Ostern – ein Fest des Besinnens

Warnhinweis:

Die in diesem Blog verlinkten Bilder und Videos können bei emotional schwachen Lesern zu Verstörungen führen!

In der Bibel heisst es so schön: „Am Anfang war das Licht…!“ Doch kann auch der grösste Philosoph und (Über-)Lebensgrübler mit nur einer Frage aus dem Gleichgewicht gebracht werden: „Was kam denn nun zuerst – die Henne oder das Ei?“ Eine Beantwortung der Frage ist nur mit religiösem Hintergrund machbar! Dadurch nämlich wird die komplette Evolution in Frage gestellt! Apropos Eier – da sind wir auch schon beim Thema.

Das Ei ist tatsächlich ein Wunderwerk der Natur. Ausgestattet mit bereits allen Merkmalen, die das spätere Leben prägen und bei all jenen Spezies, die ausbrüten, auch mit dem, was der Nachwuchs bis zum Schlüpfen an Nahrung braucht. Ausserdem freut sich der Esser – in unserem Kultur-kreis der Esser der Konsumeier – ist das Ei doch sehr gesund, da es auf-grund dieser vielfältigen Inhaltsstoffe zu den nährstoffreichsten Lebens-mitteln zählt. Sehr viele Gerichte in der heimischen Küche sind ohne Eier gar nicht vorstellbar. Ferner gehört für nicht wenige Leser dieser Zeilen sicherlich ein weich- oder hartgekochtes Ei zum Sonntagsfrühstück, wie für manch andere der Kaffee oder die Zeitung. Dies macht das Ei in unseren Haushalten auch so beliebt.

Im Jahr 2025 wurden alleine in deutschen Landen nicht weniger als 13,7 Milliarden Eier „produziert“ – ein Plus von 0,5 % im Vergleich zu 2024 (das sind unglaubliche 304 Eier pro Legehenne im Jahr!). Doch dies reichte bei weitem nicht aus, schliesslich lag der Inlandsverbrauch bei 21 Milliarden Stück. 7,3 Milliarden Stück mussten somit als Ei oder in Form von Eierprodukten ins Land geholt werden. Zieht man die Exporte in der Höhe von 1,45 Mrd (2024) ab, so bleiben trotzdem noch mehrere Milliarden importierter Eier über. Unglaubliche Zahlen! Im laufenden Jahr allerdings sollten diese zugunsten des Exports verschoben werden, da in vielen Ländern aufgrund der Vogelgrippe hoher Eierbedarf besteht. Hier haben die Eierpreise eklatant zugelegt. Pro Kopf wurden 2026 nicht weniger als 252 Eier verbraucht – 2010 waren es noch 214. Ob als Frühstücksei, Spiegel- oder Rührei, im Kuchen oder den Nudeln. (Zahlenquellen: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE und Marktinfo Eier und Geflügel MEG).

Die Zahlen für Österreich 2024 (trotz umfangreicher Recherche konnte ich keine Zahlen für das letzte Jahr finden): 7,4 Mio Legehennen, rund 2,2 Mrd. Eier, deckt den Bedarf zu 95 %, Pro-Kopf-Verbrauch von 250 Eiern, Import von Eiern und Eiprodukten 26.599 t (Quelle: Agrarmarkt Austria).

Ein Ei kann bei richtiger Lagerung bis zu vier Wochen haltbar sein. Kühl-schrank ist dabei nicht unbedingt erforderlich – wichtig sind gleich-bleibende Temperaturen und die Lagerung mit der Spitze nach unten. In Europa werden fast ausschliesslich Konsumeier gegessen – in anderen Regionen dieser Erde ist dies nicht unbedingt der Fall. Konsumeier werden nicht vom Hahn befruchtet. Hühner legen ab einem Alter von fünf Monaten ohnedies Eier – egal ob eine Begattung stattfindet oder nicht. So werden dies im Jahr rund 280 Eier sein – mit einem Normalgewicht von 50 bis 70 Gramm pro Stück (im Jahr in etwa das Zehnfache des Körpergewichtes des Huhns). Zum Ende des Jahres beginnt die Mauser, die Henne verliert ihr Federkleid und stellt die Eierproduktion ein. Jetzt werden Kraftreserven getankt. In der zweiten Legeperiode sind die Eier dann meist grösser als im Jahr zuvor. Doch erleben viele dieser Hennen keine zweite Legeperiode – sie werden ausgestallt. In diesem Video ein konsumententaugliches Verladen von Puten – nicht von Hühnern!

Dass es auch anders war (hoffentlich nicht mehr ist), zeigt dieses Video von Animal Aid aus dem Jahr 2015.

Legebatterien darf es offiziell in Deutschland und Österreich nicht mehr geben. Dies verbietet beispielsweise im Alpenstaat die „Tierhaltungs-verordnung“ (http://www.ris.bka.gv.at/bundesrecht/, in die Suchmaske „Tierhaltungsverordnung“ eingeben).

Doch: Weiss jeder wirklich genau, woher die bunt-gefärbten Ostereier stammen??? Oder jene Eier, die in der industriellen Produktion von Eierprodukten wie auch der Mayonnaise gebraucht werden? Dies sind zumeist die Billigimporte aus jenen Ländern, in welchen noch Legebatterien erlaubt sind. Schon hier eröffnet sich mir die Frage: Tiere als reine Produktionsmaschinen? Schande über den Menschen! Auch wenn sich durch das Verbot der Käfighaltung vieles gebessert haben soll. so gibt es nach wie vor grosse Missstände. Beispielsweise hat sich die „Fleischproduktion“ an die Fast-Food-Gewohnheiten der Menschen angepasst: Tiere werden nur so lange gehalten, als sie den höchsten Ertrag erzielen, dann haben sie ihr Leben verwirkt! Zuvor bereits werden sie für ihre spätere Bestimmung gezüchtet. Sollten Sie also kleine Eier im Osternestchen vorfinden, so können sie von Massentierhaltung und Massenproduktion ausgehen. Das Huhn, das das Ei gelegt hat, gibt es vielleicht schon gar nicht mehr. Grosse Eier kommen meist vom Bauern-hof von nebenan, wo vielen der Tieren unter Umständen doch noch ein zweites Jahr gegönnt wird. Und vielleicht auch Auslauf im Freigehege, denn das Gros dieser Legehennen wird zwar inzwischen am Boden gehalten, sie sehen jedoch niemals Tageslicht und vegetieren trotzdem zwischen den Kadavern ihrer Leidensgenossinnen, die diesen Horror nicht überlebt haben.

Doch ist dies noch lange nicht alles: Gebraucht werden Hennen und nur ganz wenige Hähne. Die Hennen sollen die Eier für die beiden Haupt-Saisonen Weihnachten (Keks-und Kuchen-Leckereien) und Ostern „produzieren“. Die wenigen Hähne müssen befruchten – also Küken „produzieren“. Dabei besagt eine Daumerregel: Ein Hahn für sieben Hühner! Ein fatales Verhältnis! Nach Angaben der Tierschutzorganisation PETA werden jährlich nach dem sog. „Sexen“ (also dem Trennen von Männlein und Weiblein – letzteren wird dabei der Schnabel gekürzt) nicht weniger als 50 Mio männliche Eintagsküken, aber auch Überschussküken vergast, lebendig geschreddert oder bereits im Ei getötet werden. Sie können auch nicht als Mast-Hahn herangezogen werden, da diese Hühner einen ausgeprägten Brustmuskel haben sollten. Dies ist bei Hähnen nicht möglich.

https://www.facebook.com/watch/?v=10160161011635564

Das Vergasen und Schreddern der Kücken ist in Deutschland seit 2022 verboten, in Österreich seit 2023. Da das Schreddern am lebendigen Leib als rasche Tötung angesehen wird, wurde dies lange Zeit lang als bessere Tötungsmethode angesehen. Und im Ei? Am siebten Bebrütungstag entwickelt sich beim Embryo das Schmerzempfinden. Deshalb sind beispielsweise bei dieser Methode in Österreich Betäubungsmassnahmen vorher durchzuführen. Wie diese auszusehen haben, ist jedoch nicht im Gesetz beschrieben! Viele Betriebe haben sich jedoch inzwischen dafür entschieden, die Kücken in jenen Ländern töten zu lassen, wo dies noch erlaubt ist.

Hühner haben ihren Brutinstinkt aufgrund der Spezialisierung komplett abgelegt – in den Vermehrungsbetrieben erfolgt die Brut künstlich. Dadurch fallen auch keine Hennen mehr für die Eierproduktion aus – der Gewinn kann maximiert werden!!! Auch die Legehennen (vornehmlich hochleistungsgezüchtete Hybridhühner) erwartet ein zumeist schreck-liches Ende. Völlig ausgemergelt werden sie nach einem Jahr brutalst in Kisten verpackt und bei vollem Bewusstsein geschlachtet.

http://www.soylent-network.com/doku/20huehnerschlachtung.htm

PETA nennt auf der Website die drei grössten „Hühnerproduktions-betriebe“, die ich aus rechtlichen Überlegungen in diesem Text nicht erwähnen möchte. Ob ein Huhn nun künftig Bio-Eier legen wird oder nicht, das entscheidet sich erst durch das Aufkleben der Lieferadresse auf die mit gesexten Küken vollgestopften Kartons. Zuvor gibt es keinerlei Unterschiede – ausser: Es handelt sich beim Biobauern auch tatsächlich um einen Hobbyzüchter.

Ernährungswissenschaftler raten nicht ab vom Verzehr von Hühnerfleisch oder Hühnereiern. Jedoch sollte beides in Maßen erfolgen. Gerade in den Eiern lagern sich gerne Antibiotika oder Salmonellen bzw. wie schon des öfteren bemerkt auch Dioxin und andere Schadstoffe an, da das Huhn alles in die Eierproduktion pumpt. Daneben haben sie einen sehr hohen Cholesterin-Gehalt, der den LDL- (low density lipoprotein) und den HDL-Spiegel (high densitiy lipoprotein) des gesunden Menschen durchaus beeinflussen kann. Der Grenzwert des HDL-Cholesterin-Spiegels liegt ab einem Alter von 18 Jahren bei 200 mg/dl. Ein einziges durchschnittliches Ei besitzt 250 mg. Dies entspricht dem Tagesbedarf einen Erwachsenen. Der Grenzwert des LDL-Cholesterins richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil. Soll heissen, dass er bei einer Vorerkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall wesentlich geringer sein muss als bei gesunden Menschen.

Ich muss eingestehen, dass auch ich gerne ein Ei zum Sonntagsfrühstück geniesse oder ein Pasta-Fan, also Nudelfreak, bin. Doch hat sich nun meine Einstellung zum Hühnerei durch die Recherche zu diesem Blog grundlegend geändert. Ich achte darauf, welch wertvolles Gut ein solches Ei ist und wieviele Tiere dafür haben leiden müssen. Ich suche mir zudem einen Bauern, bei welchem ich weiss, dass die Hühner Auslauf haben, im Gras picken können und zumindest zwei Jahre überleben (grössere Eier als bei der industriellen Landwirtschaft). Vorsicht: Auch der Bauernmarkt ist hierfür leider kein Garant mehr. So ist mir eine Marktfrau bekannt, die auch Eier von „glücklichen“ Hühnern verkauft. Jeweils zum Ende der Legesaison werden rund 90 von ihnen geschlachtet – sie überleben ihr erstes Lebensjahr nicht!

PS:

Zuletzt noch eine wichtige Erklärung zur Kennzeichnung auf den Eiern – für den denkenden und kritischen Konsumenten (Quelle: Vier Pfoten).

Beispiel: 0-DE-1234567

Die erste Zahl beschreibt die Haltung der Hühner:

0 – Aus biologischer Landwirtschaft

1 – Freilandhaltung

2 – Bodenhaltung

3 – Käfighaltung

Dann folgt das Länderkürzel:

AT – Österreich

DE – Deutschland

NL – Niederlande

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