Archive for Feber, 2026

Die Gefahr lauert im Gras

Kleine Biester, die jedoch sehr grossen Schaden anrichten können. Wer schon mal von einer Zecke gestochen wurde, kann ein Lied davon singen. Auch mich hat ein solches Ungetier mal erwischt. Den Stich selbst habe ich nicht bemerkt – allerdings tagelang danach Schmerzen – doch gottlob war sie nicht infiziert, ich immunisiert oder hatte einfach nur Glück! Viele Experten warnen in diesen Tagen: Aufgrund des relativ milden Winters mit zu wenig Kältetagen (tiefer -12 Grad Celsius) wird 2026 ein Zecken-jahr: Die Zahl der ersten Fälle in diesem noch kurzen Jahr gibt Anlass zur Sorge!

Zecken sind meist im Unterholz, Gebüsch, Gras oder Laub zu finden – dass sie von den Bäumen fallen, entspricht nicht der Realität. Die Blutsauger gibt’s in unseren Breiten nahezu das ganze Jahr über – sie sind ab 7 Grad aktiv. Der Wortteil „Frühsommer“ in Frühsommer-Meningo-Enzephalitis lässt sich auf die russische Taiga-Zecke zurück-führen, die dort vornehmlich zu dieser Jahreszeit ständig neue Menschen kennenlernt.

Zumeist ist es der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der die Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME – englisch: „tick-borne encephalitis“ TBE) überträgt, eine spezielle Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns. Allerdings bereitet die durch Zugvögel aus den Tropen eingeschleppte Art (Invasor) Hyalomma immer mehr Sorgenfalten. Sie kann zudem das Zecken-Fleck- oder das Krim-Kongo-Fieber übertragen. Zweiteres führt (je nach Virusstamm) bei 2-50 % zum Tode durch Multi-organversagen. Zudem besteht die Gefahr nicht in einer zufälligen Ansteckung (zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort – dem Gemeinen Holzbock ist der Wirt gleichgültig), sondern in einer Zielsuche: Diese spezielle Zecke erkennt einen geeigneten Wirt durch die Augen auf rund 10 Metern Entfernung und verfolgt ihn – wenn es sein muss auch über einige hundert Meter. Sie ist deutlich grösser als die heimischen Arten und saugt bis zu acht Milliliter Blut.

Obwohl derartige Erkrankungen eher selten sind, sollte dennoch mittels einer Impfung mit ständigen Auffrischungen einer möglichen Erkrankung vorgebeugt werden. Risikogebiete in Deutschland sind Baden-Württem-berg, Bayern, Südhessen, Teile Sachsens und Brandenburgs sowie das südöstliche Thüringen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zählen Österreich und die Schweiz zur Gänze zu den Risikogebieten.

Oberhalb von 2000 Metern Seehöhe (Klimaerwärmung – bis vor wenigen Jahren waren es noch 1.000 m!) wurden noch keine infizierten Insekten gesichtet. Insgesamt sind 185 Landkreise in Deutschland als Risiko-Gebiete vermerkt (vor zwei Jahren waren es noch 180) – inzwischen vereinzelt auch in Mittelhessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nord-rhein-Westfalen und Niedersachsen (Robert Koch-Institut – Epidemio-logisches Bulletin 9/2025). Als Risiko-Gebiet gilt ein Kreis dann, wenn über den Zeitraum von fünf Jahren eine Person von 100.000 Einwohnern (Risiko > 1:500.000) an FSME erkrankt ist (Nachweis einer intrathekalen Antikörpersynthese). Diesen Status behält der Kreis über 20 Jahre hinweg – auch wenn es zu keinerlei Neuerkrankungen mehr im Anschluss kam.

Österreich gilt als das Quellgebiet der Zecken – hier leben die meisten entlang der Flüsse und Ströme: Donau (Oberösterreich, Niederösterreich und Wien) oder dem Inn (Tirol), aber auch dem Burgenland, der Steier-mark und Kärnten. Jährlich mehr Erkrankungsfälle meldet auch der Bezirk Feldkirch in Vorarlberg. Nachdem im Alpenland jedoch die Durch-impfungsrate bei rund 90 % liegt, gibt es hier nurmehr wenige Erkran-kungen. Und so ganz nebenbei: Sollte Ihnen gegenüber ein Österreicher den Spruch „Du bist lästiger als an Zeck’!“ äussern, so ist das nicht unbedingt liebevoll gemeint! Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bittet übrigens unter dem Motto „Zecken entdecken zu Forschungszwecken“ um die Zusendung oder Abgabe toter Zecken bei ausgesuchten Einrichtungen (in Vorarlberg etwa die Inatura).

In der Schweiz sind inzwischen alle Kantone betroffen, die über üppige Laubwälder verfügen – von den 26 Kantonen somit nicht weniger als 24 – nur Genf und das Tessin sind noch ausgenommen! Auch bei den Eid-genossen können tote Zecken beim Institut für Parasitologie an der Universität Zürich eingesendet werden.

Stiche wurden auch schon in China, Japan und Russland gemeldet. In Risikogebieten übrigens liegt der Anteil an infizierten Zecken bei 0,1 bis fünf Prozent, in Hochendemiegebieten jedoch auch schon mal bei bis zu 20 %.

Eine Übertragung ist zudem über nicht pasteurisierte Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch bzw. -käse möglich (biphasisches Milchfieber). In früheren Zeiten gar wesentlich häufiger als durch einen Zeckenstich. Infiziert sich ein Tier, so verläuft eine Erkrankung vornehmlich „subklinisch“. Dies bedeutet, das Tier wird sehr rasch anhaltend immun. Allerdings werden während dieser sog. „akut virämischen Phase“ bis zur Immunität Viren mit der Milch ausgeschieden. Wird diese nicht-pasteurisiert getrunken oder beispielsweise in Form eines Rohmilchproduktes verzehrt, so infiziert sich die Person mit dem FSME-Virus. In den baltischen Ländern Lettland, Litauen und Estland wird häufiger rohe Ziegen- oder Schafsmilch getrunken – hier sind auch wesentlich mehr Antikörper im Blut der Menschen zu finden.

Zwischen 70 bis 95 % der Infizierten bleiben beschwerdefrei. Die anderen machen zumeist zwei Krankheitsphasen durch: Die erste beginnt drei bis 30 Tage nach dem Stich mit einer rund 5 cm-grossen Wanderröte um die Stichstelle, zeigt sich dann ein bis zwei Wochen nach dem Stich durch Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Danach folgen 1-3 fieberlose Wochen. Schliesslich beginnt die zweite Phase: Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Ausfälle des Nerven-systems. Das wird durch die Entzündung der Hirnhaut verursacht. Lähmungen, Koma sowie die Entzündung des Rückenmarks können folgen. Einer von 100 Infizierten stirbt an den Folgen der Entzündung, drei bis 11 Prozent leiden an bleibenden Schäden, wie Konzentrations-störungen, chronische Kopfschmerzen, Müdigkeit, selten auch Lähmungen. In den nicht so heftig verlaufenden Fällen können Kopf-schmerzen und Lähmungen noch Monate nach dem Abklingen der Krankheit bleiben, dann jedoch verschwinden. Bei Kindern heilt die Erkrankung meist schneller und besser aus – bei älteren Menschen kann sie zu dererlei bleibenden Schäden führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Erkrankungen müssen im deutsch-sprachigen Raum vom behandelnden Arzt gemeldet werden.

Das FSME-Virus ist ein behülltes Einzelstrang-RNA-Virus aus der Familie der Flaviviridae und der Gattung Flavivirus. Derzeit sind drei Subtypen bekannt! In Mitteleuropa ist es vornehmlich der Western-Subtyp. Die Übertragung erfolgt beim Einstich durch die Speicheldrüse der Zecke.
Eine FSME-Infektion kann übrigens nicht mit Hilfe der Medizin geheilt werden. Sie behandelt lediglich die Beschwerden. Wer sich schon mal infiziert hat, ist in der Regel immun gegen das Virus – im Blut finden sich IgM und IgG-Antikörper, die bei einer neuerlichen Infektion die Arbeit aufnehmen. Allerdings sollte sicherheitshalber alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischungsimpfung absolviert werden. Die Ärzte empfehlen eine solche Impfung, sofern Sie in Risikogebieten leben und häufig in der Natur zu tun haben. Oder dort den Urlaub verbringen. Der Impfschutz selbst besteht erst nach drei Impfungen. Danach reicht alle 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung – ab dem 50. Lebensjahr sollte diese alle drei Jahre erfolgen. Sollte zu lange ausgesetzt worden sein, so muss die Prozedur nicht wieder von vorne begonnen werden. Auch hier reicht normalerweise eine Auffrischungsimpfung.

Einige Schutzmassnahmen können schon im Vorfeld durch jeden selbst vorgenommen werden:
– helle Bekleidung, damit eine Zecke schneller entdeckt wird
– geschlossenen Schuhe
– lange Hosen
– die Socken am besten über die Hose ziehen
– langärmelige Hemden
– keine Tiere wie etwa Igel berühren (die Zecken lieben sie als Wirt)
– nach jeder Wanderung absuchen des Körpers (v.a. der Kniekehlen, Leisten, Achseln, am Ohr sowie am Haaransatz)
– Zeckenschutzmittel (Vorsicht: Hält nur für 2 bis 3 Stunden!)
Ich dusche mich nach jeder Wanderung oder Gartenarbeit inkl. dem festen Abreiben mit dem Handtuch!

Sollte eines der Biester tatsächlich gestochen haben, entfernen Sie die Zecke am besten mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette möglichst nah an der Haut. Ziehen Sie sie gerade und vorsichtig heraus. Zuletzt noch die Stichstelle desinfizieren und möglicherweise markieren. Wenn das Insekt mit Öl oder Klebstoff übergossen wird, bekommt es Todes-angst und entleert den kompletten Mageninhalt – auch den Virus, sollte dieser noch nicht bis zu diesem Zeitpunkt übertragen worden sein.
Wesentlich häufiger als eine FSME-Erkrankung ist allerdings die Borre-liose. In Deutschland erkranken in den Meldegebieten unter 100.000 Einwohner zwischen 20 bis 90 pro Jahr (in einigen wenigen Regionen bis zu 150) an dieser bakteriologischen Krankheit, die von den Borrelien übertragen wird. Hiervor gibt es keine schützende Impfung – im Infektionsfall müssen Antibiotika verabreicht werden. Wer also gegen FSME geimpft ist, kann trotzdem an Borreliose erkranken.

Der FSME-Impfstoff wurde 1976 erstmals durch den österreichischen Pharma-Konzern Immuno auf den Markt gebracht. Als Zielgruppe galten v.a. die Forstarbeiter. Als das Unternehmen Ende der 1990er-Jahre durch den US-amerikanischen Konzern Baxter geschluckt wurde, verschwand das österreichische Präparat nahezu aus dem Apothekenregal, da diese ihr eigenes Serum verkaufen wollten. Erst als viele Menschen sich aufgrund der Nebenwirkungen weigerten, eine Impfung über sich ergehen zu lassen, wurde der Impfstoff verbessert. Aus diesem Grund ist die FSME-Impfung nicht ganz unumstritten, da einige Nebenwirkungen auch weiterhin bestehen. Gespritzt werden inaktive, abgetötete Viren und Aluminiumhydroxid in den Oberarm. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen (ein bis drei Monate voneinander getrennt) und einer dritten fünf bis neun Monate nach der zweiten. Danach sollte – je nach Risiko bzw. Alter des Patienten – alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. In der Schweiz empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit eine solche Auffrischungsimpfung erst nach zehn Jahren. Eine Passiv-Impfung (Impfung mit Antikörpern nach einem Stich) wird nicht mehr durch-geführt. An der Impfstelle kann es vermehrt zu Reaktionen wie etwa Schmerzen, Rötungen und Anschwellungen kommen, leichtes Fieber ist ebenfalls möglich wie Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Schüttelfrost. Vergleichbar etwa mit den Reaktionen bei einer Tetanus-Impfung. Kleinkinder können mit Fieberschüben reagieren. Menschen mit allergischer Reaktion auf Hühnereier sollten sich nicht impfen lassen, da die Herstellung des Serums auf embryonierten Hühnereiern (CEC – chick embryo cells) erfolgt.

In Deutschland wurden im Jahr 2025 695 Neuinfektionen gemeldet (2023 waren es noch 475), in Österreich wurden 132 Patienten (hospitalisiert). Die Schweiz meldet in diesem Jahr 2026 bereits drei Neuinfektionen! Nachdem sich die Erkrankung bei nur 5 % der Infizierten zu einer Meningoenzephalitis entwickelt, lehnen Gegner die Impfung ab. Auch bei Kindern heilt die Erkrankung zumeist rasch aus, ohne Schäden zu hinterlassen. In der deutschen Fachliteratur ist nur von einem Kind die Rede, das Folgeschäden wie Lähmungen, epileptische Anfälle oder andere Auffälligkeiten aufzeigte. In Deutschland übernehmen viele Kranken-kassen die Impfkosten, andere zumindest einen Teil derselben, sofern sie in einem Risikogebiet leben.

https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/reisemedizin/zeckenimpfung/

Bei Urlaubsreisen in ein solches innerhalb Deutschlands jedoch steigen viele Kassen aus, bei Auslandsreisen in der Regel alle. In der Schweiz werden die Impfkosten (rund 200 Schweizer Franken) nur dann durch die Krankenkasse übernommen (ausgenommen der Selbstbehalt von 10 %), wenn die Impfung durch einen Arzt in einem Gebiet mit FSME-Impfempfehlung vorgenommen wird. Bei Impfungen in der Apotheke müssen die Kosten selbst getragen werden. In Österreich muss der Patient für das Serum und die Impfung aufkommen (die Kosten dafür legt der Arzt selbst fest). Die Gesundheitskasse gewährt einen Zuschuss von 4,80 €.

Wurde allerdings eine FSME-Erkrankung durchgemacht, so bietet die Immunisierung ein Leben lang Schutz. Ergo: Ein Antikörper-Bluttest vor einer Impfung kann – nicht nur bei FSME – durchaus Aufschluss bringen, was demnächst vom Arzt Ihres Vertrauens verabreicht werden sollte. Und übrigens: Impfungen bei chronisch kranken Menschen zeigten in vielen Fällen auch Besserungen bei diesen Erkrankungen, da das Immunsystem etwas zu tun bekommt.



Lesetipps:

.) Zecken – Was man über FSME und Borreliose wissen muss; Jochen Süss; Irisiana-Hugendubel 2006
.) Epidemiologie und Prophylaxe der Frühsommermeningitis; Roggendorf, M., Girgsdies, O. E.Rosenkranz, G; DIe gelben Hefte 1994
.) Zecken und Zeckenerkrankungen; Ralph Peters; Borreliose und FSME Bund Deutschland e. V. 2006
.) Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis; Patrick Osch-mann/Peter Kraiczy; UNI-MED 1998



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Arm – ein Leben lang

Als ich dieser Tage ein Interview mit einem Call Center Manager im Radio hörte, erschrak ich: Obwohl dieser 69 Jahre alt ist, muss er noch zu 100 % einem Job nachgehen, da er mit unter 800,- € Rente im Monat niemals über die Runden käme. Ist dies etwa das Schicksal, das den meisten von uns im Alter droht: Arbeiten bis zum Umfallen? Da verursacht doch der Ausdruck „wohlverdienter Ruhestand“ einen mehr als spontanen Lach-anfall.

Nach einer aktuellen Studie der europäischen Statistikbehörde Eurostat aus dem Jahr 2024 (EU-SILC-Erhebung) sind in der Europäischen Union 12 % der Männer 65 + und 19 % der Frauen 65+ von der Altersarmut betroffen. Die Studie sorgt für mehr als grossen Unmut, schliesslich nimmt die Zahl der älteren Menschen in der EU stark zu – mit Stand 2024 waren mehr als ein Fünftel der Bevolkerung Ü65!

Von Armut ist ein Mensch dann betroffen, wenn er über weniger als 60 % („Medianeinkommen“ der OECD – Nettohaushaltseinkommen) des durch-schnittlichen Einkommens der Bevölkerung verfügt (Medianeinkommen 2024 Eurozone 23.767,- €/Jahr, Deutschland 27.619,-, Österreich 33.210,-, Schweiz 51.926,-).

Im Vergleich dazu liegt die EU-Armutsgefährdungsquote nach Sozial-leistungen bei 16,2 % (übermässig hoch mit 21,7 % in Bulgarien, niedrig mit 9,4 % in Tschechien). Dies können nun alleinerziehende Mütter ebenso sein wie Arbeiter oder Angestellte und auch Pensionisten und Arbeitslose. In der arbeitenden Bevölkerung nutzt auch ein Mindestlohn von 13,90 Euro die Stunde (etwa in Deutschland) nichts – viele haben noch einen zweiten oder gar dritten Job. Ähnliches ist alsdann bei den Rentnern zu sehen. In Deutschland arbeiteten 2024 nicht weniger als 1,1 Mio Menschen Ü67, in Österreich rund 100.000 Pensionisten trotz Pension noch nebenbei (Stand 2025), damit sie ihre Rechnungen zahlen können. Mögliche Lösung: Stärkung der Rente/Pension auf armutsfestes Niveau durch beispielsweise der Anhebung des Rentenniveaus (Deutsch-land derzeit 48 %, in Österreich gibt es ein anderes System mit dem Pensionskonto) auf mindestens 53 %! Gefordert wurde dies bereits 2014 durch die damalige Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (ehe-dem Linkspartei, jetzt BSW). Damals gab es Kritik von der Opposition, die vornehmlich Merkels zu wenig oder nicht vorhandene Sozialpolitik auf’s Tapet brachte – aber auch vom bayerischen Koalitionspartner Horst See-hofer von der CSU. Er betrachtete die Riester-Rente als defacto gescheitert. Das hat sich inzwischen bestätigt: Von 20 Mio abge-schlossenen Verträgen wurden bis Oktober 2025 nicht weniger als 5 Mio durch die Versicherungsnehmer gekündigt – Tendenz steigend.

Die Riester-Rente ist eine freiwillige private Altersvorsorge, die durch Zuschüsse und Steuervergünstigungen durch den Staat gefördert wird. Dies gilt allerdings nur für Dienstnehmer, Dienstgeber und Branchen, die bereits über eine andere Vorsorge-Möglichkeit abgedeckt sind (Ärzte etwa), konnten die Begünstigungen nicht in Anspruch nehmen. Das änderte sich jedoch für Berufsgruppen wie etwa Handwerker, Lehrer oder Künstler mit der Einführung der Versicherungspflicht. 2001 führte die rot-grüne Regierung unter Schröder diese Riester-Rente als Kernelement der Rentenreform ein. Viele zahlten jedoch zuletzt nicht mehr ein.

Neun von zehn Deutsche sehen in der Altersarmut ein ungelöstes Pro-blem, nach einer Langzeitstudie der R+V-Versicherung fürchten sich sogar 40 % der Befragten davor. In Österreich sorgen sich nach einer Umfrage im Auftrag des Wiener Sozial-Unternehmens Generationencafé Vollpension volle 78 % um ihre staatliche Pension.

Die privaten Altersvorsorgen steigen übrigens mit dem Bildungsgrad, was auch mit einem besseren Monatsgehalt zusammenhängen dürfte! Die Gewerkschaft Verdi hingegen warnt lautstark: Mit den Babyboomern der 60er Jahre steuern 11 bis 12 Mio Menschen auf das Bürgergeld (bis 2023 Hartz-IV) zu.

Einen möglichen Ausweg erwarten sich nun die Sozialpolitiker in Berlin durch die Flexi-Rente. Möchte jemand anstelle von 67 mit 63 Jahren vielleicht nicht zur Gänze der Arbeit den Rücken kehren, so kann er zumindest um einen Gang zurückschalten. Die Altersteilzeit macht’s möglich. Zugleich erhält er dabei eine Teilrente. Auch beim Zuverdienst hat sich etwas geändert: Konnte es schon mal geschehen, dass ein grosser Pauschalteil der Rente gestrichen wurde, weil im Monat XY auch nur ein Euro zu viel verdient wurde, so fielen ab 01.01.2023 die Zuver-dienstgrenzen für die vorgezogene Altersrente komplett, für andere wurden sie hinaufgesetzt. Ausserdem sank das Alterslimit für die Zusatzzahlungen von 55 auf 50 Lebensjahre. Dank dieser Zusatz-zahlungen kann der Zeitpunkt des Pensionsantritts gesenkt werden.

Auch ich staunte nicht schlecht, als anlässlich der Einrichtung der Pensionskonten in Österreich die voraussichtliche Rente bei Errreichung des gesetzlichen Rentenalters berechnet wurde. Da schuftet man sich das ganze Leben lang richtiggehend kaputt, um dann im Alter zusätzlich neben der Pension arbeiten zu müssen – auch bei nicht überdurch-schnittlichem Lebensstandard. Wer diesen nämlich auch nur halbwegs halten möchte, braucht nahezu 80 % des letzten Netto-Verdienstes. In Österreich gibt es keine Riesterrente. Dort konnten bis vor einigen Jahren Beiträge für Lebensversicherungen, Fonds-Versicherungen etc. in die Lohnsteuererklärung aufgenommen werden. Lässt man sich diese dann allerdings bei Fälligkeitsdatum komplett auszahlen, fällt erneut die Steuerpflicht an. Nur wenn sie als Rente ausbezahlt werden, bleibt dies steuerbegünstigt. Im Alpenstaat sind Frauen übrigens von der Alters-armut häufiger als Männer betroffen. Sie gehen im Schnitt mit 60,4 Jahren in den Ruhestand, leben jedoch nach demographischer Entwicklung noch 24 Jahre lang mit durchschnittlich 1. 563 € (Männer: 2.620,- €) – viele allerdings müssen mit weitaus weniger im Monat auskommen. Eine Mindestpension gibt es nicht in Österreich!

Dort übrigens sind die Selbständigen beitragspflichtig – nur unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 € im Monat muss keine Pensions-versicherung bezahlt werden. Jene Experten, die das System etwas hinterfragen, versuchen davon zu überzeugen, dass eine private Vorsorge nach Vorbild der deutschen Riester-Rente eingeführt werden soll.

Also – bleibt nur das Weiterarbeiten in Vollzeit nach dem Erreichen des Regelalters. In Deutschland bringt jeder Monat mehr ab diesem Zeitpunkt ein Plus von 0,5 Prozent. Wird also ein Jahr länger gearbeitet, wirkt sich das mit einem Plus von 6 % auch auf’s Portemonnaie aus! In Österreich ist dies zeitlich auf drei Jahre begrenzt – jedes Jahr bringt eine Erhöhung der Pension um 5,1 % – maximal also 15,3 %. Oder das Dazuverdienen. Hier gibt es weder in Deutschland noch Österreich bei der Altersrente nach oben hin keinerlei Grenzen: Minijob oder gutbezahlte Beraterfunktion – einzig die Einkommenssteuer und Sozialversicherung muss ab dem Erreichen des Renten-Regelalters in’s Auge gefasst werden, was jedoch viele Jobs bereits schon wieder unrentabel machen, da Vater Staat auch hier ordentlich abkassiert. Frühpensionisten jedoch laufen Gefahr, durch einen Job, der die Geringfügigkeitsgrenze überschritten hat (in Deutsch-land derzeit 603,- € monatlich), die Rente pauschal gekürzt zu bekommen.

Sollte mit der Rente kein Auslangen gefunden werden, so besteht das Recht auf Grundsicherung, die bis zu einem gesamten Einkommen von 1.062 Euro am Sozialamt beantragt werden kann. Allerdings dürfen keinerlei Ersparnisse mehr vorhanden sein, ein bestehender Gering-fügigkeitsjob wird ebenso angeschnitten. Besitzen die Kinder oder Eltern allerdings ein Einkommen von mehr als 100.000 € im Jahr, so kann nicht angesucht werden. Im März 2025 bezogen in Deutschland nicht weniger als 742.000 Menschen über 65 Jahren neben der Rente Sozialhilfe – Tendenz stark steigend! Nach Schätzungen des Max-Planck-Institutes für Sozialrecht und Sozialpolitik wird bis 2030 mit einer Verdoppelung der derzeitigen Bezieher dieser altersbedingten Grundsicherung von 3 auf 6 % der Rentenempfänger gerechnet.

Tatsächlich muss davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Alters-armen noch weitaus höher ist. Viele trauen sich aus Scham nicht um Unterstützung anzusuchen. Dafür ist zumeist ein Stempel der Gemeinde vonnöten, wodurch es jedermann dann weiss! Obgleich viele bezugsberechtigt wären, suchen sie vornehmlich in ländlicheren Gefilden erst gar nicht um derartige Zusatzleistungen an. Deshalb bleibt Altersarmut meist unsichtbar.

Lesetipps:

– Rente oder Wohlstand: Wer sich auf die Rente verlässt, wird niemals finanziell frei!; Bodo Schäfer; FinanzBuch Verlag 2016

– Armut im Alter: Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung; Christoph Butterwegge/Gerd Bosbach/Matthias W. Birkwald (Heraus-geber); Campus Verlag 2012

– Altersarmut in Deutschland: Herausforderung für die Sozialpolitik; Nick Loetz; Bachelor + Master Publishing 2014

– Ein Mann ist keine Altersvorsorge: Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist; Helma Sick/Renate Schmidt; Kösel-Verlag 2015

– Ratgeber Pensionierung; Thomas Schönbucher/Raphael Ebneter; VZ VermögensZentrum †2016 (Schweiz)

– Ratgeber Pensionskasse; Stefan Thurnherr/Nicola Waldmeier; VZ VermögensZentrum 2014 (Schweiz)

Links:

www.gesetze-im-internet.de

www.deutsche-rentenversicherung.de

www.ihre-vorsorge.de

www.rentenpaket.de

www.rentenreform-alternative.de

www.iww.de

www.ris.bka.gv.at

www.pensionsversicherung.at

www.sozialversicherung.at

pensionsrechner.arbeiterkammer.at

www.wko.at

www.admin.ch

bsv.admin.ch

www.ahv-iv.ch

www.123-pensionierung.ch

aso.ch

www.svazurich.ch

www.vermoegenszentrum.ch

www.ch.ch/de/ahv-rente-berechnen/

www.faire-renten.ch

www.sozialpolitik-aktuell.de

altersarmut-per-gesetz.de

www.armut-und-alter.de/

www.verbraucherzentrale.de/altersarmut

www.rente.com/altersarmut

www.myhandicap.ch

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Der Mensch – die Krone der Schöpfung?

Angesichts solcher Bilder muss wahrhaft daran gezweifelt werden. Und in diesem Falle handelt es sich nicht mal um die industrielle Landwirtschaft, sondern um mittelgrosse und kleine Betriebe!

Wir kennen wohl alle die Bilder aus der Werbung: Glückliche Hühner, Schweine und Rinder mit jeder Menge Freilauf! Sie sollen den Konsu-menten täuschen und zu weiterem Griff in die Fleisch- oder die Frische-theke bewegen. Ganz nach dem Motto: Den Tieren geht es ja eh gut, bis sie geschlachtet werden. Bis auf Betriebe aus der Bio-Landwirtschaft oder ernst zu nehmenden Tierwohl-Gütesiegeln – eine vorsätzliche Lüge! Über Hühner und Schweine habe ich an dieser Stelle bereits berichtet. In dem heutigen Blog stehen deshalb die Kühe und die Anbindehaltung im Mittelpunkt!

https://www.facebook.com/VGT.Austria/videos/939104540115800/

Diese Anbindehaltung ist seit Jahrzehnten in den heimischen Ställen ein bislang toleriertes Haltungssystem: In Deutschland leben etwa 10 % der Rinder in der Anbindehaltung (das waren etwa 2020 noch 1,14 Mio), in der Schweiz rund 50 % und in Österreich etwa 25 %! Diese Haltung ist etwa bei Pferden grundsätzlich verboten, bei Schweinen durch die EU-Richtlinie 1997, die eine solche nur als Ausnahme zulässt. Unterschieden wird dabei zwischen Kurz-, Mittellang- und Langstand. Doch – wie immer, wenn etwas toleriert wird, wird es bis über die Grenzen hinaus praktiziert. Allerdings geriet sie zuletzt immer mehr in den Mittelpunkt der Diskussionen – mehr als berechtigt. Müssen diese Tiere wirklich ihr ganzes Leben opfern – unter unvorstellbaren Bedingungen, damit Herr und Frau Maier oder Warliczeck ohne Bedenken zu ihrem Joghurt, dem Glas Milch, dem Rinderbraten oder dem Käse bei ihrer Brettljause greifen können! Nein, sie müssten es nicht, doch geht die Gewinnsucht so mancher anderer Wege und lässt dabei (aufgrund der guten Lobby) auch Grüne in der Regierung verstummen.

Was hat es nun mit dieser Anbindehaltung auf sich? Alleine in Deutsch-land stehen nach Angaben von Umwelt- und Tierschutzorganisationen wie Greenpeace, WWF oder auch Verbraucherorganisationen wie Food-watch mehr als eine Million Rinder und Kühe an der Grabnerkette oder im Gelenkhalsrahmen im Stall. Ohne Bewegung, ohne wirklichen Platz sich zumindest mal kratzen zu können. Vor ihnen das Eisengestänge, der Wasser- und der Futtertrog. Hinter ihnen der Ablauf für Fäkalien und Harn. Eine Bewegung ist für viele gar nicht möglich, da sie an die andere Kuh gleich neben ihnen stossen. Die meisten haben nicht mal Stroh auf dem Stallboden liegen. In früheren Zeiten war das für die meisten Landwirte nicht anders machbar, schliesslich gab es damals keine wirk-lich grossen Bauernhöfe. So konnte auch ein Freilaufraum nicht einge-richtet werden. Dafür durften die Vierbeiner nach dem Winter wieder auf die Weide oder auf die Alm. Wer sich schon mal ein solches Video angeschaut hat, bei dem die Kühe im Frühjahr erstmals wieder auf die Weide durften, kann sich vorstellen, wie sie in den Winterjahren gelitten haben, auf ihren rund 2 Quadratmetern im Stall!

Doch sind inzwischen viele Bauern zu der Überlegung gekommen, die Tiere ganzjährig im Stall zu behalten. Welche Perversion: Da wächst die direkt an den Hof angrenzende Wiese in sattem Grün, wird gemäht und den Kühen im Stall als Grünfutter vorgeworfen.

Man muss kein Veterinär oder Humanmediziner sein – gilt für Mensch und Tier – um sagen zu können, dass Bewegung die Fettverbrennung anregt und die Muskulatur stärkt. Eine Erklärung unter anderem dafür, dass wahre Fleischesser Wildfleisch gegenüber den dem Fleisch von „Nutztieren“ vorziehen: Der Fettanteil ist zugunsten des Fleischanteils wesentlich geringer. Doch geht es in der Landwirtschaft vornehmlich um die Milch. Deshalb müssen Kühe in regelmässigem Abstand auch trächtig werden, damit sie auch weiterhin Milch produzieren. Die Kälber hingegen werden ihnen meist noch vor der Abstillung abgenommen. Die männ-lichen landen nach tausenden Strassenkilometern in Spanien oder Italien in der Mast, wenn sie den Transport überleben.

Unzählige Tierschutzorganisationen, wie auch der Verein gegen Tier-fabriken (VGT) haben nach jahrelangem und scharfem Protest dazu beigetragen, dass Bauern inzwischen umdenken, da eine Sensibilisierung der Konsumenten erfolgte. Viele haben inzwischen Freilaufställe gebaut, in welchen die Kühe ihren Auslauf haben und eine nahezu natürliche Umgebung vorfinden. Viele Konsumenten wollen nämlich inzwischen wissen, woher ihr Fleisch kommt und unter welchen Umständen das Tier gelebt hat. Bei den Molkereiprodukten ist dies leider noch nicht der Fall. Zig Millionen greifen nach wie vor zu Milch, Joghurt, Butter und Käse, weil sie der Überzeugung sind, dass sie sich dadurch gesund ernähren. Was für ein Irrtum! Tiere in Stallhaltung werden mit Hormonen, aber auch Antibiotika gefüttert. Dadurch soll Krankheiten vorgebeugt werden. Tatsächlich landet all das im Fleisch und der Milch. Darunter sind auch Antibiotika, die in der Humanmedizin als letzte Möglichkeit eingesetzt werden, wenn andere nicht mehr wirken. Krankheitserreger entwickeln sich weiter: Besteht beim Wirt eine Immunität, so werden Stämme gebildet, die diese zu umgehen. Dadurch entstehen multi-resistente Viren und Bakterien – auch Krankenhauskeime!

Zurück zur Anbindehaltung:

Viele „normale“ Bauernhöfe können den Umbau eines Anbindestalles in Freilaufstallungen nicht finanzieren. Hierzu sei erwähnt: Es gibt Förderungen! 30 rot-weiss-rote Euro wurden dafür ab 2023 zur Verfügung gestellt.

Wie bereits kurz angeschnitten, reagiert die Politik nur sehr zögerlich. Anfang Juli des Jahres 2022 (!) wurde mit Gültigkeit am 28. Juli 2022 von der türkis-grünen Regierung Österreichs eine Novelle zum Tierschutzgesetzes als Meilenstein zum Tierwohl präsentiert und beschlossen.

Denn für eine zukunftsfeste Landwirtschaft, die für Mensch, Tier und Umwelt arbeitet, müssen wir eine Brücke bauen.“

(Der damalige österreichische Tierschutzminister Johannes Rauch von den Grünen)

In Paragraph 16 Abs. 4 heisst es, dass Rindern an „mindestens 90 Tagen im Jahr geeignete Bewegungsmöglichkeiten oder geeigneter Auslauf oder Weidegang zu gewährleisten“ ist. Hört sich schon mal gut an, doch war die dauerhafte Anbindehaltung in Paragraph 16 Abs. 1 und 3 bereits zuvor schon verboten. Und DER Haken schlechthin: Das alles gilt erst ab dem 01. Januar 2030! Ein Gesetz, das erst acht Jahre nach Beschluss in Kraft tritt!!! Mein Verständnis reicht gerade mal soweit, dass Kleinbauern die Möglichkeit gegeben werden soll, sich durch einen Umbau nicht übergebührlich zu verschulden und den Betrieb möglicherweise gar dicht machen zu müssen. Wie allerdings mit solch langen Übergangsfristen bereits (auch in anderen Bereichen) zigfach bewiesen: Auch jene Bauern, die diesen Umbau locker finanziell verkraften könnten (die Grossbauern) werden bis Dezember 2029 abwarten und dann wieder auf die Strasse gehen – obgleich sie bereits zuvor den Grossteil der Agrarsubventionen abgegriffen haben. Viele davon besitzen alsdann mehr Kühe, als deren Weideland zulassen würde. Somit müssen sie Futter zukaufen oder weitere Felder pachten um den im Stall gehaltenen Tieren Gras oder Heu liefern zu können. Der Verein gegen Tierfabriken VGT hat bereits im Frühjahr und Sommer 2022 eine Umfrage an die Bezirkshauptmann-schaften gestellt. Das Ergebnis mit Stand 1. September 2022 ergab: Nicht weniger als 4.331 Betriebe in ganz Österreich praktizierten die dauer-hafte Anbindehaltung. Mit 2.778 Betrieben in Oberösterreich die meisten, und mit 4 Betrieben in Vorarlberg die wenigsten. Die Bundeshauptstadt Wien hat angeblich gar keine! Auf die Gefahr hin, mir jede Menge Feinde zu schaffen: Ich gehe mal davon aus, dass dort wesentlich mehr zwei- als vierbeinige Rindviecher leben! Fairerweise sollte erwähnt werden, dass viele Bezirkshauptmannschaften auf die Anfrage des VGT gar nicht geantwortet haben – damit ist mit diesen Zahlen nicht wirklich zu arbeiten, da die Dunkelziffer weitaus höher liegt.

Ein Kalb darf in Österreich bereits mit sechs Monaten angebunden werden. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Milchkuh beläuft sich auf 5 Jahre. Wir schreiben inzwischen das Jahr 2026 – bis 2030 ist es noch nahezu eine ganze Kuhgeneration, also hunderttausende Kühe (über eine halbe Million Milchkühe, Zucht- und Masttiere, Ochsen, Stiere), die trotz eines bestehenden Gesetzes ihr Leben unter grauenvollen Umständen opfern müssen. Und zudem gilt auch: 90 Tage sind gerade mal drei Monate! Ist denn ein Auslauf im Frühjahr und Herbst nicht möglich? Auch wenn das Wachstum der Natur es nicht oder nicht mehr ermöglichen sollte (die Klimaveränderungen stehen da allerdings dagegen: Rasenmähen im Dezember ist gar nicht mal mehr so abwegig), so könnte ihnen doch auch in diesen Jahreszeiten zumindest der Auslauf gewährt werden! „Artgerechte Haltung“ – das spottet wohl allen vorliegenden Fakten! Ein kurzer Zahlenvergleich (in der Hoffnung, dass sich dies in den letzten Jahren verbessert hat: 2020 gab es im Alpenstaat nach Angaben der Agrarstrukturerhebung 21.801 Plätze für Rinder mit Freilandhaltung (ausschliesslich oder ganzjährig – entweder winterfeste Rinder wie die schottischen Highland-Rinder, oder sie können sich selbst entscheiden, ob sie raus wollen oder nicht). Ich würde mal sagen: Das kommt der artgerechten Haltung schon näher. Demgegenüber stehen aber 566.206 Rinder in Anbindehaltung!

Zum Thema Gütesiegel: Es gibt inzwischen derart viele, sodass Otto-Normalverbraucher diese gar nicht mehr überblicken kann. Bleiben wir in Österreich: Das wohl höchste dieser Gütesiegel ist das AMA-Gütesiegel. Die Agrar-Markt-Austria hat 2024 reagiert: Seit 01. Januar 2024 (zwei Jahre nach dem Beschluss im österreichischen Nationalrat) wurde dieses Gütesiegel in Milchvieh-Betrieben mit andauernder Anbindehaltung für Milch- und Milchprodukte zurückgezogen. Kurz danach folgte zum selben Zeitpunkt auch der Frischfleischbereich. Davon betroffen waren zirka 10 bis 15 % der rund 8.500 Betriebe, die das Verbot der dauerhaften Anbindung in Anspruch nahmen (bestehende Stallungen). Hier möchte ich nur zu bedenken geben, dass die Tierwohlstandards der deutschen Lebensmittelketten im Jahr 2024 höher waren als jene des AMA-Gütesiegels!

In einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wird ein Ende der Anbindehaltung empfohlen. Die EU hat die Anbindehaltung auf Bio-Bauernhöfen 2007 mit Umsetzung 2014 verboten. Die Ausnahme: Kleine Höfe – dort dürfen die Tiere im Winter angebunden bleiben, müssen jedoch zweimal die Woche Auslauf haben. In Deutschland forderte das Bundesland Hessen 2015 ein komplettes Verbot. Erst Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wollte ein ähnliches Modell wie Österreich einführen – doch zerbrach die rot-grüne Bundesregierung kurz vor der Beschlussfassung. Der derzeitige Bundes-landwirtschaftsminister Alois Rainer von der CSU meint hierzu:

Wir wollen auch die Anbindehaltung regeln. Wir wollen aber die Anbindehaltung regeln mit den Betroffenen!“

Abschliessend noch ein Wort zur Hygiene bzw. der Verletzungsgefahr bei den Kühen. Milchkühe benötigen mindestens 50 Stunden Auslauf pro Monat, da ansonsten Sprunggelenksschäden auftreten können. Beim Kurzstand kommt die Kuh zumeist mit dem Sprunggelenk azf der Kante zum Kotkanal zu liegen. Hierdurch entstehen sehr häufig Druckstellen oder Hautabschürfungen am Sprunggelenk. Beim Langstand hingegen fallen Kot und Harn oftmals auf den Stand. Die Kuh legt sich dann in die eigenen Fäkalien, was automatisch zu Entzündungen an den Eutern führt. Zudem sind – wie beim Menschen auch – Kühe in der dauernden Stallhaltung wesentlich anfälliger für Infektionskrankheiten.

Lesetipps:

.) Welchen Einfluß hat die Umstellung von Anbindehaltung auf Boxenlaufstallhaltung auf die verschiedenen Leistungsparameter bei Milchkühen?; Frank Groh, Gerhard Schwarting; 1996

.) Die Anbindehaltung von Kühen; P. Jakob, T. Oswald; FAT 1986

.) Milcherzeugung: Grundlagen – Prozesse – Qualitätssicherung; Hrsg: Rolf-Dieter Fahr; Deutscher Fachverlag 2003

Laufstallhaltung kontra Anbindehaltung: ethologische und ökonomische Aspekte der Milchviehhaltung; Marietta Lehner; Verband für Ökologisch-Tiergerechte Nutztierhaltung und Gesunde Ernährung Freiland 1996

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Die Show der Shows

In der Nacht von Sonn- auf Montag findet DAS sportiche Highlight des Jahres statt! Nein, nicht die Olympischen Winterspiele in Mailand, Cortino und Antholz! Die US-Amerikaner haben’s nicht wirklich mit dem Schi-Sport. Und das, obgleich sie gar zwei heisse Eisen im Feuer um Mehrfach-Gold haben: Der derzeit alles überstrahlende Stern der Mikaela Shiffrin in den alpinen Technik-, und die ehemalige Abfahrts-Queen Lindsey Vonn in den Speed-Disziplinen, die es mit 42 Jahren nochmals wissen will!

Nein – ganz Amerika fiebert seit Wochen auf ein Ereignis hin – auch hierzulande wurden massenweise Bier und Snacks eingekauft und die Plasma-TVs bzw. Beamer in den Party-Kellern oder Garagen zurecht-gerückt: In der Nacht von Sonn- auf Montag (08. auf 09. Februar) wird der LX. (60.) Super Bowl über die Bühne gegangen – Kickoff ist um 00.30 Uhr MEZ bzw. 15.30 Uhr Ortszeit. Dabei treffen im Levi’s Stadium in Santa Clara, knapp 70 Kilometer südöstlich von San Francisco, wie zuletzt 2015 die New England Patriots auf die Seattle Seahawks. Damals gewannen die Patriots mit 28:24. Übrigens ein seltenes Aufeinander-treffen: Seit 10 Jahren erst das vierte Mal. Das heurige Stadion ist die Heimstätte der San Francisco 49ers.

Die Patriots stehen zum bereits 12. Mal im Finale, sechs davon konnten sie gewinnen. Ein siebter Titel wäre Super Bowl-Rekord! Die Seahawks kämpfen zum vierten Mal um den Titel, einmal waren sie erfolgreich. Die Wettquoten auf den Sieg liegen jedoch bei den Seahawks bei -225, bei den Patriots bei +190 – klarer Favorit sind somit die Seahawks. Die beiden Teams gewannen die Saison vornehmlich durch ihre Defensive (Defensiv Line). Die Namen der beiden Trainer sollte man sich merken: Bei den Seahawks ist es der erst 38-jährige Mike Macdonald. Letzte Saison als Cheftrainer eingestiegen und schon jetzt im Finale. Die Patriots werden von Mike Vrabel trainiert, der bei den Patriots unter deren Trainerlegende Bill Belichick spielte. Als Spieler holte er dreimal den Titel, als Trainer ist es seine erste Saison.

Interessant auch das Aufeinandertreffen der beiden Quarterbacks: Drake Maye bei den Patriots steht schon in der dritten Saison im Einsatz. Mit erst 23 Jahren könnte er durchaus der Legende Tom Brady gefährlich werden, der insgesamt sechsmal den Superbowl holte. Bei den Seahawks ist es der 28-jährige Sam Darnold, der bereits in vier anderen Teams unter Vertrag stand. Und so ganz nebenbei: Bei den Patriots spielt mit Josef Metz auch ein Deutscher mit. Da der Offensive Tackle allerdings erst am 16. Januar unter Vertrag genommen wurde, steht er noch im erweiterten Kader (Practice Squad).

Die Seattle Seahawks gewannen letztmalig vor 12 Jahren im Finale – da bezwangen sie die Denver Broncos mit unglaublichen 43:8. Davor verloren sie 2006 mit 10:21 gegen die Pittsburgh Steelers und danach eben 2015 mit vier Punkten Unterschied gegen die New England Patriots.

Die Patriots gewannen zuletzt 2019 den Super Bowl mit 13:3 gegen die Rams. Im Jahr davor verloren sie gegen die Eagles mit 33:41 und 2017 blieben sie mit Quarterback-Superstar Tom Brady mit 34:28 über die Falcons erfolgreich.

In diesem Jahr wird US-Präsident Donald Trump nicht wie 2025 die Veranstaltung beehren. Ihm gefiehl die Wahl von Bad Bunny als Halbzeit-Act nicht (gleich mehr dazu). Andere Promis hingegen sind im Stadion – so etwa die Schauspieler Chris Pratt, Matt Damon und Ben Affleck, der US-Rapper Macklemore, Microsoft-Gründer Bill Gates und die Musiker Elton John sowie Mike McCready von der Rock-Band Pearl Jam, um nur einige zu nennen!

Nun ein Wort zum Rahmenprogramm: Den Auftakt machen Green Day. Die 15 Minuten der Halbzeitpause wird der Puerto Rikaner „Bad Bunny” verkürzen, möglicherweise mit Überraschungsgästen. Er war im letzten Jahr der am meisten über Spotify gestreamte Interpret. Und die National-Hymne „The Star-Spangled Banner“ wird vom US-Sänger Charlie Puth dargebracht.

Der Super Bowl ist unumstritten die grösste Sportshow der Welt mit rund 800 Millionen TV-Zusehern bis ins hinterste Eck dieses Globusses, ja sogar bis ins Dorf Namenlos in Tirol!

Heute möchte ich allerdings weniger über Football berichten, obgleich sich zwei sehr attraktive Mannschaften gegenüber stehen.

Diese Sportveranstaltung ist in allem etwas grösser, fulminanter und rekordverdächtig ohnedies.

Zur Geschichte:

Der Super Bowl ist das Finalspiel des Saisonsiegers der Western Conference gegen den Saisonsieger der Eastern Conference in der National Football League. Das erste NFL Championship Game wurde im Jahre 1932 zwischen den Chicago Bears und den New York Giants ausgetragen – die Bears gewannen mit 23:21. Der Super Bowl wie wir ihn heute kennen, fand erstmals 1967 statt, als der Sieger der NFL gegen den Sieger der neu gegründeten American Football League (AFL) antrat. Die beiden Ligen wurden 1970 fusioniert. Seither wird das Finale zwischen der American Football Conference und der National Football Conference ausgetragen. Gespielt wird stets in südlichen Bundesstaaten, da es klimatisch wärmer ist. Wer schaut sich schon gerne ein Game bei Schneetreiben an. Bislang konnte noch nie eine Mannschaft ein Heim-Endspiel abliefern, also im eigenen Stadion spielen. Das Levi’s Stadium in Santa Clara war bislang nur einmal Austragungsort des Super Bowls – 2016 beim 50er-Jubiläum. Sein Spitzname ist „Field of Jeans“! Es fasst 75.000 Fans und wurde erst 2014 eröffnet. Einige Wochen später sollte hier auch Fussball gespielt werden – im Rahmen der Fussball-WM 2026.

Als Spieltermin fungiert zumeist der erste Sonntag im Februar – in den USA ist dies der Super Bowl Sunday – ein inoffizieller Feiertag. Eintritts-karten sind heiss begehrt – sie werden jedoch zwischen den NFL-Teams aufgeteilt: 17,5 % gehen jeweils an die Endspielteams, 5 % an die veran-staltende Mannschaft (heuer die 49ers) und 34,8 % an die restlichen NFL-Mannschaften. Einige wenige Karten werden durch die NFL selbst verlost. Der Preis für ein normales Ticket liegt derzeit bei 5.800 Dollar (obwohl sie zuvor für 600,- $ verlost wurden) – alleine ein Parkplatz am Stadion kostet schon rund 700 Dollar.

Sechs Mal gewannen jeweils die Pittsburgh Steelers und die New England Patriots die Vince Lombardi Trophy – ein Pokal, der nach dem Trainer des ersten Super Bowl-Gewinners, den Green Bay Packers benannt wurde und eigens von Tiffany & Co angefertigt wird (Sterling-Silber, 3,5 kg schwer, 55 Zentimeter hoch). Preis: 25.000,- US-Dollar – für Football-Fans jedoch unbezahlbar. Dann folgen die Dallas Cowboys und die San Francisco 49ers mit jeweils fünf Titeln. Der wertvollste Spieler des Abends (MVP) erhält einen Extrapreis, die Pete Rozelle Trophy und jeder Spieler aus dem Siegerteam einen Ring aus Gold und Diamanten, den Super Bowl-Ring (Wert: Jeweils 5.000,- $). Auch sie haben einen unheimlichen Lieblings-wert bei den Fans – so sollen einzelne Ringe bereits für eine sechsstellige Summe verkauft worden sein.

Bislang erfolgreichster Teilnehmer ist der ehemalige Head Coach der New England Patriots, Bill Belichick, der an neun dieser Finals teilnahm und sechs davon für sich entscheiden konnte. Dann folgen mit jeweils sechs Teilnahmen Andy Reid (drei Siege mit den Philadelphia Eagles und den Kansas City Chiefs) und Don Shula (mit zwei Siegen mit den Baltimore Colts bzw. den Miami Dolphins). Erfolgreichster Spieler ist der Quarter-back Tom Brady mit sieben Ringen (6x für die New England Patriots, den letzten gewann er mit den Tampa Bay Buccaneers). Danach folgt Joe Montana mit 4 gewonnenen Super Bowles.

Bis zu 140 Millionen TV-Zuschauer sind an den US-amerikanischen TV-Geräten zuhause, bei Super Bowl-Parties oder in Clubs an den Fernseh-geräten versammelt. Der übertragende TV-Sender ist in diesem Jahr NBC (Übertragung im Free-TV in Deutschland durch RTL) – er verlangt für einen 30 Sekunden-Spot rund 8 Mio Dollar (rund 7,3 Mio € – gleich geblieben wie im letzten Jahr bei Fox). Werbespots werden eigens für dieses Event produziert. Der teuerste dieser Clips kam von Amazon („Mind Reader“) – 130 sec für 26 Mio Dollar.

Zwischen den beiden Hälften findet die Halbzeitshow statt. Hier gibt sich zumeist das Who is Who der Pop- und Rockmusik das Mikrophon in die Hand: Aerosmith, Bruce Springsteen, Lady Gaga, Michael Jackson, Prince, Rolling Stones, U2, … Heuer ist es eben Bad Bunny. Die Nationalhymne wurde ebenfalls von vielen herausragenden Sänger/-innen dargebracht: Whitney Houston, Mariah Carey, Lady Gaga, Alicia Keys, Pink oder auch Neil Diamond.

Der Super Bowl hat sich, wie überhaupt der US-amerikanische National-sport, zum Politikum entwickelt. Viele werden wohl noch jene Spieler vor Augen haben, die während des Abspielens der Nationalhymne knieten. Diese Aktion rief der bis zum Jahr 2016 bei den 49ers spielende Quarter-back Colin Kaepernick als Protest gegen die Unterdrückung der afro-amerikanischen Bevölkerung und die Polizeigewalt im Lande aus. Wieder-Präsident Trump forderte damals die Entlassung all jener Spieler, die sich diesem Protest anschlossen. Inzwischen müssen sich Spieler und Publi-kum positionieren. Allerdings auch die Promis, die die Halbzeitshow abliefern sollen. Angeblich sagten die Superstars Rihanna, Jay Z und Pink deshalb den Ritterschlag eines Auftritts vorerst ab – doch wie immer wieder zu sehen: Nichts ist für ewig! Auch Jennifer Lopez meinte vor sechs Jahren im Magazin „Variety“ mit einem ordentlichen Seitenhieb auf die Regierung Trump:

„Ich denke, es ist sehr wichtig für zwei Latino-Frauen in diesen Zeiten – in denen Latinos in diesem Land auf eine bestimmte Art und Weise behandelt oder gesehen werden – auf dieser Bühne zu stehen und zu zeigen, dass wir eine wunderschöne wertvolle Kultur haben, und in diesem Land etwas notwendiges beisteuern.“

Gegen Live-Proteste in der Halbzeitpause haben sich allerdings die TV-Sender seit dem Nippelgate-Skandal von Janet Jackson und Justin Timberlake im Jahre 2004 gesichert: Die Halbzeitshow wird zeitversetzt ausgestrahlt, damit derartige „Unannehmlichkeiten“, die nicht ins Bild passen, herausgeschnitten werden können. Auch haben selbstverständ-lich die Politiker die Gelegenheit und Zugkraft dieser Veranstaltung erkannt. So strahlte Fox bei seiner Live-Übertragung 2020 vor dem Spiel eine Rede Donald Trumps aus. Zudem buchte er zwei 30-Sekunder, der für die Demokraten startende Michael Bloomberg kaufte sich eine Minute – Kostenpunkt: 11 Millionen Dollar! Der Milliardär wird’s wohl aus seiner Portokasse beglichen haben.

Rund 6.000 Medienvertreter berichten jedes Jahr über diesen Super Bowl-Sunday vorort. Viele TV-Sender haben zumindest online einen Live-Ticker laufen. Neben RTL überträgt auch der Pay-TV-Sender DAZN In Deutsch-land bzw. Österreich.

So ganz nebenbei erwähnt: 2023 standen sich Travis Kelce (der Liebste von Popstar Taylor Swift) und sein Bruder Jason gegenüber. Damals meinte Travis, dass ihre Mutter die eigentliche Gewinnerin des Super-Bowls wäre:

„Ein cooles Szenario – unsere Mutter kann nicht verlieren!“

Beide Kelce-Brüder wurden von demselben Mann in die Liga geholt: Der Head-Coach der Chiefs, Andy Reid, verpflichtete 2011 Jason Kelce nach Philadelphia, zwei Jahre später dann Travis für Kansas City.

„Ich habe in beide Zeit investiert. Ich fühle mich also wie ein Teil der Familie!“

Jason Kelce beendete am 4. März 2024 seine Karriere, nachdem er 13 Jahre lang für die Philadelphia Eagles kickte.

Insgesamt leiten acht Schiedsrichter das Spiel – der „Referee“ (Haupt-schiedsrichter) ist in diesem Jahr erstmals Shawn Smith.

Nicht nur hierzulande melden sich viele am folgenden Montag nach dem Spiel krank – in den USA ist das nahezu gang und gebe (+6 % – viele erscheinen zwar zur Arbeit, sind jedoch nicht ansprechbar!). Und das verdrücken die Amerikaner vor, während und nach dem Spiel: 1,25 Milliarden Chicken Wings, 120 Millionen Liter Bier, 14.000 Tonnen Chips und 4.000 Tonnen Popcorn – mit anderem macht dies rund 10 Milliarden US-Dollar, die sich Herr und Frau Smith landesweit zum Highlight des Jahres gönnen. Übrigens machen die Pizza-Lieferdienste mit rund 11 Mio Pizzen ca. ein Drittel ihres Jahresumsatzes an nur diesem einen Tag.

Link:

www.nfl.com

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