Ebola – Strafe Gottes?
Eine der gefährlichsten, da tödlichsten Seuchen der Menschheits-geschichte hat inzwischen den Weg nach Europa gefunden: Ebola!
Ein infizierter US-Arzt aus dem Kongo befindet sich in der Berliner Charité in einer Sonderisolationsstation, nachdem die Trump-Regierung es abgelehnt hatte, ihn in die USA zu holen. Angeblich sei der Flug zu lange – tatsächlich wollte Donald Trump nichts mit dem Virus zu tun haben. Der Zustand des Patienten sei inzwischen stabil, die Viren-belastung gesunken, heisst es aus der Charité. Ich wünsche ihm alles Gute und eine baldige Besserung.
Am Pfingstmontag kam eine 19-jährige Mühlviertlerin aus Uganda zurück. Zwei Tage später verspürte sie Krankheitssymptome. Bei ihr war es gottlob falscher Alarm, wie zwei durchgeführte Tests aufgezeigt hatten. Die Oberösterreicherin hatte seit August 2025 als Freiwillige in einem Waisenhaus in Kampala gearbeitet.
Die aktuelle Ebola-Endemie ist am 24. April erstmals in der nordöstlichen Region Ituri des Kongos gemeldet worden: Ein Krankenpfleger. Inzwischen gibt es 60 Todesopfer zu beklagen, 344 Infizierte (Stand: 02. Juni 2026) – tatsächlich geht die Weltgesundheitsorganisation WHO jedoch von fast 1.000 Verdachtsfällen aus. Uganda meldet einen Todes-fall und 15 bestätigte Fälle (Stand: 02. Juni 2026). Eine Woche nach dem Ausbruch hat die WHO deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.
Ebola ist zwar recht selten, allerdings kommt es regelmässig wieder zur Ausbrüchen, im Kongo beispielsweise 17-mal in den letzten 50 Jahren. Das Ebola-Virus ist ein zoonotischer Virus. Soll heissen, dass die Erst-übertragung der Orthoebolaviren von Tier auf Mensch geschieht. Etwa durch den Kontakt zu infizierten Flughunden und Menschenaffen. Erst danach macht der Virus seinen Weg von Mensch zu Mensch, etwa durch direkten Körperkontakt oder Kontakt zu Körperflüssigkeiten wie Urin, Erbrochenem, Blut, Schweiss oder Sperma. Letzteres kann sogar noch Monate nach einer überstandenen Infektion Viren übertragen. Doch auch das Essen von infiziertem „Busch-Fleisch“ kann infizieren. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) liegt die Inkubationszeit zwischen zwei bis 21 Tagen (die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Krankheits-symptomen). Insgesamt werden fünf Virus-Stämme unterschieden, darunter der Tai Forest (bislang nur eine Erkrankung in der Elfenbein-küste), der Reston-Ebolavirus, der Sudan-Ebola-Virus (neun Ausbrüche), der Zaire-Stamm und schliesslich der Bundibugyo-Stamm, der jetzt im Kongo und dem benachbarten Uganda ausgebrochen ist. Zu diesem Stamm übrigens gibt es kein Impfserum oder Medikament. Hier können nur die Symptome bekämft werden. Symptome, die der Grippe oder Malaria ähnlich sind: Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, später auch Bauchschmerzen, Ausschläge, Durchfall, Übelkeit, Atemnot. Bislang waren die Ebola-Ausbrüche hauptsächlich Infektionen mit dem Zaire-Ebola-Virus, gegen den es inzwischen einen Impfstoff gibt (zwei monoklonale Antikörper (mAb)). Massnahmen wie die Stabilisierung des Kreislaufs, Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, organ-unterstützende Verfahren, Behandlung von Gerinnungsstörungen und Vorsorge gegen sekundäre bakterielle Infektionen werden in der Therapie gesetzt. Eine Behandlung darf allerdings nur in wenigen Krankenhäusern in Deutschland und Österreich erfolgen – die Charité in Berlin ist eines davon.
Der Bundibugyo-Stamm kam erst dreimal vor. Ist die Sterblichkeitsrate des Zaire-Ebola-Viruses bei bis zu 90 %, so liegt sie beim aktuellen Virus bei 37 %. Dennoch kein Grund zur Erleichterung, schliesslich stirbt einer von drei Infizierten an den Folgen der Erkrankung. Ähnlich wie bei einer CoVid-Erkrankung kann es auch bei einer überstandenen Ebola-Erkrankung zu Post-Symptomen kommen: Muskel- und Gelenk-schmerzen sowie durch Beteiligung des zentralen Nervensystems bedingte Symptomen.
Heimische Gesundheitsexperten betonen, dass eine Übertragung des Viruses bis nach Europa eher unwahrscheinlich ist. Ituri ist eine Konflikt-region, in der bewaffnete Milizen gegeneinander kämpfen. Somit ist es kaum anzunehmen, dass Menschen aus dieser Region bis nach Europa kommen. Zudem dauert eine etwaige Flucht länger als drei Wochen. Ferner kann die Krankheit nicht – wie in Mitteleuropa üblich – über die Atemwege übertragen werden. Auch der bislang grösste Ebola-Ausbruch 2014/2015 war in Mitteleuropa nicht zu spüren. Daneben wird die Infektionskette – sollte es dennoch geschehen sein – etwa durch Isolierung des Infizierten und aller Kontaktpersonen sehr rasch unter-brochen. Dennoch sollte Vorsicht geboten sein. So berichtet etwa Africa CDC von einem in Uganda verstorbenen Infizierten, der Kenia mit öffentlichen Verkehrsmitteln verlassen haben soll. Geschehen kann dies recht schnell und zumeist einfach!
Für den gesamten Kongo besteht ohnedies eine Reisewarnung (Sicher-heitsstufe 4 von 4!).
Die Region Ituri ist geradezu prädestiniert für den Ausbruch einer solchen gefährlichen Erkrankung: Keine Gesundheitsversorgung, Armut, Gewalt, kein sauberes Trinkwasser – die Menschen leben auf engstem Raume zusammen.
Bei Ebola handelt es sich tatsächlich um eine der gefährlichsten Krank-heiten – die meisten Infizierten sterben am sog. „Ebola-Fieber“, das sich äussert in
- der Schädigung von Abwehrzellen wie Makrophagen und dendritischen Zellen
- das Immunsystem des Körpers spielt verrückt
- Blutgefässe und deren Innenwand werden geschädigt (Endothel)
- dadurch kommt es zu einem Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe
- die Blutgerinnung wird massiv gestört (disseminierte intravasale Gerinnung DIC)
- Thrombenbildung
- Blutungsneigung aus allen Körperöffnungen
PS:
Hier sei noch erwähnt, dass die USA unter Trump im Januar 2025 aus der WHO ausgetreten sind!
Lesetipps:
.) Fevers, feuds, and diamonds. Ebola and the ravages of history; Paul E. Farmer; Farrar, Straus and Giroux 2020
.) Molekularbiologische Untersuchungen der Ebola-Viren Zaire und Reston mit Hilfe reverser Genetik; Yannick Boehmann; Dissertation Philipps-Universität Marburg 2003
.) Inkubationszeit und Übertragungsparameter der Ebola-Viruskrankheit; Nina Friederike Seiler; Medizinische Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2008
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