
{"id":9560,"date":"2023-06-23T14:57:34","date_gmt":"2023-06-23T12:57:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9560"},"modified":"2023-06-23T14:57:34","modified_gmt":"2023-06-23T12:57:34","slug":"azolla-die-rettung-unseres-planeten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/06\/23\/azolla-die-rettung-unseres-planeten\/","title":{"rendered":"<strong>Azolla \u2013 Die Rettung unseres Planeten???<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung schreitet so mancher Erfinder auf durchaus abstrusen Wegen. Ist aber auch kein Wunder: Der Mensch ist offenbar derma\u00dfen verbl\u00f6det, sodass er mit wehenden Fahnen in die Selbstzerst\u00f6rung schreitet. Versuchen einige wenige tats\u00e4chlich ihren CO2-Fussabdruck so niedrig wie m\u00f6glich zu halten, so machen dies die Umwelts\u00fcnder wieder r\u00fcckg\u00e4ngig \u2013 mit links. Eine Massnahme, eine Idee, ein Konstrukt \u2013 vollkommen gleichg\u00fcltig was \u2013 das gegen den Klima-wandel eingesetzt werden kann, ist somit Gold wert!<\/p>\n\n\n\n<p>So hat ein 15-j\u00e4hriger Gymnasiast aus Petershausen, einer Gemeinde rund 36 km von M\u00fcnchen entfernt, im Garten ein Versuchsbecken angelegt. Dieses bef\u00fcllte er mit Regenwasser und pflanzte dort Schwimmfarn an. Auf die Idee kam Benjamin Sedlmair bei der Recherche f\u00fcr ein Physikreferat. So mancher w\u00fcrde den Teenie als verr\u00fcckt erkl\u00e4ren, doch liegt er v\u00f6llig richtig: Schwimmfarn k\u00f6nnte die L\u00f6sung unserer von Menschenhand verursachten Klimazerst\u00f6rung sein. Das bescheinigt auch die Freie Universit\u00e4t Berlin auf wissenschaftlicher Basis. Dazu mehr etwas sp\u00e4ter!<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eGeforscht wird genug, wir m\u00fcssen endlich ins Machen kommen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u0086(Benjamin Sedlmair)<\/p>\n\n\n\n<p>Sedlmair las bei seinen Recherchen von einem Wunder der Natur, das unseren Planeten vor 49 Mio Jahren schon einmal gerettet hat und als das \u201eAzolla-Ereignis\u201c in die Erdgeschichte einging. Damals war der Treib-haus-Effekt durch eine unheimlich grosse CO2-Konzentration in der Atmosph\u00e4re gigantisch. Das resultierte aus dem extremen Vulkanismus aufgrund des Auftreffens der Indischen auf die Eurasische Kontinental-platte und der Auffaltung des Himalayas. Dann nahm der Schwimmfarn seine Arbeit auf und machte die Erde wieder bewohnbar. Er \u00fcberwucherte grosse Teile der arktischen Wasserfl\u00e4che, nahm so viel Kohlendioxid auf, dass die Temperaturen sanken und das Klima in die \u201enormalen\u201c Verh\u00e4lt-nisse des derzeitigen Eiszeitalters \u00fcberging. Selbstverst\u00e4ndlich geschah dies nicht von einem Tag auf den anderen sondern dauerte etwa 800.000 Jahre (Unteres Eoz\u00e4n bzw. Beginn des Oligoz\u00e4n). H\u00f6chste Zeit also, damit anzufangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber hat es mit diesem Schwimmfarn auf sich? \u201eAzolla filiculoides\u201c (so die lateinische Bezeichnung) gedeiht in stehenden oder langsam fliessenden Gew\u00e4ssern. Der deutsche Namen ist durchaus korrekt: Die Pflanze schwimmt im Wasser. Bei g\u00fcnstigen Bedingungen \u00fcberwuchert die Wasserpflanze sehr rasch die Wasseroberfl\u00e4che. Was bei Algen zu einem Problem wird, hat beim Schwimmfarn durchaus seine Vorteile. Pro Jahr und Hektar entzieht die Pflanze der Atmosph\u00e4re rund 2,5 Tonnen Stickstoff und 15 Tonnen CO2. Das kann kein Wald! Die Pflanze gedeiht am besten bei Temperaturen von rund 25 Grad Celsius, weshalb sie vornehmlich in tropischen und suptropischen Erdregionen angesiedelt ist. Doch \u00fcberlebt sie durchaus auch zwischen 0 und 30 Grad. In manchen L\u00e4ndern dient Azolla zudem als proteinreiche Futterpflanze.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freie Universit\u00e4t Berlin nahm sich dieser Sache an und forscht seither auf wissenschaftlicher Ebene an diesem speziellen Farn. Nachdem damals die Pflanzen abgestorben waren, sanken sie auf den Grund der Gew\u00e4sser und wurden dort sedimentiert. Bodenbohrungen v.a. im Arktischen Becken beweisen dies perfekt. Dort stiessen die Wissenschaftler auf eine rund acht Meter starke Schicht, in der sich kieselhaltige Sedimente mit Azolla-Schichten abwechseln. International vernetzen sich die Interessierten und Experten in der Azolla-Foundation, einer Plattform mit dem Zweck des Wissensaustausches.<\/p>\n\n\n\n<p>Sedlmair hat f\u00fcr eine gr\u00f6ssere Versuchsanordnung einen trocken-gefallenen Teich vom Besitzer zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen, der in zweierlei Hinsicht an diesem Experiment interessiert ist: Einerseits nat\u00fcrlich als Vorreiter vorangehen zu k\u00f6nnen und andererseits Bio-Futter f\u00fcr seine H\u00fchner bekommen zu k\u00f6nnen. Sollte der Versuch gelingen, k\u00f6nnten in allen geeigneten Regionen dieser Welt k\u00fcnstliche Becken angelegt werden und damit dem Klimawandel auf nat\u00fcrliche und unge-f\u00e4hrliche Art und Weise entgegengetreten werden. Alle anderen Ma\u00df-nahmen wie etwa die Speicherung von CO2 in unterirdischen Lagern (\u201eCarbon Capture and Storage\u201c) bergen noch unz\u00e4hlige Risken und Gefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber funktioniert das Ganze? Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel werden f\u00fcr die Proteinbiosynthese, also dem Aufbau von Proteinen aus Aminos\u00e4uren, gebraucht. Dies wiederum ist wichtig f\u00fcr die rasche Vermehrung \u2013 innerhalb von nur zwei bis drei Tagen verdoppelt nahezu das Schwimmfarn seine Biomasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber \u00fcberlebt nun diese Pflanze im Salzwasser? Der Arktische Ozean war im Eoz\u00e4n fast eigenst\u00e4ndig und isoliert von den anderen Ozeanen &#8211; das Wasser wurde also nicht durchmischt \u2013 beispielsweise durch Tiefenstr\u00f6mungen oder Strome (\u00e4hnlich wie beim Schwarzen Meer). Durch die starke Verdunstung, die ebenso starken Regenf\u00e4lle in dieser Region und die Einm\u00fcndung zahlreicher Fl\u00fcsse schwamm auf dem Salzwasser eine wenige Zentimeter dicke Schicht von S\u00fcsswasser (\u201enepheloide Schicht\u201c), da es eine niedrigere Dichte als das Salzwasser aufwies. Somit waren ausgezeichnete Bedingungen f\u00fcr die Azolla vorhanden, das durch die Fl\u00fcsse in das Arktische Meer gesp\u00fclt wurde. Und die erledigte ihre Arbeit vorbildhaft. Der CO2-Gehalt in der Luft verringerte sich rapide, es kam zu einer Abk\u00fchlung der Meere und der Bildung des Antarktis-Eisschildes.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Niederlanden forschen intensiv \u00fcber die Azolla. Allerdings aus einem anderen Grund: Sedimentierte Biomasse wird unter Abschluss und Druck zu Erd\u00f6l bzw. -gas.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte Sedlmair also tats\u00e4chlich auf die L\u00f6sung des Gordischen Knotens \u201eKlimawandel\u201c gestossen sein? Es w\u00e4re ihm zu w\u00fcnschen \u2013 auch der damit einhergehende Reichtum. Schliesslich packt hier ein Jugendlicher selbst an, ohne nur auf die Missst\u00e4nde hinzuweisen, indem er sich auf die Strasse klebt. Und viel mehr freuen w\u00fcrde es mich, wenn ein Gymnasiast den Grossen dieser Welt vorgibt, wie es tats\u00e4chlich zu schaffen w\u00e4re!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>.) Azolla &amp; Cyanobacteria Nutrient Biomass; Debjani Halder\/Shymal Kheroar; LAP Lambert Academy Publishing 2014<\/p>\n\n\n\n<p>.) Azolla as a feed ingredient; Befikadu Zewdie; VDM Verlag Dr. M\u00fcller 2011<\/p>\n\n\n\n<p>.) Azolla: Amazing Aquatic Fern; Waseem Raja; LAP Lambert Academy Publishing 2014<\/p>\n\n\n\n<p>.) Azolla: an invasive fern in wetlands (Iran); Roghayeh Sadeghi; LAP Lambert Acaqdemy Piublishing 2016<\/p>\n\n\n\n<p>.) Azolla: A Biofertilizer and Waste disposer; Kunja Satapathy\/Pradeep Chand; VDM Verlag Dr. M\u00fcller 2010<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>flora.nhm-wien.ac.at<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.neobiota.info\/\">www.neobiota.info<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.i-flora.com\/\">www.i-flora.com<\/a>\u0086<\/li><li>botanik-bochum.de<\/li><li>identify.plantnet.org\/de<\/li><li><a href=\"http:\/\/www.gbif.org\/\">www.gbif.org<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung schreitet so mancher Erfinder auf durchaus abstrusen Wegen. Ist aber auch kein Wunder: Der Mensch ist offenbar derma\u00dfen verbl\u00f6det, sodass er mit wehenden Fahnen in die Selbstzerst\u00f6rung schreitet. Versuchen einige wenige tats\u00e4chlich ihren CO2-Fussabdruck so niedrig wie m\u00f6glich zu halten, so machen dies die Umwelts\u00fcnder wieder r\u00fcckg\u00e4ngig \u2013 mit links. 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