
{"id":9581,"date":"2023-07-08T09:40:26","date_gmt":"2023-07-08T07:40:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9581"},"modified":"2023-07-08T09:40:26","modified_gmt":"2023-07-08T07:40:26","slug":"es-ist-ja-nicht-nur-der-stich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/07\/08\/es-ist-ja-nicht-nur-der-stich\/","title":{"rendered":"<strong>Es ist ja nicht nur der Stich&#8230;!<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Sommer \u2013 f\u00fcr viele wohl die sch\u00f6nste Jahreszeit im Jahr. Man trifft sich mit Freunden oder Nachbarn zum Grillen, geniesst Musik oder Theater unter freiem Himmel, sitzt abends noch mit einem Glas Wein auf dem Balkon oder der Terasse, \u2026!<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn da nicht diese Biester w\u00e4ren! Was hat sich der Herrgott eigentlich dabei gedacht, als er die Stechm\u00fccken erfand???!!! So was von \u00fcberfl\u00fcssig \u2013 nicht mal als Nahrung f\u00fcr die Flederm\u00e4use taugen sie, da an ihnen schlichtweg zu wenig dran ist! Aufgrund der milden Winter mit nur wenigen Frosttagen k\u00f6nnen sie in T\u00fcmpeln und anderen kleinen Wasserstellen (Regentonnen, Vogeltr\u00e4nken, Giesskannen, verstopftem Regenrinnen, im Freien gelagerte Autoreifen, &#8230;) immer besser \u00fcber-wintern und werden im Sommer vermehrt zu Plagen. Die heimischen Arten sind zwar l\u00e4stig, jedoch zumeist ungef\u00e4hrlich. Durch die klima-tischen Ver\u00e4nderungen allerdings gelangen zuhauf invasive Arten aus tropischen Gefilden in unsere Regionen, die durchaus gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen: Etwa Moskitos und auch die Tigerm\u00fccke werden zu Problemen. Vor allem dann, wenn sie einen Menschen zuvor gestochen haben, der von seinem Urlaub ein ungew\u00fcnschtes Mitbringsel einf\u00fchrte: Eine tropische Krankheit: Dengue, Zika, Malaria, West-Nilfieber, etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Asiatische Tigerm\u00fccke (Aedes albopictus) wurde beispielsweise in \u00d6sterreich vor elf Jahren entdeckt. Sie d\u00fcrfte durch Altreifen oder auch den \u201cGl\u00fccksbambus\u201d (Lucky Bomboo) importiert worden sein. Inzwischen hat sie sich nach Angaben des Gelsenmonitorings der AGES in allen Bundesl\u00e4ndern und auch Deutschland bzw. der Schweiz etabliert und f\u00fchlt sich aufgrund des \u00fcberm\u00e4ssigen Nahrungsangebotes \u201csauwohl\u201d! Die Hotspots finden sich in Wien und Graz, am Oberrheingraben und Basel. Dies sollte durchaus ernst genommen werden, da heimische Arten keine oder kaum Krankheiten \u00fcbertragen k\u00f6nnen, diese Spezies jedoch sehr wohl. Experten z\u00e4hlen bis zu 20 unterschiedliche Krankheiten und Fadenw\u00fcrmer auf, die durchaus lebensgef\u00e4hrlich verlaufen k\u00f6nnen. So warnt das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), wie beispielsweise Chikungunya, das von einem Virus \u00fcbwertragen wird, der f\u00fcr den heimischen Europ\u00e4er bislang keine Rolle spielte, sollte er nicht aus Asien eingereist sein. Das \u00f6sterreichische Gesundheitsministerium nimmt die Bedrohung derart ernst, dass ein eigenes Monitoring eingerichtet wurde: Das Ovitrap-Monitoring. Ovitraps sind Fallen, die w\u00f6chentlich auf das Eigelege der Gelsenarten \u00fcberpr\u00fcft werden. Aufgestellt werden sie dort, wo eine Einschleppung von Krank-heiten am wahrscheinlichsten sind: Flugh\u00e4fen, Autobahnrastst\u00e4tten, Fernbus-Haltestellen, \u2026 So wurde die Tigerm\u00fccke in Wien vornehmlich durch den Fernverkehr eingeschleppt. Und dort findet sie in den G\u00e4rten, aber auch etwa auf Friedh\u00f6fen ausgezeichnete Lebensbedingungen vor. B\u00fcrger werden deshalb gebeten, Sichtungen der Tigerm\u00fccke bzw. der Gelbfieberm\u00fccke (Aedes aegypti) \u00fcber eine App (Mosquito Alert) zu melden. Sie wurde bereits \u00fcber 200.000 Mal downgeloaded, f\u00fchrte zu mehr als 40.000 Meldungen und zeigte rund 10.000 Brutst\u00e4tten auf. Experten analysieren die Daten und setzen Massnahmen zur effektiven Bek\u00e4mpfung. Die App k\u00f6nnen Sie unter <a href=\"http:\/\/www.mosquitoalert.com\/en\/\">www.mosquitoalert.com\/en\/<\/a> kostenfrei herunterladen. Auch in Deutschland bitten die Wissenschafter um entsprechende Meldung an <a href=\"http:\/\/www.mueckenatlas.de\/\">www.mueckenatlas.de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tigerm\u00fcckenweibchen legt pro Eiablagezyklus 40 bis 90 Eier. Sie verteilt sie an unterschiedlichen Orten, sodass ein \u00dcberleben der Spezies am wahrscheinlichsten erscheint. Die rund 0,5 mm langen Eier sind sehr robust \u2013 sie \u00fcberdauern auch monatelange Trockenphasen bzw. einige Frosttage. Die Eier werden knapp oberhalb der Wasseroberfl\u00e4che festge-klebt. Steigt der Wasserspiegel, so schl\u00fcpfen die Larven. Nun folgen vier Larvenstadien bis schliesslich aus der Puppe nach 10 bis 15 Tagen die ausgewachsenen, zwei bis zehn Millimeter grossen und durchaus gef\u00e4hrlichen Flieger werden. Die Tigerm\u00fccke kann einfach an den schwarz-weiss-geringelten Beinen und der weissen Mittellinie am Brust-korb erkannt werden (die \u00e4hnlich aussehende Ringelm\u00fccke besitzt diesen weissen Streifen nicht). Die m\u00e4nnlichen M\u00fccken ern\u00e4hren sich von zuckerhaltigen Pflanzens\u00e4ften, die weiblichen hingegen von Blut. Sie stechen vornehmlich im Freien und sind unheimlich hartn\u00e4ckig. Um eine Plage zu vermeiden, w\u00e4re es deshalb wichtig, die idealen Brutst\u00e4tten im Garten gar nicht erst einzurichten. Biologisch k\u00f6nnen Stechm\u00fccken durch die Toxine (Proteine) der Bazillen Bacillus Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) und Lysinibacillus sphaericus bek\u00e4mpft werden. Sie stellen f\u00fcr andere Organismen keine Gefahr dar. Die Eiweisse der abge-t\u00f6teten Bazillen werden isoliert und in Pulver- oder Tablettenform angeboten. Erh\u00e4ltlich im Gartenhandel. Sie werden in m\u00f6gliche Brut-st\u00e4tten gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang ist eine Virus-\u00dcbertragung in unseren Gefilden sehr selten, da die entsprechenden Krankheiten zumeist durch den globalisierten Tourismus eingeschleppt werden. Die Krankheiten sind jeweils meldepflichtig, Patienten werden zumeist sofort unter Quarant\u00e4ne gesetzt. \u00dcber das Zika-Virus habe ich an dieser Stelle bereits berichtet. Er wird vornehmlich \u00fcber die Gelbfieberm\u00fccke \u00fcbertragen, die beispielsweise in Deutschland noch nicht nachgewiesen wurde. Eine Infektion durch die normale Tiger-m\u00fccke ist noch nicht vollst\u00e4ndig wissenschaftlich gekl\u00e4rt. Das Zika-Virus ist nicht lebensgef\u00e4hrlich, kann jedoch bei Frauen zu Fehlgeburten f\u00fchren. Dengue kann beim Menschen langanhaltende Gelenksschmerzen verursachen. Lebensbedrohlich hingegen ist das West-Nil- und das Chikungunya-Virus. Entsprechende Ausbr\u00fcche gab es bereits im Mittelmeerraum, in Mitteleuropa wurden die Krankheiten zumeist einge-schleppt. Das West-Nil-Fieber verl\u00e4uft in den meisten F\u00e4llen ohne erste Symptome. Fieber und Hautausschlag werden meist als harmlos abgetan. F\u00fcr \u00e4ltere Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen jedoch besteht durch einen neuro-invasiven Verlauf Lebensgefahr. \u00c4hnlich auch beim Chikungunya-Virus. Fieber, Hautausschlag, Augenentz\u00fcndung, Kopf-schmerzen und schliesslich langandauernde Gelenksschmerzen. In wenigen F\u00e4llen k\u00f6nnen auch innere Organe betroffen sein, etwa durch eine Leber- oder Herzentz\u00fcndung und schliesslich Meningitis!<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sehen also: Mit einem Stechm\u00fcckenstich ist nicht zu scherzen!!!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesetipps<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>.) Seuchen, die die Welt ver\u00e4nderten \u2013 Von Cholera bis SARS; \u00fcbersetzt von Meike Grow und Ute Mareik; Gruner &amp; Jahr 2009<\/p>\n\n\n\n<p>.) The Mosquitoes of the South Pacific (Diptera, Culicidae)M University of California Press 1962<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.bnitm.de\/\">www.bnitm.de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.ages.at\/\">www.ages.at\/<\/a><\/li><li>www.rki.de<\/li><li><a href=\"http:\/\/ecdc.europa.eu\/en\">ecdc.europa.eu\/en<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.klimawandelanpassung.at\/newsletter\/nl54\/mosquito-alert\">www.klimawandelanpassung.at<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/institutions-law-budget\/institutions-and-bodies\/search-all-eu-institutions-and-bodies\/european-centre-disease-prevention-and-control-ecdc_de\">european-union.europa.eu<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.mosquitoalert.com\/en\/\">www.mosquitoalert.com\/en\/<\/a><\/li><li>www.mueckenatlas.de<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.citizen-science.at\/\">www.citizen-science.at\/<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/mosquito-va.org\/\">mosquito-va.org\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fli.de\/de\/\">www.fli.de\/de\/<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.has-sante.fr\/\">www.has-sante.fr<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sommer \u2013 f\u00fcr viele wohl die sch\u00f6nste Jahreszeit im Jahr. 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