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Fett – Es kann auch gesund sein

Über Geschmack lässt sich ja streiten! Keine Frage! Allerdings steht fest, dass gerade in der Küche Fette eine entscheidende Rolle spielen. Schliesslich agieren sie zumeist als Geschmacksträger. Was wäre etwa eine Rindssuppe ohne Fett? Oder gar ein Schweinsbraten? Kaum vorzustellen! So manch Einer jedoch lehnt dies ab. Nicht weil er sich davor ekelt, sondern aus vermeintlich gesundheitlichen Gründen. Oh – da höre ich schon einige laut aufschreien: Arterienverkalkung, Diabetes, Gicht, …! Mag ja alles sein, doch weshalb spuckt die grösste aller Suchmaschinen 3.350 Ergebnisse aus, wenn nach der „Fettlüge“ gesucht wird?

Die grösste Studie wurde von den Forschern des National Centers for Health Statistics und der Cornell University Ithaca/New York im Jahr 1996 anhand der Daten von 600.000 Personen durchgeführt. Studiengrundlage war die Frage nach dem Gesundheitsrisiko für die unterschiedlichen BMI-Werte. Dementsprechend trat die geringste Letalitätsrate in der Gruppe der Nichtraucher mit BMI-Werten von 23 bis 29 auf. Dabei beginnt ab einem BMI-Wert von 25 das Übergewicht! Bei den Frauen lag die geringste Mortalitätsrate gar bei einem BMI-Wert von 18 bis 32 unter den Nichtraucherinnen – ab einem BMI von 30 spricht man von adipös!

Eine Fettreduktion und/oder Fettmodifikation hat hingegen keine signifikanten Auswirkungen auf die Sterblichkeit!“

(Lee Hopper, University Dental Hospital of Manchester)

Jahrzehntelang lebten wir mit dem guten Tipp unserer Eltern: „Fett macht fett!“ In den 80er-Jahren wurden von der Pharmaindustrie gar so manche Mittelchen auf den Markt gebracht, die Fette unverdaut durch den Körper schleusten oder es aus der Blutbahn holten: Die Lipid- und Cholesterin-senker! Und dabei beruhte alles nur auf einem medizinischen Fehl-schluss: Die Zahl der Herzinfarkte nahm nicht etwa aufgrund dessen ab! Verantwortlich dafür war ein Zusatzstoff in diesen Medikamenten. Diese Statinen (Cholesterol-Synthese-Hemmstoffe) wirken zudem nämlich entzündungshemmend. DAS dürfte ausschlaggebend für ein gesünderes und problemloseres Herz-Kreislaufsystem gewesen sein („kardiopro-tektiver Effekt“), nicht die Fettreduktion! US-Wissenschaftler haben nun sogar vor der einseitigen Fettreduktion und deren langfristigen Folgen gewarnt. Das Team um Prof. Dr. Walter C. Willet von der Bostoner Harvard University kam in der bislang grössten Langzeitbeobachtungsstudie auf viele so gar nicht erwartete Überraschungen. Insgesamt 150.000 Menschen nahmen an dieser Untersuchung teil. Somit kann also durchaus von repräsentativ gesprochen werden, wenn die täglich zugeführte Menge an Fett nicht signifikant mit der Zahl der Herzinfarkte korreliert. Wird beispielsweise der Fettanteil in der täglich zugeführten Energie um 25 % gesenkt, so beeinflusst dies die Blutfettwerte nur in einer Höhe von gerade mal 3 %. So konnte in dieser Studie festgestellt werden, dass trotz eindeutiger Fettreduktion in der Ernährung die Studienteilnehmer trotz-dem an Gewicht zulegten. Selbiges ist auch in Südafrika zu erkennen: 60 % der dortigen Bevölkerung leiden an Übergewicht – dies obgleich sie aber nur 22 % der Kalorien als Fett zu sich nehmen. Im Vergleich dazu die Eskimos, oder auch die Maasai, die einen Fettanteil von bis zu 60 % der Gesamtkalorien gut verarbeiten. Dort gibt es weitaus weniger Arterio-sklerose-Fälle als in beispielsweise Deutschland, wo der Fettanteil bei 36 % liegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt max. 30 %.

Der auf Ernährungsfragen spezialisierte Buchautor Michel Montignac erklärte das wie folgt: Für Übergewicht bzw. Fettleibigkeit zeichnet oftmals die übermässige Ausschüttung von Insulin verantwortlich (Hyperinsulismus). Insulin sorgt für die Einlagerung von Fett (Lipogenese). Somit ist die vermehrte Insulin-Produktion nicht etwa eine Folge von Übergewicht, sondern ein auslösender Faktor dafür. Montignac, der selbst schon als Kind über längere Zeit hinweg an Übergewicht litt, entwickelte deshalb die nach ihm benannte Methode mit den zwei Grundpfeilern:

1.) Kalorienreduziertes Essen ist unwirksam!

2.) Auswahl der Lebensmittel nach ihren ernährungsspezifischen Eigen-schaften und ihrem Stoffwechselpotential

Zu Punkt 1 möchte ich das Ergebnis zweier Studien erwähnen:

.) Adrian F. Heini spricht nach der Auswertung seiner Studie „Divergent trends in obesity and fat intake patterns“ aus dem Jahr 1997 vom „American Paradox“.

.) Rolland-Cachera MF. und Bellisle F. untersuchten 1986 in der Studie „No correlation between adiposity and food intake: why are working class children fatter?“ den Zusammenhang zwischen Adipositas bei Kindern im Alter von 10 Monaten bis hinauf zu 8 Jahren aus der Arbeiterklasse und dem gehobenen Bürgertum mit ihrer Ernährung.

Etwas komplizierter erscheinen die „ernährungsspezifischen Eigen-schaften und das Stoffwechselpotential“. Demnach sollten die Kohlen-hydrate nach ihrem GLYX-Wert (GI) ausgesucht werden. Eine in der Tat umstrittene Meinung, da nicht alle Experten davon ausgehen, dass der Glykämische Index bei der Vermeidung von koronaren Herzerkrankungen und Diabetes behilflich sein kann. Andere wiederum halten es als einziges probates Mittel, das Idealgewicht halten zu können.

Im Glykämischen Index werden kohlehydrathaltige Lebensmittel nach ihrer Wirksamkeit auf die Blutzuckerproduktion unterschieden (Prozent an Blutzucker nach der Einnahme von 50 g Kohlehydrate). Lebensmittel mit einem niedrigen GI ergeben weniger Blutzucker und Blutfette. Es wird somit weniger Insulin produziert und weniger bis gar kein Fett als Speicherfett angelegt. Bei sehr niedrigem GI kann solches schädliches Speicherfett gar abgebaut werden, obwohl Kohlehydrate in der Nahrung waren. Das kann nicht nur Otto Normalbürger helfen, Übergewicht zu vermeiden, sondern spielt beispielsweise auch im Ausdauersport eine entscheidende Rolle: Während des Wettkampfes Nahrungsmittel mit einem mittleren bis hohen GI, damit mehr Energie durch Glukose bereitsteht.

Diese Überlegung wird schon seit geraumer Zeit etwa durch die europäische Studiengruppe für Diabetes und Ernährung, aber auch inzwischen durch die Weltgesundheitsorganisation WHO vertreten – Organisationen aus den USA hingegen widersprechen dem, da etwa Messungen bei derselben Person oftmals nicht wiederholbar sind. Der GI wurde ebenso in den 80er Jahren entdeckt. In einer Studie kam an’s Tageslicht, dass Haushaltszucker den Blutzuckerwert weniger stark ansteigen lässt als beispielsweise Weissbrot. Weshalb dies so ist, konnte hingegen nicht erklärt werden, da es keinerlei Hinweise gab, wieso dies der Fall ist. An der Struktur des Zucker (Mono-, Polysaccharide) lag es ebenso wenig wie an den Ballaststoffen. Die unterschiedlichsten Faktoren beeinflussen den GI: Bestandteile, deren Verarbeitung und schliesslich die Zubereitung des Nahrungsmittels.

Der Glykämische Index wird vom Traubenzucker (Glukose) angeführt. Er weist einen GI von 100 auf, da dieser Zucker direkt in’s Blut übergeht. Klebriger weisser Reis weist im Vergleich dazu einen GI von 87 auf, Cola 63, Müsliriegel mit Trockenfrüchten 61, Möhren 47 und Erdnüsse 14. Auch ich war verdutzt – schliesslich ging ich bisher davon aus, dass Erdnüsse ganz gewaltig auf die Hüften schlagen. Doch beeinflusst die Einnahme eines Nahrungsmittels mit niedrigem GI-Wert nicht nur die Insulin-Produktion. Gleichzeitig wird nämlich die Produktion des Glukagons gehemmt. Dies führt dazu, dass die Glukose rascher in die Muskel- und Fettzellen gelangt und dort als Glykogen zwischen-gespeichert wird. Durch diese sog. „Anabole Stoffwechsellage“ kann der Körper trotz zu niedrigem Blutzucker (Unterzuckerung) auch weiterhin Glukose auf niedrigem Niveau verbrennen – bis zu vier Stunden nach der Mahlzeit. Zudem wird die Bildung freier Fettsäuren gehemmt.

Bei der Zuführung von Nahrung mit hohem GI-Wert hingegen führen der abnehmende Blutzuckerspiegel und die Fettsäuren zu einer hormonellen Gegensteuerung des Körpers: Die Glykogenolyse wandelt dabei das Glykolen in Glukose-1-Phosphat und Glukose um, die Glukoneogenese bildet D-Glukose aus organischen Nicht-Kohlehydratvorstufen (wie etwa Dihydroxyacetonphosphat, Oxalacetat und Pyrovat). Ausserdem steigen die freien Fettsäuren stark an. Dieser „Fastenzustand“ kann bei Ausbleiben von Energieträgern aufgrund des Absinkens des Blut-zuckerspiegels bereits nach zwei bis drei Stunden erfolgen – man bekommt Hunger und braucht erneut Nahrung! Ernährungsspezialisten sprechen auch von einem Teufelskreis: Nach einer Nahrung mit hohem GI-Wert wird vermehrt Insulin produziert, was zu einem rascheren Absinken des Blutzuckerspiegels führt. Anstelle der Fettverbrennung führt der Körper eine Kohlenhydratoxidation durch – die Geburtsstunde von Übergewicht!.

Diverseste entsprechende Studien an Testpersonen mit Übergewicht, das durch erhöhte Insulinproduktion ausgegangen ist, untermauerten diese These. Wurde ihnen Nahrung mit niedrigem GI-Wert verabreicht, so verloren sie mehr an Gewicht als die Kontrollgruppe.

Lebensmittel ohne Kohlehydrate, wie Fisch oder Fleisch, beeinflussen den Blutzuckerwert gar nicht oder indirekt. Damit aber auch diese Nahrungs-mittel erfasst sind, gibt es den „Glykämischen Load“ (GL). Er bezeichnet die glykämische Gesamtbelastung der tatsächlich verzehrten Standard-Portion eines Lebensmittels. So besitzt eine Scheibe Weissbrot einen Kohlehydratgehalt von 14 g, einen GI von 73 % und einen GL von 10,22 (0,73 x 14).

Wie aber wirkt sich dies nun auf Diabetes-II aus? Medizinische Unter-suchungen haben aufgezeigt, dass der Krankheit zumeist eine Phase der vermehrten Insulinproduktion vorausgeht, gefolgt von einer Phase der Insulin-Resistenz. Werden zuvor also Nahrungsmittel mit stets hohem GI-Wert zugeführt, so kann dies nach dem erklärten Konzept die Entstehung von Diabetes-II fördern, da die insulinproduzierenden Beta-Zellen stets auf Hochtouren laufen müssen und dadurch geschädigt werden.

Etwas anders das Szenario bei den Blutfetten! Die Lipidsenker der 80er Jahre betrafen vornehmlich das Cholesterin und die Triglyceride. Beide sind eigentlich unschädlich (in entsprechender Konzentration) und erfüllen sehr wichtige Funktionen. Zu hohe Konzentrationen jedoch sind die Ursachen für Arteriosklerose (Arterienverkalkung) sowie mehreren Herz- und Kreislauf-Krankheiten, wie dem Herzinfarkt und dem Schlag-anfall. Liegt der Cholesterin-Gehalt im Blut bei 160 mg%, so lagert sich dieses Fett bereits vorübergehend an den Blutbahnen an, ab einem Gehalt von 200 mg% für längere Zeit. Der vermehrte Konsum von tierischen Fetten kann das begünstigen.

Beim Cholesterin wird zwischen dem „guten Cholesterin“ HDL und dem „bösen Cholesterin“ LDL unterschieden. Sinkt der HDL-Wert, so kann das LDL nicht mehr aus den Gefässen herausbefördert werden. Ergo: Je höher der HDL-Wert, desto geringer ist das Risiko einer Arterienverkalkung. Dem entgegenwirken kann man mit fettarmer und leichter Nahrung sowie körperlicher Bewegung. Dadurch kann der Cholesterin-Spiegel um 10 bis 15 % gesenkt werden. Sollte dies nicht mehr ausreichen, so müssen Lipidsenker eingenommen werden. Sie arbeiten auf unterschiedliche Weise:

.) Cholesterinsynthese-Hemmer

Diese Medikamente setzen direkt in der Leber an. Der Körper wird daran gehemmt, eigenes LDL-Cholesterin aufzubauen. Dadurch entnimmt das Organ mehr LDL dem Blutkreislauf, damit der Bedarf des Körpers gedeckt wird. Je nach Dosis des Medikamentes kann dies zu einer LDL-Senkung von bis zu 55 % führen. Auch die Triglyceride werden leicht gesenkt, das HDL-Cholesterin hingegen leicht angehoben. Vor einer solchen Therapie muss jedoch eine Cholesterin-senkende Diät abgehalten werden.

.) Fibrate

Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel der Leber indem sie durch die Aktivierung der Lipoproteinlipase die Triglyceride senken. Dadurch werden die Fettsäuren oxidiert. Auch hierbei wird die HDL-Produktion des Körpers angeregt, die Konzentration des Gesamtcholesterin und des LDL hingegen gesenkt.

.) Ionenaustauscher

Diese Arzneimittel binden die Gallensäure im Darm, die ansonsten rückresorbiert wird. Dadurch würde ansonsten auch das LDL-Cholesterin resorbiert. Nun muss die Leber mehr Gallensäuren produzieren, wodurch der LDL-Wert gesenkt wird (20-30 %). HDL und Triglyceride können jedoch leicht ansteigen.

.) Cholesterinresorbtions-Hemmer

Diese Medikamente enthalten den Wirkstoff „Ezetimib“. Er verhindert die grundsätzliche Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung, der Galle und den Phytosterolen (pflanzlich-chemische Verbindungen) durch den Darm um bis zu 50 %. Damit greift das Medikament nicht über die Leber an. LDL-Cholesterin kann hierdurch um bis zu 20 % gesenkt werden.

Sollten all diese Massnahmen nicht fruchten, muss eine Blutwäsche durchgeführt werden.

Zuletzt noch eine weitere Studie, durchgeführt von Prof. Dr. Robert H. Knopp von der Northwest Lipid Research Clinic in Seattle. Er untersuchte vier verschiedene, zufällig zusammengestellte Probanden-Gruppen im Hinblick auf Gewichtszunahme bei unterschiedlicher Fettzugabe in der Ernährung. Nach einem Jahr konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden – ausser: Bei der Gruppe mit der geringsten Fettaufnahme stiegen die Triglyceride um 39 % an.

Resümee:

Zu hoher Fettkonsum ist nicht für viele der bisher insofern angenommenen Krankheiten verantwortlich!

Tipp:

Essen Sie nur dreimal täglich mit max. 500 Kilokalorien pro Mahlzeit nach der Montignac-Methode und nach dem Glykämischen Index! Kohle-hydrathaltige Zwischenmahlzeiten regen die Insulinproduktion zu stark an!!!

Filmtipps:

.) Die Wahrheit über Fett; Doku; WDR

Lesetipps:

.) Ran an das Fett: Heilen mit dem Gesundmacher Fett; Dr. Anne Fleck; Wunderlich 2019

.) Fett!: Unterhaltsames und Informatives über fette Lügen und mehrfach ungesättigte Versprechungen; Ulrike Gonder; Hirzel 2009

.) Fettlogik überwinden; Nadia Hermann; Ullstein Taschenbuchvlg 2016

.) Die Fettlüge – Warum Diäten nicht schlank machen; Treutwein, Norbert; Südwest-Verlag

.) LOGI. Das Buch: Das Beste aus 20 Jahren; Systemed Verlag 2019

.) LOGI-METHODE. Glücklich und schlank: Mit viel Eiweiss und dem richtigen Fett. Das komplette LOGI-Basiswissen; Dr. Nicolai Worm; Systemed Verlag 2018

.) Stopp Diabetes – Raus aus der Insulinfalle dank der LOGI-Methode; Ulrike Sonder/Katja Richert; Systemed Verlag 2011

.) Glyx-Diät. Das Kochbuch; Marion Grillparzer/Martina Kittel; Graefe und Unzer Verlag 2004

.) Schlank mit dem glykämischen Index; Maroni Sulzberger/Lotti Bebte; AT Verlag 2004

.) Big Fat Lies; Dr. Glenn Ganser;

.) Will high-carbohydrate/low-fat diets reduce the risk of coronary heart disease?; W.C. Willet;

Links:

www.bda.uk.com

www.diabinfo.de/

www.diabetesstiftung.de/leben-mit-diabetes/diabetes-was-ist-das

diabetes.or.at

eatsmarter.de

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Das Christkind bringt allen etwas

Hallo? Der Sommer hat gerade erst begonnen und der Stock hat schon wieder Weihnachten im Sinn! Wenn Sie nun denken sollten, ich leide unter Zeitgefühls-Verlust oder bin gar plemplem, so mögen Sie im Allgemeinen damit vielleicht gar nicht mal so falsch liegen! Doch hat dies mit dem heutigen Thema wenig zu tun! Klimatologen nämlich lassen in diesen Tagen aufhorchen: Das Klimaphänomen „ El-Niño“, das in unregel-mässigen Abständen in Südamerika für teils katastrophale Weihnachten sorgt, baut sich derzeit im Pazifik auf. Und heuer könnte es einen „Mega- El-Niño“ geben!

“Die Wahrscheinlichkeit, dass sich El-Niño-Bedingungen zwischen Mai und Juli 2026 entwickeln, liegt bei 82 Prozent, für den Winter sogar bei 96 Prozent.“

(Emily Becker, Ozean- und Atmosphärenforscherin der US-Klimabehörde NOAA)

Im entscheidenden Teil des Pazifiks liegen derzeit die Tempreraturen um 2 Grad über dem Normalwert. Kein gutes Zeichen – diesen Wert hatten wir bereits in den Jahren 1982, 1997 und 2015 – in diesen Jahren wütete El-Niño ohne Rücksichtg auf Verluste!

2016 wurde nahezu ganz Paraguay überflutet (der El-Niño der Jahre 2015/16 hatte sich bereits 2014 angekündigt), ein Jahr später Ecuador, Peru und mit Einschränkungen auch Kolumbien! Obgleich es der darauf folgende US-Präsident Donald Trump nicht wahrhaben wollte: Die Klima-Kapriolen, verursacht durch die Verschmutzung der Atmosphäre durch Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan, Schwefeloxide etc. werden noch viele Zerstörungen hervorrufen und sehr viel Leid bringen. Da kann man als reicher Mann in seinem eigenen Hochhaus oder als US-Präsident im sicheren Weissen Haus sitzen und noch so viele Witze reissen – es ist schlichtweg pietätlos über Menschen zu lachen, die in den Fluten ertrinken oder aufgrund der Dürre verhungern! Deshalb forderte damals auch Trumps Amtskollege aus Peru, Präsident Pedro Pablo Kuczynski, mehr Massnahmen gegen den Klimawandel zu setzen. Dessen Nach-folger, Pedro Castello, der derzeit 11 Jahre absitzen muss – versuchter Staatsstreich) hingegen liess die Zügel im Andenstaat in dieser Hinsicht wieder schleifen: Illegaler Bergbau ruiniert erneut die Pampa und das Naturschutzgebiet Tambopata, die Abholzung des Waldes schritt voran – 2020 wurden unter Präsident Martin Vizcarra mehr als 200.000 Hektar Wald gerodet, die Wiedereinsetzung des damals willkürlich abgesetzten Vorsitzenden der Nationalagentur für Forst und Wildleben, Alberto Gonzales-Zúñiga, wurde durch Regierungsintervention verhindert, Koka-sträucher werden zu Tausenden gepflanzt … Man muss keine Universität besucht haben um schlusszufolgern, dass Unwetter rasch wieder zu Umweltkatastrophen führen können. Denn: Was früher im regelmässigen Abstand von vier Jahren auf die Bevölkerung zukam, ist nun durchaus jedes Jahr möglich!

Verantwortlich für viele der Katastrophen weltweit zeichnet ein Wetterphänomen, das als „El Niño“ (in diesem konkreten Fall „Das Christus-Kind“) bekannt ist. Der Experte spricht von „ENSO – der El Niño Southern Oscillation“ und versteht hierunter die „ungewöhnlichen, azyklischen Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System“. Vereinfacht ausgedrückt: Anomalien in der Meeres-Oberflächen-temperatur.

Peruanische Fischer haben das Phänomen erstmals 1891/92 zur Weih-nachtszeit beobachtet und deshalb diesen Namen gewählt. Ähnlich wie im Atlantik der Golfstrom, den ich an dieser Stelle ja bereits erklärt habe, steckt auch hier ein riesiger Strom dahinter: Der Humboldtstrom. Er liefert kühles und nährstoffreiches Wasser an die Küste von Peru, das durch die Passatwinde noch schneller aufgetrieben wird. So hat das Wasser zur Weihnachtszeit bei Indonesien rund 28, vor Peru nurmehr 24 Grad. El Niño nun sorgt dafür, dass die Passatwinde ausbleiben, die Durchmischung nicht mehr funktioniert. Der kalte Humboldtstrom wird schwächer oder kommt gar zum Erliegen. Das Wasser erwärmt sich vor der Küste des Andenstaates, während es vor Australien und Indonesien kälter wird. An sich kein Problem, wird dies doch durch Südostwinde normalerweise ausgeglichen: Während im Ostpazifik ein Hochdruckgebiet entsteht, fällt im Westpazifik, der Luftdruck. Dadurch wird unter normalen Umständen diese sehr feuchte Luft in Richtung Indonesien angezogen („Walker-Zirkulation“). Dort treffen alsdann Südost- und Nordostpassat aufeinander („innertropische Konvergenzzone“). Diese Passatwinde entstehen dadurch, dass sich die Luftmassen durch die senkrecht stehende Sonne erwärmen und in Richtung Pole ziehen. Über den Wendekreisen sinken sie wieder ab und ziehen zum Äquator zurück („Hadley-Zirkulation“). Dabei blasen sie ungeheuerliche Wassermassen vor sich her, was dazu führt, dass der Meeresspiegel in Indonesien um ganze 60 cm höher als in Peru ist. Die Grenzfläche zwischen warmem Oberflächen- und kaltem Tiefenwasser (Thermokline) liegt normalerweise im Osten bei 30, im Westen hingegen bei 150 m. El Niño sorgt aber dafür, dass die Luftmassen und mit ihnen auch das warme Oberflächen-wasser zungenförmig gegen die südamerikanische Küste klatschen.

Die Folgen bleiben selbstverständlich nicht aus: Das Plankton in den oberen Wasserschichten stirbt ab, die Fische haben nichts mehr zu futtern, wandern ab oder sterben. Die Robben verhungern oder werden krank. Ganze Nahrungsketten können zusammenbrechen – in einer Region, in der in normalen Jahren etwa zehnmal so viele Fische wie ansonsten gefangen werden können. Auch den Korallenbänken geht’s an den Kragen. 1997/98 gingen etwa 1/6 aller Riffs weltweit kaputt, da sich die symbiotischen Algen von ihnen trennen und Pigmente abgestossen werden – das Leben entweicht, es kommt zur Korallenbleiche. Am besten war dies am Great Barrier Reef bei Australien zu sehen. Dieses erholt sich nun etwas, wird aber immer anfälliger gegenüber Einflüsse. Verantwortlich dafür ist Stress, der etwa durch zu warme Temperaturen verursacht werden kann.

Zudem verdunstet das wärmere Wasser schneller. Während der Über-schwemmungskatastrophe in Peru war dort der Pazifik um nicht weniger als fünf Grad Celsius wärmer als üblich in dieser Jahreszeit. Steigt nun die extrem feuchte Luft an den Anden auf, beginnt es zu regnen. Fatal für Peru und auch Kolumbien, da in beiden Ländern grossflächige Abhol-zungen dazu führen, dass das Wasser nicht mehr im Regenwald gespeichert wird, sodass es samt der Schlammmassen und Geröll zu Tale donnert.

Dieser Beitrag ist 9 Jahre alt – davor gab es auch Hochwasser in Peru – vier Jahre vorher. Die nächsten reissenden Fluten jedoch kamen bereits im Jahr 2019 und nun praktisch jährlich, zuletzt im Februar dieses Jahres.

Zurück zum Pazifik: Aufgrund des warmen Wassers – das ja oben fliesst – steigt der Meeresspiegel um rund 30 cm. Durch die Ostwinde wird dieses in Richtung Südamerika getrieben wird. Der Humboldtstrom hatte es ansonsten abgekühlt, wodurch das Wasser absinkt. Nicht weniger als 23 Häfen mussten in Peru während des Naturereignisses geschlossen werden.

Die globalen Auswirkungen sind noch extremer. Während es an der kompletten südamerikanischen Westküste wie aus Eimern schüttet, werden die nördlichen Pazifikküsten trockener! In Kalifornien herrscht seit Jahren Wasserknappheit da immer weniger Schnee die Sierra Nevada als Wasserressource bedeckt. Um dem entgegen zu wirken wurden riesige Baumassnahmen gestartet: Staudämme, Kanäle, Leitungen. Zirka 3/4 des Nutzwassers des Bundesstaates kommt aus dem Norden, der Süden aber verbraucht rund 80 % davon. Dennoch zu wenig – Millionen Bäume vertrocknen, brennen nieder oder werden vom Borkenkäfer befallen. Schon vor Beginn dieses Jahrzehnts sprach der damalige Gouverneur Brown vom schlimmsten Waldsterben der jüngeren Geschichte Kaliforniens. Auch die riesigen Mammutbäume im Norden des Landes sind hiervon betroffen.

Zudem fehlt in Südost-Asien und Australien der Regen – Dürre und Buschfeuer sind die Regel. So produzierten die Waldbrände 2015 in Indonesien mehr CO2 als die kompletten Vereinigten Staaten im selben Jahr und verursachten einen Schaden von ca. 16 Mio Dollar! Anfang 2020 wüteten im australischen Busch nicht weniger als 11.400 Feuer. Die „Black Summer“-Brände führten zur verheerendsten Buschbrand-Saison in der Geschichte des Kontinents. Das wiederum beeinflusst das Welt-klima: Pyro-Kumulonimbuswolken („PyroCbs“) verfrachten Qualm und damit Unmengen an Partikeln in die obere Troposphäre bis sogar in die untere Stratosphäre, die sich dadurch erwärmt. Dadurch sinkt der schützende Ozongehalt dieser Atmosphärenschicht.

Der Monsum auf dem indischen Subkontinent verschiebt sich, wird intensiver oder kommt gar nicht. Riesige Wirbelstürme entstehen vor Mexiko (etwa „Katrina“ 2005, „Mitch“ 1998, „Maria“ 2017 oder „Dolly“ 2026), die bei ihrer Reise in Richtung Norden unglaubliche Schäden anrichten.

Aber auch der afrikanische Kontinent leidet darunter. Während etwa Kenia und Tansania übermässig Regen abbekommen, fehlt dieser im südlichen Afrika wie Sambia, Simbabwe, Mosambik und Botswana und zudem Äthiopien.

Auch an den Polkappen ist das pazifische Wetterphänomen zu spüren: Im Sommer verliert die Arktis rund 2,6 Million Quadratkilometer ihres Eises zu viel (Tendenz zunehmend). Die NASA hat zudem nachgewiesen, dass 2016 auch das Meereis in der Antarktis durch das Christkind aus dem Pazifik verringert wurde. Die Experten sprechen von rund 19 Mio Quadratkilometern im Oktober – das wären rund 1 Mio weniger als noch im Rekordjahr 2014.

Mögliche Auswirkungen auf Europa sind noch nicht geklärt – nur die mehr als kalten Winter 1941/42 (Russlandfeldzug des Dritten Reichs) und 2009/2010 können auf das Wetterphänomen zurückgeführt werden. Derzeit geht die Wissenschaft davon aus, dass ein stärkeres Frühjahrs-regenband in El Niño-Jahren von Südengland bis nach Zentralasien zieht – das aber ist noch nicht erwiesen.

Alle zwei bis acht Jahre treten diese Wetterphänomene auf. In den anderen Jahren kann es nach einer Übergangsphase zum gegenteiligen Effekt kommen: Einer Verstärkung des normalen Zustandes – bekannt als „La Niña“ („kleines Mädchen“): Der östliche Pazifik kühlt ab – Indonesien bekommt einen sehr nassen Herbst, während in Peru zwei Monate später Dürre herrscht. Je heftiger der vorherige El Niño war, desto schneller tritt La Niña ein. Grössere El Niño-Ereignisse gab es in den Jahren 1997/98 und 2015/16. Das grösste Ereignis aber betrifft die Jahre 1982/83: Über drei Millionen Hektar Wald verbrannten nur auf Borneo; Bolivien, Ecuador und die Westküste der USA gingen im Wasser unter, Hawaii und Tahiti wurden von Wirbelstürmen heimgesucht – Experten sprechen von einem weltweiten Schaden von acht Milliarden Dollar. Die Wassertemperatur lag sieben Grad über dem Durchschnitt, das erwärmte die Umfeld-Lufttemperatur um rund 1,5 Grad (normal in El Niño-Jahren sind 0,25 Grad). 2015/16 gab es riesige Flächenbrände auf Australien und Indo-nesien, während in der Atacama-Wüste in Chile nach respektablen Regenfällen ein Blumenmeer zum Vorschein kam. Ostafrika wurde von Starkregen, Überflutungen und Erdrutschen heimgesucht, während im Norden Brasiliens eine Dürrekatastrophe herrschte. Gleichzeitig allerdings stieg der Pegel des Parañas im Süden des Landes um bis zu acht Meter.

Einige Klimaforscher beobachteten in El-Niño-Jahren Veränderungen bei der Intensität der Sonneneruptionen. Alle elf Jahre verändern sich zudem die Sonnenflecken durch heftige Entladungen an der Oberfläche der Sonne. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Klimaerwärmung entscheidend zur Häufigkeit und Stärke des El-Niño-Phänomens beiträgt. Was allerdings tatsächlich diese Umkehr der Walker-Zirkulation auslöst, bleibt weiterhin unerforscht! Auch die Vorhersage der Stärke ist nahezu unmöglich! Fakt jedoch ist, dass sich diese Umweltkatastrophen häufen – auch in diesem Jahr müssen sie einberechnet werden!

Lesetipps:

.) Super El Niño; Li-Ciao Hong; Springer 2016

.) Fernwirkungen des El Nino und seine historischen Aspekte; Paulina Holbreich; GRIN Verlag 2016

.) El Niño: Klima macht Geschichte; César N. Caviedes; Primus 2005

.) Stichwort El Niño; Christian Eckert; Heyne 1998

.) Die Erde hat ein Leck (und andere rätselhafte Phänomene unseres Planeten); Axel Bojanowski; DVA

.) La Jungle, la nation et le marché. Chronique indonésienne; Frédéric Durand; L’Atalante 2001

.) Das Meer – Wasser, Eis und Klima; Petra Demmler; Verlag Eugen Ulmer 2011

.) El Nino and the Southern Oscillation; Allen J. Clarke; Elsevier Science 2008

Links:

– www.enso.info

– www.imk.kit.edu

– www.geomar.de

– www.pik-potsdam.de/de

– ethz.ch/de.html

– www.egu.eu

– iprc.soest.hawaii.edu

– www.climate.gov/enso

– www.jcu.edu.au

– www.weather.gov/fwd/indices

– www.realclimate.org

– worldweather.wmo.int/de

– www.bom.gov.au

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Currywurst, Burger, Pizza – macht Fast Food doof???

“Wisst’s, was die billigste warme Mahlzeit in Österreich ist? Ist nicht gesund, aber sie ist billig: ein Hamburger bei McDonald’s!“

(Karl Nehammer, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler)

Seit nahezu Jahrzehnten versuchen Ernährungswissenschafter und Gesundheitspolitiker die Eltern von der Bedeutung der gesunden Jause für die heranwachsenden Kleinen zu überzeugen. Fast ebenso lange weisen Sozial- und Armutsforscher darauf hin, dass die Armut allerorts ansteigt. Und schliesslich kämpfen Vegetarier und Veganer für einen besseren Umgang mit Tieren etwa auch durch einen wesentlichen Preisanstieg von Fleisch- und Wurstwaren! Da kommt urplötzlich der damalige österreich-ische Bundeskanzler Karl Nehammer daher und betont in einer Diskus-sionsrunde zu den Themen warme Mahlzeiten für Kinder, DDR und Sozialpartnerschaft in Österreich, dass sich auch die sozial unterste Schicht, die Klein- und Kleinstverdiener, eine warme Mahlzeit pro Tag leisten können! Ein klatschende Ohrfeige (österr.: “a Watsch’n”) ins Gesicht der Forscher und Umwelt- bzw. Ernährungsaktivisten, aber auch eine mehr als populistische Wortmeldung eines Gutverdieners auf Kosten jener, die unbescholten durch eine Krankheit, einen Unfall, eine Trennung oder eine Kündigung wegen Insolvenz des Unternehmens, Produktions-auslagerung oder einfach aufgrund ihres Alters nicht mehr wissen, wie es morgen weitergehen soll! Na – zumindest hat er darauf hingewiesen, dass diese “Billigernährung” nicht ganz gesund ist und damit indirekt wieder bestätigt, dass sich die finanziell Schwachen nicht richtig ernähren und zudem nicht beim Produzenten von nebenan einkaufen können. Übrigens hat die Österreichische Volkspartei (ÖVP) diese Aussage Nehammers inzwischen bestärkt, obgleich dies mit “Volk” wenig zu tun hat! Zudem hat der Herr Bundeskanzler kostenlose Werbung für etwas gemacht, das nicht wirklich einer ausgewogenen Ernährung entspricht. Wie einst die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit Nestlé.

Doch – wie ist das wirklich mit den Burgern bzw. dem Fastfood???

Es war einmal eine kluge Frau aus Hamburg, die wusste nicht so recht, was sie ihren Lieben zu Mittag servieren sollte. Da kam sie auf die Idee, eine plattgedrückte Frikadelle in ein Brötchen zu legen und diese mit Mostrich und Ketchup zu würzen und mit einem Blatt Kopfsalat sowie einem Tomatenring zu verzieren! Das war die deutsche Version – die österreichische geht in etwa so: A gonz a wiffe Frau (der Begriff “Oide” ist diskriminierend und mir zu negativ behaftet – sorry!), irgendwo aus Deitschlond, hot net wirklich g’wusst, was sie zu Mittag auf’n Tisch bringen sollt. Do hot sie da Geistesblitz troff’n und sie hot a Flaaschlaberl g’nummen und flachdruckt in a Semmerl einigeb’n. Zum Würz’n an Senf und Ketchup, garniert mit am grünen Salot und aner Scheib’n von am Paradeiser!!!

Das war die Geburtsstunde des Hamburgers (kurz: Burger)! Schöne Geschichte – oder? Ob dies wirklich so gelaufen ist, kann heute niemand mehr nachvollziehen. Im Englischen versteht man unter “hamburger” jegliche Art von zubereitetem mageren Rinderhackfleisch, während im deutschen Sprachgebrauch das Gesamtgebilde als solches so bezeichnet wird. Ob nun diese Zusammenstellung aus der deutschen Stadt Hamburg oder der amerikanischen Stadt Hamburg bei Buffalo (US-Bundesstaat New York) benannt worden oder vielleicht doch aus „ham“ und „burg“ entstanden ist – wen interessiert’s! Hauptsache es schmeckt! Und dass es offenbar schmeckt, zeigen die nahezu konstant bleibenden Umsatzzahlen der beiden Platzhirsche am Markt. Dafür sind aber auch die unterschiedlichsten Marketing-Massnahmen verantwortlich, wie etwa der Veggie- oder vegane Burger. McD ist ohnedies immer wieder sehr kreativ, um auf sich aufmerksam zu machen. So etwa am 19. April 2011, dem “National Hiring Day” in den Vereinigten Staaten! Ronald M… stellte an diesem einen Tag nicht weniger als 50.000 neue Mitarbeiter ein. Eine Massnahme, die erforderlich wurde, da immer mehr seiner Filialen auch in der Nacht geöffnet haben! Ein durchaus gut gewählter PR-Gag, schliesslich beteiligten sich alle 14.000 Standorte an der Aktion und es wurden nicht nur Vollzeit-Arbeitskräfte sondern auch Aushilfen eingestellt, die nur stundenweise zur Verfügung stehen. Somit also als “relativ” anzusehen! Dadurch versuchte die Fast-Food-Kette ihren Ruf als schlechter Arbeitgeber (wie vor 28 Jahren durch Günter Wallraff an’s Licht gebracht) loszuwerden, meinten Marketing-Profis. Seither habe sich nicht wirklich viel geändert: Schlechte Bezahlung, Schufterei in der Küche, rüder Umgangston, Aushilfsjob für Studenten – dies prangerte der Aufdeckungsjournalist damals an. Die Konzernzentrale in München wies alles 2011 zurück: 45 % der in Deutschland tätigen Mc-Arbeitskräfte waren Vollzeitangestellte (Gesamt-Zahlen Stand 2023: Deutschland 65.000 Angestellte, Österreich 9.600, Schweiz 7.900 – Zahlen: McDonalds)!

Auch wenn Fastfood zumeist auf diese Burger beschränkt wird, so hat alsdann so mancher glühender Verehrer der Slow Food schon mal zu dem einen oder anderen Produkt aus dem “schnellen Bereich” gegriffen, ohne dies zu registrieren. Tatsächlich nämlich versteht man unter “Fast Food” all jenes, das möglichst rasch zubereitet oder als bereits fertige Speise über den Tresen (österr.: “Die Budel!”) gereicht und sofort verzehrt wird. Somit gehört die Berliner Currywurst oder die Wiener Eitrige hier ebenso hinzu wie das französische Baguette, die italienische Pizza oder der türkische Döner. Fast Food gibt es also in jedem kulinarischen Kultur-kreis. Ja – ich möchte sogar behaupten, dass auch der fix und fertige Salat aus dem Supermarkt die Voraussetzung erfüllt, in diesen immer wieder als ungesund abwertend bezeichneten Wortbereich des Fast Food aufgenommen zu werden! Doch diese meine Meinung wird die Ernährungsexperten auf die Barrikaden treiben, da hierdurch ein Feindbild aufgeweicht wird. Apropos Feindbild – für alle Gegner des Neu-Deutschen werde ich auch von “Schnellimbiss” reden – das trifft meines Erachtens ohnedies den Nagel besser auf den Kopf.

Bereits unsere Grossväter haben auf diese Form der Nahrungsaufnahme zurückgegriffen, wenn mal keine Zeit war, um ausgiebig zu dinieren. Trotzdem sind die meisten Eltern dagegen, dass sich ihre Kinder auf solche Art ernähren. Dies hat zwei Meinungen zum Hintergrund: Derartige Schnellimbisse sind arm an Nährstoffen, dafür aber reich an Salz und Fett – somit auch nicht gesund, da etwa Ballaststoffe oder Vitamine fehlen! Dies mag für so manches dieser Produkte stimmen, doch wird die Fleischscheibe eines solchen Burgers im Deutschen Lebensmittelbuch definiert als “grob entsehntes Rindfleisch mit gegebenenfalls Salz und Gewürzen” – ansonsten nichts mehr. Hinzu kommen alsdann die unterschiedlichsten Beilagen – so etwa auch Salat oder Tomaten. Sehr viele Tomatenhasser wurden bereits im einen oder anderen Burger-Restaurant beim leidenschaftlichen Verzehr dieser Weichbrötchen ertappt. Ich möchte damit nicht behaupten, dass ebensolche gesund sind! Dies etwa wurde durch den Selbsttest “Super Size me” des US-Amerikaners Morgan Spurlock aufgezeigt. Er hat sich 30 Tage lang nur über die Speisekarte des grössten Burger-Verkäufers ernährt. Bereits nach kurzer Zeit zeigte die Ernährungsstudie erste Auswirkungen – nicht unbedingt die positivsten. Spurlock wollte damit auf den miserablen Zustand der Schulkantinen und dem mangelnden Verantwortungsbewusstsein der Konzerne aufmerksam machen. Die Dokumentation wurde mehrfach ausgezeichnet.

Tja – auch ich muss zugeben, dass ich einmal pro Jahr diesen für die meisten Jugendlichen “anbetungswürdigen Ort der kulinarischen Einkehr” aufsuche – danach wird mir stets bewusst, weshalb ich dies nur einmal im Jahr mache. Zudem naht der Hunger nach dem ersten Burger sehr rasch erneut wie zuvor! Lassen Sie uns doch mal in medias res gehen und einen Vergleich anstellen:

1g Eiweiß = 4 kcal

1g Kohlenhydrate = 4 kcal

1g Fett = 9 kcal

1g Alkohol = 7 kcal

100 g Apfel haben 50 kcal, 11,0 g Kohlenhydrate, 0,4 g Fett und 0,3 g Protein

100 g Bambussprossen haben 17 kcal, 0,9 g Kohlenhydrate, 0,3 g Fett und 2,6 g Protein

100 ml Bier haben 41 kcal, 3,1 g Kohlenhydrate, 0,0 g Fett und 0,5 g Protein

100 g Bratwurst haben 286 kcal, 0,3 g Kohlenhydrate, 24,9 g Fett und 13,1 g Protein

100 g Eisbergsalat haben 13 kcal, 1,7 g Kohlenhydrate, 0,2 g Fett und 1,0 g Protein

100 g Rindfleisch haben 219 kcal, 0,0 g Kohlenhydrate, 11,3 g Fett und 27,8 g Protein

100 g Schweinefleisch haben 216 kcal, 0,0 g Kohlenhydrate, 11,5 g Fett und 26,8 g Protein

Sicherlich sollte dies nicht einzeln betrachtet werden. Hinzu kommen die Zutaten wie Senf, Ketchup, Pommes, Cola,… Begeisterte Kopfrechner werden ihre hellste Freude bei der Kalorienberechnung eines solchen Besuches bei Ronald oder beim King haben!!! Gleiches gilt selbst-verständlich auch für die Würstelbude von nebenan oder dem Pizzamann um die Ecke, der gerne nach Hause liefert! Eine 2005 durch US-amerikanische Wissenschaftler veröffentliche Langzeitstudie (Beobach-tungszeitraum: 15 Jahre) zeigt auf, dass der ständige Konsum solcher Produkte einerseits für Übergewicht sorgt, andererseits auch Diabetes Typ-2 begünstigt. Es kann sogar zu einer Art Heisshunger nach kalorien-reichem Essen kommen – möglicherweise durch das Hormon Ghrelin ausgelöst!

Parallel dazu allerdings macht Fast Food alsdann ungeduldig. Ich gehe zu all diesen Restaurants und Ständen, da ich weiss, dass das Essen binnen Sekunden vor mir steht. Dieser Meinung ist auch der kanadische Psychologe Sanford DeVoe von der University of Toronto, der gemeinsam mit Chen-Bo Zhong (Rotman School of Management) die Studie “You are how you eat: Fast Food and Impatience” in dem Fachmagazin “Psychological Science” veröffentlichte. Ergebnis: Durch den ständigen Besuch solcher Schnellimbisse werden wir ungeduldiger, da wir ständig an die Einsparmöglichkeiten in Sachen Zeit erinnert werden (Zeiteffizienz). Die Fast-Food-Probanden-Gruppe in dieser Untersuchung hatte zwar schneller gelesen, war allerdings wesentlich ungeduldiger als ihre Kollegen von der Kontrollgruppe und hatte einen grösseren Belohnungsbedarf!

Ob nun der schnelle Imbiss Auswirkungen auf die Intelligenz hat oder nicht, möchte ich hier und heute unbeantwortet lassen. Doch zeigten andere Studien, dass Fast Food und Softdrinks Kinder glücklicher machen. Somit lässt sich auch der Andrang der Kinder und Jugendlichen bei diesen Burger-Farmen erklären – sie sind hip, cool und gehören dazu. Eltern, die versuchen, ihren Nachwuchs auf andere Art und Weise glücklich zu machen, brauchen verflucht viel Fantasie und Möglichkeiten, betonen etwa Rodolfo Nayga (University of Arkansas) und Hung-Hao Chang (Universität von Taiwan) unisono (Journal of Happiness Studies).

Und übrigens macht dieser Schnellimbiss auch reich! So hat beispiels-weise der grösste Burger-Anbieter mit dem Mc in seinem Namen im Jahr 2024 alleine in Deutschland 4,3 Mrd. Euro Umsatz erzielt (im Corona-Jahr 2021 waren es 3,5 Mrd. – Zahlen: McDonalds). Weltweit waren es 2025 nicht weniger als 22,88 Milliarden Euro! Fast Food ist somit nahezu krisensicher! (Gesamtumsatz Fastfood 2025 in Deutschland: 30,49 Mrd. Euro). In Österreich erwirtschaftete der Mc-Tempel 2022 225 Mio netto (aktuelle Zahlen konnten nicht gefunden werden!), in der Schweiz werden de Umsatzzahlen seit 2019 nicht mehr bekanntgegeben – damals waren es 761 Mio CHF.

Dass den Kreativen die Ideen ausgehen, kann insofern keineswegs behauptet werden. Neben Kindergeburtstagen mit Betreuung werden inzwischen auch Hochzeiten angeboten!!! Daneben werden über 60 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energieträgern abgedeckt – PV-Anlagen, Bio-Shredder, Altöl-Pump-Anlagen, … gehören inzwischen bei Neu- oder Umbauten zum Standard!

Nette Anekdote zum Schluss: US-Bürger gehen gerne auch in Europa in die Filialen von US-amerikanischen Fastfood-Ketten. Nicht nur, da sie es von zuhause gewohnt sind, sondern auch deshalb, da die Burger weniger fett und die Restaurants hierzulande wesentlich sauberer als jenseits des grossen Teiches sind. Die hiesigen Hygiene-Skandale haben sie zumeist nicht mitbekommen!

Damit nicht auch ich dem Nehammer’schen Fehler verfalle und unbe-zahlterweise Werbung für den einen oder anderen Anbieter mache bzw. diesen Blog als Werbung kennzeichnen muss, verzichte ich an dieser Stelle auf Links und Buchtipps!!!

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Ebola – Strafe Gottes?

Eine der gefährlichsten, da tödlichsten Seuchen der Menschheits-geschichte hat inzwischen den Weg nach Europa gefunden: Ebola!

Ein infizierter US-Arzt aus dem Kongo befindet sich in der Berliner Charité in einer Sonderisolationsstation, nachdem die Trump-Regierung es abgelehnt hatte, ihn in die USA zu holen. Angeblich sei der Flug zu lange – tatsächlich wollte Donald Trump nichts mit dem Virus zu tun haben. Der Zustand des Patienten sei inzwischen stabil, die Viren-belastung gesunken, heisst es aus der Charité. Ich wünsche ihm alles Gute und eine baldige Besserung.

Am Pfingstmontag kam eine 19-jährige Mühlviertlerin aus Uganda zurück. Zwei Tage später verspürte sie Krankheitssymptome. Bei ihr war es gottlob falscher Alarm, wie zwei durchgeführte Tests aufgezeigt hatten. Die Oberösterreicherin hatte seit August 2025 als Freiwillige in einem Waisenhaus in Kampala gearbeitet.

Die aktuelle Ebola-Endemie ist am 24. April erstmals in der nordöstlichen Region Ituri des Kongos gemeldet worden: Ein Krankenpfleger. Inzwischen gibt es 60 Todesopfer zu beklagen, 344 Infizierte (Stand: 02. Juni 2026) – tatsächlich geht die Weltgesundheitsorganisation WHO jedoch von fast 1.000 Verdachtsfällen aus. Uganda meldet einen Todes-fall und 15 bestätigte Fälle (Stand: 02. Juni 2026). Eine Woche nach dem Ausbruch hat die WHO deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Ebola ist zwar recht selten, allerdings kommt es regelmässig wieder zur Ausbrüchen, im Kongo beispielsweise 17-mal in den letzten 50 Jahren. Das Ebola-Virus ist ein zoonotischer Virus. Soll heissen, dass die Erst-übertragung der Orthoebolaviren von Tier auf Mensch geschieht. Etwa durch den Kontakt zu infizierten Flughunden und Menschenaffen. Erst danach macht der Virus seinen Weg von Mensch zu Mensch, etwa durch direkten Körperkontakt oder Kontakt zu Körperflüssigkeiten wie Urin, Erbrochenem, Blut, Schweiss oder Sperma. Letzteres kann sogar noch Monate nach einer überstandenen Infektion Viren übertragen. Doch auch das Essen von infiziertem „Busch-Fleisch“ kann infizieren. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) liegt die Inkubationszeit zwischen zwei bis 21 Tagen (die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Krankheits-symptomen). Insgesamt werden fünf Virus-Stämme unterschieden, darunter der Tai Forest (bislang nur eine Erkrankung in der Elfenbein-küste), der Reston-Ebolavirus, der Sudan-Ebola-Virus (neun Ausbrüche), der Zaire-Stamm und schliesslich der Bundibugyo-Stamm, der jetzt im Kongo und dem benachbarten Uganda ausgebrochen ist. Zu diesem Stamm übrigens gibt es kein Impfserum oder Medikament. Hier können nur die Symptome bekämft werden. Symptome, die der Grippe oder Malaria ähnlich sind: Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, später auch Bauchschmerzen, Ausschläge, Durchfall, Übelkeit, Atemnot. Bislang waren die Ebola-Ausbrüche hauptsächlich Infektionen mit dem Zaire-Ebola-Virus, gegen den es inzwischen einen Impfstoff gibt (zwei monoklonale Antikörper (mAb)). Massnahmen wie die Stabilisierung des Kreislaufs, Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, organ-unterstützende Verfahren, Behandlung von Gerinnungsstörungen und Vorsorge gegen sekundäre bakterielle Infektionen werden in der Therapie gesetzt. Eine Behandlung darf allerdings nur in wenigen Krankenhäusern in Deutschland und Österreich erfolgen – die Charité in Berlin ist eines davon.

Der Bundibugyo-Stamm kam erst dreimal vor. Ist die Sterblichkeitsrate des Zaire-Ebola-Viruses bei bis zu 90 %, so liegt sie beim aktuellen Virus bei 37 %. Dennoch kein Grund zur Erleichterung, schliesslich stirbt einer von drei Infizierten an den Folgen der Erkrankung. Ähnlich wie bei einer CoVid-Erkrankung kann es auch bei einer überstandenen Ebola-Erkrankung zu Post-Symptomen kommen: Muskel- und Gelenk-schmerzen sowie durch Beteiligung des zentralen Nervensystems bedingte Symptomen.

Heimische Gesundheitsexperten betonen, dass eine Übertragung des Viruses bis nach Europa eher unwahrscheinlich ist. Ituri ist eine Konflikt-region, in der bewaffnete Milizen gegeneinander kämpfen. Somit ist es kaum anzunehmen, dass Menschen aus dieser Region bis nach Europa kommen. Zudem dauert eine etwaige Flucht länger als drei Wochen. Ferner kann die Krankheit nicht – wie in Mitteleuropa üblich – über die Atemwege übertragen werden. Auch der bislang grösste Ebola-Ausbruch 2014/2015 war in Mitteleuropa nicht zu spüren. Daneben wird die Infektionskette – sollte es dennoch geschehen sein – etwa durch Isolierung des Infizierten und aller Kontaktpersonen sehr rasch unter-brochen. Dennoch sollte Vorsicht geboten sein. So berichtet etwa Africa CDC von einem in Uganda verstorbenen Infizierten, der Kenia mit öffentlichen Verkehrsmitteln verlassen haben soll. Geschehen kann dies recht schnell und zumeist einfach!

Für den gesamten Kongo besteht ohnedies eine Reisewarnung (Sicher-heitsstufe 4 von 4!).

Die Region Ituri ist geradezu prädestiniert für den Ausbruch einer solchen gefährlichen Erkrankung: Keine Gesundheitsversorgung, Armut, Gewalt, kein sauberes Trinkwasser – die Menschen leben auf engstem Raume zusammen.

Bei Ebola handelt es sich tatsächlich um eine der gefährlichsten Krank-heiten – die meisten Infizierten sterben am sog. „Ebola-Fieber“, das sich äussert in

  • der Schädigung von Abwehrzellen wie Makrophagen und dendritischen Zellen
  • das Immunsystem des Körpers spielt verrückt
  • Blutgefässe und deren Innenwand werden geschädigt (Endothel)
  • dadurch kommt es zu einem Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe
  • die Blutgerinnung wird massiv gestört (disseminierte intravasale Gerinnung DIC)
  • Thrombenbildung
  • Blutungsneigung aus allen Körperöffnungen

PS:

Hier sei noch erwähnt, dass die USA unter Trump im Januar 2025 aus der WHO ausgetreten sind!

Lesetipps:

.) Fevers, feuds, and diamonds. Ebola and the ravages of history; Paul E. Farmer; Farrar, Straus and Giroux 2020

.) Molekularbiologische Untersuchungen der Ebola-Viren Zaire und Reston mit Hilfe reverser Genetik; Yannick Boehmann; Dissertation Philipps-Universität Marburg 2003

.) Inkubationszeit und Übertragungsparameter der Ebola-Viruskrankheit; Nina Friederike Seiler; Medizinische Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2008

Links:

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