagen funktionieren nur bei Licht, Windr\u00e4der nur bei Wind. Bei Pumpspeicher-kraftwerken wird zwar die Wasserkraft als vermeintlich umweltfreund-liches Produktionsmittel verwendet, dennoch muss das Wasser wieder in den Stausee hinaufgepumpt werden. Eine Studie aus dem Jahr 2018 ergab, dass eine einzige Suchanfrage bei Google 0,0003 Kilowatt Strom verbraucht. Im Schnitt k\u00f6nnte jeder Google-Nutzer monatlich eine 60 Watt-Gl\u00fchbirne f\u00fcr drei Stunden zum Leuchten bringen. Es ist ja nicht nur die Rechenleistung des eigenen PCs oder noch schlimmer Smartphones. An allen internetbezogenen Aktivit\u00e4ten h\u00e4ngt eine ganze Armada von Rechenzentren und Grossrechnern (und Mobilfunkstationen).<br>Zudem: Frisch besorgt und angerichtet ist alle mal besser als gekauft und eingefroren. Die Gefriertruhe erweist sich in vielen F\u00e4llen als wahrer Stromfresser!<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>.) Transport<\/strong><br>Das \u00f6sterreichische Bundesland Tirol kann ein Lied davon singen: Millionen LKW jedes Jahr auf der Inntal- und Brennerautobahn. Da kommt es schon mal vor, dass die italienische Milch zur Abpackung nach Deutschland gefahren, dann wieder nach Italien retour verfrachtet und f\u00fcr den Verkauf erneut nach Deutschland gef\u00fchrt wird. Eine Flasche hoch-preisiger Chardonnay aus Kalifornien\/USA nach London verfrachtet kostet 24 Eurocent \u2013 im Flexitank gar nur die H\u00e4lfte. Ein solcher Flexitank fasst bis zu 24.000 l \u2013 die Flaschenabf\u00fcllung erfolgt dann am Bestimmungsort. Alleine Hapag Lloyd verschifft auf diese Art rund 288 Mio Liter Wein aus der ganzen Welt pro Jahr (Zahlen: www.hapag-lloyd.com\/de). Riesige Containerschiffe machen es m\u00f6glich. Schmeckt dieser wirklich besser als der deutsche oder \u00f6sterreichische? G\u00fcter, die weniger transportiert und v.a. geflogen werden m\u00fcssen, sind eine Wohltat f\u00fcr die Umwelt. Perver-sionen geh\u00f6ren eingestellt: Landwirtschaftliche Produkte, die angeblich nicht verkaufbar sind, weil die Gurke zu krumm oder die Zwiebel zu klein ist, werden wieder in den Acker eingepfl\u00fcgt. Daf\u00fcr ordern viele Heim- oder Grosskantinen ihre Lebensmittel von Firmen, die hunderte Kilometer weit entfernt sind!<br>Auch die t\u00e4gliche Autofahrt zum Einkaufen ist nicht notwendig. Wer gut plant, kommt mit einem Wocheneinkauf durchaus zurecht. Oder: Man f\u00e4hrt noch kurz nach der Arbeit im Supermarkt vorbei, da der ohnedies auf der Strecke liegt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>In dieser Auflistung habe ich eines ganz absichtlich au\u00dfer acht gelassen: Die Urlaubsreise! Der Urlaub ist f\u00fcr jeden Einzelnen unter uns die wohl sch\u00f6nste Zeit des Jahres. Daf\u00fcr gibt es auch traumhafte Urlaubs-destinationen. Einziger Nachteil: Die meisten davon m\u00fcssen angeflogen werden. So verursacht beispielsweise der Hin- und R\u00fcckflug von Frankfurt nach Bangkok \u00fcber die rund 17.922 km nicht weniger als 1,56 to CO2 \u2013 f\u00fcr jede einzelne Person! Von Frankfurt\/Main bis nach Lignano sind es 895,5 Kilometer. Ein Diesel-PKW, Baujahr 2017, verbraucht im Schnitt 7 Liter auf 100 km (ich weiss: Auf der Autobahn sind es aufgrund der h\u00f6heren Geschwindigkeit wesentlich mehr!). Hin und retour produzieren Sie 0,494 to CO2 \u2013 ebenfalls pro Person. Gerade beim Urlaub kann sehr viel Ausstoss vermieden werden. Und mal ganz ehrlich: Was nutzt es mir, wenn ich die kleine Jazz-Kneipe in New Orleans kenne, daf\u00fcr aber nicht weiss, was sich innerhalb eines Radius von 20 km rund um mein Zuhause abspielt?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe es kurz angesprochen: Die E-Mobilit\u00e4t ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei! Diese Fahrzeuge sind in der Produktion wahre Umwelt-s\u00fcnder. Daneben ist der Anteil fossiler Brennstoffe bei der Stromer-zeugung noch zu hoch. Deshalb sorgt erst eine hohe Kilometerleistung f\u00fcr die gew\u00fcnschten Vorteile. Besser w\u00e4re die Brennstoffzelle. Wenn aus dem Auspuff Wasser tropft, k\u00f6nnte das zudem unseren Boden k\u00fchlen und kleine Klima-Biotope schaffen, in welchen es mehr regnet und k\u00fchlere Temperaturen bestehen. Doch ist auch die Herstellung von Wasserstoff sehr teuer und zudem werden alsdann damit Elektromotoren angetrieben.<br>Die Politik hat lange Zeit zugesehen und Forschungsprojekte nur sehr z\u00f6gerlich subventioniert, wenn sie nichts mit fossilen Treibstoffen zu tun hatten. Jetzt straft sie. Alle! Manche k\u00f6nnen zwar Teile der CO2-Steuer wieder zur\u00fcckholen, dennoch ist es eine zus\u00e4tzliche Steuer, die gerade die Klein- und Kleinstverdiener, Alleinstehende und Mindestrentner hart trifft und noch schlimmer treffen wird, da die CO2-Steuer mit der Zeit ansteigen wird. W\u00e4re es da nicht viel sinnvoller gewesen, peu \u00e0 peu Massnahmen zur Energiewende in Angriff zu nehmen? Es h\u00e4tte in all den Jahren bis heute so viel bringen k\u00f6nnen. Andere Staaten haben dies gemacht und stehen jetzt wesentlich besser als Deutschland oder \u00d6sterreich da! Wieso etwa wurden Wasserstoffz\u00fcge durch die DB (mit Siemens) und die \u00d6BB (mit Alstom) erst vor kurzem getestet? Nach den ersten 100.000 Kilometer herrschte bei den Testern grosse Begeisterung! W\u00e4hrend die Deutsche Bahn derzeit das DB-Regio-Werk Ulm f\u00fcr die Wasserstoffz\u00fcge umr\u00fcstet (H2goesRail), war bei den \u00d6BB vor gar nicht allzu langer Zeit zu lesen, dass es zu wenig sauberen Wasserstoff gebe, da er noch grossteils mittels Erdgas produziert werde.<br>Wieso gibt es immer weniger Einheimischen-Tarife, daf\u00fcr \u00fcbernachten Bus-Touristen und Pauschalreisende fast zum Nulltarif?<br>Bei diesem heutigen Blog habe ich absichtlich Unternehmen au\u00dfen vor gelassen, da es mir darum ging, die Meinung und Einstellung eines jeden Einzelnen zur Klimaproblematik hoffentlich positiv zu ver\u00e4ndern. Alles andere w\u00fcrde wohl den Platz und das Thema sprengen. Eines sei erw\u00e4hnt, dass bereits viele Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen einen \u201eProduct Carbon Foodprint\u201c (PCF) erstellen lassen um damit die CO2-Emissionen entlang der kompletten Wertsch\u00f6pfungskette analysieren zu k\u00f6nnen. Ein sehr wertvoller Beitrag, den auch jeder Konsument in seine Kaufentscheidung einfliessen lassen sollte. Doch das ist wieder ein ganz anderes Thema.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Vier f\u00fcrs Klima: Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben; Petra Pinzler\/G\u00fcnther Wessel; Droemer HC 2018<br>.) Und jetzt retten wir die Welt: Wie du die Ver\u00e4nderung wirst, die due dir w\u00fcnscht; Marek Rohde\/Ilona Koglin; Franckh Kosmos Verlag 2016<br>.) Nachhaltig leben: Bewusst kaufen, sinnvoll nutzen. Alternativen zum Wegwerfen; Susanne Wolf; Verein f\u00fcr Konsumenteninformation VKI 2013<br>.) Foodprint: Die Welt neu vermessen; Mathis Wackernagel\/Bert Revers; CEP Europ\u00e4ische Verlagsgsanstalt 2016<br>.) Das Weltretter-Workout: In 6 Wochen zum Weltretter; Philipp Appenzeller; rap verlag 2015<br>.) Dein Weg zur Nachhaltigkeit: 350 praktische Tipps f\u00fcr den Alltag; Florian Schreckenbach\/Leena Volland; Books on Demand 2016<br>.( Der \u00d6kologische Fu\u00dfabdruck: Fachliche Grundlagen und didaktisch methodische Potenziale; Johannes Schulz; GRIN Verlag 2010<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>www.mein-fussabdruck.at<br>www.co2.rechner.at<br>uba.co2-rechner.de<br>www.fussabdruck.de<br>applications.icao.int\/icec<br>www.bmuv.de<br>www.umweltbundesamt.de<br>www.bafu.admin.ch<br>www.carbonfootprint.com<br>www.klimaschutz-portal.aero<br>www.wri.org<br>www.oeko.de<br>co2.myclimate.org<br>www.climatepartner.com\/de<br>www.wwf.de<br>wfd.de<br>www.greenpeace.de<br>reset.org<br>nachhaltigkeit.deutschebahn.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann es nicht verhehlen: Ich bin entsetzt! Ehrlich entsetzt! Bislang \u2013 so dachte ich \u2013 f\u00fchrte ich mein Leben anhand einer hohen Umweltvertr\u00e4g-lichkeit nachhaltig. 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