Archive for Juni, 2023

Tranq – die neue Zombie-Droge aus den USA

Crystal Meth – das war gestern! Wer heute up-to-date sein und seinem Herrn und dem Schöpfer noch rascher gegenüberstehen möchte, der nimmt Tranq, die neue Zombie-Droge aus den USA. Eigentlich eine miserable Geschäftsidee: Die Dealer verlieren ihre Käufer jeden Tag im Sauseschritt, einen nach dem anderen!

Als normal denkender Mensch verstehe ich das nicht, was sich andere Menschen völlig freiwillig reinschiessen, um ihrem Leben ein frühes, dafür umso grauenvolleres Ende zu bereiten! Doch sei’s drum: Jeder wie er mag!

Die Meldungen aus den USA und insbesondere Philadelphia, Los Angeles bzw. New York gleichen Grusel-Horror-Filmen. Hier ist von Zombies die Rede, die mit offenen Wunden und abgestorbenem Gewebe an den Glied-maßen lethargisch wie von Sinnen durch die Strassen laufen. Und es werden immer mehr.

https://www.srf.ch/play/tv/srf-news-videos/video/tranq-dope-der-neue-horror-der-us-drogenszene?urn=urn:srf:video:fcac9238-41ee-495a-a70e-257cb9c0fff8

Vor allem die Einwohner der Grossstädte fordern sofortige Massnahmen gegen die sogar zugelassene Droge. Für viele dieser Junkies ist der abschliessende Atemstillstand als finales Ende wohl die Erlösung. Ansonsten drohen Amputationen und langwierige Krankenhausaufent-halte sowie plastisch-chirurgische Operationen danach.

Und ist es dann mal soweit, hilft auch kein Gegenmittel mehr. Bei Opioid-Überdosen wird ansonsten etwa Narcan eingesetzt – doch hier ist es wirkungslos. Deshalb schlagen die Spezialisten ausgerechnet im Land der Medikamenten-Abhängigen Alarm.

Hauptbestandteil der Droge ist nämlich Xylazin. Der Wirkstoff wird seit 1962 in der Veterinärmedizin als Betäubungsmittel eingesetzt – Menschenversuche wurden sehr rasch eingestellt, da die Neben-wirkungen zu eklatant waren. Xylazin reduziert die Blutzirkulation im Körper. Dadurch wird alsdann die Zufuhr von wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff sowie der körpereigenen Wirkstoffen heruntergefahren. Zudem können Haut und Muskeln an der unbehandelten Einstichstelle verfaulen.

„Es entstellt die Menschen wirklich auf grausame Weise!“

(Bill Bodner, Special Agent der US-Drogenbehörde DEA)

Tranq wird gespritzt, oftmals auch mit anderen Drogen vermischt. Inzwischen gibt es zudem erste Berichte aus Spanien oder dem deutschen Frankfurt, wo die Droge anscheinend die Runde durch die Diskotheken macht.

Nach Angaben des US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) starben zwischen August 2021 und August 2022 107.735 US-Bürger den Drogentod – 66 Prozent an synthetischen Opioden, wie Fentanyl. Die meisten dieser Drogen kommen aus China und werden durch die mexikanischen Kartelle Sinaloa und Jalisco in die USA gebracht. Mit Ausnahme von South Dakota und Wyoming sind diese Drogen in allen US-Bundesstaaten zu finden.

Mehr will ich zu diesem Thema heute ausnahmeweise nicht schreiben, da ich nicht noch Werbung dafür machen möchte. Ich denke, die beiden Videos sagen mehr aus als Worte. Wie bereits zu Beginn geschrieben, kann sich jeder volldröhnen oder zupfeiffen wie er oder sie wollen. Doch bin ich einer Meinung mit Hillary Swift von den New York Times:

„Das ist Selbstzerstörung!“

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Azolla – Die Rettung unseres Planeten???

Im Kampf gegen die Erderwärmung schreitet so mancher Erfinder auf durchaus abstrusen Wegen. Ist aber auch kein Wunder: Der Mensch ist offenbar dermaßen verblödet, sodass er mit wehenden Fahnen in die Selbstzerstörung schreitet. Versuchen einige wenige tatsächlich ihren CO2-Fussabdruck so niedrig wie möglich zu halten, so machen dies die Umweltsünder wieder rückgängig – mit links. Eine Massnahme, eine Idee, ein Konstrukt – vollkommen gleichgültig was – das gegen den Klima-wandel eingesetzt werden kann, ist somit Gold wert!

So hat ein 15-jähriger Gymnasiast aus Petershausen, einer Gemeinde rund 36 km von München entfernt, im Garten ein Versuchsbecken angelegt. Dieses befüllte er mit Regenwasser und pflanzte dort Schwimmfarn an. Auf die Idee kam Benjamin Sedlmair bei der Recherche für ein Physikreferat. So mancher würde den Teenie als verrückt erklären, doch liegt er völlig richtig: Schwimmfarn könnte die Lösung unserer von Menschenhand verursachten Klimazerstörung sein. Das bescheinigt auch die Freie Universität Berlin auf wissenschaftlicher Basis. Dazu mehr etwas später!

„Geforscht wird genug, wir müssen endlich ins Machen kommen!“

†(Benjamin Sedlmair)

Sedlmair las bei seinen Recherchen von einem Wunder der Natur, das unseren Planeten vor 49 Mio Jahren schon einmal gerettet hat und als das „Azolla-Ereignis“ in die Erdgeschichte einging. Damals war der Treib-haus-Effekt durch eine unheimlich grosse CO2-Konzentration in der Atmosphäre gigantisch. Das resultierte aus dem extremen Vulkanismus aufgrund des Auftreffens der Indischen auf die Eurasische Kontinental-platte und der Auffaltung des Himalayas. Dann nahm der Schwimmfarn seine Arbeit auf und machte die Erde wieder bewohnbar. Er überwucherte grosse Teile der arktischen Wasserfläche, nahm so viel Kohlendioxid auf, dass die Temperaturen sanken und das Klima in die „normalen“ Verhält-nisse des derzeitigen Eiszeitalters überging. Selbstverständlich geschah dies nicht von einem Tag auf den anderen sondern dauerte etwa 800.000 Jahre (Unteres Eozän bzw. Beginn des Oligozän). Höchste Zeit also, damit anzufangen.

Was aber hat es mit diesem Schwimmfarn auf sich? „Azolla filiculoides“ (so die lateinische Bezeichnung) gedeiht in stehenden oder langsam fliessenden Gewässern. Der deutsche Namen ist durchaus korrekt: Die Pflanze schwimmt im Wasser. Bei günstigen Bedingungen überwuchert die Wasserpflanze sehr rasch die Wasseroberfläche. Was bei Algen zu einem Problem wird, hat beim Schwimmfarn durchaus seine Vorteile. Pro Jahr und Hektar entzieht die Pflanze der Atmosphäre rund 2,5 Tonnen Stickstoff und 15 Tonnen CO2. Das kann kein Wald! Die Pflanze gedeiht am besten bei Temperaturen von rund 25 Grad Celsius, weshalb sie vornehmlich in tropischen und suptropischen Erdregionen angesiedelt ist. Doch überlebt sie durchaus auch zwischen 0 und 30 Grad. In manchen Ländern dient Azolla zudem als proteinreiche Futterpflanze.

Die Freie Universität Berlin nahm sich dieser Sache an und forscht seither auf wissenschaftlicher Ebene an diesem speziellen Farn. Nachdem damals die Pflanzen abgestorben waren, sanken sie auf den Grund der Gewässer und wurden dort sedimentiert. Bodenbohrungen v.a. im Arktischen Becken beweisen dies perfekt. Dort stiessen die Wissenschaftler auf eine rund acht Meter starke Schicht, in der sich kieselhaltige Sedimente mit Azolla-Schichten abwechseln. International vernetzen sich die Interessierten und Experten in der Azolla-Foundation, einer Plattform mit dem Zweck des Wissensaustausches.

Sedlmair hat für eine grössere Versuchsanordnung einen trocken-gefallenen Teich vom Besitzer zur Verfügung gestellt bekommen, der in zweierlei Hinsicht an diesem Experiment interessiert ist: Einerseits natürlich als Vorreiter vorangehen zu können und andererseits Bio-Futter für seine Hühner bekommen zu können. Sollte der Versuch gelingen, könnten in allen geeigneten Regionen dieser Welt künstliche Becken angelegt werden und damit dem Klimawandel auf natürliche und unge-fährliche Art und Weise entgegengetreten werden. Alle anderen Maß-nahmen wie etwa die Speicherung von CO2 in unterirdischen Lagern („Carbon Capture and Storage“) bergen noch unzählige Risken und Gefahren.

Wie aber funktioniert das Ganze? Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel werden für die Proteinbiosynthese, also dem Aufbau von Proteinen aus Aminosäuren, gebraucht. Dies wiederum ist wichtig für die rasche Vermehrung – innerhalb von nur zwei bis drei Tagen verdoppelt nahezu das Schwimmfarn seine Biomasse.

Wie aber überlebt nun diese Pflanze im Salzwasser? Der Arktische Ozean war im Eozän fast eigenständig und isoliert von den anderen Ozeanen – das Wasser wurde also nicht durchmischt – beispielsweise durch Tiefenströmungen oder Strome (ähnlich wie beim Schwarzen Meer). Durch die starke Verdunstung, die ebenso starken Regenfälle in dieser Region und die Einmündung zahlreicher Flüsse schwamm auf dem Salzwasser eine wenige Zentimeter dicke Schicht von Süsswasser („nepheloide Schicht“), da es eine niedrigere Dichte als das Salzwasser aufwies. Somit waren ausgezeichnete Bedingungen für die Azolla vorhanden, das durch die Flüsse in das Arktische Meer gespült wurde. Und die erledigte ihre Arbeit vorbildhaft. Der CO2-Gehalt in der Luft verringerte sich rapide, es kam zu einer Abkühlung der Meere und der Bildung des Antarktis-Eisschildes.

Auch die Niederlanden forschen intensiv über die Azolla. Allerdings aus einem anderen Grund: Sedimentierte Biomasse wird unter Abschluss und Druck zu Erdöl bzw. -gas.

Sollte Sedlmair also tatsächlich auf die Lösung des Gordischen Knotens „Klimawandel“ gestossen sein? Es wäre ihm zu wünschen – auch der damit einhergehende Reichtum. Schliesslich packt hier ein Jugendlicher selbst an, ohne nur auf die Missstände hinzuweisen, indem er sich auf die Strasse klebt. Und viel mehr freuen würde es mich, wenn ein Gymnasiast den Grossen dieser Welt vorgibt, wie es tatsächlich zu schaffen wäre!

Lesetipps:

.) Azolla & Cyanobacteria Nutrient Biomass; Debjani Halder/Shymal Kheroar; LAP Lambert Academy Publishing 2014

.) Azolla as a feed ingredient; Befikadu Zewdie; VDM Verlag Dr. Müller 2011

.) Azolla: Amazing Aquatic Fern; Waseem Raja; LAP Lambert Academy Publishing 2014

.) Azolla: an invasive fern in wetlands (Iran); Roghayeh Sadeghi; LAP Lambert Acaqdemy Piublishing 2016

.) Azolla: A Biofertilizer and Waste disposer; Kunja Satapathy/Pradeep Chand; VDM Verlag Dr. Müller 2010

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Hyaluronsäure – Wundermittel und Jungbrunnen?

Älter werden hat nicht nur Vorteile – da gibt es schon auch Nachteile, auf die so mancher gerne verzichten würde: Die Gelenkigkeit und Mobilität lassen zu wünschen übrig, der Rücken und die Gelenke schmerzen etc. Den Einen erwischt es dabei mehr als den Anderen – hängt von der allge-meinen Fitness des Körpers, aber auch der Ernährung ab. Allerdings können zudem ehemalige Leistungssportler ein Lied davon singen: Vom Raubbau an ihrem Körper! Jeder therapiert dies anders. Viele alsdann mit Hilfe der Pharmazie und Nahrungs-Ergänzungsmittel-Industrie. Doch sollte bei all den wundervoll klingenden Erfahrungsberichten und Ver-sprechungen eines nicht vergessen werden: In den meisten Präparaten ist schlichtweg die Konzentration zu gering – ansonsten wären sie ein medi-zinischen Produkt vor dessen Gebrauch ein Arzt konsultiert werden muss. Und so ganz nebenbei: Um einen Anti-Aging-Effekt zu bewirken, müssten täglich 200 bis 450 mg Hyaluronsäure mit viel Wasser einge-nommen werden, bei Gelenksentzündungen ab 400 mg – das ist recht viel! Somit ist vieles, das versprochen wird (obgleich „Gesundheits-versprechungen“ in diesem Zusammenhang nach EU-VO 1066/2013 nicht gemacht werden dürfen – deshalb beziehen sie sich auf die eingesetzten Zusatzstoffe wie Vitamin A oder C), wissenschaftlich nicht bewiesen, doch versetzt bekanntlicherweise der Glaube Berge!

Ich bin kürzlichst auf einen Werbefolder über die Regeneration des Gelenk-Verschleisses gestossen. Durch den Wirkkomplex von fünf unterschiedlichen Stoffen soll jedes Gelenk beinahe wieder jugendlich frisch, auf jeden Fall aber schmerzfrei werden, so war in diesem Prospekt zu lesen! Einer dieser Stoffe ist das auch aus der Kosmetik bekannte „Hyaluron“. Was steckt dahinter? Ist das der Jung-Macher, nach dem ganze Generationen gesucht haben? Was meinen die Mediziner zu diesen Wundermitteln? Lassen Sie uns heute mal Gesundheits-Aufklärung betreiben.

Seit Jahrhunderten sucht die Menschheit nach einem Mittel um das Altern zu stoppen oder gar rückgängig zu machen! Immer mal wieder tauchen dabei Wunderpräparate oder abstruse Kuren auf, die ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie gekommen sind. Trotzdem boomt die (auch medizinische) Industrie des Jugendwahns. Falten werden mal da, mal dort mit Botulinumtoxin weggespritzt, bis das Gesicht zu einem deformierten Etwas, einer satanischen Fratze mutiert, die nurmehr einen einzigen Gesichtsausdruck kennt. Ähnlich ist es, wenn der Schönheitschirurg das Skalpell ansetzt. Ein Hohn, hierbei von „natürlichem Aussehen“ zu reden. Beispiele? Ich werde mich hüten, in diesen Zeilen Namen zu nennen. Blättern Sie doch ganz einfach mal in einem Lifestyle- oder Stars- und Sternchen-Magazin – auf den ersten 4-5 Seiten werden sie sicherlich mehrfach fündig werden.

Doch nun ins Eingemachte!

Karl Meyer und John Palmer haben bereits im Jahre 1934 die Hyaluron-säure chemisch isoliert. Erstmals tauchte sie aber wesentlich später in entsprechenden Präparaten auf – das war 1981. Gewonnen zuerst aus Hahnenkämmen, führte dies zu vielen Allergien, Deshalb werden diese seit 1997 industriell von Bakterien gewonnen. Ganz vegan, obgleich Hefe dabei eine wichtige Rolle spielt.

Die Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid – also ein Mehrfachzucker. Sie kommt nahezu überall in unserem Körper vor: Bandscheiben, Knochen, Haut, Gelenke und Augen. Zucker bindet Wasser – 1g der Säure bindet nahezu sechs Liter Wasser. Deshalb ist diese gelartige Mischung zumeist dort zu finden, wo eine Schmierfunktion erforderlich ist: Gelenke oder auch das Bindegewebe der Haut. Daneben kommt der Verbindung eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung, den Prozessen im Gehirn und dem Glaskörper der Augen sowie im Stoffwechsel zu, auf die ich hier nicht weiter im Detail eingehen möchte.

Der Experte unterscheidet drei Formen der Hyaluronsäure:

  • Die Langkettige (Hochmolekulare)

Diese wird vornehmlich in Gelenken eingesetzt. Ein wichtiger Bestandteil eines jeden Gelenks ist der Knorpel. Die langkettige Hyaluronsäure bindet sich direkt an den Knorpel an und verleiht dadurch dem Gelenk eine verbesserte Gleitfähigkeit. Nachteile: Sie wirkt nur kurzfristig und kann bestehende Entzündungen sogar noch verstärken, weshalb sie zumeist präventiv eingesetzt wird. In der Kosmetik werden die Langkettigen vor-nehmlich für einen Feuchtigkeitsfilm verwendet, der die Hautbarriere unterstützt.

  • Die Kurzkettige (Niedermolekulare)

Sie wird direkt in entzündete Gelenke (bei etwa Arthrose) gespritzt, da sie für einen Rückgang der Entzündung, sowie der Schwellungen und Schmerzen sorgt. In der Kosmetik wird die kurzkettige Hyaluronsäure vornehmlich gegen Falten verwendet – sie dringt aufgrund der niedrigeren Molekülmasse tief ein und lagert sich im Bindegewebe ab.

  • Die Oligo-Hyaluronsäure

Diese Ketten sind noch kürzer und somit offensichtlich effektiver. Aller-dings auch wesentlich teurer! Derzeit findet man sie nur in hochpreisigen Kosmetik-Artikeln.

Weshalb es nun vor allem die Kosmetik auf die Hyaluronsäure abgesehen hat, dürfte am Natriumhyaluronat liegen. Dieses ist ein Bestandteil der Hyaluronsäure. Daneben natürlich auch am gebundenen Wasser. Es verleiht der Haut mehr Feuchtigkeit und dadurch alsdann eine Straffung. Das erklärt den Einsatz gegen Knitter-Falten, Akne-Narben, Hänge-backen, Augenringe und Tränensäcke, für schönere Lippen und straffere Brüste oder Gesäss. Im Gegensatz zur Botulinumtoxin-Unterspritzung soll eine solche mit Hyaluronsäure sofort wirken und keine der bekannten Nebenwirkungen aufweisen. Da die Säure aber nach und nach abgebaut wird, muss die Behandlung trotz bis zu drei Nachspritzungen innerhalb von ein bis zwei Wochen nach spätestens 12 bis 18 Monaten wiederholt werden, manche Ärzte emfpehlen eine Wiederholung bereits nach vier bis sechs Monaten. Und wichtig: Von einem entsprechend geschulten Arzt wie einem Dermatologen oder Chirurgen! Gelangt nämlich das Präparat in eine Vene oder Ader, so kann diese absterben oder eine Hirnembolie ausgelöst werden, die zum Schlaganfall führen kann. Der Mediziner gibt im Vorgespräch auch Tipps, was zuvor getan und abgesetzt werden muss und wie nach der Behandlung die entsprechende Stelle massiert wird um Unebenheiten zu vermeiden. Allerdings kostet eine solche kosmetische Therapie je nach Aufwand ab 200,- Euro aufwärts, die im Normalfall nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Niemals in Kosmetik-Studios durchführen lassen, auch wenn sie mit wesentlich günstigeren Preisen werben. Apropos: Die Behandlung ist auch medizinisch bei der Wund-heilung sinnvoll. Daneben erfolgt der Einsatz von Hyaluron-Säure etwa bei Arthrose, Gelenksentzündungen, Po-Vergrösserungen, Schlupfwarzen oder gar der Vergrösserung des G-Punktes.

Die körpereigene Produktion der Hyaluronsäure sinkt bereits ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich, bis etwa zum 60. Lebensjahr nurmehr rund 10 % der jugendlichen Produktion erzielt werden. Dadurch verliert nicht nur das Bindegewebe der Haut die Spannkraft, die Beweglichkeit der Gelenke wird eingeschränkt und die Augen trocknen rascher aus, was sich in der Sehkraft auswirkt. Ausserdem sorgen Nikotin, Alkohol, Stress, Schlaf-mangel aber auch die UV-Strahlung für eine raschere Abnahme des Hyaluron-Haushaltes. Studien haben hingegen ergeben, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen positiv auf Hyaluron wirkt, da Zink und Magnesium besser verarbeitet werden.

Von einer Hyaluron-Therapie sollten Sie Abstand nehmen, wenn sie blutverdünnende Medikamente benötigen, unter einer Autoimmun-krankheit leiden oder Hautentzündungen behandeln müssen. Ärzte empfehlen auch in der Schwangerschaft von einer Verwendung abzu-sehen.

Hyaluron ist in vielen straffenden Cremes, feuchtigkeitsspendenden Salben aber auch Augentropfen und Nasensprays enthalten, da sie die Schleimhäute unterstützen und feucht halten. Bei allen anderen Anwendungsarten wie Kapseln, Tabletten, Trinkampullen, Pulver etc. sollte zurecht an der Wirksamkeit gezweifelt werden, da einerseits (wie bereits angesprochen) die Dosierung zu gering ist und andererseits der Verdauungstrakt mit der Magensäure überwunden werden muss. Wieviel und wie lange solche Wundermittel eingenommen werden müssen, damit ein möglicher Effekt erfolgt, ist deshalb umstritten.

Bevor Sie Unsummen von Euros ausgeben (Stiftung Warentest 10/2022: „… teuer und überflüssig!“), zuletzt noch einige Tipps, wo die Hyaluron-säure von Natur aus vorkommt:

  • Petersilie und Pfeffer
  • Eier
  • (Süss-)Kartoffeln
  • Bananen
  • Blatt- und Wurzelgemüse
  • Erbsen
  • Soja
  • Beeren

Die körpereigene Produktion der Hyaluronsäure kann alsdann durch den Verzehr von Vitamin C-haltigem Obst und Gemüse wie Brokkoli, Rosen- und Grünkohl, Paprika, Orangen und auch Erdbeeren angekurbelt werden!

Bleiben Sie gesund!

Lesetipps:

.) Hyaluronan – Structure, Biology and Biotechnology; Alberto Passi; Springer Verlag 2023

.) Dermatologie und medizinische Kosmetik – Leitfaden für die kosme-tische Praxis; Konrad Herrmann/Ute Trinkkeller; Springer Verlag GmbH 2020

.) Minimalinvasive nichtoperative Methoden in der Gesichtsästhetik; Hrsg.: Wolfgang Funk/Hans-Robert Metelmann; Springer Verlag GmbH 2020

.) Präventionsmedizin und Anti-Aging-Medizin; Hrsg.: Bernd Kleine-Gunk/Alfred Wolf; Springer Verlag GmbH 2022

.) EFSA-Journal 2012 10 (7)

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Der Hund – des Menschen bester Freund

WARNUNG:

Dieser Inhalt und v.a. die in den angeführten Videos enthaltenen Bilder sind nicht für jedermann geeignet – sie können zu schwerwiegenden psychischen Störungen führen!

In vielen Kulturkreisen ist der Hund gemeinsam mit der Katze das beliebteste Haustier. Und so mancher Hundehalter würde mehr auf seinen Vierbeiner geben, als auf so viele Menschen. Hat sich Ihnen jemals schon die Frage gestellt: Wie schmeckt er wohl? Kann ich ihn denn auch essen? Ich für mich kann die Frage ganz eindeutig beantworten: Nein – niemals!!! Der Mensch züchtet Nutztiere, die seiner Fleischeslust zum Opfer fallen. Andere Tiere wie Hunde oder Katzen, die sog. „Heimtiere“ hingegen haben nach meiner Meinung nichts in den Bratpfannen oder Töpfen zu suchen! Wer beispielsweise Insekten essen will – bitte soll er. In unseren Breitengraden werden sie eigens ernährungsgerecht gezüchtet. Angeblich sollen sie ja aufgrund des enthaltenen Proteins sehr gesund sein. Doch hört dieser Spass mit den höher entwickelten Wirbeltieren auf. Zumindest in unserer sog. zivilisierten Welt!

„Der Mensch ist, was er isst!“

(Ludwig Feuerbach)

Nicht, dass Sie mich nun falsch verstehen – andere Kultur, andere Sitten! Doch bin ich dafür, dass zumindest hierüber aufgeklärt und möglicher-weise diskutiert werden sollte. Im Westen ist der Hundemissbrauch, das Schlachten und der Handel mit Hundefleisch bei Strafandrohung lt. Tier-schutz- bzw. Lebensmittelgesetz verboten.

In China leben nach groben Schätzungen rund 130 Millionen Hunde. Ich hörte erstmals vom Hundefleischfestival im Radio, als so ganz nebenbei über die Traditionen der Sonnwendfeiern berichtet wurde. In der Stadt Yulin in der südchinesischen Provinz Guangxi werden jedes Jahr zur Sommer-Sonnenwende tausende Hunde und Katzen geschlachtet und verzehrt. Bei vielen erspart man sich gar das Schlachten: Sie werden bei lebendigem Leib wie ein Hummer gekocht. Ein grauenvolles Prozedere selbstverständlich für die Tiere selbst, aber auch für alle Tierfreunde und im Speziellen allen Katzen- und Hundeliebhabern.

Die Regierung in Peking distanziert sich inzwischen von diesem Festival in Yulin. In einer Verordnung vom Mai 2020 ist der Verkauf von Hunden oder Hundefleisch zum Verzehr gar verboten. Doch seien es private Organisatoren, die diese Veranstaltung ausrichten. Dennoch wird nichts Triftiges dagegen unternommen. Die Befürworter des blutrünstigen Spek-takels rechtfertigen dies mit dem Hinweis auf alte Traditionen. Ausser-dem mache es keinen Unterschied ob Hund, Katze, Schwein oder Rind.

Eine Tradition ist dieses Abschlachten beileibe nicht, kam doch die Unsitte vor erst 14 Jahren anno 2009 auf. Es war ein Marketing-Gag der Schlachtereien um das Geschäft anzukurbeln. Durchaus gelungen, resul-tierte das Ganze einerseits aus der Armut der Bevölkerung, die sich ansonsten kein Fleisch leisten konnte, als auch dem Aberglauben, dass der Verzehr von Hundefleisch Glück und besonders viel Kraft bringe. Meist werden die Tiere mit Keulen erschlagen, bei lebendigem Leib gehäutet, gekocht oder verbrannt. Dadurch wird Adrenalin freigesetzt, durch das sich viele Chinesen eine Potenzsteigerung erwarten. Das jedoch denkt sich alsdann ein Kannibale, der mit dem Verspeisen seines Kontrahenten auch dessen positiven Eigenschaften aufnehmen möchte. Für den Getöteten und anschliessend Verspeisten also perversester Weise durchaus als Ehre anzusehen.

Inzwischen jedoch hat sich in China sehr viel getan. Immer mehr Ein-wohner geniessen eine Schulbildung. Zudem sind deren Lebensumstände in den meisten Provinzen verbessert worden – die Armut gilt seit 2020 als staatlich abgeschafft. Damit können sich mehr Menschen Essen leisten (wenn auch nicht unbedingt regelmässig Fleisch) und bekommen in der Schule vermittelt, dass das Fleisch, das für den menschlichen Appetit gedacht ist, gewissen hygienischen Grundvoraussetzungen entsprechen muss, damit Mensch bei dessen Verzehr nicht selbst krank wird. Hunde oder Katzen, die in den Strassen der Stadt gefangen werden und dann tage- ja wochenlang in den winzigen Käfigen eingepfercht dahinvege-tieren, erfüllen diese gesundheitlichen Standards keineswegs. Viele sind krank – manche leiden an der für den Menschen ebenfalls gefährlichen Tollwut. Immerhin sterben in China jährlich nach wie vor rund 2000 Menschen an dieser gefährlichen Krankheit – weltweit ist es ein Todesfall alle zehn Minuten. Die zuvor erwähnte Verordnung wurde allerdings nicht aus Tierschutzgründen erlassen – die Regierung wollte dadurch verhindern, dass sich CoVID-19 auf diese Art weiterverbreitet, schliess-lich nahm die Pandemie auf einem Wildtiermarkt in Wuhan seinen Anfang. Verkauft wurde dies offiziell als „Geist der menschlichen Zivilisation“. Doch hielt sich niemand daran! Für Gesetzesbrecher drohte etwa in Shenzhen übrigens eine Strafe von 150.000 Yuan – allerdings zu Corona-zeiten. Seit dem Ausbruch der Pandemie sollte auch in China Schlachtvieh tierärztlich vor und nach der Schlachtung begutachtet werden. Doch sind die „Händler“ und Fürsprecher der Meinung, dass das Fleisch umso besser schmecke, je mehr diese armen Geschöpfe gequält werden.

In den anderen Regionen Chinas schaut man angewidert auf Guangxi. In grossen Teilen des riesigen Landes geht es vornehmlich darum, sich westlichen Sitten unterzuordnen. Manche sprechen von „zivilisiert“, doch stimmt das vielfach auch in der vermeintlich zivilisierten, westlichen Welt nicht. Die Regierung hat sogar ganz offiziell den Verzehr von Hunde-fleisch in Speiselokalen verboten. Alsdann ist es nicht auf den offiziellen Speisekarten zu finden – auf den inoffiziellen hingegen sehr wohl. Trotz-dem – bevor nun ein falscher Eindruck entsteht: Weniger als 20 % der Chinesen haben schon Hundefleisch gegessen – vornehmlich angeboten wird es in indonesischen oder koreanischen Lokalen. Mit Litschis und Likör.

Fairerweise sei erwähnt, dass Südkorea im November 2021 Hundefleisch verboten hat, obgleich es hier tatsächlich eine jahrhundertealte Tradition ist.

In China riskieren Tierschutzaktivisten, wie etwa Dr. Peter Li, der von Humane Society International unterstützt wird, jedes Jahr ihr Leben bei der Freilassung zuvor eingefangener Hunde und Katzen. Schliesslich sind die unter grauenvollsten Umständen zu Tode verurteilten Tiere das Kapital der Fänger und Händler. Sie kennen im Kampf um ihr Geschäft kein Pardon. Den wenigen befreiten Tieren stehen hunderte bzw. tausende gegenüber, die weniger Glück hatten. Sie werden vergiftet, zu Tode geschlagen oder bei lebendigem Leib gekocht oder gebraten. So können sie am Markt erstanden werden. Ein unvorstellbares Martyrium für die Vierbeiner, deren Haltung eigentlich ganz andere Zwecke erfüllen soll. Gemeinsam mit der Pekinger Organisation gegen Tierquälerei Duo Duo übergab Li alleine im Jahr 2016 elf Millionen Unterschriften von Menschen aus der ganzen Welt an die Regierung. Damals sagte die Stadtführung von Yulin zu, dem Treiben schon sehr bald ein Ende setzen zu wollen. Erste Erfolgsmeldungen gab es alsdann im folgenden Mai von den beiden Organisationen Duo Duo und Humane Society International, wonach verkündet wurde, dass es dieses ekelerregende Festival 2017 nicht mehr geben werde. Dennoch fand das Hundefleisch-Fest wie jedes Jahr erneut statt – auch heuer vom 21. bis 30. Juni. Die Behörden argumentieren damit, dass die Kontrolle der Einhaltung eines Verbotes nicht machbar wäre. Schon vor einigen Jahren wurde ein Übereinkommen zwischen Behörden und Händler getroffen, dass nicht mehr als zwei Hundekadaver pro Markt-Stand angeboten werden durften. Freilich hielt sich niemand daran. Weit mehr als 10.000 Tiere wurden auf das Grauen-vollste massakriert. Die Polizei war zwar vorort, hielt sich jedoch nach Angaben der Presseagentur AFP aus allem heraus. Nach unbestätigten Schätzungen werden jedes Jahr zehn Millionen Hunde und vier Millionen Katzen in China verspeist. Der Handel blüht, da die Gewinnspanne der Jäger enorm ist. Sie ziehen von Dorf zu Dorf und fangen die Hunde entweder ein oder schiessen sie mit Giftpfeilen ab. Das Fleisch wird dadurch jedoch in seiner Qualität stark beeinträchtigt, was allerdings in Kauf genommen wird. Der Diebstahl oder das Einsammeln der Vierbeiner auf der Strasse ist zwar verboten – dennoch gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wen also interessiert’s?!

Nahezu jedes Jahr treten im Reich der Mitte neue Varianten der Afrikanischen Schweinepest auf, die die Schweine- und Rinderindustrie sehr stark in Mitleidenschaft ziehen! Hunde- und Katzenfleisch ist wesentlich günstiger als Fleisch von normalem Schlachtvieh. Dennoch nimmt die Kritik langsam zu. Bei einer Kontrolle in einem Hof in Lu’an in der Provinz Anhui wurden vor noch gar nicht allzu langer Zeit sechs riesige Tanks entdeckt. Der Inhalt war grauenvoll: Mariniertes Hunde-fleisch – ganze 6,2 Tonnen! Ein ähnliches Ergebnis ergab eine weitere Razzia bei einem ebenfalls nicht-genehmigten Hundeschlachter in derselben Stadt. Dieser bot noch zusätzlich Schildkrötenfleisch und Fasane an.

Nicht nur das Hundefleisch ist heiss begehrt, auch die Häute bzw. das Fell der Vierbeiner wird verarbeitet: Zumeist als Leder für Schuhe, Handschuhe, Gürtel etc., die Felle als Sitzbezüge, Fussmatten und sonstiges. Besonders beliebt sind dabei Deutsche Doggen, Bernhardiner und Rottweiler. Sie werden zumeist bei lebendigem Leib auf Haken auf-gespiesst. Danach wird das Fell abgezogen und erst dann die Kehle durchgeschnitten. Pro Schlachtbetrieb rund 200 Tiere pro Tag.

Tierschützer gehen deshalb Jahr für Jahr nach Yulin um Tiere aufzukaufen und dadurch deren Leben zu retten. Tierschutzorganisationen warnen jedoch: Das treibt die Preise in die Höhe. Das Abschlachten wird also so lange weitergehen, bis der Lebendverkauf lukrativer wird. Doch wird diese Tortur für die Tiere auch dann bestehen bleiben, wenngleich sie das nicht mit einem qualvollen Tod bezahlen müssen.

Für mich ist es ein Greuel auch nur an den Verzehr von Hundefleisch zu denken. Unsere Hunde zählten für mich stets als Familienmitglieder – ebenso wie eine Katze. Somit kam ich auch nie in die Versuchung, es mal ausprobieren zu wollen, obgleich ich als Kind von der Existenz eines Hundeschlachters in meinem Bundesland erfuhr. Auch zu Zeiten des ersten Weltkrieges fand man diese Metzger in vielen Städten – etwa in München. Erst 2010 schob das Gesetz mit der Tierischen-Lebensmittel-Hygieneverordnung (Tier-LMHV § 22 Abs. 1a) in deutschen Landen einen Riegel vor. Obgleich noch 2013 in Wien ein Hundeschlachter sein Geschäft eröffnete, ist in Österreich dies ebenfalls inzwischen durch das Tierschutzgesetz (§ 6 Abs. 2) verboten. In der Schweiz soll so mancher Bauer grosse Stücke vom Hundefleisch halten! Hier untersagt die Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft nur den „kommerziellen Verkehr; Gewinnung und Verzehr für den Eigengebrauch sind zulässig“! Übrigens hätte Roald Amudsen 1912 niemals den Südpol erreicht, hätte er nicht nach und nach seine Hunde aufgegessen.

Doch gebe ich auch dem eingangs zitierten Feuerbach durchaus recht: Der Mensch wird mit und durch seine Essgewohnheiten immer primitiver. Feuerbach war ein deutscher Philosoph, der sich vornehmlich mit seiner Religionskritik hervor tat.

Nicht zuletzt deshalb habe ich eine Online-Petition unterschrieben.

https://action.hsi.org/ea-action/action?ea.client.id=104&ea.campaign.id=32130&ea.tracking.id=website_dogmeat&_ga=2.268662902.643325226.1498467323-391205414.1495714019

Sollten auch Sie dies in welcher Form auch immer machen wollen, dann suchen Sie sich bitte eine Organisation aus, die an das heimische Datenschutzrecht gebunden ist und somit bei Missbrauch der Daten belangt werden kann. Auch ich könnte beispielsweise eine Online-Petition zur doppelseitigen Verwendung von Papier starten und die Daten weiterverkaufen. Schliesslich laufen die meisten Online-Petitionen über US-amerikanische Rechner, die sich einen feuchten Dreck um heimisches Datenschutzrecht kümmern – und zudem gehen die Daten nach China! In ein Land, das für seine Hacker-Angriffe berüchtigt ist.

Abschliessend möchte ich einen Denkansatz der beiden Organisationen Peta und Verein gegen Tierfabriken nicht unerwähnt lassen: Beide verurteilen zwar das Hundefleischfestival von Yulin, betonen aber, dass auch bei uns Kühe, Schweine und Geflügel unter ebenso unerhörten Umständen gehalten und geschlachtet werden!

Filmtipps:

.) https://video.vice.com/de/video/dog-days-of-yulin/560a7ff9d1f8d8de6d275faf

.) https://www.nbcnews.com/video/chinese-city-preparing-for-annual-dog-meat-festival-709224515640

Lesetipps:

.) Hunde essen, Hunde lieben – Die Tabugeschichte des Hundeverzehrs und das erstaunliche Kapitel deutscher Hundeliebe; Rüdiger von Chamier; Tectum Verlag 2017

.) Wohlgeschmack und Widerwillen: Die Rätsel der Nahrungstabus; Marvin Harris; Klett-Cotta 1990

.) Hund und Mensch: die Geschichte einer Beziehung; Erhard Oeser; Primus Verlag 2004

.) Hunde – Menschen – Artefakte – Gedenkschrift für Gretel Galley; Hrsg.: B. Ramminger/H. Lasch; Studia honoraria Bd. 32 2012

.) Auf den Hund gekommen? Natur- und Kulturgeschichte des Hundes; Hrsg: Bianca Knoche/Alfred Hendricks; Westfälisches Museum f. Naturkunde 2001

.) Ethik des Essens. Einführung in die Gastrosophie; Harald Lemke; Akademie Verlag 2007

Links:

– www.hsi.org

– www.duoduoproject.org

– fightdogmeat.com

– www.caaws.org

– www.vier-pfoten.at

– www.peta.de

– www.animalsasia.org

– animalpeoplenews.org/

– www.epikur-journal.at

– www.dge.de

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Government-Shutdown – Nichts geht mehr

Man möchte es nicht glauben, doch kommt es so sicher wie das Amen im Gebet: Das Damoklesschwert des Government-Shutdowns in den USA! Bereits im Januar des laufenden Jahres hatte die noch-grösste Volks-wirtschaft der Welt die selbst auferlegte Schuldenobergrenze von 31,4 Billionen US-Dollar erreicht. Durch einige Notfall-Massnahmen des Finanzministeriums, zu welchen etwa auch das Aussetzen der Zahlungen in staatliche Pensionsfonds zählt, kann das öffentliche Leben weitergehen und die Biden-Regierung weiterarbeiten. Bis vorerst zum 5. Juni! Nach zähen Verhandlungen der regierenden Demokraten und der oppositio-nellen Republikaner konnte es 2023 jedoch vermieden werden – der Kongress stimmte einem Aussetzen der Grenze bis 2025 zu. Gar nicht so einfach, haben doch im Senat die Demokraten eine knappe Mehrheit, im Repräsentantenhaus die Republikaner. US-Präsident Biden hat sich aller-dings verpflichtet, vier Billionen einzusparen. Im kommenden Jahr wird ohnedies neu gewählt. Der Government-Shutdown hat sich inzwischen zum Politikum entwickelt. Doch – was steckt wirklich dahinter – ein geschichtlicher Rückblick mit Schwerpunkt auf den letzten Trump-Shut-down?

31.400.000.000.000 $ – eine unglaubliche Zahl, umgerechnet 29 Billionen Euro – bis zu dieser bisher geltenden Grenze können die USA Ausgaben machen – Zinsen alter Kredite tilgen, Personal bezahlen, Rüstungsgüter anschaffen, … Ist diese Grenze jedoch erreicht, muss der Kongress einer Erhöhung derselben zustimmen. Dies nutzt vornehmlich die Opposition um Forderungen als Sparmassnahmen durchzusetzen. Heuer sind es etwa Kürzungen im Gesundheitswesen bzw. bei den Sozialen Diensten. Stellt sich der Kongress quer, droht die Zahlungs-unfähigkeit des Staates. Dies kann gar soweit gehen, dass die Kredit-würdigkeit der USA herabgestuft wird – wie etwa 2011 bei der Haushalts-krise unter der Regierung Obamas. Unter der Regierung Trump wurde diese Grenze für zwei Jahre ausgesetzt – obwohl Trump ja mit dem Versprechen angetreten ist, die Schulden des Landes zu verkleinern. Ab August 2021 wurde die Schuldenobergrenze wieder auf 28,4 Billionen Dollar festgelegt.

Apropos Trump: Während seiner Regierung kam es zum längsten Shut-Down in der Geschichte der USA – 35 Tage! Die Demokraten blockierten Gelder für den Mauerbau, Trump verweigerte alsdann seine Unterschrift unter das Budget. Erst als Trump die Gelder aus dem Militärbudget abzog, willigten auch die Demokraten ein.

„We have to build the wall!“

(Donald Trump)

Das Weihnachtsfest 2018 war irgendwie anders als die Jahre zuvor. Zumindest in den USA! Seit mehreren Wochen wollte der US-Präsident Donald Trump seine Mauer zu Mexiko durchsetzen ind widersetzte sich. Für seine Parteikollegen nichts neues, vollzogen sie doch in regel-mässigen Abständen diesen Schritt unter demokratischer Präsidentschaft. Doch dieses Mal war die Ausgangssituation eine gänzlichst andere: Die Reps waren in der Regierung! Mr. Trump wollte damit – wie übrigens alle populistischen Regenten, gleichgültig ob rechts oder links – sein Monument durchsetzen. Das Lebenswerk, das ihn bleibend in die Geschichtsbücher hätte bringen sollen: The Wall! Ansonsten würde bei ihm wohl nur der kurze Vermerk zu lesen sein: Der höchstwahrscheinlich schrillste, konfuseste und unprofessionellste „Politiker“, der die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit anführte. Mehr als fünf Milliarden sollte diese nicht überwindbare Mauer kosten. Er rechtfertigte den Gigantismus mit dem Kampf gegen den Terror. Es könnten unter den Illegalen auch Terroristen dabei sein. Dies aber wies der ehemalige Chef des nationalen Anti-Terror-Centers, Nick Rasmussen, in einem TV-Interview auf NBC zurück: Es sei höchst unwahrscheinlich. Sie gelangen normalerweise ganz legal mit Visa in die USA – und bleiben einfach dort – auch nach Ablauf des Visums. So beispielsweise auch die Attentäter von 9/11. Aus Mexiko kommend wurden im Jahr 2018 gerade mal 12 Personen wegen Terrorverdachtes festgenommen. Und die vielen Drogen aus Lateinamerika gelangen vornehmlich über die Häfen in’s Land. Wofür also diese Mauer???

Später zeigte sich Mr. President auch mit einer „Mauer“ aus Stahldraht zufrieden.

„Es wird eine Stahlgrenze werden, und das wird uns große Stärke verleihen.“

(Donald Trump)

Damit wollte er wohl die Stahlindustrie der USA ankurbeln – mit chinesischem Billigstahl würde sie höchstwahrscheinlich günstiger kommen. Fragt sich nur, weshalb Mr. Trump so lange auf die Mauer bestanden hatte, wenn die Stahlgrenze eine „große Stärke“ bringen würde. Die Demokraten – und schliesslich auch viele Republikaner – sprachen sich durchaus zurecht dagegen aus. Ebenso übrigens die Mehrheit der Bevölkerung, wie die unterschiedlichsten Umfragen immer wieder zeigen.

Viele der Leser dieser Zeilen werden sich wohl noch an den Eisernen Vor-hang erinnern können. Das Bollwerk des Kommunismus gegen den Satan, den Kapitalismus. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion errichteten alle verfügbaren Arbeitskräfte am 13. August 1961 in Berlin die Mauer und setzten damit den Anfang der Abschottung des Ostens vom Westen. An allen anderen Teilen des Ostens übrigens zumeist eine Demarkations-linie: Stacheldraht mit Tretminen, Selbstschuss-Anlagen, ständigen Patrouillen etc. Am 09. November 1989 riss schliesslich die Ostbe-völkerung selbst diesen Schutzwall nieder. Auch Donald Trump hätte damit den Kontinent Nordamerika mit Lateinamerika (Mittel- und Südamerika) geteilt. Zudem müssten viele Grundbesitzer zwangsent-eignet werden, da grosse Teile dieser Wall über deren Grundstücke verlaufen wären. Dabei ist ihm offenbar völlig gleichgültig gewesen, was die Anderen dazu meinten. Der bekannte Rapper Snoop Dog (80 Millionen Follower auf Instagram, 44 auf Facebook, 20,8 auf Twitter) etwa äusserte sich dazu:

„Wer Trump wählt, ist ein dummer Mother***!“

Im Speziellen hat es Snoop Dog dabei auf den partiellen Government-Shutdown abgesehen. Schliesslich werden hunderttausende Menschen, die ansonsten im Sold des Staates stehen, während dieser Haushalts-sperre nicht bezahlt. Sollten sie nach alledem nochmals Trump wählen, so seien sie „Mother***“, so der millionenschwere Musiker damals.

Shutdown bedeutet die Stilllegung der Mehrheit der Behörden und Ämter sowie sonstiger Einrichtungen, die im Bundesbesitz sind, wie etwa Museen, Sehenswürdigkeiten oder historischer Stätten, auch des Capitols. 380.000 Menschen wurden dadurch 2019 in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Etwa dieselbe Anzahl muss weiterarbeiten – allerdings vorerst unbezahlt! Erst nach einer politischen Einigung erhalten zweitere ihr Gehalt nachbezahlt. Und Trump hatte ja damals damit gedroht, dass dieser Shutdown noch monate-, ja sogar jahrelang hätte weitergehen können – sollte er seine Mauer nicht erhalten. Dabei gibt es eine solche Grenze ja bereits. 19.000 Meilen – grossteils befestigt – werden rund um die Uhr von der United States Border Patrol bewacht, damit keine illegalen Einwanderer die grüne Grenze passieren. 11.000 teils schwer bewaffnete Mitarbeiter zu Luft, Wasser und natürlich zu Land. Sie sind der Homeland Security unterstellt. Einer Behörde, mit der auch viele US-Amerikaner nichts zu tun haben möchten. Auch die Nationalgarde stand lange Zeit in einer Stärke von 6.000 Mann seit 2006 zur Sicherung an der Grenze.

Aber zurück zum Shutdown. Eine wahnwitzige Idee wird auf dem Rücken der Regierungsbeamten ausgetragen. Eine Journalistin befragte 2019 hierzu den US-Präsidenten, ob er denn die Lage der Beamten nachvoll-ziehen könne. Er antwortete:

„I can relate!“

Ob er’s tatsächlich konnte, darf jedoch bezweifelt werden. War er doch aufgrund seines Vaters bereits im Alter von acht Jahren Millionär. Viele der Zwangsbeurlaubten leben jedoch stets von einem Monatsgehalt auf das nächste, sind also wirtschaftlich davon abhängig. Immer mehr der 55.000 TSA-Sicherheitsbeamten an den Flughäfen des Landes melden sich beispielsweise krank, um mit Gelegenheitsjobs doch noch die Miete für den Monat bezahlen zu können. Sie sind für die Pass- und Gepäcks-kontrollen zuständig.

Und der letzte Shutdown kostet richtig viel Geld – zu einer mehr als ungünstigen Zeit. So kam die Konjunktur gerade wieder in’s Laufen, der Dow Jones hat sich alsdann eingependelt, das in Rambo-Manier getätigte wirtschaftliche Vorgehen Trumps gegenüber China und Europa wurde durch Verhandlungsmarathone der Biden-Regierung wieder halbwegs hergestellt. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bezifferte den volks-wirtschaftlichen Schaden des bislang zweitlängsten Shutdowns im Jahr 2013 (16 Tage) mit rund 24 Milliarden US-Dollar. Zudem musste das Bruttoinlandsprodukt BIP aufgrund der ausgefallenen Arbeitstage um 0,6 % reduziert werden. Stehen die Ämter wie beispielsweise die Steuer-behörde IRS still, gibt es auch keine Genehmigungen, Aufträge, Auszahlungen für die Wirtschaft und Privatpersonen. 16.000 (von 19.000) Parkranger wurden zum Beispiel nach Hause geschickt – neben zahlreichen Verwüstungen gab es auch bereits drei Todesfälle, die möglicherweise hätten vermieden werden können. Somit kommt also nicht nur die öffentliche Verwaltung, sondern auch Teile der Wirtschaft zum Stillstand. Damit dürfte also der volkswirtschaftliche Schaden dieses 2019-Shutdowns bereits das Mehrfache dieser 5,6 Mauer-Milliarden aus-gemacht haben.

Shutdowns gab es in der Vergangenheit immer dann, wenn sich Senat, Repräsentantenhaus und der Präsident nicht über das Budget einig waren. Im Jahr 1884 wurde dieser „Antideficiency Act“ eingeführt. In den USA beginnt das neue Haushaltsjahr stets mit dem 1. Oktober. Bis zu diesem Termin muss der Kongress den Bundeshaushalt für das folgende Jahr beschliessen. Der Präsident besitzt jedoch ein aufschiebendes Vetorecht. Nur eine Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kongresskammern kann dieses Veto überstimmen. Somit waren also auch die Republikaner und nicht nur Donald Trump für diesen Shutdown verantwortlich zu machen. Nachdem kein neues Haushaltsbewilligungsgesetz beschlossen wurde, kam es zum Shutdown. Ausgenommen sind von dieser Stilllegung seit dem Jahr 1982 nur jene Teile der Behörden, die für die Sicherheit von Menschenleben und dem Schutz von Eigentum zu sorgen haben (Polizei, FBI, Rettungsdienste, uniformiertes Militär, …). Alle anderen werden – sofern sie keine unerlässliche Position (essential service) in ihrer Abteilung haben, nach Hause geschickt. Die Abgeordneten des Kongresses werden hingegen weiterbezahlt (27. Verfassungszusatz – da sie für die Legis-laturperiode gewählt wurden und nicht vom Jahreshaushalt abhängig sind).

Seit dem Jahr 1976 gab es bis 2023 insgesamt 21 Shutdowns – vier davon für nur jeweils einen Tag. Während sechs Shutdowns unter den Präsi-denten Ford und Carter nur geringe Teile der Verwaltung betrafen, waren jene unter Reagan, Bush, Clinton, Obama und schliesslich Trump kom-plette Shutdowns. Den bislang längsten gab es unter Bill Clinton vom 16. Dezember 1995 bis zum 06. Januar 1996 – er ist nach jenem aus 2019 auf Platz zwei zurückgefallen. Der wohl kurioseste war jener von 20. bis 23. November 1981. Der republikanische Präsident Ronald Reagan hatte ein Sparbudget gefordert. Der Senat (republikanisch dominiert) kam diesem Wunsch nach, das von den Demokraten geführte Repräsentanten-haus jedoch nicht, da hier wesentlich höhere Kürzungen gefordert wurden. Der vorgelegte Kompromiss lag jedoch zwei Milliarden über den Vorstellungen Reagans, womit dieser seine Unterschrift verweigerte. Reagan hatte aber grundsätzlich Probleme: Mit Ausnahme der Jahre 1985, 1988 und 1989 gab es diesen Shutdown jährlich, in den Jahren 1982 und 1984 gar jeweils zweimal. Gleich dahinter folgt mit fünfmal Jimmy Carter. Diese Shutdowns sind gleichwohl interessant, schliesslich hatten die Demokraten in seiner Amtszeit die Mehrheit in beiden Häusern und stellten den Präsidenten. Es waren somit innerparteiliche Querelen, die auf diese Art ausgetragen wurden. Und dann Donald Trump mit dreimal – innerhalb nur eines Jahres!

Das US-amerikanische Budget beläuft sich bei den Ausgaben 2023 auf 1,7 Billionen US-Dollar. Mit 858 Milliarden erhält das Verteidigungs-ministerium den grössten Batzen, gefolgt mit 138 Milliarden vom Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste, sowie mit 135 Milliarden vom Kriegsveteranenministerium.

Biden bot an, über die kommenden 10 Jahre das Haushaltsdefizit der USA um weitere 1 Billion Dollar zu reduzieren – zusätzlich zu seinem Ziel von 3 Billionen. Alsdann soll das Ausgabenniveau für zwei Jahre eingefroren werden. Ein Streitpunkt sind Steuern bzw. höhere Steuern für reiche und grosse Unternehmen – Biden will sie einführen, die Republikaner hingegen lehnen dies ab.

Zuletzt ein Überblick, wie viele Regierungsbeamte in welchen Ressorts aufgrund des Shutdowns 2018/19 in den unbezahlten Urlaub nach Hause geschickt wurden (Quelle: The Guardian):

Homeland Security – 13 % von 232.860 Angestellten

Justiz – 17 % von 114.154 Angestellten

Landwirtschaft – 40 % von 95.383 Angestellten

Finanz – 83 % von 87.267 Angestellten

Innen – 78 % von 68.469 Angestellten

Transport – 34 % von 54.230 Angestellten

Wirtschaft – 87 % von 47.896 Angestellten

Umweltschutz Agentur – 95 % von 13.872 Angestellten

Wohnungs- und Stadtentwicklung – 95 % von 7.497 Angestellten

Lesetipps:

.) The Antideficiency Act Answer Book; William G. Arnold; Berrett-Koehler Publishers 2009

.) Die Finanz- und Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten William Jefferson Clinton 1993–2001; Ludovic Roy; Tectum Verlag 2003

.) The Restless Giant. The United States from Watergate to Bush v. Gore; James T. Patterson; Oxford University Press 2007

.) Encyclopedia of the Clinton Presidency; Peter B. Levy; Greenwood 2001

Links:

www.whitehouse.gov

www.justice.gov

www.state.gov

www.cbp.gov

www.usa.gov/budget

www.nationalpriorities.org

www.pgpf.org

– ultimatehistoryproject.com

– edition.cnn.com

www.nbc.com

www.theguardian.com

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