
{"id":9842,"date":"2023-09-23T10:07:11","date_gmt":"2023-09-23T08:07:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/?p=9842"},"modified":"2023-09-23T10:07:11","modified_gmt":"2023-09-23T08:07:11","slug":"nipah-virus-leicht-uebertragbar-und-zumeist-toedlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stock-macht-den-blog.de\/blog\/index.php\/2023\/09\/23\/nipah-virus-leicht-uebertragbar-und-zumeist-toedlich\/","title":{"rendered":"Nipah-Virus \u2013 leicht \u00fcbertragbar und zumeist t\u00f6dlich"},"content":{"rendered":"\n<p>Viele von uns haben Corona noch gar nicht richtig verdaut, da kommt bereits das n\u00e4chste Damokles-Schwert: Der Nipah-Virus! Im indischen Bundesstaat Kerala brach er bereits zum vierten Mal innerhalb von nur f\u00fcnf Jahren aus. Gr\u00f6sste Sorge herrscht deshalb im bev\u00f6lkerungs-reichsten Land der Erde \u2013 neun Gemeinden im S\u00fcden des indischen Sub-kontinents wurden abgesondert, rund 980 Personen (viele davon aus dem Gesundheitswesen) wurden unter Qarant\u00e4ne gesetzt, wo sie auch innerhalb der n\u00e4chsten drei Wochen bleiben m\u00fcssen. Reisende aus den benachbarten Bundesstaaten mussten sich bei ihrer R\u00fcckkehr testen lassen. Schon wieder wurde von \u201eLockdowns\u201c gesprochen. Inzwischen sind die Sperrzonen wieder aufgelassen worden, seit sechs Tagen gab es keine Neuinfektion.<\/p>\n\n\n\n<p>Nipah-Ausbr\u00fcche sind eigentlich selten. Dennoch sollten sie niemals auf die leichte Schulter genommen werden, da der Virus wesentlich gef\u00e4hr-licher ist als sein CoVID-19-Kollege: Die Letalrate liegt bei 40-75 %. Forscher vergleichen ihn deshalb nicht zu Unrecht mit dem Ebola-, dem Zika- oder eben auch dem CoVID-19-Virus \u2013 es ist ein m\u00f6glicher Pan-demie-Virus!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nipah-Virus bef\u00e4llt eigentlich Flughunde der Gattung Pteropus, aber auch Flederm\u00e4use, Schweine, Hunde und Katzen. Die Flughunde, die haupts\u00e4chlich in dem Streifen von S\u00fcdostasien bis Nord- und Ost-Aus-tralien, aber auch auf einigen Inseln des Westpazifiks und auf Madagaskar vorkommen, zeigen nur sehr selten Symptome. Vor allem \u00fcber die Schweine kann er auf den Menschen \u00fcbertragen werden (Zoonose). Zudem infiziert er m\u00f6gliche menschliche Wirte auch durch den Genuss kontaminierter Pflanzen, Obst und Baumfruchts\u00e4fte (etwa Palmen- und Dattels\u00e4fte), Lebensmittel oder durch die Atemwege von Mensch zu Mensch. Deshalb schrillen bei der Weltgesundheits-organisation WHO die Alarmglocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Oftmals verl\u00e4uft die Infektion symptomlos, kann aber auch zu akuten Atemwegserkrankungen oder Entz\u00fcndungen des KIeinhirns (Enzephalitis) \u0086f\u00fchren. Die Inkubationszeit bel\u00e4uft sich auf vier bis 14 Tage, in Extrem-f\u00e4llen gar auf sechs Wochen. Manche Infizierte zeigen gar keinen Krank-heitsverlauf, erkranken wesentlich sp\u00e4ter jedoch an der Enzephalitis. Erste Symptome sind Muskelzucken, Zittern, weiters hohes Fieber und Erbrechen. Innerhalb von zwei Tagen kann es zum Koma kommen. Wirk-same Arzneimittel oder Impfungen gibt es derzeit noch nicht. Soll heissen, dass die Krankheitsursache nicht direkt bek\u00e4mpft werden kann \u2013 allerdings die Symptome bzw. Folgeerkrankungen. So konnten etwa durch den antiviralen Wirkstoff Ribavirin Erfolge gegen die Sterblich-keitsrate bemerkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>1999 wurde der Virus erstmals bei einem Krankheitsausbruch entdeckt. In Nipah\/Malaysia hatte er Schweine und Z\u00fcchter infiziert \u2013 daher auch sein Name. Damals starben 100 Menschen \u2013 1 Million Schweine wurden gekeult. In Singapur infizierten sich Schlachthof-Mitarbeiter durch das Fleisch der von Malaysia importierten Schweine \u2013 einer davon starb. Alsdann ging es weiter in Bangladesch und Indien \u2013 dort \u00fcberlebte nahezu jeder Zweite die Infektion nicht. In Bangladesch 100, in Indien 50 Menschen. Auf dem Subkontinent brachte man den Ausbruch durch restriktive Massnahmen unter Kontrolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nipah-Virus z\u00e4hlt zur Familie der Paramyxoviridae und der Gattung der Henipaviren, zu der auch der Hendravirus geh\u00f6rt. Auch er zeigt \u00e4hnliche Krankheitsverl\u00e4ufe. Hendraviren wurden bereits 1994 in Queensland und New South Wales (Australien) bei schweren Pferde-erkrankungen nachgewiesen. Mehr als 80 Pferde verstarben oder mussten get\u00f6tet werden. Dort wurden auch die bislang bekannten sieben F\u00e4lle der \u00dcbertragung auf den Menschen festgestellt (Trainer und Tier\u00e4rzte), wovon vier verstarben. Der Hendravirus ist bei Pferden zumeist t\u00f6dlich. Seit 2012 allerdings gibt es f\u00fcr sie einen Impfstoff gegen den Eindringling. Entwickelt wurde dieser an der Uniformed Services Uni-versity of the Health Sciences in Bethesda\/Maryland durch Katharine Bossart, da das US-Milit\u00e4r eine potentielle Gefahr der Viren als m\u00f6glicher Biokampfstoff sah. Die geimpften Pferde \u00fcberlebten allesamt eine Infektion. Das Serum wurde auch neun Gr\u00fcnen Meerkatzen (eine Affenart aus Afrika) gespritzt, die sechs Wochen sp\u00e4ter mit dem Nipah-Virus infiziert wurden. Auch sie \u00fcberlebten die Krankheit. Dennoch ist das Serum f\u00fcr die Humanmedizin noch nicht freigegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Infektion mit dem Nipah-, aber auch mit dem Hendra-Virus beim Menschen ist in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz melde-pflichtig, in der Schweiz und \u00d6sterreich noch nicht, obgleich der Virus auf der Blueprintliste der priorisierten und besonders gef\u00e4hrlichen Krank-heitserreger der WHO enthalten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Derartige Zoonosen nehmen seit rund zwei bis drei Jahrzehnten konstant zu, da der nat\u00fcrliche Lebensraum der tierischen Wirte (zumeist der Urwald) zerst\u00f6rt und an dieser Stelle industrielle Landwirtschaft (Palm\u00f6l, Soja, Rinder, \u2026) betrieben wird. Virologen ver\u00f6ffentlichten im Jahr 2018 eine Studie, wonach zwischen 540-850.000 bislang unbekannte Viren ohne weiteres von S\u00e4ugetieren und V\u00f6geln auf den Menschen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen! Aufgrund der globalen Reiset\u00e4tigkeit des Menschen brechen die Krankheiten auch in Regionen aus, in welchen die eigent-lichen Wirte gar nicht beheimatet sind. Sie k\u00f6nnen sich vielleicht noch an den ersten Corona-Fall in Deutschland erinnern \u2013 eine chinesische Gesch\u00e4ftsreisende, die einen Mitarbeiter des bayerischen Autozulieferers Webasto ansteckte. 16 Menschen wurden infiziert, die weiteren 241 Kontaktpersonen mussten in Quarant\u00e4ne. Alles weitere ist Teil der n\u00e4heren Geschichte. Auch sog. \u201eNeozonen\u201c (invasive Tierarten), wie bei-spielsweise die Tigerm\u00fccke, k\u00f6nnen exotische bzw. tropische Krank-heiten nach Mitteleuropa bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollten Sie in die angesprochenen Regionen reisen, so vermeiden sie den Genuss von Obst und kochen Ihre Speisen mehrere Minuten mit min-destens 70 Grad Celsius ab!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.rki.de\/\">www.rki.de<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"http:\/\/www.fli.de\/\">www.fli.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/\">www.bundesgesundheitsministerium.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.sozialministerium.at\/\">www.sozialministerium.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/bag\/de\/home.html\">www.bag.admin.ch\/bag\/de\/home.html<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.meduniwien.ac.at\/\">www.meduniwien.ac.at<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.blv.admin.ch\/\">www.blv.admin.ch<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele von uns haben Corona noch gar nicht richtig verdaut, da kommt bereits das n\u00e4chste Damokles-Schwert: Der Nipah-Virus! 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